Das Problem mit den Sonderzeichen nach oben

Anna Heynkes, 6.1.2005

Die vielen Formeln und Sonderzeichen mathematischer Texte erschweren eine Darstellung in normalen HTML-Hypertexten, deren auf verschiedene Zeichensätze verteilter ursprünglicher Zeichenvorrat sich dafür kaum eignet. Deshalb habe ich meine Texte auf den Tausende Zeichen umfassenden Zeichensatz Unicode umgestellt. Einige Zeichen fehlen mir trotzdem immer noch, und deshalb muss ich diese mühsam als Grafiken einbauen. Insbesondere die Darstellung von Brüchen und Wurzeln ist mit normalen HTML nicht möglich. Man kann das Wurzelzeichen auch nicht als selbst gemachtes Standardgrafikzeichen verwenden, weil Wurzelzeichen sehr unterschiedlich hoch und breit sein müssen.

Als Lösung bietet sich eigentlich die vom W3C in ihrer zweiten Ausbaustufe bereits bis zum Februar 2001 speziell für die Darstellung mathematischer Formeln und Zeichen entwickelte Seitenbeschreibungssprache MathML an. Leider werden aber in MathML kodierte Seiten immer noch von keinem Browser vollständig und korrekt dargestellt.

Viele mathematisch geprägte Internetseiten (z.B. in der Wikipedia) verwenden daher eine Mischung aus HTML und zahlreichen eingestreuten Grafiken, mit denen ganze Formeln dargestellt werden. Es gibt Konvertierungsprogramme, die solche Grafiken automatisch aus mit TeX geschriebenen Texten erzeugen. Das hier von meinem Vater natürlich mit TeX näher beschriebene TeX ist die lingua franka (Weltsprache) zur satztechnisch anspruchsvollen Darstellung von Texten mit vielen mathematischen und technischen Formeln und Sonderzeichen. Da pures TeX sehr schwer zu beherrschen ist, habe ich begonnen, mich in die Erstellung von Texten mit der mächtigen TeX-Makrosammlung LaTeX einzuarbeiten. Glücklicherweise ähnelt LaTeX mit seinen dem Text vorangestellten Gestaltungsanweisungen und seinen in den Text eingestreuten Formatierungsbefehlen sehr dem jüngeren HTML, mit dem ich seit einigen Jahren arbeite. So fällt die Umstellung nicht so schwer wie eine Umstellung von Textverabeitungsprogrammen wie MS-Word, die alle Formatierungsbefehle vor dem Anwender verstecken. TeX/LaTeX ist kein Textverabeitungsprogramm, sondern ein Textsatzsystem mit dem über Jahrhunderte gewachsenen know how des Setzerberufes. Im Internet dargestellt werden die mit TeX/LaTeX gesetzten Texte am besten im pdf-Format. Deshalb sieht mein mit TeX/LaTeX geschriebenes Kapitel über Wurzeln natürlich ganz anders als meine mit HTML geschriebenen Internetseiten aus.

Bis jetzt ist es meinem Vater noch nicht gelungen, ein gut funktionierendes Konvertierungsprogramm zu installieren, mit dem ich meine in TeX geschriebenen Texte in HTML mit eingetreuten Grafiken umwandeln könnte. Auch sucht er noch nach einem Programm, mit dem ich die Kurven der vielen Potenz- und Wurzelfunktionen schön darstellen und als Bilder in meine Texte einbinden könnte. Mit Excel produzierte Graphen sind wegen ihrer geringen Auflösung einfach zu scheußlich. Wir wären aber sehr dankbar für hilfreiche Hinweise darauf, wie ich zu einem gut funktionierenden Konvertierungsprogramm für die Umwandlung von TeX-Dateien zu HTML mit eingebetteten Grafiken sowie zu einem Programm für die grafische Darstellung mathematischer Funktionen kommen könnte.

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