Wörterbuch u.a. für in meinem Unterricht verwendete Fachausdrücke mit dem Anfangsbuchstaben H

Roland Heynkes, 7.3.2018

H-Atom = Atom des Elements Wasserstoff

Habitat sagt man heute oft nur noch als ein anderes Wort für Biotop. Früher meinte man damit den typischen Lebensraum einer bestimmten Spezies einschließlich aller abiotischen und biotisch en Umweltfaktoren. Ich finde diese Unterscheidung sinnvoll und schon deshalb wichtig, weil man sie in US-amerikanischen Lehrbüchern immer noch pflegt. Der Begriff Habitat hilft beim Verständnis eines Ökosystems, weil es innerhalb eines Ökosystems viele Habitate gibt. So leben beispielsweise in einem Ökosystem bestimmte Spezies nur im Boden, während andere in der Baumschicht leben. So haben beide Spezies völlig getrennte Habitate innerhalb eines Ökosystems und können daher auch nicht direkt aufeinander treffen. Biozönosen leben daher eigentlich eher in Habitaten zusammen als in Ökosystemen.

Halogene heißen die chemischen Elemente der 7. Hauptgruppe des Periodensystems.

Häm nennt man den Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid bindendenden roten Blutfarbstoff, der von Hämoglobin oder Myoglobin übrig bleibt, wenn man den Proteinanteil entfernt.

Hämatopoese ist eine alternative Schreibweise für Hämopoese.

Hämatopoiese ist eine alternative Schreibweise für Hämopoese.

Hämatoxylin = ein durch Etherextraktion aus dem Holz des südamerikanischen Blutholzbaumes gewonnener Farbstoff, der zur Anfärbung von Zellkernen verwendet wird.

Hämoglobin heißt der Komplex aus 4 Globin genannten Peptidketten und einem Häm.

Hämopoese, Hämatopoese, Hämatopoiese oder Hämopoiese nennt man die Entwicklung aller Blutzellen und Blutkörperchen aus den multipotenten, hämopoetischen Stammzellen. Die hämopoetischen Stammzellen befinden sich fast immer in speziellen Nischen, ohne die sie nach relativ kurzer Zeit ihre Stammzell-Eigenschaft verlieren. Deshalb findet man normalerweise nur sehr wenige Stammzellen im Blut.
Im Blut bleiben Thrombozyten nur 3-10 Tage und die meisten Blutzellen (Erythrozyten nur 30-120 Tage intakt. Die meisten Leukozyten überleben im Blut nur wenige Tage. Aufgrund dieser sehr begrenzten Lebensdauern müssen bei erwachsenen Menschen täglich Milliarden reife Blutzellen neu entstehen. In einem durchschnittlichen Erwachsenen produziert das Knochenmark pro Tag und Kilogramm Körpergewicht schätzungsweise rund 2,5 Milliarden rote Blutkörperchen, 2,5 Milliarden Blutplättchen und 1 Milliarde Granulozyten.
Alle hämopoetischen Tochterzellen, die nicht Stammzellen bleiben können, entwickeln (differenzieren) sich zwischen den Zellteilungen immer weiter zu spezialisierten Zellen oder Blutkörperchen mit unterschiedlichen Aufgaben und entsprechend unterschiedlichem Aussehen. Man nennt die einzelnen Entwicklungslinien der Hämopoese Erythropoese, Thrombozytopoese, Granulopoese und Lymphopoese einschließlich Thymopoese.
Während der menschlichen Embryonalentwicklung beginnt die Hämopoese in sogenannten Blutinseln im Dottersack und wechselt nach einem Monat vorübergehend in die Leber und nach zweieinhalb Monaten zusätzlich in die Milz. In beiden Organen wird die Hämopoese immer stärker, bis sie in der Mitte der Schwangerschaft auch im Knochenmark beginnt. Das Knochenmark übernimmt immer stärker und bis zur Geburt nahezu vollständig die ersten Stufen der Hämopoese. Die T-Zellen reifen allerdings im Thymus und werden vor allem in Lymphknoten aktiviert. Man beachte rechts im Thymus-Kasten die γ-δ-T-Zellen, Natürliche Killer-T-Zellen und Regulatorische T-Zellen als besondere T-Lymphozyten.
Hämopoese
Um einen möglichst realistischen Eindruck vom Aussehen der Zellen des hämopoetischen Systems vermitteln zu können, habe ich von großzügigen Urhebern im Internet frei verfügbar gemachte Bilder kopiert und einzelne Zellen aus den Bildern herausgeschnitten. Danach habe ich die Bildgrößen so angepasst, dass alle gezeigten Bilder im gleichen Maßstab zu sehen sind. Darum zeigt mein Schema die Größen der verschiedenen Zelltypen einigermaßen realistisch relativ zu den roten Blutkörperchen.
Die ursprünglichen Photos von Erythroblast, Normoblast, Retikulozyt, Erythrozyt, Myelozyt, Metamyelozyt, Lymphozyt, Monozyt, Megakaryoblast, Megakaryozyt und natürliche Killerzelle habe ich aus: Blue Histology - Blood von der School of Anatomy and Human Biology - The University of Western Australia.
Aus der Sammlung der Wikimedia stammen die Bilder von Myeloblast, Promyelozyt, neutrophiler Granulozyt, Eosinophiler Granulozyt, basophiler Granulozyt, Meerschweinchen-Makrophage, dendritischer Zelle (computeranimiertes Bild), T-Lymphozyt, Mastzelle, Plasmazelle und Monoblast, wobei letzteres ein Bild von einem Leukämie-Patienten ist. Mein Bildausgeschnitt entspricht aber Bildern normaler Monoblasten, die ich nicht verwenden darf.
Bei Wikidoc fand ich ein unter der creative commons Lizenz CC BY-SA 3.0 freigegebenes Foto von einem Promonozyten (drittletztes Bild).

hämopoetisch = die Hämopoese oder allgemeiner das Blut betreffend oder zum Blut gehörend

hämopoetisches System nennt man die Summe aller Organe (Knochenmark, Milz, Thymus und Lymphknoten) die an der Hämopoese beteiligt sind. Viele Fachleute bezeichnen aber auch die Zellen des Blutes und des Immunsystems als hämopoetisches System. Weil die hämopoetischen Zellen und die hämopoetischen Organe eng zusammen gehören, also ein System bilden, gehören nach meinem Verständnis beide Teile zum hämopoetischen System.

Hämopoiese ist eine alternative Schreibweise für Hämopoese.

