Wörterbuch u.a. für in meinem Unterricht verwendete Fachausdrücke mit dem Anfangsbuchstaben S

Roland Heynkes, 16.6.2018

S-Phase oder Synthese-Phase nennt man in Genetik, Molekular- und Zellbiologie die Phase im Zellzyklus, in der die DNA-Doppelhelix durch DNA-Replikation verdoppelt wird und aus einem 1-Chromatid-Chromosom ein 2-Chromatiden-Chromosom wird.

Saccharid ist ein anderes Wort für Kohlenhydrat. Man unterscheidet Monosacchariden, Disaccharide, Oligosaccharide und Polysaccharide.

Saccharose, Sucrose, Haushalts- oder Kristallzucker nennt man ein vor allem aus der Zuckerrübe oder aus Zuckerrohr gewonnenes Disaccharid aus den beiden Monosacchariden α-D-Glucose und β-D-Fructose.

Same, Samen, Saat oder Saatgut nennt man einen Embryo einer Samenpflanze (im Gegensatz zu Sporenpflanzen), einschließlich einer stabilen Hülle. Meistens enthält der Embryo auch einen Vorrat von Nährstoffen oder ist von solche umgeben.

Samenanlage oder Ovulum nennen Botaniker das weibliche Fortpflanzungsorgan einer Samenpflanze. Wie der Name schon sagt, entwickelt sich nach der Befruchtung aus der Samenanlage der Same. Bei Bedecktsamern befindet sie sich in einem geschlossenen Fruchtblatt, bei Nacktsamern ist das Fruchtblatt nicht ganz geschlossen und wird Samenschuppe genannt. Die Samenanlage einer Samenpflanze besteht aus einem sogenannten Nucellus und einer oder zwei sterilen Hüllen - den Integumenten. Im Nucellus entsteht eine immer noch diploide Megasporenmutterzelle (Embryosackmutterzelle). Aus dieser entstehen durch Meiose vier haploide Zellen, die Megasporen (Embryosackzellen). Deshalb ist der Nucellus ist ein Megasporangium. Mit dieser Meiose kommt es zum Generationswechsel vom diploiden, ungeschlechtlichen Sporophyt zum haploiden, sich geschlechtlich fortpflanzenden Gametophyt. Der Gametophyt besteht zunächst einmal nur aus einer, bei manchen Spezies aus 2 oder 4 Megasporen. Im Extremfall kann der Gametophyt aus nur einer Zelle bestehen bleiben, die dann auch gleichzeitig die weibliche Geschlechtszelle (Gamete), also die Eizelle ist. Bei anderen Spezies teilen sich die Zellen des Gametophyten und bilden mehrere bis rund 100 Archegonien und darin Eizellen. Zu den Eizellen wachsen aus Pollenkörnern heraus Pollenschläuche und bringen männliche Geschlechtszellen (Gameten). Jeweils eine männliche und eine weibliche Gamete verschmelzen zu einer Zygote, die dann den mütterlichen und den väterlichen Bauplan enthalten und dementsprechend diploid ist. Mit dieser Zygote ist der nächste Generationswechsel vom Gametophyten zum Sporophyten vollzogen.

