NR ANBV
AU Gordon,W.S.
TI Advances in veterinary research: louping ill, tick-borne fever and scrapie
QU The Veterinary Record 1946; 58: 516-25
IN
1935 wurden 5 Tage nach einer Inokulation mit dem Louping-ill-Virus 140 Schafen für ein Charge 1 von 22.270 Dosen, 114 Schafen für ein Charge 2 von 18.000 Dosen und 44 Schafen für ein Charge 3 von 4.360 Dosen Hirn, Rückenmark und Milz entnommen, um daraus mit physiologischer Salzlösung 10%ige Suspensionen herzustellen und 0,35% Formalin hinzuzufügen. Letzteres sollte Viren abtöten, um einen sicheren Impfstoff herzustellen. Dieser Impfstoff wurde 1935 und 1936 in Form subcutaner Inokulationen angewendet und im Prinzip funktionierte er auch. Im September 1937 meldeten zweieinhalb Jahre nach der Impfung zwei Farmer nie zuvor bei der Rasse Blackface aufgetretene Fälle von Scrapie. Dabei waren nur geimpfte Schafe betroffen. Daraufhin besuchte der Autor Farmen, deren Schafe er geimpft hatte und fragte nach Scrapie-Fällen. Viele Besitzer hatten bei ihren mit Dosen aus der Charge 2 geimpften Schafen Scrapie-Fälle erlebt, diese aber nur ganz selten mit der Impfung in Verbindung gebracht. Aufgrund seiner Untersuchung schätzt der Autor den Anteil der Scrapie-infizierten Schafe unter den geimpften auf rund 5%, was bei 18.000 Impfungen 900 Scrapie-Fällen entspricht. Im Nachhinein stellte er auch fest, dass für die Herstellung der Charge 2 auch 8 Cheviot-Lämmer verwendet wurden, deren Mütter "mit Scrapie in Berührung gekommen" waren. Genauer drückt sich der Autor nicht aus, aber in der Herde dieser 8 Lämmer traten 1936 und 1937 einige Scrapie-Fälle auf. Der Autor schließt aus dem Unglücksfall, dass der Scrapie-Erreger Formalin in einer Konzentration von 0,35% übersteht, durch subcutane Inokulation übertragbar ist und die Krankheit mit Inkubationszeiten von mehr als 2 Jahren übertragen kann.
Im Jahr 1938 kaufte die Animal Diseases Research Association mit Geld des Agricultural Research Council eine Fram, auf welcher 788 Schafe intrazerebral oder subcutan mit Suspensionen von Hirn oder Rückenmark Scrapie-kranker Schafe inokuliert wurden. Nach intrazerebraler Inokulation erkrankten die ersten Schafe nach 7 Monaten, aber auch nach einer Beobachtungszeit von viereinhalb Jahren waren nur 60% der Empfängerschafe erkrankt. Nach subcutaner Inokulation erkrankten die ersten Schafe nach 15 Monaten, aber auch nach einer Beobachtungszeit von viereinhalb Jahren waren nur 30% der Empfängerschafe erkrankt.
SP englisch
PO England