Dokumentation: "Mein Körper - Mein Gedächtnis - Wie wir es verbessern können"

Roland Heynkes 17.5.2026, CC BY-SA-4.0 DE

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Wir sind vor allem unser Gedächtnis. Es ist ein großer Teil der Persönlichkeit, denn es verbindet uns mit unserer Vergangenheit. Was man erlebt und gelernt hat, beeinflusst Persönlichkeit, Fähigkeiten, Ansichten, Wahrnehmung und Bewertungen. Verliert ein Mensch seine Erinnerung an sein bisheriges Leben, dann lebt er praktisch ein zweites Leben als ein anderer Mensch im alten Körper.

Gedächtniskünstler merken sich eigentlich völlig uninteressante Dinge, indem sie sich diese vor ihrem inneren Auge verbildlichen oder es verknüpfen mit einer Eselsbrücke bzw. einem bekannten Ausdruck. Will man sich beispielsweise merken, dass man zum Gleis 7 muss, dann kann man sich merken, dass man zu den sieben Zwergen will. Denn dann ist klar, dass es nicht Gleis 6 oder 8 sein kann.

Schauspieler lernen ihre Rollen durch Wiederholung und trainieren dabei auch ihr Gedächtnis. Umgekehrt wird das Gedächtnis aber auch schlechter, wenn man es nicht trainiert. Unabhängig vom Training gibt es aber auch sozusagen von Natur aus sehr vergessliche und Menschen mit extrem guten Gedächtnissen. Vergesslichkeit kann bedeuten, dass man schlecht auf im Gedächtnis gespeicherte Erinnerungen zugreifen kann. Manchmal lässt sich aber die Blockade umgehen und die Erinnerung doch noch abrufen, wenn man sich eine Weile mit etwas Anderem beschäftigt.

Man kann durch intensives Lernen für eine große Prüfung enorme Mengen Informationen und Wissen abrufbereit im Gedächtnis speichern. Trotzdem haben fast alle Menschen nach einem Jahr das Meiste wieder vergessen. Das einmal intensiv Gelernte ist aber nicht ganz vergessen. Es muss Spuren hinterlassen haben, denn wir lernen es viel schneller und leichter wieder, wenn wir es dann noch einmal wiederholen.

Wenn wir lernen, also eine Erinnerung bilden, verändern sich Nervenzellen im Gehirn und Synapsen verknüpfen Nervenzellen zu Netzwerken. So entsteht eine Engramm genannte Gedächtnisspur im Gehirn. Wollen wir uns erinnern, wird eine Gedächtnisspur reaktiviert. Dann wird sie in leicht veränderter Form neu gespeichert.

Wir können sehr viele Engramme bilden. Aber ob wir das tun oder nicht, darüber entscheiden in dem Moment die Befindlichkeit, das Interesse

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