Samenpflanze nennt man jede Pflanze, die eine Wurzel, Blüten und Samen bildet. Diese sind durch eine oder mehrere Sprossachsen verbunden. Bei Bäumen ist das ein durch Holz stabilisierter Stamm, bei Sträuchern sind es mehrere verholzte Stämmchen und bei Kräutern nennt man die nicht verholzte Sprossachse Stängel. Im Gegensatz zu den Moosen und Farnen sind die Samenpflanzen bei der Befruchtung nicht auf Wasser angewiesen. Ganz ähnlich wie bei den Moosen und Farnen durchlaufen die Samenpflanzen einen sogenannten Generationswechsel. Das bedeutet, dass sich bei allen Pflanzen eine diploide Sporophyt-Generation und eine haploide Gametophyt-Generation abwechseln. Was wir als Baum, Strauch oder Kraut sehen, ist bei den Samenpflanzen immer nur der Sporophyt, in dem die Baupläne von Vater und Mutter vereinigt sind. Die Generation der Gametophyten ist bei den Samenpflanzen extrem reduziert. Der männliche Gametophyt besteht nur aus einem mehrzelligen Pollenkorn und dem daraus wachsenden Pollenschlauch, der die Eizelle im weiblichen Gametophyt befruchtet. Der auch Embryosack genannte weibliche Gametophyt besteht bei den Samenpflanzen lediglich aus der Eizelle und wenigen sie umgebenden Helferzellen. Die Gametophyt leben bei den Samenpflanzen nur kurze Zeit, denn ihre einzige Aufgabe besteht darin, die genetischen Baupläne einer Vaterpflanze und einer mütterlichen Pflanze zu einer Zygote zu vereinigen. Dadurch entsteht ein ganz neues, einzigartiges Lebewesen, ein diploider Sporophyt.

Samenzelle oder Spermium nennt man bei Tieren eine männliche Geschlechtszelle.

Sarkolemm nennt man die Zellmembran einer Muskelzelle.

Sarkomer nennt man die kleinste funktionelle Einheit einer Muskelfibrille (Myofibrille) in einer Muskelzelle. Wenn das sarkoplasmatische Retikulum Calcium-Ionen ausschüttet, binden die Calcium-Ionen an das Protein Troponin. Dieses verschiebt daraufhin das Protein Tropomyosin, welches normalerweise die Myosin-Bindungsstellen auf den Actin-Fibrillen verdecken. Nun können sich mit Hilfe von ATP-Molekülen die aus den Myosin-Protein-Bündeln heraus ragenden Köpfchen an die Myosin-Bindungsstellen auf den Actin-Fibrillen binden. Danach verbiegen sich die "Hälse" der Myosin-Köpfchen und ziehen ihre Myosin-Bündel hinter sich her an den Actin-Fibrillen entlang.

sarkoplasmatisches Retikulum nennt man in Muskelzellen das auf die Speicherung von Calcium-Ionen spezialisierte glatte endoplasmatische Retikulum. Es entlässt beim Eintreffen eines elektrischen Impulses (Aktionspotential) Calcium-Ionen in das Cytoplasma (Sarkoplasma). Zwischen den Aktin- und Myosinfilamenten der Muskelfibrillen lösen die Calcium-Ionen das Ineinandergleiten der Filamente aus. Dadurch kommt es zur Kontraktion der Muskelfaser. Anschließend werden die Calcium-Ionen in das sarkoplasmatische Retikulum zurückgepumpt.

Sättigung nennt man den Zustand, wenn ein Mensch nicht noch mehr Nahrung aufnehmen, eine Flüssigkeit nicht noch mehr von einem Stoff (z.B.: Salz, Zucker oder Sauerstoff) lösen oder ganz allgemein eine Sache (oder ein Lebewesen) nicht noch mehr von einer anderen aufnehmen kann.

Sättigungskonzentration nennt man in der Biochemie die Substrat-Konzentration, bei der jederzeit sämtliche Enzym-Makromoleküle mit Substrat versorgt sind.

