Erörterung der komplexen Corona-Problematik

Roland Heynkes, 6.4.2020, zuletzt aktualisiert am 8.5.2020

Wegen meiner früheren Forschungsarbeit in der Epidemiologie und Seuchenbekämpfung wurde ich in den letzten Wochen mehrfach um meine Einschätzung der Corona-Krise gebeten. Doch für e-mails und Telephonate sind die zu berücksichtigenden Zusammenhänge zu komplex. Deshalb versuche ich mit diesem Hypertext, meine Einschätzungen zu ordnen.

Gliederung

zum Text Vorschläge für die Vorbereitung auf die nächste Pandemie
zum Text Sind uns Menschenleben wirklich jeden Preis wert?
zum Text Wie gefährlich ist das neue Corona-Virus wirklich?
zum Text Ursachen steigender Tagestodeszahlen
zum Text Welche Probleme ergeben sich aus der Corona-Pandemie?
zum Text Das neue Corona-Virus ist nur der Auslöser der Corona-Krise
zum Text Um wessen Schutz geht es eigentlich?
zum Text Was wären denn sinnvolle Maßnahmen im Umgang mit der Epidemie gewesen

Vorschläge für die Vorbereitung auf die nächste Pandemie nach oben

  • Wir brauchen eine vom Bundesforschungsministerium organisierte interdisziplinäre wissenschaftliche Diskussion darüber, wie wir die nächste Pandemie besser bewältigen können und welche Mittel wir dafür benötigen.
  • Damit sie im Krisenfall über ausreichende Reserven verfügen, dürfen Krankenhäuser nicht mehr gewinnorientiert oder ökonomisch optimiert arbeiten, sondern an erster Stelle müssen die optimale Versorgung der Kranken und attraktive Arbeitsplätze für das medizinische Personal stehen.
  • Wir brauchen einen zentralstaatlich organisierten Einkauf und umfangreiche Vorratshaltung für Medikamente, Schutzkleidung und medizinische Geräte. Dabei muss mit nationalen Produktionskapazitäten oder wenigstens mit mehreren internationalen Herstellern dafür gesorgt werden, dass keine gefährlichen Abhängigkeiten von ausländischen Produzenten entstehen.
  • Wir brauchen für eine möglichst rasche und koordinierte Reaktion einen nationalen Krisenplan mit festgelegten Zuständigkeiten, regelmäßigen Übungen, fertiger Prognosesoftware, vorbereiteten Teams für umfangreiche Probennahmen außerhalb von Arztpraxen und Kliniken sowie einem interdisziplinären Team aus Medizinern, Bioinformatikern und Mathematikern für die gezielte Anforderung der richtigen Daten und deren korrekte Auswertung.
  • Wir sollten ganz generell das gerade eingeübte Bewußtsein für Hygiene aufrecht erhalten und in allen nicht privaten Räumen die hygienischen Vorraussetzungen für einen geordneten Betrieb in Zeiten einer Pandemie schaffen. Oft brauchen wir größere Räume, breitere Gänge und darin viel mehr Möglichkeiten zum Händewaschen mit Seife.
  • Starke Luftverschmutzung und die Zivilisationskrankheiten sollten reduziert werden, weil sie im Falle einer Pandemie als Risikofaktoren die Sterblichkeit erheblich steigern können.
  • Medien dürfen keine falschen Begriffe verwenden, keine Spekulationen als Tatsachen darstellen, sich nicht als oberlehrerhafte Schiedsrichter über richtige oder falsche medizinisch-naturwissenschaftliche Meinungen aufspielen, weder Propaganda noch Kampagnen betreiben und weder Alarmismus noch Verharmlosung.
  • Medien und Politik sollen Bürgerinnen und Bürger endlich nicht mehr wie unmündige Kinder, sondern mit dem schuldigen Respekt behandeln. Anstatt im Krisenfall mit Angst-Kampagnen und pauschalen Verboten die Wirtschaft und das öffentliche Leben lahmzulegen, soll einfach jeder Teil der Gesellschaft selbst dafür sorgen, dass die Übertragung von Krankheitserregern möglichst sicher vermieden wird, ohne das Grundrechte und unsere ökonomischen Lebensgrundlagen dadurch gefährdet werden. Die Polizei sollte nicht die Einhaltung von Verboten kontrollieren, sondern die Einhaltung der allgemeinen Hygienegebote.
  • Die krassen Fehleinschätzungen unserer Regierenden, ihrer Berater und großer Teile der Gesellschaft haben in der Corona-Krise noch einmal überdeutlich gezeigt, wie dringend wir in unseren Schulen qualifizierten Unterricht zu den Themen Statistik, Wirtschaft und Informatik bräuchten, damit Regierende in Zukunft nicht mehr durchkommen mit dummen Sprüchen wie: "Wir sind ein reiches Land" und dreisten Lügen wie: "Nun zahlt sich aus, dass wir in der Vergangenheit gut gewirtschaftet haben".

Sind uns Menschenleben wirklich jeden Preis wert? nach oben

In der Corona-Krise werden Grundrechte wie das Demonstrationsrecht, die freie Berufs- und Religionsausübung oder die Rechte auf Bildung, Arbeit, Freiheit, Ehe und Familie sowie die freie Meinungsäußerung eingeschränkt, erdrückende Schuldenberge angehäuft sowie unzählige Arbeitsplätze und Unternehmen massiv gefährdet oder vernichtet mit dem Argument, Menschenleben müssten immer Vorrang vor wirtschaftlichen und anderen Interessen haben. Das ist eine in dieser Radikalität außerordentlich dumme Argumentation, weil Arbeitslosigkeit, Existenzängste und Armut die Lebenserwartung viel stärker reduzieren als das neue SARS-CoV-2-Virus SARS-CoV-2 und weil sich nur Gesellschaften mit funktionierender Wirtschaft Intensivmedizin und Beatmungsgeräte leisten können. Die Wirtschaft ist buchstäblich unsere Lebensgrundlage, ohne die wir alle nicht überleben können. Aber es ist auch eine sehr unehrliche Argumentation, denn dieses vermeintlich selbstverständliche Prinzip hat noch nie gegolten und das wird es auch in Zukunft nicht.

Ganz generell gibt es nichts, was wirklich jeden Preis wert ist und mit allen Mitteln bewahrt werden muss. Kein Recht steht uneingeschränkt über allen anderen Rechten. Und je länger Grundrechte eingeschränkt werden, desto weniger akzeptabel wird es. Wem aber für die Lebensverlängerung schwerkranker deutscher Rentner kein Preis zu hoch ist, der muss sich schon fragen lassen, warum ihm das Leben der Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer oder hungernder Menschen in 2015 überfüllten jordanischen und lybischen Flüchtlingslagern längst nicht jeden Preis wert war. Natürlich können wir nicht jeden Hungernden retten, aber wir haben auch nicht jeden gerettet, den wir hätten retten können. Gilt also dieses hehre Prinzip nicht für jeden Menschen? Sind manche doch mehr wert als andere? Oder sollten wir uns ehrlich machen und zugeben, dass es für uns sehr wohl Gründe gibt, aus denen wir bereit sind, den Verlust von Menschenleben hinzunehmen?

Es gibt tatsächlich Wissenschaftler die versuchen, Menschen unsterblich zu machen. Und es gibt Menschen die bereit sind, Millionen Euro für einen Behandlungsversuch mit sehr unsicheren Erfolgsaussichten zu bezahlen. Aber der Tod gehört zum menschlichen Leben dazu. Der Tod durch Alterung ist kein Irrtum der Natur, sondern eine Errungenschaft. Er ist ein so großer Vorteil in der Evolution, dass fast alle potentiell unsterblichen Pflanzen und Tiere ausgestorben sind. Die Spezies mit der Fähigkeit zu altern haben sich in der Evolution durchgesetzt, weil sie aufgrund sexueller Fortpflanzung anpassungsfähiger sind, sofern die älteren Generationen den jüngeren "freiwillig" Platz machen. Würden wir nicht altern und daran sterben, dann müsste man uns Alte totschlagen. Denn man kann auf einem Planeten mit endlichen Resourcen nicht Kinder und ein ewiges Leben haben. Darum ist es unreif, sich mit der eigenen Endlichkeit nicht abzufinden. Da außerdem jederzeit ein Zufall das Leben beenden kann, wäre es dumm, sein Leben nicht zu genießen, nur um vielleicht besonders alt werden zu können. Schwämme auf dem Meeresboden können Zehntausende Jahre alt werden, aber haben sie etwas davon?

Aus gutem Grund sind wir daher fast alle täglich bereit, für Spaß, Genuss oder Bequemlichkeit unser Leben zu riskieren oder es zu verkürzen. Wäre uns ein möglichst langes Leben wirklich so wichtig, dann würden wir nicht so viel und ungesund essen, uns nicht in den Straßenverkehr wagen, nicht rauchen und weder Vorsorge-Untersuchungen noch Grippe-Schutzimpfungen verpassen. Aber so wichtig ist uns ein möglichst langes Leben dann doch nicht. Für unsere Lebensqualität sind wir fast alle jederzeit bereit, den Preis der daraus folgenden Lebensverkürzung zu bezahlen. Natürlich ist es nur fair, wenn lebenslängliche Mäßigung und regelmäßiges Training meistens mit einem besonders langen und gesunden Leben belohnt werden. Aber man sollte nicht nach einem genussorientierten Leben für die Verlängerung des eigenen Lebens von Anderen jeden Preis verlangen. Leider konnte man einige Interviews alter Egoisten mit entsprechenden Forderungen sehen. Aber das ist unfair und unreif und ich glaube nicht, dass viele alte Menschen von den Jüngeren einen Verzicht auf deren wirtschaftliche Existenz verlangen, nur um den eigenen Tod noch ein paar Monate hinauszuzögern. Man sollte sich klar machen, dass die mit einer Corona-Infektion gestorbenen Deutschen im Durchschnitt etwa 80 Jahre alt waren. Sie waren älter als die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland. Sehr viel kürzer ist die durchschnittliche Lebenserwartung von Menschen, die in verarmten Ländern leben oder durch eine Wirtschaftskrise ihre Arbeit oder ihr Unternehmen verloren haben.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Menschenrecht auf würdiges Sterben. Viele Menschen treffen für sich selbst die Entscheidung, im Falle einer unheilbaren und am Ende schweres Leiden verursachenden Krankheit jede intensivmedizinische Lebensverlängerung abzulehnen. Sogar in nicht aussichtslosen Fällen wird oft die belastende Chemotherapie abgelehnt oder Querschnittgelähmte verlangen sterben zu dürfen. Nicht immer ist also Lebensverlängerung das Wichtigste für schwerkranke Menschen. Es gibt sogar das verbreitete Problem des Übertherapierens am Lebensende. Genau das scheint auch mit schwerkranken Menschen zu passieren, bei denen eine Infektion mit dem neuen Corona-Virus festgestellt wird. Normalerweise wären sie palliativmedizinisch betreut worden und einfach in Würde gestorben. Stattdessen kommen sie nun nur aufgrund ihrer zusätzlichen Corona-Infektion auf eine Intensivstation, wo sie aber als Todkranke gar nicht gerettet werden können. Dort versuchen natürlich Intensivmediziner anders als Palliativmediziner um jeden Preis das Leben zu verlängern. Und das bedeutet für sterbenskranke Menschen ein qualvolles Sterben. Deshalb sollten wir alle in der Corona-Krise auch erfahren, wieviele Prozent der Corona-positiven Patienten in den Intensivstationen eigentlich die Beatmung überleben und geheilt werden. Man hört unterschiedliche Zahlen, aber es sind sehr wenige, wenn intubiert wird.

