Lerntext Fledertiere

Roland Heynkes, 5.5.2013

Dieser Hypertext soll möglichst verständlich erklären, was man zum Verständnis der Biologie über Fledertiere wissen sollte. Lernende des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums sich das Thema auch mit ihrem Biologiebuch erarbeiten.

Gliederung

zum Text Fledertiere
zum Text Der Flug der Fledertiere
zum Text Skelett und Gebiss einer Fledermaus
zum Text Zum Sehen benutzen Fledermäuse ihre Ohren
Flughund
Bildname Das Foto wurde von einem anonymen Fotographen unter der GNU Free Documentation License in der Wikipedia veröffentlicht.

Zur selbständigen Erarbeitung der Seiten 50-51 unseres Buches habe ich ein Hypertext-Arbeitsblatt erstellt, das Lernende problemlos im Klassenraum oder auch in einem Park bearbeiten können. Sein Vorteil gegenüber der folgenden Zusammenfassung ist die Möglichkeit, sich den Stoff aktiv selber zu erarbeiten und dabei das genaue Lesen und selbständige Formulieren zu üben, die so wichtig sind für den Erfolg bei Tests und Klausuren. Ich kann deshalb nur dringend empfehlen, den hier folgenden Text erst nach der intensiven Beschäftigung mit den Aufgaben des Arbeitsblattes zu lesen und nicht etwa als bequeme Alternative, die im Gehirn weniger nützliche Spuren hinterlässt.

Fledertiere nach oben

Mit rund 1100 Arten sind Fledertiere nach den Nagetieren die artenreichste Ordnung der Säugetiere. Man unterscheidet die sich überwiegend vegetarisch ernährenden und eher großen Flughunde von den sich von Tieren oder Blut ernährenden Fledermäusen. Die Arme sowie besonders die Mittelhand- und Fingerknochen der Fledertiere sind stark verlängert. Zwischen den Fingern, den Beinen und dem Schwanz ist eine dünne Flughaut gespannt. Mit ihr können Fledertiere fliegen, sich und ihre Jungen vor Kälte schützen und sogar Beute fangen. Im Schlaf hängen die Fledertiere mit dem Kopf nach unten an ihren Füßen und legen die Flügel eng an oder hüllen sich darin ein.

Fledermaus beim nächtlichen Beutefang
Bildname
Dieses Bild wurde in der elektronischen Zeitschrift: "PLoS Biology Vol. 4/4/2006, e107" im Artikel: "The Sound of Dinner" von F.Chanut publiziert und unter der Lizenz: "Creative Commons Attribution 2.5 Generic" freigegeben.

Der Flug der Fledertiere nach oben

Nach den Flugsauriern und den Vögeln sind die Fledertiere die dritte Wirbeltiergruppe, die das richtige Fliegen "gelernt" hat und nicht nur abwärts gleiten kann. Es gibt auch einige große Fledertierarten, die ausgezeichnet segeln können. Das sind aber Ausnahmen, denn die meisten Fledertiere sind klein und fliegen nachts, wenn keine Thermik das Segelfliegen unterstützt. Der typische Flug der Fledertiere ist deshalb flatternd und viele Arten wechseln dabei oft die Richtung, um immer wieder Insekten zu schnappen. Man nennt sie deswegen auch Flattertiere und ihren Flug Zickzackflug. Während Vögel ihre Beute mit dem Schnabel oder mit den Füßen greifen, benutzen Fledermäuse dazu auch oft ihre Flughäute.

Skelett und Gebiss einer Fledermaus nach oben

Obwohl sich der Körper einer Fledermaus stark von dem eines Menschen unterscheidet, findet man doch die meisten unserer Knochen auch im Skelett der Fledermaus. Das liegt daran, dass die Fledertiere genau wie wir zu den Säugetieren gehört und daher relativ nahe mit uns verwandt ist. Ihr Insektenfresser-Gebiss unterscheidet sich aber stark von unserem, denn statt Schneide-, Eck- und Backenzähnen hat die Fledermaus viele ungefähr gleichartige, spitze Zähne. Sie eignen sich gut zum Fangen von Insekten, aber nicht zum Abschneiden oder Zermalen von Nahrung.

Das Skelett einer Fledermaus
Bildname
Diese Darstellung des Fledermaus-Skeletts stammt aus dem uralten Buch: "Brehms Tierleben" von 1887.

Zum Sehen benutzen Fledermäuse ihre Ohren nach oben

Das Gehirn einer Fledermaus macht sich auch nachts ein recht genaues Bild von seiner Umgebung. Die dafür erforderlichen Informationen kommen aber nicht von den Augen, sondern von den Ohren. Sie fangen die Echos von Ultraschall-Schreien auf, welche die Fledermaus ausstößt und die von Gegenständen der Umgebung reflektiert werden. Aus dem zeitlichen Abstand zwischen dem Schrei und seinem Echo berechnet das Gehirn der Fledermaus, wie weit der reflektierende Gegenstand entfernt ist.

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Roland Heynkes, CC BY-NC-SA 4.0