Sauerstoff ist ein äußerst reaktionsfreudiges chemisches Element, das sich mit vielen anderen verbindet. In der Luft kommt es hauptsächlich als Sauerstoff-Molekül vor. In ihm sind 2 Sauerstoff-Atome durch eine starke σ-Bindung auf der direkten Verbindungslinie zwischen den Atomkernen sowie durch eine deutlich schwächere π-Bindung verbunden. Für die π-Bindung benutzt jedes Sauerstoff-Atom eines seiner drei p-Orbitale. Dieses p-Orbital jedes Sauerstoff-Atoms enthält nur ein Elektron. Daher entsteht ein doppelt besetztes, bindendes Elektronenpaar, wenn zwei Sauerstoff-Atome ihre einfach besetzten p-Orbitale zu einer π-Bindung überlagern. Die restlichen beiden p-Orbitale der Valenzschale werden mit deren s-Orbital hybridisiert. Aus einem s-Orbital und zwei p-Orbitalen werden drei sp2-Hybridorbitale, die sich mit 120°-Winkeln in einer senkrech zur Achse des p-Orbitals liegenden Ebene anordnen, um möglichst weit von einander entfernt zu sein. Zwei der drei sp2-Hybridorbitale sind mit jeweils 2 Elektronen doppelt besetzt und bilden die beiden freien Elektronenpaare jedes Sauerstoff-Atoms. Das dritte sp2-Hybridorbital enthält nur ein Elektron und überlagert sich mit dem entsprechenden einfach besetzten sp2-Hybridorbital des anderen Sauerstoff-Atoms zum gemeinsamen Elektronenpaar einer σ-Bindung.

Scapula = Schulterblatt

Schädelhöhle heißt der von den Knochen des Hirnschädels gebildete Hohlraum, in dem sich das Gehirn befindet.

eine menschliche Schädelhöhle von der Seite betrachtet
menschliche Schädelhöhle
Ursprünglich aus dem 1918 veröffentlichte Buch: "Anatomy of the Human Body" von Henry Gray (Philadelphia: Lea & Febiger), dessen Copy Right längst abgelaufen ist, auf Seite 193 und optimiert im elektronischen non-profit-Textarchiv Bartleby.com von Steven H. van Leeuwen, welches die alten Zeichnungen in der besten Qualität für nichtkommerzielle Zwecke kostenlos anbietet.

Schädling nennt man eine tierische, pflanzliche oder pilzliche Spezies, die uns Menschen schadet, ohne uns krank zu machen.

Schall ist physikalisch gesehen eine als Welle fortschreitende mechanische Deformationen in einem elastischen Medium (Gas, Flüssigkeit, Festkörper). Teilchen werden vor und zurück bewegt und geben dabei einen Teil ihrer Bewegungsenergie an benachbarte Teilchen weiter. So pflanzen sich die Impulse fort, während die Teilchen nur minimal schwingen. Weil die Teilchen zeitlich versetzt schwingen, kommen sie sich dabei näher und entfernen sich wieder voneinander. So kommt es zu kleinsten Dichteschwankungen, die man auch Druckschwankungen nennen kann. Und diese Druckschwankungen breiten sich wellenförmig aus. Viele Lebewesen können Schall als Geräusche, Klänge, Töne oder Knall wahrnehmen.

Schallwelle
Stimmgabel Schallwelle oder einfach Schall nennt man die wellenförmige Ausbreitung von Druckschwankungen in einem elastischen Medium, dessen schwingende (Festkörper oder Gase) oder fliegende (Gase) Teilchen, Bewegungs-Impulse durch Stöße weitergeben können. Ein Teilchen stößt ein anderes und das wiederum das nächste an, sodass der Impuls weiter getragen wird, während sich die Teilchen nur ein wenig hin und her bewegen. Das funktioniert am schnellsten in Festkörpern, wo die Teilchen direkt nebeneinander liegen. Langsamer breiten sich Schallwellen in Flüssigkeiten und noch langsamer in Gasen aus. So beträgt die Schallgeschwindigkeit bei 20°C in Luft 343, in Wasser 1484 und in Stahl rund 5900 Meter/Sekunde. Ausgelöst werden Schallwellen durch schwingende Körper wie die Stimmgabel oder durch Explosionen.