Trotzdem ist natürlich die Verlängerung von Menschenleben normalerweise ein schönes Ziel. Regierungen sollten es verfolgen, wo immer es möglich ist, ohne großen Schaden anzurichten. So könnten beispielsweise Regierungen die Zahl der Schlaganfälle drastisch reduzieren, wenn sie endlich das Menschenrecht auf Arbeit respektieren und jedem Arbeitswilligen seinen Fähigkeiten entsprechende Jobs anböten. Denn die durch Gesetze verursachten prekären Lebensverhältnisse von Millionen Deutschen führen wie auch die seit Jahrzehnten steigende Arbeitsdichte zu stressbedingtem Bluthochdruck, zu stillen und schließlich zu massiven Schlaganfällen, die zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland gehören. Daran sterben bei uns sehr viel mehr Menschen als an allen Viren zusammen. Und alle Menschen von vermeidbaren Zukunfstängsten zu befreien würde extrem viel weniger kosten als die aktuellen Corona-Maßnahmen. Übrigens würde man dadurch auch sehr viele Krebstote vermeiden, denn Stress schädigt auch das Immunsystem, bis es bei der Vernichtung eines Tumors versagt. Aber obwohl das lange bekannt ist, haben alle diese relativ leicht vermeidbaren Todesfälle unsere Regierenden bisher nicht so sehr gestört, dass sie irgendwie aktiv geworden wären. Deshalb ist es äußerst unglaubwürdig, jetzt unsere ökomomischen Lebensgrundlagen massiv zu beschädigen, nur weil angeblich jedes menschliche Leben um jeden Preis gerettet werden müsse.

Würde man diese Devise nämlich ernstnehmen, dann hätten wir schon lange jegliche Wirtschaftstätigkeit in Deutschland einstellen müssen, weil bei uns jedes Jahr Tausende im Straßenverkehr, Tausende durch Feinstaub und Tausende durch Antibiotika-resistente Keime sterben. Abgesehen von der Corona-Hysterie besteht der einzige Unterschied darin, dass diese Auswirkungen unserer Wirtschaftstätigkeit Menschen jeden Alters töten, während das neue Corona-Virus fast nur sehr alte und kranke Menschen tötet. Beide Unterschiede rechtfertigen die Ungleichbehandlung aber nicht. Wer wirklich glaubt, wegen des neuen Corona-Virus die Menschenrechte einschränken zu müssen, der muss gefälligst auch das Rauchen verbieten, dessen Tödlichkeit durch das neue Corona-Virus gesteigert wird.

Wie gefährlich ist das neue Corona-Virus wirklich? nach oben

Das besondere am neuen Corona-Virus ist natürlich, dass es für uns Menschen neu ist. Darum sind uns vor allem seine Eigenschaften unbekannt. Es verunsichert, weil noch niemand wissen kann, welche langfristigen Folgen es hat. Bleibt es wie HIV oder Herpes-Viren lebenslänglich in seinem Wirtsorganismus? Kann es wie Masern-Viren Jahre nach scheinbar problemlos überstandener Erkrankung plötzlich zu einem neuen und dann tödlichen Krankheitsschub kommen? Könnte es wie das Zika-Virus ungeborene Kinder schädigen? Wir wissen es nicht, aber es gibt durchaus beunruhigende erste Hinweise:

Nach einer Pressemeldung der internationalen Nachrichtenagentur Reuters werden in Südkorea immer mehr Patienten beobachtet, die bei Corona-Tests zunächst positiv, dann negativ und noch später erneut positiv getestet wurden. Das könnte einfach daran liegen, dass es bei jedem Test sogenannte falsch positive und falsch negative Testergebnisse gibt, weil kein Test zu 100,0% spezifisch und sensitiv ist. Insbesondere die Ähnlichkeit zwischen dem neuen und schon länger bekannten Corona-Viren könnte dazu geführt haben, dass eine harmlose Schnupfen-Infektion ein Corona-positives Testergebnis bewirkt. Schon wesentlich ungünstiger wäre es, wenn Antikörper und Killerzellen unseres Immunsystems nicht in der Lage wären, das neue Corona-Virus vollständig zu eliminieren. Man kennt das von den chronischen Krankheitsverläufen vieler Krankheitserreger wie Herpes, HIV, Tuberkulose oder Malaria. Möglich wäre aber auch, dass das neue Corona-Virus ähnlich wie HIV, Grippe und verschiedene Arten von Schnupfen-Viren einfach derart häufig mutiert, dass die erworbene Immunität nicht lange anhält. Sollte das der Fall sein, würden wir vergeblich auf eine Herdenimmunität warten. Insgesamt kann also heute noch niemand sagen, wie gefährlich oder ungefährlich das neue Corona-Virus ist. Es ist auch nicht absehbar, ob es gelingen wird, dagegen einen Impfstoff zu entwickeln. Bei HIV, Tuberkulose und Malaria ist das bis heute nicht gelungen und darum sterben an diesen Krankheiten jährlich mehrere Millionen Menschen.

Diese Vergleiche mit schon länger bekannten Krankheitserregern zeigen auch, dass wir schon immer mit sehr gefährlichen Krankheitserregern gelebt haben, ohne bei jedem Ausbruch gleich in Panik zu verfallen und die gesamte Weltwirtschaft herunter zu fahren. Es ist auch Unsinn und nicht ganz ungefährlich, Krieg gegen ein Virus führen zu wollen. Man muss lernen mit ihm zu leben. Und man muss akzeptieren, dass Viren auch tödlich sein können. Aber glücklicherweise wollen die Viren keinen Krieg. Wollten sie uns wirklich vernichten, hätten wir nicht den Hauch einer Chance gegen Viren. Aber sie versuchen lediglich, sich mit Hilfe unserer oder anderer Zellen zu vermehren. Das kann uns schaden und manchmal sogar töten, aber langfristig passt sich die Menschheit an jedes Virus an. Kurzfristig ist das eigene Immunsystem der wichtigste Schutz gegen Viren. Wer sein Immunsystem fit hält, muss sich vor Viren nicht mehr fürchten als vor dem Straßenverkehr, Glatteis oder dem tödlichen Ausrutschen in der Dusche. Man kann auch nachts aus dem Bett fallen und sich dabei das Genick brechen. Das kommt gelegentlich vor, aber es macht uns keine Angst. Und das ist wichtig, denn Angst macht krank. Darum finde ich es absolut verantwortungslos, dass Politiker und Journalisten wochenlang mit falschen Zahlen, substanzlosen Behauptungen und völlig wirklichkeitsfernen Prognosen ein Klima der Angst verbreitet und Panik geschürt haben. Leider haben sie ihre absurden Behauptungen selbst geglaubt und dermaßen überreagiert, dass gerade in Deutschland 10.000 Intensivbetten und insgesamt 150.000 Betten leer stehen, weil man viel zu viele Patienten nach Hause geschickt hat. Wir sind von einem Zusammenbruch unseres Gesundheitssystems weit entfernt und fahren trotzdem unbeirrt fort, mit überflüssigen Einschränkungen gigantischen Schaden anzurichten. Wie unnötig das ist, zeigt außerdem international das sehr viel rationalere Krisenmanagement in Honkong, Südkorea, Island und Schweden. Denn der Erfolg der Krisenbewältigung bemisst sich nicht nur nach der Zahl der Corona-positiv getesteten Gestorbenen, sondern auch nach dem Ausmaß der Kollateralschäden, welche die Schutzmaßnahmen anrichten.

Eine Eigenschaft des neuen Corona-Virus ist immerhin bekannt und sehr beruhigend. Das Durchschnittsalter der im Verlauf einer Virus-Infektion gestorbenen Patienten liegt über der normalen durchschnittlichen Lebenserwartung. Das bedeutet, dass neue Corona-Virus ist zumindest in den ersten Wochen nach der Infektion nicht tödlich. Denn könnte es alleine gesunde Menschen töten, dann würde es Menschen jedes Alters gleichermaßen töten. Es kann also lediglich sozusagen das Fass zum Überlaufen bringen und Menschen den Rest geben, deren Organismus aufgrund anderer Krankheiten, Verletzungen oder Altersschwäche ohnehin schon ums Überleben kämpft. Das bestätigen auch die pathologischen Untersuchungen vn Prof. Püschel. Er sagte, dass keiner der in Hamburg als Corona-Tote gezählten Patienten dieses Jahr überlebt hätte, weil sie alle so schwer krank waren. Um mit dem neuen Corona-Virus leben zu können, sollte man also vor allem sein eigenes Immunsystem stärken. Aber das sollte man ohnehin schon immer tun, denn das brauchen wir auch zum Schutz vor Krebs und allen anderen Viren.

Als durch das neue Corona-Virus getötet gilt in Deutschland und anderswo jeder Mensch, der gestorben ist und außerdem Corona-positiv getestet wurde. Ein ursächlicher Zusammenhang muss nicht bestehen und wird meistens nicht einmal untersucht. Man kann wohl auf den Nachweis eines ursächlichen Zusammenhangs verzichten, wenn jemand bei einem Flugzeugabsturz umkam. Aber wenn das Durchschnittsalter der Toten über der durchschnittlichen Lebenserwartung liegt, dann erübrigt sich die genaue Ermittlung der Todesursache eben nicht und sollte in jedem einzelnen Fall erfolgen. Der Bundesverband Deutscher Pathologen (BDP) und die Deutsche Gesellschaft für Pathologie (DGP) fordern möglichst zahlreiche Obduktionen von Corona-Verstorbenen (Brief an das RKI im Wortlaut). Sie widersprechen damit der Empfehlung des Robert-Koch-Instituts, in diesen Fällen innere Leichenschauen zu vermeiden. Denn eigentlich selbstverständlich ist es bei einer neuen Krankheit sehr wichtig zu wissen, welche Organe auf welche Weise betroffen sind. Besonders wichtig wäre ein Nachweis des Virus in den Gehirnen der Verstorbenen. Außerdem sollten wir dringend wissen, bei wieviel Prozent der Corona-positiven Gestorbenen das Virus tatsächlich die Haupttodesursache oder in Kombination mit anderen Erregern wie Grippe oder multiresistenten Bakterien tödlich war oder ob der Tod die Folge anderer Krankheiten wie Infarkten, Krebs oder Sepsis war. Für die richtige Einschätzung von Hochrisikogruppen könnte die Pathologie auch ermitteln, ob Verhaltensweisen wie Rauchen oder Unsportlichkeit, Merkmale wie Über- oder Untergewicht sowie Vorerkrankungen wie COPD oder Asthma bei Corona-positiven und bei Corona-negativen Toten signifikant unterschiedlich häufig vorkommen. Das sich das RKI gegen pathologische Untersuchungen ausgesprochen hat, zeigt zumindest ein bedenkliches Maß an medizinischer Inkompetenz.

Meine auf dem extremen Durchschnittsalter beruhende Vermutung ist, dass in den allermeisten Fällen das Virus höchstens das Sterben ein wenig beschleunigt haben dürfte. Denn die Corona-Hochrisikogruppe ist zugleich die Gruppe der Menschen, die auch ohne Corona-Virus nicht mehr lange zu leben hat. 2018 starben in Deutschland im Durchschnitt täglich mehr als 2600 Menschen. Und das waren nur selten die gesunden Jungen. Wie gefährlich das Corona-Virus wirklich ist, dass wird man erst sehen, wenn bekannt wird, wieviele Menschen 2020 pro Tag gestorben sein werden. Ich vermute, dass man dann sehen wird, dass sich die Zahl der täglichen Todesfälle in Deutschland Corona-bedingt in der hauptsächlich betroffenen Altersgruppe zunächst für einige Wochen etwas überdurchschnittlich und danach einige Monate etwas unterdurchschnittlich entwickelt. Es ist allerdings zu befürchten, dass die Todeszahlen bei nicht mit dem Virus infizierten Menschen aufgrund der unverhältnismäßigen Corona-Panik ebenfalls ansteigen, weil in Erwartung einer Überlastung der Kliniken vorsorglich vermeintlich aufschiebbare Untersuchungen und Operationen verschoben wurden und weil schwerkranke Menschen aus Angst vor der Ansteckung zu spät ein Krankenhaus aufsuchen.