Hanf (pdf) oder Cannabis heißt eine Pflanzen-Gattung in der Familie der Hanfgewächse. Hanf zählt seit weit mehr als 5000 Jahren zu den wertvollsten Nutz- und Heilpflanzen der Menschheit. Von der Wurzel bis zu den Blüten gibt es keinen Teil der Hanf-Pflanze, aus dem man nicht für den Menschen sehr nützliche Produkte herstellen kann. Außerdem produzieren Hanf-Pflanzen mehr Biomasse als jede andere heimische Nutzpflanze, denn sie können vier Meter hoch werden. Weil sie so schnell und üppig wachsen, lassen sie schon nach wenigen Tagen so wenig Licht durch, dass andere Pflanzen (sogenannte Unkräuter) auf Hanf-Feldern keine Chance haben. Dadurch wird auf einem Hanf-Feld der Boden vor Austrockung und Erosion durch Hitze und Wind geschützt. Da Hanf-Pflanzen äußerst Schädlingsresistent sind, werden beim Anbau von Hanf keinerlei Pestizide benötigt. Indirekt spart das auch Energie, weil die Produktion, der Transport und die Anwendung von Pestiziden viel Energie verbrauchen. Für den Hanf-Anbau müssen Bauern kein teures Saatgut kaufen, denn sie können es leicht selber züchten.

Die Hanf-Pflanze treibt ihre Wurzeln bis zu 140 cm tief in den Boden. Dadurch lockern Hanf-Pflanzen die Erde auf, düngen sie mit abgestorbenen Wurzeln nachhaltig und halten sie fest. Im Gegensatz zu anderen Kulturpflanzen und dem in in dieser Hinsicht besonders schädlichen Mais-Anbau verbessert der Anbau von Hanf daher die Bodenfruchtbarkeit und ist auch auf sehr schlechten Böden möglich. Schon beim Anbau ist daher die Ökobilanz der Nutzpflanze Hanf unschlagbar. Umso bedauerlicher ist darum, dass ein fanatischer und krimineller Rassist im Dienst der US-Regierung mit verlogener Propaganda ein weltweites Verbot des Hanf-Anbaus und sogar der medinizischen Nutzung von Hanf-Produkten durchsetzen konnte.

Männliche Hanf-Blüten lassen ihren Pollen einfach durch den Wind zu den weiblichen Blüten transportieren. Das von unserer konventionellen Landwirtschaft verschuldete große Insektensterben ist daher für Hanf-Bauern kein Problem. Hanf-Anbau ist gut für die Insekten, weil er ohne Gift auskommt und weil sich Insekten von dem Pollen ernähren, den die männlichen Hanf-Blüten produzieren. Nur auf Nektar müssen die Insekten bei Hanf-Pflanzen verzichten und rein weibliche Blüten bringen ihnen natürlich gar nichts.

Cannabis sativa
Cannabis sativa in der Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz (1885) von Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé, eingescannt von Kurt Stüber für die Biolib, GNU-Lizenz für freie Dokumentation

Viel schwieriger als Zucht und Anbau sind das Ernten und die Verarbeitung von Hanf. Das beginnt schon damit, dass ursprünglich die allermeisten Hanf-Pflanzen alter Sorten entweder nur in Trauben angeordnete weibliche oder ausschließlich lose in Rispen angeordnete männliche Blüten bildeten. Das war ein Problem, weil männliche Hanf-Pflanzen viel kleiner bleiben und dafür früher reif sind. Deshalb müsste man eigentlich zweimal ernten, was aber arbeitsintensiv und daher heute in Europa unwirtschaftlich ist. Aus den wenigen schon immer vorkommenden Zwitter-Pflanzen züchtete man deshalb neue Zuchtlinien mit weiblichen und männlichen Blüten an jeder Pflanze. Weil legaler Hanf-Anbau in Europa hauptsächlich für die Faser-Produktion erfolgt, wachsen auf europäischen Feldern heute fast nur noch Hanfsorten, bei denen alle Pflanzen Zwitter sind und daher alle gleich wachsen. Allerdings sind diese Sorten viel weniger produktiv.

Schwierig ist auch die maschinelle Verarbeitung der geernteten Pflanzen. Dafür sind aber auch die Eigenschaften aus Hanf-Fasern gefertigter Produkte bemerkenswert. Im Mittelalter wäre ohne die besondere Zugfestigkeit der Hanffasern die Herstellung der englischen Langbögen nicht möglich gewesen, die aufgrund ihrer extremen Durchschlagskraft das Zeitalter der Ritter beendeten. Aufgrund der besonderen Haltbarkeit von Hanf-Papier sind Gutenberg-Bibeln von 1455 und die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776 bis heute erhalten. Hanfseile und Segeltuch aus Hanf sind besonders widerstandsfähig gegenüber Salzwasser und nehmen weniger Wasser auf als beispielsweise Baumwolle, die bei Regen viel zu schwer wird. Und im Gegensatz zu Flachsleinen verrottet nasser Hanf nicht. Deshalb war Hanf nicht nur bis zur Erfindung von Kunststoffen unentbehrlich für die Herstellung von Segeln und Kleidung, sondern bis heute verwenden Installateure Hanf zur Abdichtung von Schraubverbindungen zwischen Wasserrohren. Inzwischen können europäische Bauern bei weitem nicht den Bedarf decken, weil so viele europäische Unternehmen Hanf als Basis für Baumaterial, Farben, Lacke, Waschmittel, Schampoo, Papier und vieles mehr verarbeiten.

Hanffasern
anonym, GNU-Lizenz für freie Dokumentation

Hanf ist auch eine Ölpflanze. Aufgrund ihres hohen Fettgehaltes werden Hanf-Samen gerne Futtermitteln beigemischt. Das macht sie auch interessant als Nahrungs-Pflanze. Traditionell galt aber das Interesse an Hanf-Öl eher den darin enthaltenen Cannabinoiden, Terpenoiden und anderen flüchtigen Substanzen. Hanf-Öl wird fast ausschließlich von haarähnlichen Strukturen auf den Kelchblättern und Tragblättern weiblicher Blüten produziert. Die getrockneten, meist zerkleinerten harzhaltigen Blütentrauben und blütennahen, kleinen Blätter der weiblichen Pflanze werden nach dem Trocknen zu umgangssprachlich Gras genanntem Marihuana. Das aus den weiblichen Blüten extrahierte Harz wird zu Haschisch oder Haschisch-Öl weiterverarbeitet. In Deutschland ist Cannabis die am häufigsten konsumierte illegale Droge. Hauptverantwortlich für die Wirkung als Droge sind das Cannabinoid Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). THC beeinflusst unter anderem das Zentralnervensystem des Menschen. Es wirkt entspannend, beruhigend und hilft gegen Brechreiz. Diese Wirkungen zeigen schon, das THC nicht nur als weiche Droge, sondern auch als Wirkstoff von Medikamenten interessant ist. Die Hanf-Pflanze ist von Natur aus auch eine eigentlich unverzichtbare Heilpflanze, auf die z.B. Menschen mit starken Dauerschmerzen dringend angewiesen sind. Viel zu lange haben aber Politiker fast nur die Bedeutung als Droge beachtet und die medizinische Wirkung ignoriert. Von den Züchtern hat man deshalb verlangt, dass sie für die Produktion von Hanffasern Pflanzen züchteten, die lediglich minimale Mengen des Wirkstoffs THC enthalten.

weibliche Cannabis-Blüte
anonym, GNU-Lizenz für freie Dokumentation

Einen vernünftigen Grund für die ökologisch nicht zu verantwortenden Anbauverbote gibt es daher schon lange nicht mehr. Der Anbau etlicher Hanf-Sorten mit sehr geringer THC-Produktion ist längst wieder erlaubt. Für die Herstellung von Medikamenten braucht man aber auch Hanf-Pflanzen mit hohen Konzentrationen medizinisch wirksamer Substanzen. Weil deren Produktion und Besitz trotz ihrer verglichen mit den legalen Drogen Alkohol und Tabak geringen Gefährlichkeit verboten sind, lässt sich mit illegalem Cannabis-Anbau immer noch viel Geld verdienen, was wiederum kriminelle Menschen anlockt. Es wäre klüger, einen kontrollierten legalen Cannabis-Anbau zu fördern. Vor allem aber ist es unmenschlich und verantwortungslos, dass die Kriminalisierung von Anbau und Vertrieb mediznisch wirksamer Cannabis-Pflanzen leidenden Patienten den Zugang zu Hanf-Medikamenten in Deutschland bis heute massiv erschwert bzw. verteuert.

