Referat über die Seenadel vom 10.10.2002

Anna Heynkes

Gliederung

Seenadel

Allgemeines nach oben

Es gibt etwa 200 Arten von Seenadeln [S2,S15] unter der wissenschaftlichen Bezeichnung Doryrhamphus. Sie sind relativ kleine (2,5-65 Zentimeter), lang gestreckte, schlanke Fische und nahe mit den Seepferdchen verwandt [S6,S8,S19]. Wie diese besitzen sie eine lange, röhrenförmige Schnauze, die in einem kleinen, zylindrischen Maul [S2,S6,S8,S19] endet. Dieses wird einmal als zahnlos beschrieben [S19], soll nach einem anderen Autor jedoch winzige Zähnchen besitzen [S8]. Die Kiemenöffnung ist auf eine kleine runde Pore reduziert [S19]. Der Körper ist mit einem Panzer aus ringförmig angeordneten Knochenplättchen bedeckt [S6,S8,S19]. Bauchflossen fehlen, die anderen Flossen sind unscheinbar [S6,S8] oder fehlen bei bestimmten Arten [S19]. Die Schwanzflosse ist lang, schmal und oft greiffähig [S8]. Einige Arten sind sehr bunt [S6] und beispielsweise bei wechselnden Lichtverhältnissen können sie ihre Färbungen ändern [S8]. Seenadeln haben Augen, die sie unabhängig voneinander bewegen können [S2,S17].

Verhalten nach oben

Das Verhalten der Seenadelarten ist recht unterschiedlich. So lebt eine Seenadelart (Siokunichthys nigrolineatus) beispielsweise in Symbiose mit der Anemonen-Pilzkoralle (Heliofungia actiniformis) [S2]. Die Blaustreifen-Seenadel hingegen ist ein Putzerfisch [S17]. Meistens handelt es sich um sehr ruhige Tiere, die nur wenig aktiv schwimmen, sondern sich gemächlich in der Strömung treiben lassen [S15]. Manche flitzen aber auch sehr schnell herum [S15]. Seenadeln scheinen sehr neugierig zu sein [S15]. Hält man mehrere Nadeln in einem Becken, so lässt sich etwas Ungewöhnliches beobachten: Die Nadeln umschlingen sich gegenseitig mit ihren zarten Schwanzenden und bilden - in unterschiedlichsten Formationen von meist 2-4 Tieren - eine Art lebendes Floß, wodurch sich eine stabilere Schwimmlage ergibt [S15]. Ähnlich den Schnepfenmesserfischen wird häufig eine senkrechte Position eingenommen, das Maul befindet sich beutesuchend in unmittelbarer Bodennähe [S15]. Seenadeln lieben Versteckmöglichkeiten und sind Künstler in der Tarnung, der Mimese [S1,S13]. Mit Mimese meint man die außergewöhnliche Fähigkeit einiger Fischarten, ihre Körperfarben dem Bodengrund anzupassen oder die Gestalt von Objekten nachzuahmen (letzteres wird auch als Homotypie bezeichnet) [S1,S13]. So lassen sich Seenadeln aufgrund ihrer schlanken Gestalt kaum zwischen Seegras erkennen [S1,S13].

Lebensraum nach oben

Die meisten Seenadeln leben im Meer, aber es gibt auch einige Arten in Brack- bzw. Süßwasser [S6]. Seenadeln sind in allen warmen und gemäßigten Meeren häufig [S8] - insbesondere in den Küstenbereichen [S6,S16] des Atlantischen, des Indischen und des Pazifischen Ozeans [S6]. Sie leben relativ selten in Korallenriffen, sondern bevorzugen strömungsarme Gebiete auf flachen Sandflächen oder Seegraswiesen, in denen sie sich gut tarnen können [S2,S12]. In Indien, China, Mittelamerika und dem nördlichen Südamerika leben auch einige Süßwasserarten. An den Küsten Europas leben sechs Arten, darunter die bis zu 46 Zentimeter lange Große Seenadel, die Seetanggebiete bewohnt [S8]. Vier Seenadelarten kommen bei uns in der Nordsee vor, die Große Seenadel (Syngnathus acus) [S1,S8], die 17 Zentimeter lange Kleine Seenadel (S. rostellatus) [S1,S8], die Große Schlangennadel (Entelurus aequoreus) [S1] und die Kleine Schlangennadel (Nerophis ophidion) [S1]. Seenadeln leben als Standfische ständig im Watt [S3]. Nur im Winter sollen sie es verlassen, um den tiefen Temperaturen zu entgehen [S11]. Vor der Elbe-Mündung [S4] und ganz selten auch in der Umgebung von Rostock [S5] leben die 46 cm lange Große Seenadel (Sygnathus acus), sowie die 15 cm lange Kleine Seenadel (Sygnathus rostellatus). Die Schmalschnäuzige Seenadel (Sygnathus typhle) lebt im Bodden bei der Insel Hiddensee [S18]. Schmalschnäuzige Seenadel (Sygnathus typhle) und Kleine Schlangennadel (Nerophis ophidion) wurden im Salzhaffs der Wismarer Bucht nachgewiesen [S9].