Erkältungskrankheiten gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten des Menschen. Erwachsene sind jährlich etwa zweimal für rund 18 Tage, also rund 36 von 365 Tagen betroffen. Man kann also davon ausgehen, dass insbesondere im Winterhalbjahr mindestens jeder 10. Deutsche erkältet ist. Laut DocCheck Flexikon sind verschiedene schon länger bekannte Coronaviren je nach Jahreszeit für 10-35% der gewöhnlichen Erkältungen verantwortlich. Vom späten Herbst bis zum beginnenden Frühjahr sind bei rund einem Drittel der Erkältungen Corona-Viren beteiligt. Demnach sind zurzeit etwa 3% der Deutschen mit relativ harmlosen, schon länger bekannten Corona-Viren infiziert. Das gilt auch für die Menschen, die täglich in Deutschland sterben. Laut Statistischem Bundesamt starben in Deutschland 2016: 910.902, 2017: 932.272 und 2018: 954.874 Menschen. Das waren 2018 durchschnittlich: 954.874/365=2.616 Tote pro Tag. 3% von 2.600 Toten sind 78 Menschen, die in Deutschland gerade täglich sterben und gleichzeitig mit einem relativ harmlosen, altbekannten Corona-Virus infiziert sind. Würde man bei diesen harmlosen Schnupfen-Viren die gleichen Maßstäbe anlegen wie aktuell beim neuen Corona-Virus, dann müsste man jedes Jahr von täglich 78 Corona-Toten sprechen, in Panik verfallen und unser ganzes Land stilllegen.

Auch in aller Regel harmloser Schnupfen kann zum Tode führen, wenn das Immunsystem eines Menschen alters- oder krankheitsbedingt geschwächt ist oder wenn die Lunge durch Rauchen oder aufgrund hoher Luftverschmutzung vorgeschädigt ist. Für den Tod eines Menschen wird dann aber vernünftigerweise nicht das Schnupfen-Virus verantwortlich gemacht. Und bisher kam niemand auf die Idee, mit drastischen Maßnahmen die Ausbreitung der Schnupfen-Viren stoppen zu wollen, nur weil im Winterhalbjahr mehr ältere Menschen sterben und jeder 10. von ihnen gerade einen Schnupfen hatte. Aber in diesem Jahr haben wohl vor allem die schrecklichen Bilder aus Bergamo zu einer Panik unter Intensivmedizinern, Journalisten und Politikern geführt und deren hysterische Reaktionen haben einen derart großen Teil der Bevölkerung in Angst um die alten Menschen versetzt, dass man nun nur noch ganz schwer zu halbwegs normalen Zuständen zurückkehren kann, ohne auf massiven Widerstand derer zu stoßen, die bei vollem Gehalt und ohne große Einschränkungen zusätzliche Ferien genießen. Etliche haben wahrscheinlich längst ihren normalen Rythmus verloren und möchten sich ein von Berufstätigkeit geprägtes Leben gar nicht mehr vorstellen.

Jedes Jahr sterben in Deutschland Tausende im Straßenverkehr und aufgrund der Luftverschmutzung. Deshalb wurden im Laufe der Zeit immer mehr Maßnahmen zur Reduzierung dieser Todeszahlen ergriffen. Aber niemand kam bisher auf die verrückte Idee, zur Verhinderung dieser Todesfälle Autos zu verbieten oder LKW auf Elektromotoren umzustellen. Denn kein noch so erstrebenswertes Ziel ist jeden Preis wert. Man muss immer abwägen zwischen Sicherheit und Lebensqualität. Und in diesem Fall muss man sogar die angeblich an Corona-Infektionen gestorbenen Menschen vergleichen mit den Menschen bei uns und in anderen Ländern, die aufgrund unseres übertriebenen und viel zu lange andauernden Herunterfahrens der Wirtschaftstätigkeit buchstäblich ihrer Lebensgrundlagen beraubt werden und nur wegen unserer maßlosen Panikreaktionen sterben.

In Kanada verhungerten offenbar alte Menschen in einem Pflegeheim, weil fast alle Pflegekräfte aus Angst vor dem Corona-Virus nicht mehr zur Arbeit kamen. Und wahrscheinlich sind diese Menschen nicht die einzigen Opfer einer fast weltweit aus dem Ruder gelaufenen verantwortungslosen Panikmache anlässlich einer Pandemie mit einem relativ harmlosen Virus. In Frankreich hat die Regierung auf dem Höhepunkt der Corona-Krise aktive Sterbehilfe in Altenheimen erlaubt und es mehren sich die Berichte von Angehörigen alter Menschen, die in Altenheimen trotz nur leichten Symptomen statt einer Therapie nur Palliativmedikamente erhalten haben sollen, die das Sterben erleichtern. Wahrscheinlich werden sich nach der aktuen Corona-Krise in verschiedenen Ländern Gerichte mit der Frage beschäftigen müssen, ob alte Menschen nicht durch das Corona-Virus, sondern durch Ärzte oder Pflegepersonal getötet wurden.

Während normalerweise mehr als die Hälfte der intubierten Patienten überlebt, schaffen es von den Corona-Patienten weniger als ein Fünftel. Der Ärztliche Direktor der Stiftung Krankenhaus Bethanien und Geschäftsführer der Westdeutschen Gesellschaft für Pneumologie Dr. Thomas Hermann Voshaar weist daraufhin, dass Patienten möglichst nicht intubiert, also invasiv beatmet werden sollten, weil hoher Luftdruck und hohe Sauerstoffkonzentationen der Lunge schaden. Er beatmete 29 Covid-19-Patienten nichtinvasiv und alle überlebten. Intensivmediziner und Anästhesisten vertreten hingegen die Meinung, Covid-19-Patienten sollten möglichst früh intubiert werden. Allerdings können sie ihre Empfehlung nicht mit entsprechenden Behandlungserfolgen rechtfertigen. Auch der Lungenarzt Dr. Gerhard Laier-Groeneveld von der Lungenklinik Neustadt im Harz warnt vor dem Intubieren. Es beatmet Covid-19-Patienten mit Beatmungsmasken und hat noch keinen einzigen Patienten verloren. Ein kleiner Teil der mit dem neuen Corona-Virus infizierten Menschen entwickelt eine schwere und gefährliche Lungenentzündung. Aber man sollte jetzt schnell erforschen, ob nicht die meisten von ihnen an einem Behandlungsfehler sterben.

Untersuchungen haben gezeigt, dass die meisen Menschen gar nichts bemerken, wenn sie mit dem Corona-Virus infiziert wurden. Menschen mit einem gesunden Immunsystem produzieren schnell Antikörper dagegen und besiegen das Virus, ohne sich nennenswert krank zu fühlen. Wer einen Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn oder andere Symptome bemerkt, erholt sich meistens schnell wieder. Nur wenige werden schwerkrank oder sterben gar. Die von der Universität Bonn durchgeführte epidemiologische Studie, die erstmals in einem repräsentativen Querschnitt einer Bevölkerung die tatsächlichen Zahlen der Nichtinfizierten, der Infizierten, der Genesenen, der Erkrankten und der Corona-positiv gestesteten Toten ermittelt, ergab bisher im besonders früh und stark betroffenen Ort Gangelt, dass sich selbst dort nur 15% der Bevölkerung überhaupt infiziert hatten. Vielleicht ist sogar dieser Wert noch zu hoch, weil die verwendeten Tests möglicherweise bei gleichzeitiger Infektion mit harmlosen Corona-Schnupfenviren falsch positiv reagiert haben könnten. Außerdem scheint man in Gangelt in betroffenen Familien alle Infizierten gezählt und damit die Infektionsrate überschätzt zu haben, weil die Ausbreitung der Infektion in einem Haushalt größer als im Durchschnitt ist. Zählt man allerdings immer nur einen Infizierten pro Haushalt, dann führt das zu einem zu niedrigen Ergebnis. Insgesamt bedeutet dies, dass die erstmals einigermaßen zuverlässig ermittelte Letalität von lediglich 0,37% bezogen auf die Gesamtzahl der Infizierten in Gangelt möglicherweise noch etwas nach oben korrigiert werden müsste. Andererseits wurde die in Gangelt ermittelte Letalität aber auch überschätzt, weil auch dieser niedrige Wert von der durch nichts belegten Annahme ausgeht, die sogennanten Corona-Toten seien tatsächlich alle durch das Corona-Virus getötet worden und nicht auch ohne die Infektion gestorben. Insgesamt lassen also diese ersten epidemiologisch verwertbaren Daten erkennen, dass die auf einer vielfach höheren, aber nur grob geschätzten Letalität beruhenden Horrorszenarien sehr wahrscheinlich übertrieben waren. Eine schlechte Nachricht ist aber, dass selbst im besonders betroffenen Gangelt erst höchstens 15% der Menschen überhaupt infiziert sind oder waren. Bis zum Erreichen einer Herdenimmunität würde es nämlich bei dieser niedrigen Ausbreitungsgeschwindigkeit viel zu lange dauern. Würden man bis zum Erreichen der Herdenimmunität oder bis zur Entwicklung eines zuverlässigen Impfstoffes die Wirtschaftstätigkeit weiterhin weitgehend einschränken und die Schulen geschlossen halten, dann bliebe vom Wirtschaftsstandort Deutschland nicht mehr viel übrig und wir müssten uns auf Verhältnisse wie in einem Entwicklungsland einstellen. Das aber würde die Lebenserwartung in Deutschland dramatisch sinken lassen. Ganz unabhängig von der Gefährlichkeit des Virus und unabhängig vom Verlauf der Epidemie dürfen deshalb die Vernichtung unserer wirtschaftlichen Lebensgrundlage und eine massiv gesteigerte Überschuldung unseres Landes keine Optionen sein.

Die angeblichen Fachleute unter den Regierungsberatern haben sich offensichtlich gewaltig verrechnet, weil sie in Wirklichkeit keine Ahnung haben, wie man das seriös macht. Sie waren sogar derart naiv, dass sie den Einfluss ständig steigender Testzahlen auf die Zahl positiv getesteter Personen nicht berücksichtigten und daraus auf eine bevorstehende Welle von Schwerkranken schlossen. Wie sehr sie mit ihren substanzlosen Milchmädchenrechnungen daneben lagen, kann man gerade an vielen Tausend leer stehenden Intensvibetten sehen. Mir wird ganz schlecht, wenn ich daran denke, dass solche Amateure weiterhin darüber entscheiden dürfen, wie schlimm die ökonomische Katastrophe noch werden soll. Es wurde also höchste Zeit, in die wissenschaftliche Politikberatung endlich auch ökonomischen Sachverstand einfließen zu lassen und außer Virologen auch andere Mediziner, Psychologen und Sozialarbeiter nach den gesundheitlichen Folgen der aktuellen Pandemie-Bekämpfung durch Herunterfahren von Wirtschaft, Kultur und Bildung zu fragen. Die vor allem von Journalisten betriebene Hexenjagd auf regierungskritische Ärzte und Wissenschaftler wie Dr. Wodarg und Prof. Bhakdi und die polizeiliche sowie staatsanwaltliche Verfolgung von Kritikern der aktuellen Pandemiepolitik wie der Rechtsanwältin Beate Bahner waren in dieser Situation kontraproduktiv. Wer für sich selbst Pressefreiheit einfordert, der sollte auch die Meinungsfreiheit Anderer respektieren, selbst wenn er deren Meinungen doof findet. Deshalb ist es gut, dass inzwischen der deutsche Ethikrat und die Leopoldina einen interdisziplinär erweiterten Blick auf die Corona-Problematik geworfen und deutlich darauf hingewiesen haben, dass die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie nicht mehr schaden als nutzen dürfen und dass sie deshalb möglichst bald zielführender werden sollten. Schön wäre es, wenn man jetzt endlich auch mal Mathematiker und Informatiker bitten würde, die mathematischen Funktionen sowie die Algorithmen und die Zuverlässigkeit der verwendeten Parameter der Modellrechnungen zu überpfrüfen, die zu derart falschen Prognosen führten.