Beschreibungen harntreibender, Blutungen stillender, abschwellender oder entgiftender sowie Sehnenzerrungen, Hautausschläge, Entzündungen, Gicht, Verbrennungen, akute und chronische Schmerzen lindernder Wirkungen aus Cannabis-Wurzeln hergestellter Breie, Sude, Säfte oder Scheiben nach Geburten, bei Prellungen, Knochenbrüchen, Operationen, Unfällen, Krankheiten oder Skorpionstichen gehören zu den ältesten schriftlichen Überlieferungen der Menschheit überhaupt. Im 18. Jahrhundert empfahlen Ärzte Hanf-Wurzeln außerdem zur Behandlung Ischias, Hüftgelenkschmerzen, Inkontinenz und Geschlechtskrankheiten. In Argentinien wurden Cannabis-Wurzeln traditionell zur Behandlung von Fieber, Durchfall und Magenleiden angewendet. Heute gibt es Hanf-Wurzel-Präparate als Bodylotions, Salben, Lippenbalsame, Massage-Öle oder Sprays, die bei Psoriasis, Ekzeme, Arthritis, Gelenkschmerzen und Fibromyalgie helfen sollen. Hanf-Wurzeln enthalten geringe Mengen von Terpenen, Alkaloiden und diversen anderen sekundären Pflanzenstoffen. Darunter auch das antioxidative und anscheinend die Leber schützende Friedelin, das in Studien Antitumor-Effekte zeigende Epifriedelinol und mehrere mutmaßlich Krebszellen in den Selbstmord treibende Ketone aus pentazyklischen Triterpenen. Außerdem sollen sie Entzündungen, Schmerzen und bakterielle Infektionen lindern sowie harntreibende und das Immunsystem beeinflussende Eigenschaften haben. Die beiden überall in der Hanf-Pflanze gefundenen Alkaloide Piperidin und Pyrrolidin können in hohen Dosierungen stark toxisch wirken, doch in kleineren Dosierungen besitzen sie nachweislich verschiedene Heilwirkungen und werden für die Herstellung verschiedener Medikamente verwendet. Als Kandidaten für möglicherweise medizinische relevante Inhaltsstoffe fand man in Hanf-Pflanzen außerdem in kleinen Mengen Cholin und Atropin

Gut dokumentiert und nachgewiesen ist die Wirksamkeit des Cannabis in der Schmerztherapie, bei multipler Sklerose, Übelkeit, Erbrechen sowie chronischer Schwäche von Herz oder Lunge. Viele Studien weisen auf das arzneiliche Potential von medizinischem Cannabis bei gewissen Krebsformen, psychiatrischen Symptomen (z. B. Schlafstörungen, Angststörungen, ADHS, bipolare Störungen, schizophrene Psychosen, endogene Depressionen), entzündlichen Schmerzsyndromen (z. B. Colitis ulcerosa, Arthritis), sowie bei Autoimmunkrankheiten (z. B. Morbus Crohn) hin. Die Erforschung medizinischer Wirkungen von Cannabis-Wikstoffen steht aber erst am Anfang. Möglicherweise erhöht Cannabis-Konsum das Risiko, an einer Schizophrenie zu erkranken. In hohen Dosierungen oder zu häufigem Genuss können die Hanf-Alkaloide die Magenschleimhaut reizen und insbesondere Pyrrolidin und Piperidin Reizungen der Haut, der Schleimhäute und der Lungen hervorrufen und sogar Lebervergiftungen verursachen.

Haploid heißt einfacher oder halber Chromosomensatz im Gegensatz zum doppelten oder vollen (diploiden) Chromosomensatz. Im haploiden Genom kommt jedes Gen nur einmal vor.

Haschisch, Hasch oder Shit nennt man eine für Erwachsene wenig schädliche, für viele Schwerkranke sogar sehr nützliche Droge, die man deshalb zu den sogenannten weichen Drogen zählt. Hergestellt wird sie aus den Marihuana (auch Gras oder Weed) genannten Blüten und den angrenzenden kleinen Blättchen weiblicher Hanf-Pflanzen, die den Rohstoff durch besondere Drüsen als eine Art Harz ausscheiden. Oft wird Haschisch geraucht, man kann es aber auch unter Speisen mischen. Für Kinder und Jugendliche ist Haschisch nicht ungefährlich, weil es die Entwicklung ihrer Gehirne stört.

Harvester heißt auf Englisch nichts anderes als Ernter. Das kann ein menschlicher Erntehelfer sein oder eine Erntemaschine. In Deutschland wird dieser Begriff aber hauptsächlich benutzt, wenn es um große Maschinen geht, die in Sekunden Bäume fällen, entasten und in handliche Stücke zersägen.

Hauptgallengang oder Ductus choledochus nennt man den Gallengang ab der Vereinigung der Ausführungsgänge von Leber und Gallenblase bis zu seinem Ausgang in den Zwölffingerdarm.

Hauptgruppe nennt man eine mit der ersten oder zweiten Periode beginnende Spalte des Periodensystems. In jeder Hauptgruppe stehen chemische Elemente mit gleicher Anzahl von Valenzelektronen und deshalb ähnlichen Eigenschaften untereinander. Besonders deutlich ist dies bei den Alkalimetallen (1. Hauptgruppe), Erdalkalimetallen (2. Hauptgruppe), Halogenen (7. Hauptgruppe) und Edelgasen (8. Hauptgruppe).

Hauptnahrungsmittel nennt man die Nahrungsmittel, von denen sich bestimmte Menschen hauptsächlich ernähren.