Nahrung nach oben

Seenadeln benötigen ständig Plankton-artiges [S10,S16], kleines lebendes Futter [S1,S15], welches sie durch ihre röhrenförmigen Mäuler mit großer Kraft einsaugen [S1]. Sie fressen hauptsächlich verschiedene kleine Krebstiere [S1,S8,S15] wie Hüpferlinge (Tisbe holothurial) [S7], Flohkrebse [S1], sehr kleine Schwimmgarnelen [S1,S9,S15] und besonders Schwebgarnelen (Mysis) [S1,S7,S9,S15], aber auch Insektenlarven [S1], sowie kleine Fische [S9] und Algen [S10,S16].

Fortpflanzung nach oben

Seenadeln können relativ wenige [S15] oder einige Hundert Eier legen [S8], aber die Weibchen entlassen nach der Paarung die befruchteten Eier nicht einfach in die Umwelt, sondern heften sie an eine geöffnete Laichleiste [S2,S10,S15,S17] am unteren Hinterleib des Männchens [S2,S8,S13,S15,S17]. Dort entwickeln die Eier eine Verbindung zur Körperwand und erhalten über den Blutkreislauf des Männchens Nährstoffe [S8]. Bei einigen Seenadelarten ist die offene Brutleiste wie bei den Seepferdchen von einem geschlossenen Brutbeutel umgeben [S2,S14]. Aus den Eiern schlüpfen nach einer [S10] bis mehreren Wochen [S8] die Jungen, die beim Verlassen des Brutbeutels schon 2 Zentimeter lang sein können [S15].

Internet-Qellen nach oben

S1. http://freenet.meome.de/app/fn/artcont_portal_news_article.jsp/44527.html

S2. http://hamann.servebeer.com/animalsworld/module/ug.cfm?HG=1&GID=1648&AKTION=zeigen

S3 . http://people.freenet.de/biologie-web/oeko/watt.htm

S4 . http://www.arge-elbe.de/wge/Fische/TEL/FiArtBrackwz.html

S5 . http://www.biologie.uni-rostock.de/zoologie/vw/03.html

S6. http://www.fishbase.org/Summary/FamilySummary.cfm?ID=258

S7 . http://www.gerdvoss.de/Seepferdchen/Futtertiere/hauptteil_futtertiere.html

S8. http://www.holgy.de/Fische/hauptteil_fische.html

S9 . http://www.landwirtschaft-mv.de/salzhaff.mv

S10 . http://www.meeresaquaristik.de/html/hauptteil_sulu.html

S11 . http://www.nationalparkurlaub.de/Nationalpark/Einzel/einzel.html

S12 . http://www.naturkundemuseum-bw.de/karlsruhe/rundgang/vivarium-text524.html

S13. http://www.ostseevision.de/EXC3.html

S14 . http://www.seahorses.de/pipefish.htm

S15. http://www.seahorses.de/seenadel.htm

S16 . http://www.sta-kiel.de/sta/cgi-bin/frame/frameset.pl?url=cpa/abc/natur/fische/007.html

S17. http://www.starfish.ch/Korallenriff/Pfeifenfisch.html

S18 . http://www.uni-greifswald.de/~ifoehidd/galerie2.htm

S19 . http://www.unterwasserwelt.de/html/buch_seepferdchen.html

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