Unsere Politiker und ihre einseitig ausgesuchten Berater haben sich aber nicht nur gewaltig verkalkuliert. Sie ignorieren auch penetrant alle bisher bekannt gewordenen Studien zur Rolle der Kinder. Island hat bisher mit großem Abstand die meisten Tests pro 1000 Einwohner gemacht und bei keinem einzigen Kind unter 10 Jahren das Virus festgestellt. Außerdem haben alle Nachverfolgungen von Infektionsketten ergeben, dass sich nicht Erwachsene bei Kindern angesteckt haben, sondern nur umgekehrt. Auch Kindergärten und Schulen haben nach allen bisherigen Untersuchungen im Gegensatz zu Grippewellen bei der Ausbreitung des Corona-Virus keine Rolle gespielt. Dabei waren sie auf Island nicht geschlossen. Die Entscheidung, unsere Kindergärten und Grundschulen zu schließen, fiel also gegen jede wissenschaftliche Vernunft. Und sie jetzt immer noch nicht zu öffnen, ist verantwortungslos gegenüber den Kindern und ihren Eltern. Denn Kindergärten und Grundschulen sind für die Bildungserfolge viel wichtiger als die weiterführenden Schulen.

Übrigens geht es gar nicht, dass unsere Regierenden jetzt nur alle zwei Wochen überprüfen wollen, ob die Maßnahmen richtig wirken. Sie haben schon zu Beginn der Pandemie viel zu langsam reagiert, haben danach die bauliche Anpassung unserer Schulen an die künftig nötigen Hygienestandards völlig verschlafen und wollen nun auch noch in aller Seelenruhe zusehen, wie unsere ganze Gesellschaft in den kollektiven Corona-Selbstmord geht. Aber wenn die Umfragen stimmen, haben wir wohl leider mehrheitlich gerade genau die Regierungen, die wir verdienen. Und dafür tragen die Medien eine große Mitverantwortung.

Ursachen steigender Tagestodeszahlen nach oben

Wenn in einem Land die Zahl der an einem Tag amtlich festgestellten sogenannten Corona-Toten immer bedrohlicher ansteigt, dann sind dafür mehrere Gründe denkbar. Und sie sollten alle gründlich bedacht werden, um zu einer möglichst realistischen Einschätzung der Lage zu gelangen:

Denkbar wäre, dass die Zahl der Infizierten exponentiell ansteigt und ein bestimmter Anteil der Infizierten an der Infektion stirbt. Das ist, was uns ständig erzählt wird, aber das stimmt so nicht. Wäre das Virus so gefährlich, dass es alleine durch seine Aktivität zum Tod führen könnte, dann würde es in allen Altersgruppen den gleichen prozentualen Anteil von Todesfällen verursachen. Denn vor dem Erscheinen des neuen Corona-Virus verfügte ja niemand über Antikörper oder Gedächtniszellen gegen dieses Virus. Da aber das Durchschnittsalter der angeblich durch das neue Corona-Virus getöteten Menschen um die 80 Jahre beträgt, kann das Virus nicht die einzige und nicht einmal die dominante Todesursache gewesen sein. Es ist deshalb falsch und irreführend, von Corona-Toten zu sprechen. In Wirklichkeit handelt es sich um die Zahl der Menschen, die aus normalerweise nicht durch pathologische Untersuchung geklärten Gründen gestorben sind und gleichzeitig positiv auf das Corona-Virus getestet wurden. Ein kausaler Zusammenhang zwischen diesen beiden Fakten wurde in den meisten Fällen nicht nachgewiesen.

Eine andere denkbare Ursache für eine täglich steigende Zahl positiv getesteter Toter könnte eine zunehmende Überlastung des Gesundheitssystems sein. Das ist eine in manchen Ländern sehr realistische Annahme, denn heute können in vielen Krankenhäusern immer mehr Corona-infizierte (und auch nicht infizierte) Menschen nicht mehr optimal behandelt werden, sodass die Todesrate steigt. Das hat zu furchtbaren Situationen und auch dazu geführt, dass Politiker unbedingt mit allen Mitteln den Zusammenbruch des Gesundheitssystems verhindern wollen. Aber in Deutschland sind wir mit Tausenden leer stehenden Intensivbetten weit von solchen Zuständen entfernt. Allerdings gefährdet der durch die zuständigen Ministerien verschuldete Mangel an Schutzkleidung immer noch massiv unser medizinisches und pflegerisches Personal und damit auch viele Patienten. Und das ist unentschuldbar!

Eine weitere denkbare Ursache liegt in dem schweren Fehler, Corona-Infizierte in den selben Krankenhäusern zu behandeln, in denen sich gleichzeitig die am meisten gefährdete Risikogruppe befindet. Wenn immer mehr Corona-Patienten in Krankenhäusern und Pflegeheimen behandelt werden, dann stecken sie dort mit großer und bei zunehmender Überlastung stark steigender Wahrscheinlichkeit andere Patienten an, die ohnehin schon dem Tode näher als der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung sind. Das hat zwei Effekte.

  1. In Krankenhäusern infizieren Corona-Patienten das Personal sowie direkt oder indirekt Patienten mit gefährlichen Vorerkrankungen, bei denen die relativ kleine zusätzliche Belastung durch das Corona-Virus dann ausreicht, um den Organismus zu überfordern und sterben zu lassen. Dadurch steigt die Zahl der sogenannten Corona-Toten überproportional.
  2. Gerade in Intensivstationen, Hospizen und Pflegeheimen kann ein Corona-Infizierter dazu führen, dass einfach sprunghaft der Anteil der oft unheilbar Sterbenskranken steigt, die mit dem Corona-Virus infiziert sind. Von den Sterbenskranken sterben auch ohne Corona-Virus in Deutschland täglich etwa 2600. Und unter diesen 2600 steigt durch die im selben Krankenhaus behandelten Corona-Patienten der Anteil derer, die neben ihren Vorerkrankungen auch noch mit dem neuen Corona-Virus infiziert sind. Dadurch nimmt nicht wirklich die Zahl der Todesfälle zu, sondern nur der Anteil derer, die als Corona-Tote gezählt werden.

Welche Probleme ergeben sich aus der Corona-Pandemie? nach oben

Eigentlich haben wir großes Glück gehabt, dass diese Corona-Pandemie von einem vergleichsweise harmlosen Virus verursacht wurde und das gleichzeitig die Grippe-Viren in dieser Saison relativ ungefährlich waren. Es schenkt uns eine Warnung, die wir nutzen sollten, um uns auf die nächste und vielleicht sehr viel gefährlichere Pandemie nun endlich angemessen vorzubereiten. Diese nächste Pandemie mit einem wirklich tödlichen Virus könnte uns in 30 Jahren oder schon in diesem Jahr treffen und würde dann viele Staaten in desaströsen wirtschaftlichen und medizinischen Verhältnissen erwischen. Das neue Corona-Virus ist weniger gefährlich als unsere Unfähigkeit, die Kapazitäten unseres Gesundheitssystems im Krisenfall schnell und stark zu erweitern und sowohl die Hochrisikogruppen als auch das Personal von Kliniken, Arztpraxen und im Pflegebereich vor Infektionen zu schützen. Und diese dringend zu verbessernden Fähigkeiten hängen von vorausschauender Planung, von seriöser wissenschaftlicher Politikberatung, aber auch stark von der Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft ab. Deshalb ist es fatal, dass wir gerade im Kampf gegen ein relativ harmloses Virus unsere Wirtschaft ruinieren. Und es hilft letztlich nicht wirklich, wenn wir jetzt Unternehmen auf Kosten gigantischer Schulden retten, die später unsere Handlungsfähigkeit stark einschränken. Haben die Regierungen eigentlich gar nichts aus dem Schweinegrippe-Skandal gelernt, wo man sich durch die Panikmache der WHO zum teuren massenhaften Einkauf eines übereilt produzierten und deshalb mangelhaft getesteten Impfstoffes verleiten ließ, der dann massenhaft vernichtet werden musste, weil der Erreger ungewöhnlich harmlos war, während der Impfstoff zu relativ zahlreichen schweren Impfschäden führte? Anscheinend nicht, denn jetzt wird schon wieder von vielen Seiten gefordert, die für die Sicherheit der Menschen eigentlich unverzichtbaren Zulassungsverfahren weitgehend außer Kraft zu setzen und Menschenversuche mit mangelhaft getesteten Medikamenten und Impfstoffen zu wagen.

Und warum kann man jetzt zugunsten zahlreicher StartUp-Unternehmen auf die strengen Zulassungsverfahren verzichten, während die Bundesregierung nicht dazu bereit war, als es darum ging, mit der Phagen-Therapie die Leben Tausender Menschen zu retten, die jährlich bei uns an multiresistenten Keimen sterben? Was macht denn die Leben der Corona-Patienten soviel wichtiger als die Leben der Spesis-Patienten?

Ich behaupte nicht, das Corona-Virus sei so harmlos, dass eigentlich gar keine Schutzmaßnahmen nötig seien. Ganz im Gegenteil finde ich es beispielsweise verantwortungslos, dass ausgerechnet die besonders intensiv möglicherweise infektiösen Aerosolen ausgesetzten deutschen Zahnärzte weder die dringend erforderliche Schutzkleidung erhalten, noch bei den finanziellen Schutzschirmen angemessen berücksichtigt werden. Denn Zahnärzte sind wichtig für unsere Gesundheit, haben hohe laufende Kosten und stehen jetzt praktisch ohne Einnahmen da, wenn sie nicht ihr Leben und das ihrer Helferinnen riskieren wollen. Wir brauchen gerade sehr viele Maßnahmen, aber es sollten die richtigen Maßnahmen sein. Anstatt Millionen Menschen zu wochenlanger Untätigkeit zu zwingen, hätte man sie massenhaft mobilisieren müssen, um die Hauptprobleme der Corona-Pandemie zu reduzieren. Weil natürlich bei einer Pandemie in allen Ländern gleichzeitig der Bedarf an Schutzkleidung und intensivmedizinischen Geräten sprunghaft ansteigt, war es unsolidarisch und wenig erfolgversprechend, auf dem Weltmarkt in den Überbietungswettbewerb um die knappen Güter einzusteigen. Dadurch wurde es für uns sehr teuer, aber für ärmere Länder aussichtslos. Darum hätte man schon vor Monaten die deutsche Industrie mobilisieren müssen, um unseren Bedarf in der Krise selbst decken und vielleicht sogar Überschüsse an notleidende Staaten abgeben zu können. Ähnlich katastrophal verantwortungslos wie die Unterversorgung des medizinischen Personals mit Schutzkleidung ist in vielen Ländern deren totale Überlastung. Man lässt diese Menschen sich buchstäblich totarbeiten, weil sie einerseits besonders hohen Erregermengen ausgesetzt sind und gleichzeitig durch Übermüdung und Stress ihre Immunsysteme massiv schädigen. Ich bin sicher, dass viele Freiwillige gerne die Gesundheitseinrichtungen personell verstärkt hätten, wenn man sie darum gebeten und sie ordentlich geschützt hätte. Sicher wären auch viele Eltern bereit gewesen, unter Wahrung des Sicherheitsabstandes in unseren Schulen Absperrungen und Waschbecken auf den Gängen zu installieren sowie mit Markierungen auf den Gängen dafür zu sorgen, dass man sich darin nur noch auf der rechten Seite bewegt, um sich nicht zu nahe zu kommen.

