NR ZDAQ
AU Martin,G.
TI Zur naturwissenschaftlichen Erfaßbarkeit von Leiden bei Tieren - eine Einführung
QU Tierärztliche Umschau 1996; 51: 131-136
PT journal article
AB Es wird versucht, bisher erarbeitete naturwissenschaftliche Grundlagen zur Erkennbarkeit von Leiden bei Tieren darzustellen, welche für die forensische Ethologie von entscheidender Bedeutung sind. In diesem Zusammenhang geht es um den Nachweis negativer, mit Verhaltensstörungen einhergehender Empfindungen bzw. Leidenszustände. Voraussetzung dafür ist ein interdisziplinäres Vorgehen, wobei nicht nur ethologische, sondern auch neurobiologische Erkenntnisse berücksichtigt werden. Zusätzlich müssen bestimmte, für lebende Systeme charakteristische Prämissen anerkannt werden, z.B. das Gehirnfunktionspostulat. Von besonderer Bedeutung sind Bau und Funktion der verschiedenen neuralen Instanzen, insbesondere des Limbischen Systems. Aus deren vergleichender Betrachtung ergeben sich aufgrund der gemeinsamen Entwicklungsgeschichte von Wirbeltieren und dem Menschen weitgehende Übereinstimmungen. Aus diesem Grund erscheint der Schluß auf homologe Empfindungen bei höheren Tieren und dem Menschen, zumindest in bezug auf die Grundangst, als zwingend. Ferner wird gezeigt, dass die neurophysiologischen Aktivitäten der Belohnungs- und Bestrafungsssysteme, welche bei der Bewertung von Umweltreizen eine Rolle spielen, die physische Basis für die emotionalen Lebenserscheinungen darstellen. Anhand des Handlungsbereitschaftskonzeptes, in dem Verhalten als funktionale Beziehung zwischen sensorischem, motivationalem und motorischem Bereich dargestellt wird, sind Verhaltensstörungen als Störung dieser Beziehung zu erkennen. Darüber ninaus lässt sich mit diesem Konzept verstehen, dass Verhaltensstörungen mit negativen Emotionen verbunden sind.
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