Ethik

Anna Heynkes, 2001

Gliederung

zum Text Die drei Siebe des Sokrates
zum Text Die goldene Regel
zum Text Gesetze, Regeln, Normen
zum Text Nachdenken über glücklich sein
zum Text Streiten
zum Text Zivilcourage
zum Text Rassismus
zum Text Gewalt

Die drei Siebe des Sokrates nach oben

Zum weisen Sokrates kam jemand gelaufen und sagte: "Ich muss dir etwas erzählen."
Der aber unterbrach ihn mit der Frage: "Hast du denn deine Geschichte durch die drei Siebe geschüttelt?"
"Drei Siebe?" fragte der andere verwundert.
"Ja, mein Freund, drei Siebe!" antwortete der Philosoph und erklärte: "Lass uns anhand der drei wichtigsten Kriterien gemeinsam feststellen, ob du eine mitteilenswerte Information hast. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du geprüft, ob deine Neuigkeit in allen Teilen wahr ist?"
"Genau genommen habe ich es auch nur gehört."
"Soso, aber hast du es vielleicht mit dem zweiten, dem Sieb der Güte geprüft? Wenn deine Geschichte schon nicht mit Sicherheit wahr ist, ist sie wenigstens gut?"
Zögernd gab der andere zu: "Nein, im Gegenteil..."
Da unterbrach ihn Sokrates: "Lass uns trotzdem auch das dritte Sieb anwenden und fragen, ob es notwendig ist, dass ich es erfahre."
"Notwendig nun nicht gerade..."
Der Weise hatte nichts anderes erwartet und lächelte: "Wenn das so ist, dann solltest du uns beide nicht mit etwas belasten, was weder wahr, noch gut, noch notwendig ist."

Die goldene Regel nach oben

In fast allen Völkern und Kulturen gilt für das Zusammenleben eine Grundregel. Sie wird die goldene Regel genannt und lautet:
"Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu."

Aber:
Bei strenger Beachtung dieser Regel müssten wir verhungern. Denn wir müssen essen, obwohl wir nicht gegessen werden wollen.

Gesetze, Regeln, Normen nach oben

Gesetze sollen das öffentliche und teilweise auch das private Zusammenleben der Menschen regeln. Sie werden von Regierungen beschlossen und sollen von allen Bürgerinnen und Bürgern befolgt werden. Gesetze sollten sachlich begründet werden, damit sich die meisten Menschen freiwillig daran halten.

Regeln wie für Spiele oder das familiäre Zusammenleben unterscheiden sich dadurch von Gesetzen, dass sie jederzeit einverständlich von allen Beteiligten geändert werden können.

Normen sind geschriebene oder unaufgeschriebene Regeln für das öffentliche oder private Zusammenleben, aber auch für die Arbeitswelt und Gegenstände. Es gibt Grundnormen, die überall gelten und Normen, die in der Familie gelten und in jeder Familie anders aussehen. Solche Normen lernen die Menschen von klein auf einfach durch das Zuschauen und fallen meistens erst dann auf wenn sich jemand nicht an sie hält. Andere (z.B. DIN- und ISO-Normen) werden ständig von Fachleuten für Fachleute weiter entwickelt.

Nachdenken über glücklich sein nach oben

Glück ist keine einsame Angelegenheit. Geteilte Freude und geteiltes Glück sind doppeltes Glück.

Streiten nach oben

Wenn man nach einem Streit mehr Gemeinsamkeiten hat als vorher, über die man sprechen kann, kann streiten verbinden.

Zivilcourage nach oben

Zivilcourage nennt man den Mut, für eine gerechte Sache Nachteile für sich selbst zu riskieren.

Rassismus nach oben

Rassismus ist die Ansicht, Menschen anderer Rassen seien nicht nur anders, sondern minderwertig. Häufig wird der Rassismus von Seiten Dritter zur Durchsetzung egoistischer Ziele benutzt.

Gewalt nach oben

Gewalt ist die Anwendung von Zwang oder Zufügung von Schaden.

Man unterscheidet verschiedene Formen von Gewalt:

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