Ein anderes Problem ist, dass die Maßnahmen zum Schutz unserer Krankenhäuser die Wirtschaft derart plötzlich, umfassend und hart treffen, dass staatliche Hilfen extrem schnell von extrem vielen Menschen und Unternehmen benötigt werden. Um derart viele Anträge ausreichend schnell und gleichzeitig mit der beim Umgang mit Steuergeldern gebotenen Sorgfalt bearbeiten zu können, fehlt es Staat und Banken an Personal. Wobei man betonen muss, dass die MitarbeiterInnen einiger Behörden unglaublichen Einsatz gezeigt haben. Aber zwangsläufig musste bei der Vergabe geschlampt und teilweise völlig auf jegliche Kontrolle verzichtet werden, weil es einfach zu viele Anträge auf einmal waren. Derart leichtsinnig würden Banken nicht einmal 10 Euro verleihen. Aber hier werden Hunderte Milliarden unter die Völker gebracht. Leider war das eigentlich für jeden klar denkenden Menschen absehbar. Und im Gegensatz zu vielen Politikern und Journalisten konnten Betrüger noch klar denken, erkannten ihre Chance und haben sicherlich längst Unsummen auf ihre Konten umgelenkt. In- und ausländische Betrüger wurden ja auch geradezu eingeladen, sich auf Kosten aktueller und zukünftiger Steuerzahler zu bereichern. Sie freuen sich über unsere Dummheit, aber wir werden uns noch schwarz ärgern über die panischen und kopflosen Reaktionen auf das Virus. Denn mit rechtzeitigen und sinnvollen Maßnahmen hätte man zusätzliche Tote und katastrophale Zustände in Krankenhäusern vermeiden können, ohne dafür unsere wirtschaftliche Lebensgrundlage derart drastisch und nachhaltig zu schädigen.

Viele sehen das jetzt noch nicht und finden gerade unsere Regierungen ganz toll. Aber wenn unser Geld verpulvert ist und wir mal wieder einen Blick auf unseren Schuldenberg werfen, dann werden wir erkennen, dass wir uns die üppigen Pensionen unserer ehemaligen Beamten, die vielen Sender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Fernsehens, die Sanierung unserer Schulen, Straßen und Brücken und natürlich auch nicht mehr so ein teures Gesundheitssystem leisten können. Regierungen, die das nicht selbst erkennen, werden es schnell merken, wenn sie versuchen, Gläubiger für ihre Staatsanleihen zu finden. Hoffentlich sind dann die Beamten, die sich angesichts ihrer sicheren Arbeitsplätze jetzt so vehement gegen eine vermeintlich zu frühe Rettung der Wirtschaft wenden, dann auch bereit, Solidarität zu zeigen und auch mal ihre Gürtel enger zu schnallen. Denn wenn jeder Lehrer (außer Grundschullehrerinnen), höherer Verwaltungsbeamter und Richter auf 1000 Euro Gehalt pro Monat verzichtet, kann man in Zukunft die Krankenschwestern, Verkäuferinnen und Altenpflegerinnen besser bezahlen. Vielleicht werden aber die Besserverdienenden selbst lieber keinen Beitrag leisten wollen. Dann würde die Corona-Krise sogar wirklich gefährlich für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Von unseren für Ungelernte extrem gut bezahlten Politikern habe ich bisher leider noch nichts von freiwilligem Gehaltsverzicht gehört.

In jeder Krise steckt auch eine Chance, sagen sich gerade außer Kriminellen auch Politiker. Einige sehen gerade ihre Chance, sich selbst zu profilieren, Bürgerrechte oder in Ungarn mit einem Ermächtigungsgesetz gleich die ganze Demokratie abzuschaffen oder wie Italien andere Regierungen zu erpressen. Das alles passiert gerade in der EU und es wird für uns Steuerzahler extrem teuer. Es wird gerade sehr viel Armut verursacht und Armut tötet. Das ist wahrscheinlich die größte Gefahr, die vom Corona-Virus oder genauer von der Corona-Panik ausgeht. Aber der erbitterte und auch mit politischer Hetze gegen Nachbarländer betriebene Kampf um immer mehr Geld für reformunwillige EU-Länder sowie die Vergemeinschaftung von Schulden kann auch die EU und den Euro in Frage stellen. Vielleicht werden diese beiden ohnehin längst fragwürdigen Gemeinschaftsprojekte zu den langfristigen Corona-Opfern gehören. Übrigens erwartet der Internationale Währungsfonds die schlimmste Weltwirtschaftskrise seit 1929. Damals haben auch falsche und übertriebene Maßnahmen panischer und nationalistischer Regierungen in die Katastrophe geführt. Und die damalige Weltwirtschaftskrise gehört zu den Hauptursachen der nicht nur nationalsozialistischen Judenverfolgung und des zweiten Weltkrieges.

Kriege und Bürgerkriege könnten auch diesmal zu den Folgen der gerade fahrlässig herbeigeführten Weltwirtschaftskrise sein. Denn während sich Deutschland noch relativ problemlos Geld für seine unverhältnismäßigen Rettungsmaßnahmen leihen kann, besteht diese Möglichkeit für arme Länder nicht. Und wo beispielsweise für unsere Textilindustrie billig produziert wird, da haben die Abnehmer in Deutschland jetzt die Bestellungen storniert. Dadurch werden Lebensgrundlagen unzähliger Menschen in Staaten vernichtet, in denen es keine staatliche Hilfe gibt. In Indien hat Arbeitslosigkeit schon zu verzweifelten Hungermärschen geführt. Eigentlich reichen und lediglich reformunwilligen EU-Ländern helfen wir mit Milliarden-Geschenken. Aber was machen wir mit den Staaten, in denen unser wirtschaftspolitischer Irrsinn gerade zu Massenarbeitslosigkeit und Hungersnöten führt? Spannen wir über diese Staaten jetzt auch einen Billionen-Euro-Rettungsschirm auf? Oder sollten wir jetzt mit dem Bau zusätzlicher Wohnsiedlungen für Millionen Corona-Flüchtlinge beginnen? Na hoffentlich reichen die Kapazitäten unserer Gelddruckmaschinen und der Bauwirtschaft aus! Aber keine Sorge, was unsere Wirtschaft in fernen Ländern anrichtet und wieviele Menschen anderswo aufgrund von Armut sterben, dass hat bei uns ja noch nie eine Regierung interessiert. Darum spielen auch diesmal wieder die Todesopfer in Entwicklungsländern keine Rolle, wenn es um die Abwägung unserer Maßnahmen gegen das Corona-Virus geht. Aber Rassismus hat natürlich keinen Platz in Deutschland. Es ist ja nur Gleichgültigkeit.

Das neue Corona-Virus ist nur der Auslöser der Corona-Krise nach oben

Das neue Corona-Virus ist nicht deren Ursache, macht aber gerade viele Schwächen, Fehlentwicklungen und schon länger bestehende Krisen deutlich sichtbar. Der Corona-Medien-Hype hat sehr viele Menschen endlich dafür sensibilisiert, dass Hygiene und ein Gesundheitssystem mit Reserven wichtig sind. Aber wenn Menschen und insbesondere Kinder und Jugendliche wochenlang von morgens bis abends mit Horrormeldungen bombardiert werden, dann kann das insbesondere bei Jüngeren Angststörungen und Depressionen auslösen. Da wäre es zur Abwechslung angebracht, auch Sendungen zu bringen, in denen auf die große Bedeutung des Immunsystems hingewiesen und erklärt wird, was das Immunsystem stärkt bzw. schwächt. Es gibt in Deutschland nicht nur Virologen, sondern auch Fachleute für das Immunsystem oder für die Wirkungen von Stress oder für Angststörungen. Warum hören wir nicht auch deren Meinungen zur Wirkung der Corona-Maßnahmen? Seit Wochen sieht man fast nur noch Prof. Drosten und seine Sicht der Dinge. Warum nicht auch mal Menschen mit alternativen Lösungsvorschlägen oder bereits erfolgreich umgesetzte Initiativen? Viele Sender füllen gerade ihre Sendezeit mit der Corona-Krise, aber mir fehlen dabei echte Vielfalt der Themen und wirklich seriöse, tiefschürfende Recherchen.

Es gibt sehr viel gefährlichere und sehr viel mehr Menschenleben kostende Krankheiten, auf die niemals auch nur annähernd so heftig reagiert wird. Weltweit 1-2 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an Tuberkulose, ohne das irgend jemand deshalb in Panik gerät. Malaria fordert vor allem in den Tropen und Subtropen jährlich 1-2 Millionen Menschenleben. Auch Grippe-Pandemien wie die Hongkong-Grippe können Millionen Menschenleben kosten. Bei der sogenannten Spanischen Grippe waren es sogar Dutzende Millionen Tote. Die letzte heftige Grippesaison 2017/18 kostete in Deutschland etwa 25.000 Menschenleben. Das hat nur damals kaum jemand bemerkt, weil kaum darüber berichtet wurde und das gesamte öffentliche Leben ganz normal weiter ging. Nur 2 Jahre vor dem neuen Corona-Virus grassierte also in Deutschland ein gefährlicheres Virus und es handelte sich auch um eine Pandemie mit weltweit rund einer Million Toten. Aber weder wurden damals die Schulen geschlossen, noch brach irgendwo die Wirtschaft zusammen. Warum also kam es jetzt zu dieser dramatischen Krise, während bei uns nur 2 Jahre zuvor viel mehr Menschen praktisch unbemerkt starben?

Hätte man vor 2 Jahren weltweit massenhaft Grippe-Tests durchgführt und täglich auf Pressekonferenzen über die Zahlen der positiv getesteten Patienten und Toten berichtet, dann hätten sich die Regierungen wahrscheinlich auch unter dem Druck der medialen Panik gezwungen gesehen, ähnlich drastische Maßnahmen zu ergreifen wie aktuell in der Corona-Krise. Hätte man das getan, dann hätten uns wahrscheinlich heute das Geld und die Aurüstung für die Verlangsamung der Corona-Pandemie und die Behandlung der Erkrankten gefehlt. Man muss nur die Zustände in den Kliniken südlicher Nachbarländer betrachten, um den Zusammenhang zwischen der Wirtschaftsleistung und dem Gesundheitssystem eines Landes zu sehen. Ein Teil des aktuellen Problems ist meines Erachtens eine Krise unserer Medien, die ständig und völlig unverhältnismäßig versuchen, durch Skandalisierungen und hysterische Berichterstattung Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Dabei machen sich die meisten Journalisten nicht einmal die Mühe, Fakten und Begriffe korrekt wiederzugeben. So hören sie nicht auf, Alarmismus zu betreiben, indem sie täglich in den Nachrichten behaupten, das Virus habe die Menschen getötet und es werde Hundertausende oder gar viele Millionen Corona-Tote geben. Sie geilen sich geradezu auf an Horrorbildern aus Regionen oder Stadtteilen, deren Gesundheitssysteme noch viel schlimmer als unseres heruntergewirtschaftet wurden und in denen viele schon lange medizinisch schlecht versorgte Menschen sehr eng beieinander wohnen. Außerdem beschränken sich zumindest in Deutschland zuviele Journalisten nicht auf neutrale Berichterstattung. Sie arbeiten oft kampagnenartig und versuchen die Politik zu beeinflussen. Damit setzen Journalisten die gewählten Entscheidungsträger unter Druck und stellen jeden als entscheidungsschwach oder verantwortungslos dar, der nicht ohne Rücksicht auf Verluste bereit ist, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Auch jeder Arzt oder Wissenschaftler wird von Journalisten persönlich angegriffen und diffamiert, wenn er es wagt, die Unverhältnismäßigkeit der Maßnahmen zu kritisieren. Mir scheint diese nicht demokratisch legitimierte Propaganda eine Facette der von den Medien und Politikern ausgegangenen und inzwischen die gesamte Gesellschaft durchdringenden Respektlosigkeit zu sein, die zu einer großen gesellschaftlichen Krise geführt hat.