Haustier nennt man nicht ein einzelnes Tier, das in einem Haus lebt. Obwohl viele Vogelspinnen und Schlangen in Wohnungen gehalten werden, sind das Wildtiere und keine Haustiere. Als Haustiere bezeichnet man in der Biologie und traditionell im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch ganze Tierarten oder genauer Rassen und Angehörige dieser Rassen, die seit Generationen von Menschen gezüchtet werden und die dadurch ihre ursprüngliche Scheu vor den Menschen verloren haben. Typisch für Haustiere ist auch, dass durch unterschiedliche Zuchtziele innerhalb der Haustier-Arten verschiedene Rassen entstanden sind. Diese drei Merkmale treffen nicht nur auf im Haus gehaltene Haustiere wie den Goldhamster zu, sondern auch auf die Goldfische im Gartenteich, Rinder, Pferde und Schweine im Stall und sogar Honigbienen im Wald. Eine wirklich klare Grenze zwischen Wildtieren und Haustieren gibt es allerdings nicht. Es gibt Tierarten wie den Damhirsch, bei denen es trotz einer Zucht über viele Generationen nicht vollständig gelungen ist, aus einer scheuen Wildtierart eine zahme Haustierrasse zu züchten. Und es gibt Wildtier-Arten wir den Fuchs, aus dem sich in einer russischen Pelztierfarm schon nach wenigen Generationen eine Rasse entwickelt hat, die man aufgrund ihrer Schlappohren, geflecktem Fell, reduzierter Aggressivität und geringer Scheu vor Menschen schon fast als Haustier bezeichnen könnte. Das sehr wahrscheinlich älteste und den Menschen am besten verstehende Haustier des Menschen ist der Hund. Aber obwohl Hunde und Wölfe normalerweise als verschiedene Tierarten betrachtet werden, sind Hunde eigentlich auch nur zahme Wolfsrassen, weil Hunde immer noch fruchtbare Nachkommen mit Wölfen haben können. Und andererseits haben sich einige Hunderassen hinsichtlich ihrer Größe inzwischen derart weit auseinander entwickelt, dass eine Paarung auf natürlichem Wege gar nicht mehr möglich ist. Insofern ist die Haustierart Hund bereits auf dem Weg zur Aufspaltung in mehrere Hundearten (Spezies).

Hebel nennt man in Naturwissenschaft und Technik einen mechanischen Kraftwandler, der aus einem starren Körper besteht, welcher um einen Drehpunkt drehbar ist. Man unterscheidet einseitige Hebel wie den klassischen Nussknacker von zweiseitigen Hebeln wie den Wippen auf Kinderspielplätzen. Bei Nussknackern und anderen einseitigen Hebeln ist der Drehpunkt ganz am Ende des starren Körpers. Der Nussknacker ist gleichzeitig ein Beispiel für einen Doppelhebel, weil an seinem Gelenk zwei starre Körper (Griffe) hängen, zwischen denen die Nuss geknackt wird. Bei Wippen befindet sich der Drehpunkt in der Mitte der Stange. Sitzen beide Kinder ganz außen, dann hebt immer das schwerere das leichtere Kind hoch. Rutscht allerdings das schwerere Kind nach vorne in Richtung Gelenk, dann stellt sich an einem bestimmten Punkt ein Gleichgewicht ein, bei dem beide Kinder gleich schwer zu sein scheinen. Wer weiter vom Drehpunkt entfernt ist, kann auf der anderen Seite ein größeres Gewicht anheben. Umgangssprachlich sagt man auch, jemand sitze am längeren Hebel. Bewegt man die längere Seite eines unsymmetrisch gelagerten Hebels, dann bewegt sich auf der anderen Seite des Drehpunktes die kürzere Seite des Hebels weniger weit, aber dafür mit größerer Kraft. Und dieser Effekt ist das, was man allgemein Hebelwirkung nennt. So kann man beispielsweise mit einer Brechstange Türen aufbrechen, weil man die kurz vor dem Ende gebogene Brechstange ganz nah an der Türe auf dem Türrahmen abstützt und so am Knick einen Drehpunkt erzeugt, welcher die Stange in eine sehr kurze und eine viel längere Seite unterteilt.

Hebelwirkung nennt man in Naturwissenschaft und Technik den Effekt, dass sich eine eigentlich nicht ausreichende Kraft durch einen asymmetrisch gelagerten Hebel enorm verstärken lässt.

Hefe nennen Biologen jeden einzelligen Pilz. Hefen vermehren sich durch Zellteilung oder Knospung. Schon seit Jahrtausenden verwenden Menschen Hefen für die Herstellung von alkoholischen Getränken und Brot.

Hektar ist eine in der Land- und Forstwirtschaft gebräuchliche Maßeinheit für eine Fläche. 1 Hektar = 100 Ar. Das Hekt in Hektar ist wie das Hekto in Hektoliter ein Präfix (Vorsatz), der vom griechischen Wort hektacon für 100 kommt.

Helikase nennen Biologen ein Enzym, das in jeder Zelle vorkommt. Natürlich gibt es viele Varianten von DNA- und RNA-Helikasen. Ihre Aufgabe ist es, die Wasserstoffbrückenbindungen von Basenpaaren zwischen oder innerhalb von Nukleinsäure-Doppelsträngen zu lösen. Dies trent doppelsträngige Bereiche und ermöglicht Replikation, Transkription, DNA-Reparatur und Rekombination. Sie sind außerdem fast immer beteiligt, wenn irgendwo in der Zelle eine RNA benutzt oder bearbeitet wird.

Helix nennen Biologen ein kettenförmiges Makromolekül, das sich mit konstanter Steigung um den Mantel eines Zylinders zu winden scheint. Es ist wie das Gewinde einer Schraube ohne den Kern der Schraube. Helices (Plural von Helix) kennen wir als spiralige Bereiche in den Aminosäureketten von Proteinen sowie als die bekannteste Form eines DNA-Einzelstranges. Denkt man sich in Achse einer Helix und dreht sie sich vom Betrachter wegführend nach rechts (im Uhrzeigersinn), dann nennt man sie rechtsgängig, andernfalls linksgängig.

Hemisphäre bedeutet allgemein Halbkugel. Speziell bezeichnet man so die jeweils zwei Hälften von Endhirn (Telencephalon) und Kleinhirn (Cerebellum). Die Hemisphären des Endhirns (Telencephalon) werden jeweils in 4 Hirnlappen genannte Bereiche unterteilt. Man unterscheidet Stirnlappen (Frontallappen), Schläfenlappen (Temporallappen), Scheitellappen (Parietallappen) und Hinterhauptslappen (Occipitallappen). Zwischen Scheitel- und Schläfenlappen faltet sich die Großhirnrinde in einer tiefen Furche, der sylvischen Fissur (Sulcus lateralis) nach innen in die Tiefe des Gehirns (Encephalon). Dort breitet sie sich als sogenannte Insel oder auch Insellappen (Insula) aus.

Hensen-Zone = etwas hellere, weil nur aus Myosin-Fibrillen bestehende Zone in der Mitte der aus Actin- und Myosin-Fibrillen bestehenden dunklen A-Bande im Sarkomer gestreifter Muskeln

Hertz (mit dem Einheitenzeichen Hz) nennt man nach dem deutschen Physiker Heinrich Hertz die abgeleitete SI-Einheit für die Frequenz. Sie gibt die Anzahl sich wiederholender Vorgänge pro Sekunde in einem periodischen Signal an.

Herzschlag nennt man die Kontraktion des Herzens.

