Der große Madagassische Taggecko oder Madagaskar-Taggecko (Phelsuma madagascariensis)

Anna Heynkes, Internetrecherche und Biologie-Referat vom 16.1.2003

Gliederung

Gecko

Verhalten nach oben

Anstatt zu blinzeln, lecken sich Geckos die Augen. nach oben

Etwa Dreiviertel aller Geckoarten sind dämmerungs- oder nachtaktive Tiere, mit einer der Nachtaktivität angepassten Spaltpupille [11]. Die Arten der Gattung Phelsuma sind Taggeckos [14], bei denen als Anpassung an die Tagaktivität die Pupille rund ist [11,14]. Sie orientieren sich vorwiegend mit ihren ziemlich guten Augen [14]. Um eine klare Sicht zu behalten, lecken Geckos häufig mit ihrer langen Zunge über die Augen mit den unbeweglich miteinander verwachsenen Augenlidern, die eine durchsichtige Schutzkapsel bilden [1,14].

Geckos laufen mühelos auf Glasscheiben. nach oben

Geckofüße haften ohne jede Anstrengung selbst an Glasscheiben [12,14]. Dies wird mit dem Phänomen der Adhäsions [12], oder mit der Wirkung von "Van der Waals" Kräften erklärt [1]. Beides ist denkbar, weil eine große Zahl mikroskopisch feiner Härchen die Unterseiten ihrer Füße in extrem engen Kontakt mit dem Untergrund bringen [1,14]. Diese Kräfte sind so stark, dass die Geckos gar nicht in der Lage wären, die Zehen aus eigener Kraft von der Oberfläche eines Blattes oder einer Glasscheibe abzuheben, wenn sie sich nicht eines Tricks bedienten [12]. Taggeckos müssen wie auch die meisten Nachtgeckos beim Gehen jede Zehe einzeln anheben [14]. Dabei hebt der Gecko den Fuß langsam von den Zehenspitzen her an, bis dadurch die Haftkräfte so gering werden, dass dieser aus eigener Kraft gehoben werden kann [12]. Setzt der Gecko den Fuß auf, geht er den umgekehrten Weg bis alle Zehen vollständig auf der Unterlage aufliegen [12]. Daher kommt es, dass selbst tote Tiere noch an den Scheiben hängen können und nicht herunterfallen [12]. Das verleiht ihnen einen langsamen, watschelnden Gang [14].

Auch Geckos können ihre Schwänze abwerfen. nach oben

Dies macht sie angreifbar und deshalb besitzen Geckos genau wie unsere einheimischen Eidechsen einen Schwanz, der an jedem Wirbel relativ leicht abreißt, wenn er von einem Feind gepackt wird [1,14]. So kann der schwanzlose Gecko entkommen, während sich der Angreifer noch mit dem zappelnden Schwanz beschäftigt [14].

Paarungsverhalten nach oben

Die jahreszeitlichen Schwankungen bestimmen den Fortpflanzungstrieb der Geckos. Die natürliche Fortpflanzungszeit der Tiere ist von Mai bis September. Im Terrarium dagegen pflanzen sich die Tiere das ganze Jahr über fort. [13]

Taggeckos leben auf/an Bäumen, Mauern, Bananenstauden. nach oben

Die Taggeckos Madagaskars sind Baumbewohner [11,14]. Zumindest der große madagassische Taggecko lebt auch auf Mauern und Bananenstauden [11]. Geckos bevorzugen in der freien Natur große Blätter mit glatten Oberflächen [12]. Im Terrarium sitzen die Tiere trotz ausgiebiger Klettermöglichkeiten oft an den Scheiben [12]. Taggeckos sonnen sich gerne [11].

Einige Taggeckoarten sind Kulturfolger. nach oben

Manche Taggecko-Arten sind auch häufig auf Plantagen in der Nähe menschlicher Siedlungen zu finden [14]. Als Kulturfolger leben Geckos sogar in den Häusern der Menschen gehalten, wo sie gerne geduldet werden, da sie die Häuser von Insekten und Spinnen freihalten [11].

Taggeckos sind sehr aggressiv. nach oben

Taggeckos sind allgemein aggressiv, besonders wenn es Futter gibt [2,4]. Deshalb leben sie einzelgängerisch und sind nur gelegentlich paarweise anzutreffen [14]. Besonders unverträglich sind die Männchen untereinander [12,14] aufgrund von Revierverhalten [12]. Vielleicht aus dem selben Grund sind auch Taggeckoweibchen untereinander nicht verträglich, wenn sie nicht zusammen aufwuchsen [12]. Besonders die trächtigen Weibchen haben bei Phelsuma madagascariensis boehmei untereinander regelmäßig folgenschwere Streitereien [7]. Aber selbst bei paarweise gehaltenen Taggeckos sind plötzliche verletzungsreiche Beißereien gar nicht selten [7]. Zumindest ein Teil der Männchen ist auch gegenüber Weibchen sehr aggressiv [8]. Geckos sind sogar Kannibalen, die ihren eigenen Nachwuchs fressen [10].

In ihrer natürlichen Umgebung verlassen unterlegene Tiere fremde Reviere, aber in Gefangenschaft ist dies nicht möglich und die schwächeren Tiere können sich nicht mehr ungestört sonnen und auf Nahrungssuche gehen. Sie verstecken sich und würden auf Dauer an Stress eingehen. [12] Auch mit anderen tagaktiven Tieren vertragen sich Phelsumen nicht gut [10]. Selbst Echsen anderer Arten werden angegriffen [12]. Ihnen werden die Zehen und Schwänze abgebissen oder sie werden im schlimmsten Fall sogar umgebracht [12]. Nicht einmal Frösche sind willkommen [10]. Alles was kleiner ist als sie selber wird gefressen oder vertrieben [10].