Zu welch dramatischer Überreaktion die einseitige Politikberatung und die mediale Panikmache in Deutschland geführt hat und wie unnötig die dadurch angerichteten Schäden sind, zeigen bei uns Hunderttausende leerstehende Krankenhausbetten und international das sehr viel rationalere Krisenmanagement in Honkong, Island und Schweden. Denn der Erfolg der Krisenbewältigung bemisst sich nicht nur nach der Zahl der Corona-positiv getesteten Gestorbenen, sondern auch nach dem Ausmaß der Kollateralschäden der Schutzmaßnahmen.

Eine weitere Ursache der aktuellen Krise ist der Neoliberalismus in Verbindung mit der Globalisierung. Überall haben Regierungen zunehmend an Kontrolle verloren und die Volkswirtschaften sind in immer größere Abhängigkeit voneinander und von internationalen Finanzjongleuren geraten. Überall setzte sich die dumme Ansicht durch, Konkurrenz sei produktiver als Kooperation und gewinnorientierte Unternehmen könnten alles besser als Regierungen, Behörden und staatliche Unternehmen. Rücksichtslosigkeit, Übervorteilung und Ausbeutung wurden nicht mehr als asozial, sondern als clever angesehen. Das hat dazu geführt, dass viele lebenswichtige Berufe derart schlecht bezahlt und ihre Arbeitsbedingungen so unmenschlich wurden, dass immer weniger Menschen bereit und fähig waren, diese Berufe dauerhaft auszuüben. Darum fehlt heute das Personal, das wir dringend bräuchten, um Menschenleben zu retten. Da Volkswirtschaften gegeneinander ausgespielt wurden, mussten sie im Kampf um möglichst geringe Produktionskosten Löhne und Lohnnebenkosten reduzieren, um nicht zuviele Arbeitsplätze an billigere Länder zu verlieren. Zu den Lohnnebenkosten gehörten auch die Steuern und Beiträge zu den Sozialsystemen. Darum sah man sich genötigt, unter anderem auch die Kosten für die Gesundheitssysteme und die Betreuung der Alten zu minimieren. Es war zwar gesundheitspolitisch und bei langfristiger Betrachtung auch volkswirtschaftlich falsch, aber angesichts hoher Arbeitslosenzahlen politisch damals notwendig. Man musste unsere Gesundheitssysteme weitgehend ihrer Reserven für Krisenzeiten berauben, um sie insgesamt einigermaßen zu stabilisieren. Allerdings hätte man in den letzten Jahren angesichts niedriger Arbeitslosenzahlen und hoher Überschüsse in den staatlichen Kassen weniger Geschenke an unproduktive Wähler und weniger reformfreudige Länder verteilen und stattdessen mehr in unsere Gesundheitssysteme investieren müssen. Gesundheitsminister Spahn hatte das "schon" vor der Corona-Krise versucht, aber da war es schon zu spät. Im krassen Gegensatz zu seiner beruhigen wollenden Behauptung waren unsere Gesundheitssysteme ganz und gar nicht gut aufgestellt, um in einer wirklich schweren Krise bestehen zu können. Wären wir so gut aufgestellt gewesen, dann wären die drastischen Maßnahmen zum Schutz unserer Kliniken und Altenheime nicht nötig gewesen und uns wäre viel erspart geblieben.

Ich verstehe leider nicht genug von den Fehlentwicklungen der Bankenwelt und der Währungssysteme. Aber wenn ich entsprechende Experten richtig verstehe, dann wurde die Finanzkrise nicht wirklich überwunden und schwelt noch immer. Sie kann jederzeit wieder akut werden, sobald ein Auslöser die Aktienkurse massiv einbrechen lässt. Die Corona-Krise droht dieser Auslöser zu werden. Wenn das passiert, wird nicht nur die Realwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen, sondern unsere und viele eng mit uns verbundene Volkswirtschaften werden noch viel weniger als zuvor in der Lage sein, leistungsfähige Gesundheitssysteme zu finanzieren. Deshalb sollten wir dringend vermeiden, durch Maßnahmen gegen das relativ kleine Problem Corona-Virus lebenswichtige Finanzsysteme kollabieren zu lassen. Denn schon die letzte akute Phase der Finanzkrise ist mitverantwortlich für den schlechten Zustand der Gesundheitssysteme, die gerade unter dem Druck eines relativ harmlosen Virus zusammenbrechen und Ärzten fürchterliche Entscheidungen auferlegen.

Nicht das relativ harmlose neue Corona-Virus ist also die Ursache der aktuellen Misere, sondern die Übertreibungen der Globalisierung, die mangelhafte politische Kontrolle über deren asoziale Profiteure und die über Jahrzehnte immer schlimmer gewordene Respektlosigkeit gegenüber den Menschen, die in unserem Land nicht parasitieren, sondern meistens unterbezahlt und oft in prekären Arbeitsverhältnissen tatsächlich die dringend erforderlichen Arbeiten leisten.

Um wessen Schutz geht es eigentlich? nach oben

Es gab in der Bundesrepublik Deutschland noch nie auch nur annähernd so drastische und extreme Kollateralschäden verursachende Maßnahmen zum Schutz vor irgend einer Bedrohung. Da sollte man wohl annehmen, dass es um eine entsprechend extreme Bedrohung geht. In Wirklichkeit sind aber die "Schutzmaßnahmen" eher die Folge extremer Verunsicherung und Panik. Denn wie oben gezeigt ist das neue Corona-Virus nicht einmal annähernd so tödlich wie das Ebola-Virus oder die Grippe von 1918/19. Angesichts des extrem hohen Durchschnittsalters der Corona-positiv gestesteten Toten sollte man meinen, die Regierungen würden dafür sorgen, dass die glücklicherweise eng umgrenzte Risikogruppe der Alten und Kranken besonders gut vor einer Infektion geschützt würde. Das ist aber leider nicht der Fall. Weder versorgt man sie mit sicheren Schutzmasken, noch schützt man sie wirksam vor dem Kontakt mit potentiell infektiösen Menschen. Und die ganze haarsträubende Untätigkeit wird verschleiert durch die Behauptung, man könne doch die armen Alten nicht wegsperren. Aber stattdessen kann man die nahezu vollständig ungefährdeten jungen Menschen einsperren und die ganze Weltwirtschaft ruinieren? Das ist doch absurd.

Das eigentliche Problem ist nicht das Virus, sondern dass wir schlecht darauf vorbereitet sind. Zum Teil liegt das natürlich daran, dass sich dieses Corona-Virus erst seit relativ kurzer Zeit auch in Menschen vermehrt und deshalb für das menschliche Immunsystem, Medizin und Wissenschaft sowie für Medien und Politik neu ist. Bisher hatte niemand Antikörper gegen dieses Virus. Und man kennt wichtige Eigenschaften noch nicht. Aber die potentielle Gefährlichkeit tierischer Viren für Menschen ist seit langem bekannt. Deshalb ist es purer Leichtsinn, dass in Asien und Afrika immer noch massenhaft Fledermäuse, Pangoline und Affen ohne Beachtung hygienischer Grundregeln gefangen, getötet und zu Mahlzeiten zubereitet werden. So kommt es immer wieder zu Zoonosen und wir müssen eigentlich froh sein, dass es diesmal nur ein vergleichsweise harmloses Corona-Virus ist. Wir Menschen sollten also aus der aktuellen Krise lernen, ohne allzu großen Aufwand, einfach durch vernünftiges Verhalten generell die Risiken für die eigene Gesundheit und unsere Infrastruktur zu minimieren. So sollte es beispielsweise in Schulen sehr viel mehr Handwaschbecken mit Seife geben und zwar nicht nur in unerträglich stinkenden Toiletten. Aber während in den Kliniken gerade alle hyperaktiv sind, sehe ich in den Schulen wieder keine Vorbereitungen auf eine Wiederaufnahme des Unterrichts unter Beachtung der Abstandsregeln und Hygienevorschriften. Wieder denken die zuständigen Leute nicht weiter und schon wieder bleibt man untätig, anstatt endlich mal schnell zu tun, was getan werden muss, damit das Recht der Kinder auf Lernen möglichst bald wieder umgesetzt werden kann.

Auch dank jahrzehntelang wirksamer Antibiotika waren zuviele Menschen allzu sorglos in Sachen Hygiene geworden. Menschen kamen sich zu nah, wuschen sich zu selten die Hände, reisten öfter und weiter als nötig, dachten bei der Globalisierung zu wenig an das Risiko mitreisender Krankheitserreger und invasiver Spezies und achteten zu wenig auf die Stärkung ihrer eigenen Immunsysteme. Das Corona-Virus hat in dieser Hinsicht bei sehr vielen Menschen einen Lerneffekt. Bleibt zu hoffen, dass wir nun möglichst bald unsere Arbeitsplätze, Geschäfte und den gesamten öffentlichen Raum in diesem Geiste umgestalten, damit wir möglichst bald unter Einhaltung der Hygieneregeln unser normales Leben wieder aufnehmen können. Denn wir schützen auch unsere Wirtschaft und unser Bildungssystem, wenn wir durch größere Abstände und häufigeres Händewaschen den Krankenstand senken. Auch sollte in Zukunft hoffentlich allen klar sein, dass man sich nicht krank zur Arbeit schleppen darf, weil man auch Verantwortung für die Kollegen und Kunden trägt. Übrigens kann man auch mit 2 Metern Abstand demonstrieren, sodass es überhaupt keinen Grund für die Einschränkung des Demonstrationsrechts gibt. Überhaupt wäre es angebracht, dass nicht Regierungen über ganze Branchen, sondern die Menschen vor Ort selbst entscheiden, ob und wie man ein Unternehmen oder eine Einrichtung so umgestalten und wieder öffnen kann, dass Virus-Übertragungen sehr unwahrscheinlich sind. Was im Supermarkt funktioniert, dann kann auch anderswo funktionieren. Wir Deutschen sind keine unmündigen Kinder, die von einer Regierung beschützt werden müssen. Wir können uns selbst schützen, da wir wissen, worauf es ankommt. Und diese Flexibilität wird gerade dringend gebraucht, um die Schäden zu begrenzen.