Heterogenität = Unterschiedlichkeit, Uneinheitlichkeit

heterotroph = abhängig von organisch-chemischen Molekülen als Quellen chemischer Energie

Heterozygot bezüglich eines Genes ist ein Individuum, wenn es von Vater und Mutter zwei unterschiedliche Varianten geerbt hat.

Hexose nennt man einen Zucker mit 6 Kohlenstoff-Atomen.

Hierarchie = Rangfolge

hintere Augenkammer = Camera posterior bulbi

Hippocampus = Ammonshorn oder Seepferdchen genannter, zum limbischen System gehörender halbmondförmiger Längswulst am Unterhorn des Seitenventrikels im Gehirn

Hirnrückenmarksflüssigkeit = Zerebrospinalflüssigkeit oder Liquor cerebrospinalis

Hirnstamm = Truncus encephali oder Truncus cerebri

Hirntod ist ein juristisch scheinbar klar definierter, biomedizinsch aber ganz und gar nicht klarer und nicht wirklich verstandener Zustand zwischen Leben und Tod. Gemeint ist eine nicht mehr zu reparierende, endgültige Schädigung des gesamten Gehirns, die das Ende einer menschlichen Person bedeutet, auch wenn der restliche Körper mit Geräten weiter am Leben erhalten werden kann. Erfunden wurde diese Definition des Todes, um entscheiden zu können, wann man einem sterbenden Menschen Organe entnehmen darf. Das Problem ist nur, dass wir den menschlichen Organismus" und insbesondere unser Gehirn längst noch nicht gut genug verstehen, um ganz sicher sagen zu können, ob eine schwere Schädigung des Gehirns von unseren Selbstheilungskräften wirklich nicht mehr repariert werden kann und ob ein Mensch mit kaputtem Gehirn wirklich tot ist. Es kann Jahre dauern, bis bei einem sogenannten Hirntoten das Herz aufhört zu schlagen. Außerdem ist die Grenze zwischen Hirntod und Koma fließend und alles andere als einfach feststellbar. Meistens werden aber nicht einmal alle möglichen Untersuchungen durchgeführt. Es ist nicht einmal ganz sicher, dass Hirntote wirklich nichts mehr empfinden können. Man bekommt da erhebliche Zweifel, wenn man sich mit sogenannten Nahtodeserlebnissen beschäftigt.

Hirnventrikel = sind mit Liquor cerebrospinalis gefüllte Kammern des Gehirnes.

Histologie = Wissenschaft von den Geweben des Körpers

histologisch = die Histologie betreffend, aber auch die mikroskopische Untersuchung von Gewebeschnitten

Histon = in Zellkernen an die DNS gebundene Gruppe basischer Proteine mit regulierender Funktion in der Proteinsynthese

Histopathologie = Wissenschaft von den krankhaften Veränderungen pflanzlicher und tierischer Gewebe

histopathologisch = die Histopathologie betreffend, aber auch mikroskopische Diagnosestellung aufgrund typischer Veränderungen im Gewebe

HLA ist die Abkürzung für Human Leukocyte Antigen oder humanes Leukozyten-Antigen. Andere Namen dafür sind Histokompatibilitätsantigen und Transplantationsantigen, weil es sich um Protein-Komplexe auf Zelloberfläche handelt, die aufgrund ihrer enormen Variabilität bei Organ-Transplantationen Probleme machen. Bei anderen Tierarten werden die HLA als MHC bezeichnet. Von der Funktion her kann man die HLA bzw. MHC auch einfach Präsentierteller (MHC-1-Präsentierteller oder MHC-2-Präsentierteller) nennen.

Hochmoor oder Regenmoor nennt man ein extrem nasses und Nährstoff-armes, von Moosen dominiertes Ökosystem, dessen Wasserversorgung nur über Regen erfolgt, weil es aufgrund ununterbrochenen Wachstums der Moose höher als die Umgebung liegt.

Hochwald nennt man einen Wald mit großen Bäumen, die nur einem dicken Stamm besitzen.

Holoenzym nennt man einen Komplex aus Apoenzym und Coenzym, die zusammen ein enzymatisch wirksames Enzym bilden.

Holz nennt man das relativ biegsame sowie zug- und druckfeste Material in Stämmen, Ästen und Zweigen von Bäumen und Sträuchern. Es entsteht aus den Zellen, die durch Zellteilung auf der Innenseite der Kambium genannten Wachstumsschicht unter der Rinde entstehen. Sie bilden zuerst junges Splintholz (Xylem) mit den Wasserleitungen, die Wasser und Mineralstoffe von der Wurzel zu den Blättern bringen. In den ersten Monaten bauen die Holzzellen Lignin in ihre Zellwände ein und machen sie damit sehr stabil. In den folgenden Jahren wächst außen immer neues Holz dazu und die neuen Wasserleitungen ersetzen die älteren. Letztere verlieren zunehmend ihre Funktionsfähigkeit und bei vielen Baumarten produzieren nun die alten Holzzellen Gerbstoffe oder andere Stoffe, die das Holz vor Pilzbefall und anderen Parasiten schützen sollen. Das Holz wird dadurch in der Stammmitte dunkler und man nennt es dann Kernholz.

Holzkohle nennt man verkohltes Holz. Sie wurde früher von Köhlern und wird noch heute beispielsweise zum Grillen hergestellt, indem man trockenes Holz in einem Raum ohne Luftzufuhr so stark erhitzt, dass es in Anwesenheit unbegrenzter Mengen von Sauerstoff verbrennen würde. So aber kann der wenige vorhandene Sauerstoff nur die Bestandteile des Holzes verbrennen, die durch die Erhitzung gasförmig werden und aus dem Holz heraus kommen. Weil sie in der Holzkohle fehlen, entstehen beim Verbrennen von Holzkohle kaum Flammen. Holzkohle verbrennt außerdem mit einer höheren Temperatur als Holz, weil während der Verkohlung die Kohlenstoff-Konzentration zunimmt, weil die leichter gasförmig werdenden chemischen Verbindungen mehr von den anderen chemischen Elementen enthalten.

homogen = einheitlich, aus gleichartigen Komponenten zusammengesetzt

Homogenat = einheitlich beschaffene und normalerweise fein zerkleinerte Masse

homogenisieren = ein Homogenates herstellen

Homogenisierung = Herstellung eines Homogenates

Homoiotherm oder gleichwarm nennt man Tiere, die ihre Körpertemperaturen hauptsächlich mithilfe ihres Stoffwechsels aktiv möglichst konstant halten. Manche bezeichnen auch Tiere als homoiotherm (im weiteren Sinne), deren Körpertemperaturen lediglich aufgrund konstanter Umgebungstemperaturen konstant sind.

homolog = verwandt, mit gleicher Herkunft/Abstammung

Homöostase nennen Biologen die Aufrechterhaltung eines Gleichgewichtszustandes bzw. Fließgleichgewichts eines offenen dynamischen Systems durch einen internen regelnden Prozess (Selbstregulation). Lebewesen sind solche Systeme, die beispielsweise ihre Körpertemperaturen oder Konzentrationen von Wasser, Salzen, Gasen oder Nährstoffen in einigermaßen konstanten Fließgleichgewichten halten, indem sie Verbrauch und Zufuhr ausgleichen.

