Mein erklärendes Verzeichnis nicht allgemeinverständlicher Begriffe zum Fach Deutsch - Buchstabe A

Anna Heynkes, 16.11.2005

Abgeordnete sind gewählte Mitglieder von Parlamenten oder anderen öffentlich-rechtlichen Entscheidungsgremien und damit theoretisch Delegierte ihrer Wähler. Abgeordnete deutscher Parlamente werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Wählbar (passives Wahlrecht) ist grundsätzlich jeder, der am Wahltag seit mindestens einem Jahr Deutscher ist und das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat. Das passive Wahlrecht kann aber durch Richterspruch aberkannt werden. Nach unserer Verfassung (Artikel 38 Abs. 1 Satz 2 GG) sollen Bundestagsabgeordnete Vertreter des ganzen Volkes sein, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen im Sinne des Allgemeinwohls unterworfen. Das ist allerdings in Deutschland nicht wirklich der Fall, weil die Abgeordneten einem strengen Fraktionszwang unterworfen werden und als Angehörige regierender Fraktionen häufig Koalitionsverträge erfüllen müssen. Abgeordnete nehmen aber nicht nur an Abstimmungen in Parlamenten teil, sondern wirken in Ausschüssen, Fraktionen bzw. Gruppen sowie Arbeitskreisen mit. Theoretisch sollen Abgeordnete für die Interessen der Menschen in ihren Wahlkreisen eintreten, aber andererseits erwartet man von ihnen auch, daß sie die Bürger von ihren politischen Ansichten und Zielen überzeugen. So wird schnell aus der Repräsentanz eine Führerschaft oder Herrschaft über die Bürger, wobei Abgeordnete oftmals glauben, die wahren und richtig verstandenen Interessen der Bürger besser als die Bürger selber zu kennen. Nach dem Grundgesetz darf ein Abgeordneter zu keiner Zeit wegen seines Abstimmungsverhaltens oder wegen einer in seiner Fraktion oder Gruppe oder im Bundestag und dessen Ausschüssen gemachten Äußerung gerichtlich oder dienstlich verfolgt oder in anderer Weise außerhalb des Bundestages zur Verantwortung gezogen werden (Indemnität). Dieses Recht gilt nicht für Äußerungen außerhalb des parlamentarischen Bereichs und auch nicht für verleumderische Beleidigungen. Selbst wegen Straftaten dürfen Abgeordnete nur mit Genehmigung ihres Parlamentes polizeilich oder gerichtlich verfolgt werden, sofern sie nicht auf frischer Tat ertappt oder spätestens am folgenden Tag festgenommen werden (Immunität).

Adjektiv = Eigenschaftswort (lateinisch: hinzugefügt), mit dem Eigenschaften oder Merkmale wie schön, müde, oder blau bezeichnet werden (Das Adjektiv wird als Attribut [das schöne Mädchen] oder in Verbindung mit bestimmten Verben als Artangabe gebraucht [das Mädchen ist schön].

Adverb oder Umstandswort nennt man ein Wort, welches ein Verb, ein Adjektiv, ein anderes Adverb oder einen ganzen Satz im Hinblick auf die Umstände des Ortes (Lokaladverbien hier, drinnen, rechts, hierher, ...), der Zeit (Temporaladverbien: gestern, damals, selten, nachher, ...), der Modalität (Modaladverbien: vielleicht, gern, sehr, leider, ...) oder des Grundes (Kausaladverbien: nämlich, sonst, dennoch, damit, deshalb, ...) näher bestimmt. Zusätzlich gibt es Vergleichsadverbien (z.B.: schneller, größer, reicher, ...), Konjunktionaladverbien (aber, allein, allenfalls, also, auch, beispielsweise, bereits, besonders, bloß, denn, doch, erst, gerade, höchstens, insbesondere, jedenfalls, jedoch, kaum, lediglich, mindestens, namentlich, nicht, nur, schon, selbst, sogar, und, vorwiegend, vorzugsweise, wenigstens, zumindest) und Interrogativadverbien zur Kennzeichnung einer Frage (inwiefern, inwieweit, wann, warum, wem, weshalb, weswegen, wie, wiefern, wieso, wo, wobei, wodurch, wofür, wogegen, woher, wohin, womit, wonach, woran, worauf, woraus, worin, worüber, worum, worunter, wovon, wovor, wozu). Außer dieser Unterscheidung nach der semantischen Funktion können Adverbien auch nach ihrer syntaktischen Funktion unterschieden werden. Dann spricht man von Prädikativen (Er ist hier.), Adverbialen (Sie arbeitet hier.) oder Attributen (der Tisch hier).
Adverbien zählen zu den Partikeln, sind also weder deklinierbar noch konjugierbar. Sie werden auch nicht wie die Adjektive gesteigert, sind also unflektierbar.
Die Untrscheidung zwischen Adverbien und anderen Wortarten wie Konjunktionen oder Interrogativpronomen kann schwierig sein und ist auch umstritten.

Adverbialbestimmung, adverbiale Bestimmung, Adverbial oder Umstandsbestimmung nennt man ein Satzglied, das die Umstände eines Geschehens genauer bestimmt. Man findet Adverbialbestimmungen mit Fragen wie: Wo? Wann? Wie lange? Wohin? Wie? Warum?.
Man kann bei den adverbialen Bestimmungen unterscheiden zwischen:

Lokalbestimmung (Wo? Wohin? Woher?)
Ich komme aus meiner Wohnung. Ich gehe zum Auto.
Temporalbestimmung (Wann? Seit wann? Bis wann?)
Ich trainiere jeden Abend.
Modalbestimmung (Wie?)
Unter großem Beifall kam man zur Preisverleihung.
Kausalbestimmung (Warum?)
Auf Grund einer Erkältung musste er absagen.
Finalbestimmung (Mit welcher Absicht?)
Zur Sicherheit frage ich nach.
Konditionalbestimmungen (Unter welcher Bedingung? Wann?)
Bei schlechter Sicht sollte man die Scheinwerfer einschalten.
Konsekutivbestimmungen (Mit welcher Folge?)
zum Gähnen, zum Abgewöhnen
Konzessivbestimmungen (Trotz welchen Umstandes?)
Trotz einiger Probleme geht es weiter.

Aristokratie nannten laut Brockhaus die alten Griechen eine »Herrschaft der Vornehmsten«, welche aufgrund von vornehmer Geburt, bestimmten Funktionen (Priester, Krieger) oder durch Besitz bei der Ausübung der Staatsgewalt gegenüber dem »einfachen Volk« bevorzugt wurden.

Attribut bedeutet
1. in der Sprachwissenschaft Beifügung - einem Substantiv, Adjektiv oder Adverb beigefügte nähere Bestimmung (z.B. der große Garten, die Stadt hinter dem Strom, sehr unwahrscheinlich, tief unten);
2. Kennzeichen, charakteristische Beigabe einer Person (z.B. die Eule der Athene, der Schlüssel bei der Darstellung des Apostels Petrus);
3. in der Philosophie eine charakteristische Eigenschaft, ein Merkmal einer Substanz

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