Das größte Problem ist aber, dass weltweit Regierungen und Gesundheitssysteme unfassbar schlecht auf eine virale Pandemie vorbereitet waren, obwohl die nächste wirklich schlimme Pandemie seit Jahrzehnten von Fachleuten erwartet wurde. Es war auch allgemein bekannt, dass unser Gesundheitssystem nach Jahrzehnten der "ökonomischen Optimierung" schon in normalen Zeiten vor allem personell nahe an der Kapazitätsgrenze arbeitet. Das es in vielen anderen Ländern noch schlimmer aussieht, macht unser Gesundheitssystem vielleicht besser als andere, aber noch lange nicht gut und schon gar nicht krisenfest. Und in der Krise reagierten fast überall Regierungen kopf- und planlos. Obwohl die Lage in anderen Ländern schon bedrohlich wurde, blieben die Bundesregierung und die Bundsländer viel zu lange weitgehend untätig, stockten nicht rechtzeitig die Vorräte von Schutzkleidung und Beatmungsgeräten auf, kurbelten nicht die heimische Produktion schon bald dringend gebrauchter medizinischer Geräte an, steigerten nicht die Kapazitäten der Testlabore, forderten auch nicht die Bevölkerung zur Vorratshaltung für eine Quarantänezeit ohne Einkaufsmöglichkeiten auf und bauten auch keine Notlazarette auf, in denen man Corona-Patienten getrennt von der Hochrisikogruppe schwerkranker Krankenhauspatienten hätte behandeln können. Auch unsere niedergelassenen Ärzte wurden weder ausreichend informiert noch mit Schutzkleidung versorgt und anfangs auch nicht dadurch entlastet, dass speziell ausgerüstete Teststellen für die Untersuchung von Corona-Verdachtsfällen rechtzeitig eingerichtet wurden. Und anscheinend komplett vergessen wurden die Altenheime, Hospize und die häusliche Pflege. Da kommen täglich Menschen in engen Kontakt zu geschwächten Alten und niemand kümmert sich darum, dass dieses Pflegepersonal nicht infektiös ist oder wenigstens Infektionen nicht überträgt.

Nachdem sie anfangs noch über unser angeblich bestens vorbereitetes Gesundheitssystem schwadronierten und Deutschland zum Musterländle erklärten, muss unseren Regierenden irgendwann gedämmert haben, dass ihnen schon bald ihre Fehler und Unterlassungen der Vergangenheit auf die Füße fallen würden. Sicher fürchteten sie harte Kritik und Vorwürfe, sobald über Tote aufgrund eines zusammenbrechenden Gesundheitssystems berichtet würde. Ohnehin verbreiteten in vielen Ländern Medien Hysterie statt sachlicher und differenzierter Darstellung der Faktenlage. Deshalb ging es unseren Regierungen vor allem darum, das Gesundheitssystem und sich selbst zu schützen. Sie mussten um jeden Preis den Kollaps des Gesundheitssystems verhindern, um nicht für dessen schlechten Zustand verantwortlich gemacht zu werden. Dabei darf man niemals irgend etwas um jeden Preis schützen. Keine Therapie oder Schutzmaßnahme darf mehr Menschenleben kosten als schützen. Und man darf nicht im Kampf gegen eine Bedrohung seine Resourcen derart vollständig aufbrauchen, dass man danach bei der nächsten Bedrohung völlig mittellos dasteht.

Die in der heutigen Situation so problematisch als Kaputtsparen erscheinende Entscheidung für eine ökonomische Optimierung geschah allerdings nicht aus purer Verantwortungslosigkeit oder Menschenverachtung. Es war zwar tatsächlich ein Kaputtsparen und die Zumutungen für das Personal führten zu einem gefährlichen Personalmangel, aber die Entscheidung für die damit verbundenen Risiken geschah aus einem wichtigen Grund. Wenn nämlich eine Gesellschaft ihre Systeme nicht in Richtung optimaler Leistungsfähigkeit und Sicherheit optimiert, dann verliert sie aufgrund zu hoher Kosten ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber internationalen Wettbewerbern. Daraus würde ein zunehmender Verlust der ökonomischen Resourcen resultieren, bis man sich nicht einmal mehr mittelmäßige Infrastrukturen leisten könnte. Man hat es zwar übertrieben und Fehler gemacht, aber im Prinzip war es richtig, eine nachhaltige Balance zwischen maximaler Versorgung der Patienten und guten Arbeitsbedingungen des Personals einerseits und der Bezahlbarkeit andererseits zu suchen. Man musste sich entscheiden, nicht jedes Menschenleben retten zu können, damit das Gesundheitssystem insgesamt finanzierbar blieb. Trotzdem hat es bisher kein Regierungsmitglied gewagt, diese im Grundsatz vernünftige und unvermeidliche Entscheidung zu verteidigen und in diesem Sinne weiter zu agieren. Denn sie werden von Journalisten auf hohem moralischem Ross vor sich her getrieben und geradezu gezwungen, jetzt von der langfristig notwendigen Linie abzuweichen. Wer jetzt nicht vorgibt, jedes Menschenleben um jeden Preis schützen zu wollen, der wird als herzlos oder zu zögerlich angeprangert. Und umgekehrt gehen die Umfragewerte des Möchtegernkanzlerkandidaten Söder durch die Decke, weil er sich mit seinem Vorpreschen und möglichst spektakulären Maßnahmen erfolgreich als entschlossener Macher darstellen kann.

Politiker können gerade vor einer ebenso typischen wie problematischen Entscheidung stehen. Wenn sie gut informiert sind, dann wissen sie vielleicht, dass übertriebene Maßnahmen mehr Leben kosten als schützen. Denn die Schutzmaßnahmen führen zu Stress, Depressionen, Bluthochdruck, Bewegungsmangel, Aggressionen und anderen negativen Effekten und dadurch später zu Todesfällen, die aber nicht gezählt und mit der Corona-Krise vermutlich nicht in Verbindung gebracht werden. Im Gegensatz zu den jetzt als Corona-Opfer gezählten Toten wird man sie nicht den Entscheidungen der Politiker anrechnen. Andererseits wird jeder nicht für möglichst harte Maßnahmen plädierende Politiker hart kritisiert und für jeden Corona-Toten verantwortlich gemacht. Entscheiden sich deshalb Politiker, den Erwartungen und Forderungen zu entsprechen, dann werden sie auch dann nicht zur Verantwortung gezogen, wenn sich die von fast allen geforderten Maßnahmen im Nachhinein als fatal erweisen. Einsame Entscheidungen sind einfach sehr viel riskanter als mehrheitlich geforderte Entscheidungen. Indem sie die Krankenhäuser auf Kosten der Wirtschaft schützen, schützen daher Politiker zumindest auch sich selbst. Die Parteien, die jahrzehntelang unser Gesundheitssystem kaputt gespart bzw. bis an die Belastungsgrenze ökonomisch optimiert haben, die wollen jetzt verständlicherweise dieses kranke Gesundheitssystem um jeden Preis vor dem Zusammenbruch bewahren. Und Ärzte haben gerade wirklich Angst, unfreiwillig vor Entscheidungen gestellt zu werden, bei denen es keine ethisch und juristisch haltbaren Alternativen gibt.

Für die Nöte der Ärzte habe ich großes Verständnis. Aber der Zusammenbruch der Gesundheitssysteme muss mit vernünftigen, möglichst evidenzbasierten Maßnahmen verhindert werden. Man darf nicht um jeden Preis versuchen, jede Infektion zu verhindern. Keine vermeintliche Schutzmaßnahme darf mehr Tote verursachen als verhindern. Wie immer im Leben müssen wir mit einem gewissen Sterberisiko leben, um insgesamt besser zu leben. Als Bürger interessieren mich die politischen Ambitionen führender Politiker viel weniger als die eigentlichen Voraussetzungen für eine gute und sichere Zukunft unserer Gesellschaft. Und die wird nicht durch das neue Corona-Virus bedroht, sondern durch gestörte Lieferketten, eine Pleitewelle, Massenarbeitslosigkeit, Schuldenkrise und Finanzkrise in einer mutwillig gegen die Wand gefahrenen Volks- und Weltwirtschaft. Deshalb muss man den möglicherweise verhinderten Corona-Toten die Toten gegenüberstellen, die massenhafte Arbeitslosigkeit, ruinierte Existenzen, Wohnungslosigkeit, Stress und Zukunftsängste verursachen werden. Immens steigende Sozialkosten und einbrechende Steruereinnahmen aufgrund überzogener Corona-Schutzmaßnahmen werden letztlich auch zu weiteren Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen und damit auch zu mehr Toten führen. Wir sind gerade dabei, aus Angst vor dem Tod Selbstmord zu begehen. Und leider nehmen wir dabei noch sehr viele Menschen in armen Ländern ungefragt mit, denen wir gerade durch das Herunterfahren unserer Wirtschaft buchstäblich ihre Lebensgrundlagen entziehen.

Was wären denn sinnvolle Maßnahmen im Umgang mit der Epidemie gewesen? nach oben

Wir müssen lernen mit dem Virus zu leben anstatt aus Angst vor dem Tod wirtschaftlichen Selbstmord zu begehen. Das bedeutet nicht, dass wir gottergeben unser Schicksal hinnehmen sollen. Wir können und sollten zu unserem Schutz Maßnahmen ergreifen, die möglichst viel helfen und wenig schaden. Aber bisher haben die Unsicherheit und panische Angst vor dem unbekannten Virus mehr Schaden angerichtet als das Virus selbst. Es sind zwar viele Infizierte gestorben, aber die eigentlichen Todesursachen waren in den allermeisten Fällen andere Krankheiten. Und es werden insgesamt sehr viel mehr Menschen sehr viel früher als nötig sterben, weil die panischen Überreaktionen derart extreme Kosten verursacht haben und noch verursachen werden, dass sehr viele Menschen verhungern, Mord oder Selbstmord zum Opfer fallen oder armutsbedingt an eigentlich leicht heilbaren Krankheiten sterben. Es ist höchste Zeit, das endlich zu begreifen und den saudummen Sprüchen entgegen zu treten, dass Menschenleben wichtiger seien als die Wirtschaft oder dass dieses Virus mit allen Mitteln und um jeden Preis zu bekämpfen sei oder dass wir Krieg gegen ein Virus führen. Denn im Krieg sind alle Mittel erlaubt und die Bürger- und Menschenrechte gehören bereits zu den ersten und nicht immer nur vorübergehenden Opfern der Corona-Krise. Deshalb müssen wir uns nicht nur vor dem Virus, sondern auch vor verschiedenen kriminellen und politischen Versuchen schützen, die Krise zu unserem Nachteil schamlos auszunutzen. Und vor allem muss man begreifen, dass man Menschenleben nur retten kann, solange man auch genug zu essen sowie ein Dach über dem Kopf hat und sich Medizin leisten kann. Wir haben nur scheinbar die Wahl zwischen der Rettung von Menschenleben oder der Wirtschaft, denn die Rettung der Wirtschaft ist die Voraussetzung für die Fähigkeit, Menschenleben zu retten. Alle Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie müssen daher Menschen und Wirtschaft gleichzeitig schützen. Darüber hinaus ist zu beachten, das menschliches Leben viel mehr als bloßes Überleben ist. Maßnahmen, die nur das Überleben ermöglichen, sind ungeeignet oder dürfen nur für kurze Zeit gelten. Zum Menschsein gehören Sozialkontakte, Kultur und Lernen. Außerdem brauchen die meisten Menschen für ihre Gesundheit den Aufenthalt in der Natur und viel Bewegung. Menschen in ihren Wohnungen einzusperren, ist in vielen Fällen menschenunwürdig. Und Menschen in armen Ländern aufgrund unserer nationalen Schutzmaßnahmen ihrer Lebensgrundlagen zu berauben, ist menschenverachtend.