Homoiothermie, Homöothermie, Homothermie, Idiothermie, Endothermie oder einfach Warmblütigkeit nennt man die Eigenschaft der Warmblüter (Thunfische, Vögel, Beuteltiere und moderne Säugetiere), über mehr oder weniger breite Umwelt-Temperaturbereiche die KörperinnenTemperatur beispielsweise durch Wärmeisolationsschichten, Muskelzittern oder Schwitzen relativ konstant zu halten. Vorteile der Warmblütigkeit sind trotz unterschiedlicher Umgebungstemperaturen gleichbleibende Lebensvorgänge sowie die Möglichkeit, im Verlauf der Evolution die Temperaturoptima aller Enzyme für die gleichbleibende Körpertemperatur zu optimieren. Ein Nachteil homoiothermer Tiere ist, dass sie ständig Energie abgeben und deshalb wesentlich mehr Nahrung als wechselwarme (poikilotherme) Tiere benötigen.

Homozygot bezüglich eines Genes ist ein Individuum, wenn es von Vater und Mutter zwei identische Versionen geerbt hat.

horizontale Übertragung = Ausbreitung einer Krankheit innerhalb einer Population (Herde) durch direkte oder indirekte Krankheitsübertragung von Tier zu Tier

Hormone sind in vielzelligen Lebewesen von bestimmten Zellen produzierte Wirkstoffe, die innerhalb von Geweben durch Diffusion (Gewebshormone) oder bei Tieren durch den Blutkreislauf zu anderen Zellen gelangen, auf oder in denen sie von passenden Rezeptoren gebunden werden und Reaktionen auslösen, die spezifisch für die jeweilige Zielzelle sind. So können verschiedene Zielzellen auf das selbe Hormon ganz unterschiedlich reagieren. Meistens wirken Hormone als Botenstoffe in Regulationssystemen.

Hormondrüse = Hormone produzierende Drüse.

Hormonsystem oder endokrines System heißt ein Organsystem zur Steuerung vieler Körperfunktionen durch über 30 verschiedene, von Hormondrüsen produzierte Hormon. Viele Hormone gelangen durch das Blut zu ihren Zielzellen. Es gibt aber auch Gewebe-Hormone, die nur auf ihre Nachbarzellen wirken.

Hornhautgrenze = Limbus cornea oder Limbus sclerae

Hortega-Zelle = kleine, mobile, zur Phagozytose fähige Neuroglia-Zellen mit vielen, dünnen, verzweigten Fortsätzen

HSC ist eine gebräuchliche Abkürzung für multipotente (Manche nennen sie auch pluripotent.) hämopoetische Stammzellen. Es gibt nur relativ wenige von ihnen und die meisten teilen sich nur relativ selten. Sie können nur in bestimmten Nischen Stammzellen bleiben und nur eine von zwei Tochterzellen findet darin Platz. Der anderen Tochterzelle droht der Verlust der Unsterblichkeit, wenn sie keine andere freie Nische findet. So bleibt die Zahl der Stammzellen nahezu konstant. Nach dem Verlust der Stammzellfähigkeit nennt man die Nachkommen der zweiten Stammzell-Tochterzellen multipotent progenitors (MPP) oder multipotente Vorläuferzellen.
Wie fast immer in der Biologie ist die Sache natürlich auch in diesem Fall in Wirklichkeit sehr viel komplizierter. Unter anderem werden immer neue Untergruppen (Subtypen) von hämopoetischen Stammzellen (HSC) entdeckt. So wird inzwischen zwischen Langzeit- und Kurzzeit-Stammzellen unterschieden. Und man konnte nachweisen, dass es Stammzellen gibt, in denen bereits einzelne von den Genen aktiv sind, die eigentlich typisch für bestimmte spezialisiertere Zelltypen sind. Das bedeutet auch, dass aus der zweiten Tochterzelle der ursprünglichen Stammzelle nicht unmittelbar und nicht nur ein einziger multipotenter Progenitor (MPP) entsteht, sondern durch mehrere Zellteilungen entstehen mehrere MMP. Die Notwendigkeit der flexiblen Regulierbarkeit der Hämopoese spricht außerdem dafür, dass die Zahl der Zellteilungen zwischen der Langzeit-hämopoetischen Stammzelle und dem multipotenten Progenitor nach Bedarf flexibel eingestellt werden kann.

Hülsenfrüchte sind eine Familie von Pflanzenarten, bei der die Früchte in Hülsen stecken. Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Sojabohnen und Erdnüsse sind wichtig für die menschliche Ernährung, weil sie keine Stickstoff-Düngung benötigen und besonders viel wertvolles Eiweiß enthalten. Das macht auch die Hülsenfrüchte Klee und Lupinen zu wertvollem Tierfutter. In vielen Hülsenfrüchten reichlich enthaltene besondere Zucker können allerdings Blähungen verursachen, weil sie in den meisten Menschen erst im Dickdarm von Bakterien verdaut werden.

Human Microbiome Project heißt ein mit einem Gesamtbudget von 115 Millionen Dollar von den Nationalen Gesundheitsinstituten (NIH) des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums initiiertes Fünf-Jahres-Projekt, mit dem Ziel der Identifizierung und Charakterisierung des menschlichen Mikrobioms sowie seiner Bedeutung für Gesundheit oder Krankheit des Menschen. Von 2008 bis 2012 wurden etwa 5000 Proben von rund 240 Erwachsenen wurden untersucht. Aufgrund bisheriger Ergebnisse schätzen Forscher, dass in und auf Menschen ungefähr 10.000 Mikroben-Spezies leben, die insgesamt über Gene für rund 8 Millionen Proteine verfügen.

Humus nennt man das aus zersetzten Lebewesen gebildete organische Material im Boden.

Humusbildung geschieht durch die Zersetzung toter Tiere und Pflanzen sowie herab gefallener Blätter durch Destruenten wie Fliegen, Regenwürmer, Pilze und Bakterien. Aber auch Kot trägt zur Humusbildung bei.

Die Hundsche Regel (der größten Multiplizität) besagt, daß energetisch identische Orbitale zunächst alle mit nur einem Elektron besetzt und erst danach mit einem zweiten Elektron gefüllt werden.

Hutewald, Hudewald oder Hutung ist ein von landwirtschaftlichen Nutztieren als Weide genutzter Wald. Weil die Weidetiere ständig die jungen Bäume fressen, haben Hutewälder ein Verjüngungsproblem.

Hybrid nennen Biologen Lebewesen, die durch eine Kreuzung zweier Arten oder Rassen entstanden. Kreuzungen zwischen zwei Rassen einer Spezies sind fruchtbar, während Spezies-Hybride aus zwei verschiedenen Tier- oder Pflanzenarten oft unfruchtbar sind. Eigentlich müssten Mischlinge von Eltern unterschiedlicher Arten immer unfruchtbar sein, weil es sonst keinen richtigen Unterschied zwischen Arten und Rassen gibt. Aber natürlich können sich Biologen auch bei den Begriffen Spezies und Rasse nicht auf einheitliche und eindeutige Definitionen einigen.

