Mein erklärendes Verzeichnis nicht allgemeinverständlicher Begriffe in den naturwissenschaftlichen Fächern - Buchstabe S

Anna Heynkes, 20.12.2005

Seignettesalz (Na+K+C4H4O62-) erhält man durch Einwirkung von Natriumhydroxid (NaOH) auf Weinstein (Kaliumhydrogen-Tartrat mit der Summenformel K+C4H5O6-).

Siededruck - Druck im Temperatur-Druck-Wertepaar, bei dem eine Flüssigkeit bei einer bestimmten Temperatur zu sieden beginnt [Meyers Lexikon]

Siedepunkt = Kochpunkt oder Kondensationspunkt nennt man ein Wertepaar von Druck (Siededruck) und Temperatur (Siedetemperatur), bei dem ein chemisch einheitlicher Reinstoff siedet (unter Wärmeverbrauch vom flüssigen in den gasförmigen Aggregatzustand übergeht) oder kondensiert (unter Wärmeabgabe vom gasförmigen in den flüssigen Aggregatzustand übergeht) [1,2,3,4].
Der Siedepunkt wird nicht überschritten [5].
Schon bei Temperaturen unterhalb des Siedepunktes setzt bei Wasser die Bildung von Wasserdampfblasen ein, aber der Kochpunkt ist erst erreicht, wenn sich in der gesamten Flüssigkeit überall Blasen bilden. [1]
Der Dampfdruck einer Flüssigkeit entspricht am Siedepunkt dem äußeren Druck. Dies bedeutet, dass der Siedepunkt druckabhängig ist. [2]
Druckerniedrigung setzt die Siedetemperatur herab. Darum siedet Wasser auf hohen Berggipfeln bei tieferen Temperaturen. [1,3] Nur bei einem Druck von 1013 mbar siedet reines Wasser bei genau 100 Grad Celsius [6].
Sind in einer Flüssigkeit andere Stoffe gelöst, dann nimmt dadurch das chemische Potential der Flüssigkeit ab und infolge dessen nimmt der Siedepunkt etwas zu [7]. Dies bedeutet, dass gelöste Stoffe die Zahl der frei verfügbaren Flüssigkeitsmoleküle reduzieren, weil diese Stoffe gelöst werden, indem Moleküle der Flüssigkeit sie ummanteln. Dabei werden diese Moleküle der Flüssigkeit so stark gebunden und bilden so schwere Komplexe, dass sie erst bei viel höheren Temperaturen als die freien Moleküle der Flüssigkeit verdampfen können.
1 = Meyers Lexikon
2 = http://de.wikipedia.org/wiki/Siedepunkt
3 = http://www.sfdrs.ch/sendungen/meteo/lexikon/siedepun.html
4 = http://www.micrecol.de/glosKP.html
5 = http://www.physik.tu-dresden.de/iapd/katalog/intern/waerme/4_020a.htm
6 = http://www.leschaco.de/background/gefqt.html
7 = http://www.tu-bs.de/institute/pci/aggericke/PC1/Kap_V/Siedepunkt.htm

Siedesteinchen - kleine Steinchen mit rauher Oberfläche, welche die Bildung von Dampfblasen erleichtert und dadurch gefährliche Siedeverzüge verhindern

Siedetemperatur - Temperatur im Temperatur-Druck-Wertepaar, bei dem eine Flüsigkeit bei einem bestimmten Druck zu sieden beginnt [Meyers Lexikon]

Siedeverzug - Wenn sauberes Wasser in einem sehr sauberen Gefäß erhitzt wird, dann kann es passieren, dass sich selbst am Siedepunkt noch keine Wasserdampfblasen bilden und auch die schnellsten (heißesten) Wassermoleküle nur an der Wasseroberfläche in die Luft übertreten können. Dadurch steigt die Wassertemperatur über die Siedetemperatur hinaus, bis dann plötzlich das ganze Wasser auf einmal explosionsartig zu Wasserdampf wird und als solcher sehr viel mehr Platz braucht.

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