In praktisch jeder Krise zeigt sich, dass sich eine bessere Vorbereitung in jeder Hinsicht gelohnt hätte. Der Ernstfall muss rechtzeitig vorhergesehen werden. Dafür sollte eine Gesellschaft ein kompetente Behörde haben, die offen für Anregungen ist und auf ihren Internetseiten offenlegt, welche Risiken man schon erkannt hat und wie weit man mit den Vorbereitungen ist. Wir bräuchten auch endlich eine bessere wissenschaftliche Politikberatung. Nicht die Regierung sollte sich eine kleine Anzahl von Beratern aussuchen, sondern wir brauchen interdisziplinäre Gremien, die offene wissenschaftliche Dikussionen organisieren und nicht erst im Ernstfall spontane Meinungen abliefern. Politiker und Bürger sollten jederzeit auf Internetseiten nachlesen können, auf welche Positionen sich alle interessierten Wissenschaftler einigen konnten, was in der Wissenschaft umstritten und was überhaupt nicht bekannt ist. Daraus ließen sich dann auch Experimente und Untersuchungen ableiten, mit denen drängende Wissenslücken gefüllt werden könnten. Und unser Bundesforschungsministerium muss endlich mit dem Unsinn aufhören, die Freiheit der Forschung als ein Verbot staatlich geforderter Forschungsprojekte mißzuverstehen. Wenn es für die Gesellschaft wichtige Fragen gibt, dann sollte die Bundesregierung ordentlich bezahlte Forschungsaufträge vergeben. Nach der Krise ist vor der Krise. Es ist also nie zu früh, damit zu beginnen.

Für die künftige Sicherheit unserer Gesundheitssysteme sollten wir möglichst bald sicherstellen, dass wir bei der Produktion von Medikamenten und medizinischer Ausrüstung in möglichst naher Zukunft nicht mehr von anderen Staaten oder von nur gewinnorientierten Konzernen abhängig sind. Wir brauchen dafür auch staatliche Institute für die Entdeckung, Produktion und Zulassung neuer Antibiotika sowie für die Erforschung und Anwendung der Phagentherapie gegen multiresistente Bakterien. Und damit multiresistente Keime in Zukunft weniger oft geradezu gezüchtet werden, dürfen keine Antibiotika mehr ins Abwasser gelangen und vor allem muss ihre Verwendung in der Landwirtschaft auf das wirklich unvermeidliche Maß reduziert werden. Denn was Virus-infizierte Patienten überhaupt nicht brauchen, sind multiresistente Krankenhauskeime, die ihnen den Rest geben. Außerdem brauchen wir Hygienefachkräfte in jedem Krankenhaus, denn Sepsis ist unsere dritthäufigste Todesursache. Vor allem müssen wir endlich dafür sorgen, dass das gesamte Personal in allen unseren Gesundheitssystemen nicht schon in normalen Zeiten überlastet ist. Denn ihre Überlastung führt schon im Normalbetrieb zu vermeidbaren tödlichen Fehlern. Hoffentlich hat die Corona-Krise jetzt endlich allen klar gemacht, dass Personalreserven und große Vorräte kein Luxus sind.

Wenn ein neues Virus die Menschheit bedroht, braucht man für optimale Maßnahmen möglichst schnell bestimmte Informationen, die gezielt erhoben werden müssen. So muss man wissen, wie stabil ein Virus ist, auf welchen Wegen und in welchen Situationen es übertragen wird, wieviele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt und welche Krankeitsverläufe in welcher Häufigkeit vorkommen. Nur so gewinnt man die Parameter, ohne die kein Computermodell sinnvolle Simulationen produzieren kann. Dazu hätte man so früh wie möglich so viel wie möglich testen müssen und zwar nicht nur bestimmte Gruppen. Natürlich braucht man dafür auch zuverlässige Tests, für deren rasche Entwicklung jedes Land eigene, aber international vernetzte Forschungskapazitäten vorhalten sollte. Außer Tests brauchen wir möglichst umfassendes klinisches und pathologisches Wissen über die Wirkungen des Virus im menschenlichen Körper, virologisches Wissen über die Eigenschaften des Virus, molekularbiologisches Wissen über die Fähigkeiten und Angriffspunkte der Virus-Proteine und immunologisches Wissen über die Wechselwirkungen zwischen dem Virus und dem menschlichen Immunsystem. Das Sammeln und das interdisziplinäre Zusammenführen des Wissens der verschiedenen Fachbereiche erfordert eine gut auf den Ernstfall vorbereitete Organisation, die möglichst bald eingerichtet werden sollte. Das RKI und die Bundesministerien leisten das nicht.

Für eine sinnvolle Krisenbewältigung bräuchten wir auch Medien, die sorgfältig und nicht einseitig recherchieren, Begriffe korrekt verwenden, möglichst viele verschiedene Disziplinen, Fachleute und Meinungen zu Wort kommen lassen, neutral berichten anstatt wertend zu kommentieren und weder Propaganda noch Kampagnen machen. Medien sollten weder verharmlosen noch Alarmismus betreiben und Kinder verängstigen. Beispielsweise sollten Journalisten doch in der Lage sein klarzustellen, dass Gesundheitssysteme nicht durch die bei jeder Grippe- oder Schnupfenepidemie exponentielle Ausbreitung der Viren überlastet werden, sondern höchstens durch eine zu starke und schnelle Zunahme der schwer erkrankten Menschen. Solche Differenzierungen sind wichtig, weil sich diese Zahl viel leichter als die Zahl der Infizierten durch einen selektiven Schutz der Risikogruppen reduzieren ließe.

Sehr hilfreich für die Bewältigung von Krisen sind kluge, gebildete und informierte Menschen, die sich auch unabhängig von Gerüchten, Medien und Regierungen auf rationale Weise eigene Meinungen bilden, von sich aus vernünftig handeln und auch ohne behördliche Anweisungen aktiv werden, wo das sinnvoll erscheint. Glücklicherweise haben wir relativ viele solche Menschen und die müssen nicht ständig von Regierungen und Medien respektlos wie geistig behinderte Kinder behandelt werden. Wir brauchen beispielsweise in der Corona-Krise nicht so dumme Kampagnen wie das alberne: "Bleib zuhause". Wir haben schon in normalen Zeiten mehr als genug Tote durch Bewegungsmangel und kurzsichtige Kinder, weil sie zuviel im Haus spielen. Wer Menschen in ihren Wohnungen quasi einsperrt, der gefährdet durch Dummheit und Gedankenlosigkeit ihre Gesundheit. Aufgrund der leider sehr effektiven Angst und Schrecken verbreitenden Kampagne der Medien haben auch in Deutschland viele Menschen ihre Fähigkeit zu rationalem Denken zeitweise verloren. Aber die Stellungnahmen des Ethikrates und der Leopoldina haben die rabiate mediale Verdrängung kritischen Denkens überwunden und man hört endlich vermehrt auch vernünftige Argumente. Das ist sehr wichtig, denn statt Debatten brauchen wir echte Diskussionen, in denen es nicht um Rechthaberei geht, sondern um die gemeinsame Suche nach den besten Lösungen.

Einiges ist aber schon klar. Wir können es uns nicht leisten, unsere Wirtschaftstätigkeit so lange weitgehend ruhen zu lassen, bis eine ausreichende Herdenimmunität erreicht ist oder bis es sichere Impfungen oder Medikamente gibt. Bis dahin müssen wir unser soziales ud wirtschaftliches Leben überall so anpassen, dass Virus-Übertragung unwahrscheinlich sind und möglichst viele Menschen durch ein intaktes Immunsystem geschützt werden. Statt der plumpen Schließung von Geschäften, Einrichtugnen und Veranstaltungsorten müssen diese möglichst rasch so umgebaut und umorganisiert werden, dass Menschen ausreichend Abstand halten können. Wo das nicht möglich ist, muss man bei unvermeidlicher Enge Übertragungen mit Schutzmasken minimieren. In öffentlichen Einrichtungen müssen Regierungen und Verwaltungen viel schneller als bisher dafür sorgen. Aber in allen privaten Bereichen sollten Regierungen aufhören, die Menschen zu bevormunden und zu drangsalieren. Wir alle können selbständig für die Einhaltung dieser einfachen Regeln achten. Außerdem haben Staat und Medien gefälligst alles zu unterlassen, was dem menschlichen Immunsystem schadet. Drakonische Ausgangssperren wie in Frankreich sind völliger Irrsinn, weil Stress, Bewegungsmangel und zu wenig Zeit an der Sonne und in der Natur das Immunsystem schädigen. Arbeitslosigkeit und Existenzängste sind absolut lebensgefährlich und dürfen nicht von Medien herbei geredet sowie von Regierungen verursacht werden. Das beste Medikament gegen eine Virus-Infektion ist eine Stärkung des Immunsystems. Alarmismus, Abbruch aller Sozialkontakte, Eingesperrtsein in der eigenen Wohnung, Angst um die eigene wirtschaftliche Existenz, Sorgen um die Beaufsichtigung kleiner Kinder usw. sind daher alles andere als förderlich.

Anstatt die Epidemie mit ruinösen Mitteln zu verlangsamen und damit wirtschaftlich umso schädlicher zu machen, hätte man selektiv die Risikogruppen schützen müssen. Zwar kann man eine Zwangsisolierung der Risikogruppen nicht begründen, solange man nicht auch Alkohol und das Rauchen verbietet. Alte und kranke Menschen haben das Recht ihr Leben zu gefährden, solange sie damit nicht auch Andere gefährden. Aber man hätte ängstlichen sehr am Leben hängenden Menschen Hilfen zur drastischen Reduktion des Infektionsrisikos anbieten müssen. Leider gibt es das in Deutschland bis heute nicht. Inzwischen zeigen viele Ausbrüche in Krankenhäusern und Pflegeheimen, was man auch schon vorher hätte wissen müssen. Man kann und darf schwer kranke Menschen nicht dem Risiko aussetzen, dass ihnen akut mit dem Virus infizierte Menschen zu nahe kommen. Deshalb haben Corona-Patienten absolut nichts in Krankenhäusern zu suchen, in denen auch Patienten mit stark geschwächtem Immunsystem behandelt werden. Das zu versuchen, hat immense Kosten und wahrscheinlich auch Menschenleben gekostet, aber es funktioniert nicht. Corona-Patienten gehören in spezielle Seuchenkliniken, die man längst überall hätte einrichten müssen. Wo das bisher nicht geschehen ist, sollte man es schleunigst nachholen. Man kann Notkliniken sehr schnell vorübergehend bauen oder die jetzt überall leerstehenden Hotels dafür nutzen. Und wir brauchen dafür Personal, das entweder bereits immun ist oder selbst keiner Risikogruppe angehört und sehr gut vor Infektionen geschützt wird. Angesichts Tausender in Deutschland leerstehender Betten in Intensvistationen sollte man jetzt aber aufhören, die Behandlung anderer Krankheiten aufzuschieben. Eine Überlastung des Gesundheitssystems ist in Deutschland längst nicht mehr zu befürchten. Wir brauchen nur eine bessere Versorgung mit Schutzkleidung und eine viel bessere Trennung von infektiösen und nicht infektiösen Patienten.

Ich würde das Infizieren junger und gesunder Menschen nicht absichtlich fördern, weil die Aufnahme zu großer Erregermengen auch für starke Immunsysteme zuviel sein kann und weil wir noch nicht genug über denkbar Spätfolgen einer Infektion wissen. Aber bei jungen und gesunden Menschen sind Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen aufgrund aller bisherigen Erfahrungen nur dann gerechtfertigt, wenn diese Maßnahmen nicht zu aufwendig sind oder wenn diese Menschen Kontakt zu Risikogruppen haben müssen. Bei jungen und gesunden Menschen ist das Risiko einer behandlungsbedürftigen Erkrankung so gering, dass es jedenfalls niemals unser Gesundheitssystem überlasten könnte. Ansonsten hilft es der Gesellschaft, wenn junge und gesunde Menschen bereit sind, sich einem gewissen Infektionsrisiko auszusetzen. Denn je mehr Menschen immun gegen das Virus sind, umso geringer wird aufgrund des Herdenschutzes das Infektionsrisiko für diejenigen, für die eine Infektion eine große Gefahr darstellen würde.

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Roland Heynkes, CC BY-NC-SA 4.0