Hybridisierung nennt man die Bildung eines Hybrids. In der klassischen Biologie sind mit Hybriden Mischlinge gemeint, die durch Kreuzung verschiedener Gattungen, Arten, Unterarten, Rassen oder Zuchtlinien entstehen. Molekularbiologen sprechen von einer Hybridisierung, wenn zwei Nukleinsäure-Einzelstränge aneinander binden. Und in der organischen Chemie spricht man von Hybridisierung, wenn sich die Formen unterschiedlicher Orbitale eines Atoms angleichen, indem sie eine mathematisch vorhersagbare Mischform namens Hybridorbital bilden.

Hybridomzelle = durch Fusion aus einer Myelomzelle und einem B-Lymphozyten entstandene Zelle, die einen monoklonalen Antikörper produziert und in Zellkultur praktisch beliebig lange vermehrt werden kann.

Hybridorbital nennen Chemiker besonders gut für chemische Bindungen geeigneten Orbitale, die durch rechnerische Mischung verschiedener Arten von Orbitalen entstehen. So mischt z.B. Kohlenstoff im linearen Äthylen-Molekül sein s-Valenzorbital (2s) mit einem seiner drei p-Valenzorbitale, um zwei einen 180°-Winkel bildende sp-Hybridorbitale zu erhalten. Dreieckig planare Moleküle mit 120°-Winkeln bildet Kohlenstoff aus drei gleichartigen sp2-Hybridorbitalen, in welchen er die Eigenschaften seines 2s-Valenzorbitals mit denen zweier p-Valenzorbitale kombiniert. Um vier Nachbaratome tetraedrisch an sich binden zu können, bildet Kohlenstoff vier sp3-Hybridorbitale aus seinem 2s-Valenzorbital und seinen drei p-Valenzorbitalen.Ansehen kann man sich die seltsamen Formen von Orbitalen und Hybridorbitalen unter anderem in meinem Lerntext Orbitale und Hybridorbitale.

Hydra heißt eine kleine, in Süßwasser lebende Tierart. Es handelt sich um kleine Polypen können selbstverständlich gefressen oder krank werden oder verhungern. Aber die Hydra-Individuen altern (genauer vergreisen) nicht und hören bis zu ihrem gewaltsamen Tod nicht auf, sich vegetativ zu vermehren. Dazu vermehren sich anscheinend potentiell unsterbliche Stammzellen und bilden am Bauch des Polypen und bilden eine Knospe, aus der ein vollständiger neuer Polyp heranwächst.

Hydridion nennt man ein negativ geladenes Wasserstoff-Ion (H-).

Hydrolasen katalysieren die Spaltung chemischer Bindungen durch Einfügen eines Wasser-Moleküls. Man nennt diesen Reaktionstyp Hydrolyse und er dient in unserem Stoffwechsel häufig der Spaltung von Makromolekülen. Die Enzymklasse der Hydrolasen wird nochmal unterteilt in die Subklassen: Proteasen, Esterasen, Nucleasen, Glucosidasen und ATPasen. Beispiele dafür sind Lysozym (3.2.1.17) und die Verdauungsenzyme.

Hydrolyse nennt man die Spaltung kovalenter Elektronenpaarbindungen mit Wasser als Reaktionspartner nach dem Reaktionsschema AB + H20 -> AOH + BH. Solche chemische Reaktionen werden häufig durch Hydrolasen genannte Enzyme katalysiert.

Hydrolysieren nennt man das Spalten kovalenter Elektronenpaarbindungen mit Wasser als Reaktionspartner nach dem Reaktionsschema AB + H20 -> AOH + BH. Solche Reaktionen werden häufig durch Hydrolasen genannte Enzyme katalysiert.

Hydroniumion nennt man protoniertes Wasser (H3O+), wobei dieses allerdings so isoliert nicht vorkommt, sondern hydratisiert wird (H3O+• 3H2O) und deshalb auch gelegentlich als H9O4+ geschrieben wird.

hydrophil = wasserliebend, wasserlöslich, Wasser anziehend

hydrophob = Wasser abstoßend, Wasser scheuend, sich nicht in Wasser lösend

Hydrophobe Wechselwirkungen sind keine Bindungen und auch keine Anziehungskräfte, sondern das Resultat der Eigenschaft polarer Moleküle wie dem Wasser-Molekül, untereinander ständig wechselnde Wasserstoffbrückenbindungen einzugehen. Unpolare Moleküle oder unpolare Molekülteile von Lipiden oder Aminosäuren können sich daran nicht beteiligen, stören deshalb die freie Bildung von Wasserstoffbrückenbindungen und werden darum bei der Bildung von Wasserstoffbrückenbindungen an den Rand gedrängt. So kommt es zu einer Trennung polarer und unpolarer Moleküle und alle unpolaren Moleküle werden dicht zusammen gedrängt. Das vergrößert den Anteil der Wasser-Moleküle, die sich frei im Verband (Cluster) der ständig andere Wasserstoffbrückenbindungen auf- und abbauenden Wasser-Moleküle bewegen können. Man nennt das auch eine Zunahme der Unordnung oder Entropie und das ist eine treibende Kraft vieler natürlicher Vorgänge.

hydrostatischer Druck, Gravitationsdruck oder Schweredruck heißt der Druck, der sich innerhalb einer ruhenden Flüssigkeit oder einem ruhenden Gas durch den Einfluss der Gravitation einstellt. Je weiter man in einer Schicht ruhenden Gases oder ruhender Flüssigkeit nach unten geht, umso größer wird der hydrostatische Druck, weil immer mehr Materie von oben auf den unteren Schichten lastet. Dabei wirkt aber nur die Höhe und nicht die Form der Gas- oder Flüssigkeitssäule: Hydrostatischer Druck = Dichte (des Gases oder der Flüssigkeit) mal Höhe (der Gas- oder Flüssigkeitssäule) mal Erdbeschleunigung.

Hydroxygruppe ist der aktuelle Name für die funktionelle Gruppe, die man früher Hydroxylgruppe nannte.

Hydroxylapatit ist ein hydroxyliertes Calciumphosphatsalz (Ca10(PO4)6(OH)2), das harte, sechseckige Kristalle bildet. Es sind diese Kristalle, die unsere Knochen und Zähne hart machen. Allerdings können Säuren wie Zitronensäure und besonders die Phosphorsäure in Getränken wie Coca Cola das Hydroxylapatit auflösen und Zähne weich machen. Man kann Hydroxylapatit Säure-resistenter machen, indem man einen Teil der Hydroxylionen durch Fluorid-Ionen ersetzt. Das liegt zum einen daran, dass die Löslichkeit von Fluorapatit (Ca10(PO4)6F2) in sauren Lösungen viel geringer ist als die von Hydroxylapatit. Auf dem Zahnschmelz spielt zusätzlich eine Rolle, dass die Bakterien der Zahnbeläge das Fluor nicht so gut vertragen und deshalb weniger Säure produzieren.

