NR ZDBF
AU Nowak,B.; Remien,D.; Blanke,T.; Seidler,D.; Wenzel,S.; Hartung,J.
TI Untersuchungen zur Praxis der CO2-Betäubung von Schweinen in einem ausgewählten Schlachtbetrieb aus der Sicht von Tier- und Arbeitsschutz sowie der Fleischbeschaffenheit
QU Proceedings 40. Arbeitstagung DVG Garmisch-Partenkirchen, 29.9.-1.10.1999
PT Proceedings
AB In der Bundesrepublik Deutschland werden jährlich über 40 Mill. Schweine geschlachtet. Zur gesetzlich vorgeschriebenen Betäubung der Schweine vor der Tötung durch Blutentzug wird hauptsächlich das Verfahren der Elektrobetäubung eingesetzt. Zunehmendes Interesse besteht in den letzten Jahren an der Kohlendioxid- (CO2)-Betäubung von Schlachtschweinen, da dieser Betäubungsart positive Einflüsse auf die Fleischqualität nachgesagt werden. Somit gewinnt auch die Diskussion über die Tierschutzgerechtheit und die Fleischbeschaffenheit dieser Betäubungsmethode aktuelle Bedeutung. Besonders bei großen Schlachtkapazitäten wird unter dem Eindruck hoher Durchsatzzahlen an Tieren verschiedenlich eine Verminderung der CO2-Konzentration in der Betäubungsgrube vermutet, die zu einer Beeinträchtigung des Betäubungserfolges führen kann. Daher wurden in einem Praxisbetrieb 149 Tiere unter Einfluss von 90 Vol% CO2-Betäubungsgasatmosphäre (N=80) und 80 Vol% CO2-Betäubungsgasatmosphäre (N=69) untersucht. Kontinuierliche CO2-Messungen wurden in der Anlage an drei Meßpunkten und in Augenhöhe der Tiere durchgeführt. Der Betäubungserfolg wurde anhand der Tierreaktionen (Cornealreflex, Nasenscheidewandreflex, Bewegungen während des Auswurfes und bei der Entblutung, Schnappatmung) und ausgewählter Fleischbeschaffenheitsparamteter (pH1, pH24, Py1, Py24 und Fleischfarbe) bestimmt. Die CO2-Konzentrationen wurden mit einem Merhkanal-Meßgerät (CO2 und O2) in der Betäubungsgrube, in Tiernähe und am nächstgelegenen Arbeitsplatz gemessen. Die Befunde zeigen, dass die derzeit mit 80 Vol% CO2 vorgeschriebene Betäubungsatmosphäre für Schweine Reaktionen der Tiere wie Cornealreflex (38%), Nasenscheidewandreflex (8%), starke Bewegungen (345%) und Schnappatmung (94%) sowie veränderte Fleischbeschaffenheit (pH1- und pH24-Erniedrigung, Py24-Abfall, blasse Fleischfarbe) zuläßt. Die CO2-Konzentrationen an den Arbeitsplätzen in der Nähe der Betäubungsanlage können z.T. über dem MAK-Wert von 5000 ppm liegen. Es wird daher angeregt, die Bedingungen der CO2-Betäubung hinsichtlich Tierschutz, Arbeitsschutz und Fleischqualität gründlich zu überprüfen.
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