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AU Endres,J.M.

TI Effektivität der Schuss-Schlag-Betäubung im Vergleich zur Bolzenschussbetäubung von Rindern in der Routineschlachtung

QU Vet. med. Diss. LMU München, 2005

PT Dissertation

AB Im Rahmen dieser Arbeit wurde die Schuss-Schlag-Betäubung an 5552 Rindern in der Routineschlachtung eines größeren zugelassenen Rinderschlachtbetriebes in Süddeutschland untersucht. Es kamen dabei zwei verschiedene druckluftbetriebene Gerätetypen (Firma Jarvis und EFA) zum Einsatz. Bei insgesamt 83,3 % der 5552 Rinder konnte mit dem Schuss-Schlag-Verfahren eine erfolgreiche Erstbetäubung durchgeführt werden. Dabei wurde mit dem Jarvis-Gerätemodell ein größerer Erstbetäubungserfolg als mit dem EFA-Gerät erzielt. Eine Nachbetäubung mittels Schuss-Schlag-Verfahren war im Vor- und Hauptversuch häufig nicht effektiv. Die höchsten Nachbetäubungsquoten unter den Kategorien waren in allen Versuchsabschnitten bei den Jungbullen zu verzeichnen. Zur vergleichenden Betrachtung der Betäubungswirkung wurden 1130 Tiere mit einem kartuschenbetriebenen Bolzenschussapparat betäubt. Die Erstbetäubungsquote dieses etablierten Verfahrens lag bei 93,5 %. An der Kopfoberfläche ließen sich im Bereich der Aufschlagfläche des Schlagkopfes am Stirnbein bei annähernd 60 % der 548 nach Hautabzug untersuchten Köpfe Schäden nachweisen, die über eine Impression hinausgingen. Auch die pathologisch-anatomische Untersuchung am eröffneten Kopf nach Querschnitt durch den Hirnschädel von 80 Tieren zeigte eine häufige Beschädigung der Lamina externa und interna. In allen 80 Gehirnen wurden Blutungen unterschiedlichen Ausmaßes diagnostiziert. Zur Untersuchung auf ZNS-Gewebe mittels RIDASCREEN(r)-Test wurden zunächst von 20 Rindern nach der Schuss-Schlag-Betäubung direkt aus dem Stichblut Blutproben gewonnen, in denen bei 20 % der Tiere ein positiver Befund erhoben werden konnte. Zudem wurde von 33 Schuss-Schlag-betäubten Tieren jeweils eine Tupferprobe aus der rechten Herzkammer, der linken Herzkammer, dem Truncus pulmonalis und der Aorta entnommen. Nur bei 10 der 33 Rinder konnte in allen vier Proben kein ZNS-Gewebe nachgewiesen werden. Der häufigste Nachweis gelang mit über 60 % in der Aorta. Als wichtigste Schlussfolgerung ist festzuhalten, dass die Schuss-Schlag-Betäubung in der Routineschlachtung hinsichtlich der Betäubungswirkung schlechter als das Bolzenschussverfahren zu beurteilen ist. Aufgrund der positiven ZNS-Befunde kann zudem der Verbraucherschutz durch dieses nicht-penetrierende Verfahren hinsichtlich der BSE-Problematik nicht erhöht werden. Nur die Arbeitssicherheit könnte nach erfolgreichem Einsatz der Schuss-Schlag-Betäubung durch die ungefährlichere Gerätemechanik, durch das Fehlen eines Schussloches und die bessere Ruhiglage der Tiere auf dem Rost verbessert werden.

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