Hydroxylgruppe nennt man eine funktionelle Gruppe, die lediglich aus einem Sauerstoff-Atom und einem daran gebundenen Wasserstoffatom besteht. Weil das gemeinsame Elektonenpaar stark zum Sauerstoff hin gezogen wird, ist dieser in der Hydroxylgruppe partiell negativ geladen, während der partiell positiv geladene Wasserstoff als Proton abgespalten werden kann. Die Hydroxylgruppe ist also polar, reaktionsfreudig und leicht sauer. Der partiell negativ geladene Sauerstoff kann aber auch als Base fungieren und an einem seiner beiden freien Elektronenpaare beispielsweise ein Proton binden. Außerdem zieht eine Hydroxylgruppe meistens das gemeinsame Elektonenpaar zu sich, wenn sie an ein Kohlenstoff-Atom gebunden ist.

Hydroxylion nennt man ein einfach negativ geladenes Anion, das lediglich aus einem Sauerstoff-Atom und einem daran gebundenen Wasserstoff-Atom besteht. Das gemeinsame Elektonenpaar ist stark zum Sauerstoff hin gezogen. Das Hydroxylion ist also polar und reaktionsfreudig. Es wirkt als Base, indem der Sauerstaoff mit einem seiner drei freien Elektronenpaare ein Proton bindet.

Hyperthyreose oder Schilddrüsen-Überfunktion nennt man die gesteigerte Produktion und Abgabe der Schilddrüsenhormone durch die Schilddrüse. Im ganzen Körper kommt es dadurch zu einer Steigerung des Stoffwechsels (Hypermetabolismus).

Hyphen eines Pilzes
Pleurotus_ostreatus
Ausschnitt eines Photos von Tobi Kellner, das er unter der Lizenz CC BY-SA 3.0 zur Verfügung stellte
Hyphe nennt man einen der Zellfäden, aus denen mehrzellige Pilze bestehen. Die Summe aller Hyphen eines Pilzes heißt Myzel.

Die Hypophyse oder Hirnanhangdrüse liegt beim Menschen hinter der Nase und einer Keilbeinhöhle (Sinus sphenoidalis) genannten, kleinen Nasennebenhöhle ungefähr in der Mitte des Schädels unter dem Gehirn. Direkt darüber liegt der Kreuzungspunkt der Sehnerven und darüber der Hypothalamus, mit dem die Hypophyse über den Hypophysenstiel verbunden ist.Während der hintere Teil der Hypophyse nur die vom Hypothalamus produzierten Hormone Vasopressin und Oxytocin lagert und ausschüttet, produziert der vordere Teil der Hypophyse 6 Hormone. Es sind das Wachstumshormon Somatotropin, das unter anderem die Muttermilch-Produktion fördernde Prolactin, die auf Hoden bzw. Eierstöcke wirkenden Hormone FSH (follikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon), das die Nebennierenrinde stimulierende adrenocorticotrope Hormon (ACTH) und das die Schilddrüse stimulierende Thyroidea-stimulierende Hormon (TSH). Die Ausschüttung dieser Hypophysen-Hormone wird hormonell vom Hypothalamus durch Liberine gefördert oder durch Statine gehemmt.

Hypothalamus bedeutet unterhalb des Thalamus gelegen. Gemeinsam bilden sie das Zwischenhirn (Diencephalon), das seinerseits zwischen dem Groß- oder Endhirn (Telencephalon) und dem Mittelhirn (Mesencephalons) liegt und in beiden Richtungen mit diesen durch Nervenbahnen eng verbunden ist. Der Hypothalamus ist eine kleine Struktur im Zwischenhirn jeder Hirnhälfte in der Mitte der Hirnbasis, zu dem unter anderem Chiasma opticum, Tractus opticus, Tuber cinereum, Lamina terminalis, die Hypophyse und das paarige Corpus mammillare gehören. Im eng mit dem Thalamus und dem vegetativen Nervensystem verbundenen Hypothalamus liegen dem vegetativen Nervensystem übergeordnete Steuerzentralen für die wichtigsten Regulationsvorgänge des Körpers. Dazu gehören der Wach- und Schlafrhythmus, die Wärme-Regulation, die Blutdruck- und Atmungs-Regulation, die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, Fett-Stoffwechsel, Wasser-, Salz- und Energiehaushalt, die Harn- und Schweißsekretion, die Regulation des osmotischen Drucks und im Sexualzentrum die Regulation der Funktionen der Geschlechtsorgane einschließlich des weiblichen Monatszyklusses. Dadurch erlebt oder fühlt der Mensch Müdigkeit, Hunger, Durst, Sättigung, Schwitzen, Erröten, Angst, Aggression, Erregung, Liebesbedürfnis, Gleichgültigkeit und ähnliches. Der Hypothalamus wirkt nicht nur über Nervenbahnen, sondern auch über verschiedene endokrin wirksame Substanzen, die sogenannten Hypothalamushormone Vasopressin und Oxytocin, die in die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) transportiert und dort in die Blutbahn ausgeschüttet werden. Diese regeln neben den Keimdrüsen auch die Aktivität anderer Hormon-Drüsen, während der Hypothalamus selbst durch Hormone und durch die benachbarten Hirnteile beeinflusst wird.

Hypothese nennt man eine Aussage, deren Gültigkeit man für möglich, aber (noch) nicht für bewiesen hält. Meistens dienen Hypothesen der Erklärung noch nicht wirklich verstandener Beobachtungen. In Naturwissenschaften sollten Hypothesen so formuliert werden, dass sie experimentell unterstützt oder widerlegt werden können. Dazu leitet man aus einer Hypothese Vorhersagen darüber ab, was im Falle der Richtigkeit der Hypothese zu beobachten oder messen sein müsste. Und diese Vorhersagen vergleicht man mit tatsächlich gemachten Beobachtungen oder Messungen. Das unterscheidet eine Hypothese von einer These. Hat eine Hypothese schon einige Male durch Beobachtungen oder Experimente nicht wiederlegt, sondern nur bestätigt werden können, dann entwickelt sich eine Hypothese ohne scharfe Grenze zur Theorie. Beide können endgültig widerlegt, aber nur endgültig bewiesen werden, wenn es sich um eine besonders triviale Hypothese oder Theorie handelt. Können die bereits bekannten Fakten durch unterschiedliche Hypothesen erklärt werden, dann sucht man nach Experimenten, deren Ergebnisse von den alternativen Hypothesen unterschiedlich vorhergesagt werden.

Hypothyreose oder Schilddrüsen-Unterfunktion nennt man eine zu geringe Produktion und Abgabe der Schilddrüsenhormone durch die Schilddrüse. Eine mögliche Ursache ist extremer Jodmangel. Im ganzen Körper verlangsamt sich dadurch der Stoffwechsel. Die Folge können bei Säuglingen Entwicklungsstörungen und Behinderungen sein, Erwachsene werden müde, schlapp, depressiv und dick, wenn nicht die Appetitlosigkeit überwiegt.

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Roland Heynkes, CC BY-SA-4.0