Geckos verfärben sich je nach Stimmung. nach oben

Er hat gekielte Schuppen und eine grüne Grundfärbung, die sich je nach Stimmung etwas heller oder dunkler verfärbt [3].

Bedürfnis nach Ruhe und gleich bleibenden Bedingungen nach oben

Geckos scheinen mit Streß zu reagieren und eine Weile Ruhe zu brauchen, wenn sich ihre Lebensumstände ändern. Anscheinend schätzen sie es nicht, wenn ihr Revier durch das Umsetzen von Pflanzen verändert, oder durch weitere Tiere bereichert wird. In Gefangenschaft sollen sie sich nur wohlfühlen, wenn die Beleuchtungsintervalle, vielleicht sogar jahreszeitliche Wechsel in Temperatur, Lichtintensität und Feuchtigkeit annähernd ihren ursprünglichen Lebensraum simulieren und sie in nicht allzu großen Abständen Wasser und Futter erhalten. [9]

Das Verhalten kann sich ändern. nach oben

Die Tiere sind in ihrem Verhalten weder konform noch konstant, man muss sie also häufig beobachten und rechtzeitig auf deutliche Änderungen im Verhalten (z. B. Erkrankungen, Kämpfe, Legenot, Stresssymptome) eingehen - ein Ausweichbecken sollte nach Möglichkeit ebenfalls immer bereitstehen, um einzelne Tiere kurzfristig getrennt unterbringen zu können. [9]

Ob gewünscht oder nicht - bei optimaler Haltung wird sich bei paarweise gehaltenen Tieren früher oder später Nachwuchs einstellen, der wiederum eigene Ansprüche an eine erfolgreiche Aufzucht stellt (zusätzliche Terrarien, kleinere Futtertiere, etc.) - auch hier sollte rechtzeitig vorgesorgt werden. [9]

Phelsuma können Töne produzieren, scheinen dies aber normalerweise nicht zu tun [1].

Futter nach oben

Trinken nach oben

Ihr Trinkbedürfnis können Geckos durch das Auflecken von Wassertropfen nach dem Gießen und Besprühen der Pflanzen befriedigen [4,12]. Man gibt ihnen aber wohl normalerweise zusätzlich Wasser [4].

Großmäuler nach oben

Es ist kaum zu glauben was in ein kleines Geckomaul so alles reinpasst [10]. Eine ausgewachsene Wüstenheuschrecke mit Flügeln (ca. 8cm) ist überhaupt kein Problem und wenn das Futtertier doch zu groß sein sollte, wird es im Streit um den größeren Anteil in der Mitte auseinander gerissen und mehr oder weniger brüderlich geteilt [10].

In der Natur nach oben

Die Taggeckos selber jagen vor allem verschiedenste Insekten und deren Larven [11,14]. Der große madagassische Taggecko ist in der Lage, auch kleine Echsen [11,12], Frösche [12] und nestjunge Mäuse [11] zu fressen. Eine Besonderheit der Taggeckos ist, dass sie in der Natur Blütennektar fressen und somit wie die Insekten zur Befruchtung einiger Pflanzen beitragen. [2]

In Gefangenschaft nach oben

In Gefangenschaft bekommen sie, Jungtiere jeden tag und erwachsene Tiere alle 2-3 Tage [4], Grillen[4,12], Wachsmaden und - Motten [12], Mehlwürmer [6], Heimchen [2,4] und Fliegen [2,12], die mit Vitaminpulver bestäubt werden [2,12], Nachtfalter [2], Schmetterlinge [2], Bienen [12], Wespen [12], Spinnen[11,12], Zophobas [2], Bananenbrei [2,6,8,12], süßes Obst [5] und manchmal Honig [2,6,12], Marmelade [2] oder Früchtebabynahrung [2,4,5,8]. Es ist darauf zu achten, dass Taggeckos nicht zu viel, insbesondere nicht zu viel Honig, fressen, da sie sonst schnell fett, träge und fortpflanzungsunlustig werden [2]. In Gefangenschaft und insbesondere in der Wachstumsphase [8] scheinen die Tiere zusätzlich etwas Kalk[12] und Vitaminpulver [2,12] zu brauchen.

Internet-Qellen nach oben

1. http://home.hccnet.nl/hans.van.nijnatten/English/phelsuma_general/phelsuma_general.html

2. http://www.anolis.de/beratung/tiere/taggecko/madagaskar/madagaskar-haltungsbericht-kolja.htm

3 . http://www.darkspider.de/geckos/HTML/geckos_index.htm

4. http://www.darkspider.de/geckos/HTML/versorgung.htm

5 . http://www.futterhaus-hausbruch.de/g_tiere/pages/madagaskar_taggecko_jpg.htm

6 . http://www.garrandt.de/joschka.html

7 . http://www.ig-phelsuma.de/steckbrief/steckmadboehmei.htm

8. http://www.ig-phelsuma.de/steckbrief/steckmadmad.htm

9 . http://www.ig-phelsuma.de/tipps.htm

10. http://www.sven-sandra.de/1024/Page3Geckos.html

11. http://www.taggeckos.de/geckos.htm

12. http://www.taggeckos.de/haltung.htm

13 . http://www.taggeckos.de/zucht.htm

14. http://www.tierinformation.de/text/taggecko.html

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