Schema nennen wir in der Biologie eine auf das Wesentliche beschränkte Darstellung eines Sachverhalts. Meistens ist damit eine übersichtliche, grafische Darstellung gemeint, die eine komplexere Sache verständlich macht, indem sie Unwichtiges weglässt, Kompliziertes vereinfacht und schwer erkennbare Feinheiten übertrieben darstellt. Ein Schema liefert daher im Gegensatz zu Fotos oder Originalmessdaten keine verlässlichen Aussagen über die tatsächlichen Verhältnisse. Es kann sogar eine abstrakte Darstellung von Abläufen, Zusammenhängen oder Konstruktionen sein. Das Zeichnen eines Schemas eignet sich aber sehr gut, um zu erkennen, was man selbst oder ein Anderer weiß bzw. nicht weiß. Im übertragenen Sinne kann mit einem Schema aber auch ein gedankliches Konzept oder eine Vorstellung von etwas gemeint sein, oder eine standardisierte Vorgehensweise (Schema F).

schematisch = in den Naturwissenschaften überhaupt nicht abwertend gemeint: mit Hilfe eines Schemas, einem Schema folgend oder entsprechend, in der Alltagssprache meist abwertend gemeint: routinemäßig, mechanisch, automatisch, gedankenlos, gewohnheitsmäßig, unbewusst, stereotyp, schablonenhaft, klischeehaft

Die Schilddrüse liegt beim Menschen direkt unter dem Kehlkopf schmetterlingsförmig vorne und beidseitig auf der Luftröhre. In den Wänden mikroskopisch kleiner Bläschen im Inneren des in Läppchen gegliederten, insgesamt etwa daumengroßen Drüsengewebes produziert sie Thyreoglobulin und speichert es in den Bläschen. In diese Reaktionsräume werden außerdem Jod und ein Enzym abgegeben, welches aus dem Thyreoglobulin die Jod-haltigen Hormone Triiodthyronin (5-10%) und Tetraiodthyronin (90-95%) macht, die sich strukturell nur in der Anzahl der gebundenen Jod-Atome unterscheiden. Freies Triiodthyronin (T3 bzw. fT3) hat im menschlichen Körper eine Halbwertzeit von nur 10-19 Stunden und ist drei- bis fünffach wirksamer als freies Tetraiodthyronin (T4 bzw. fT4), aus dem es aber durch Abspaltung eines Jod-Atoms nachgeliefert werden kann. Beide Formen sind im Körper zu 99,95% an Proteine gebunden und in dieser Form unwirksam. Nur in der freien Form beeinflussen sie bei Kindern das Wachstum, indem sie die Hypophyse zur Freisetzung des Wachstumshormons STH anregen. Auch bei Erwachsenen steigern T3 und T4 die Ausschüttung von Insulin durch die Bauchspeicheldrüse, regen die Hormonproduktion der Nebenniere und insbesondere der Nebennierenrinde an und steigern auf noch nicht geklärte Weise die Intensität des Stoffwechsels in den Zellen aller Organe außer Hoden und Milz. Im bzw. direkt unter dem Gehirn wirken T3 und T4 auf die beiden Hormondrüsen Hypothalamus und Hypophyse ein. Je höher im Blut die Konzentrationen von T3 und T4 sind, umso stärker hemmen sie die Produktion des Hypothalamus-Hormons TRH sowie des Hypophysen-Hormons TSH. Umgekehrt stimuliert TRH die Produktion von TSH, welches seinerseits die Schilddrüse zur Produktion von T3 und T4 anregt. Durch diese gegenseitige Beieinflussung entsteht ein automatisches Regulierungssystem zur Erhaltung der gewünschten Konzentration von T3 und T4 im Blut. Wenn das nicht richtig funktioniert, dann kommt es zur Schilddrüsen-Überfunktion oder zur Schilddrüsen-Unterfunktion.

Schlaganfall nennt man die plötzliche Funktionsunfähigkeit von Teilen des Gehirns aufgrund einer Durchblutungsstörung.

Schleimpilze sind etwas ganz besonderes, denn sie gehören zwar zu den Eukaryot, aber nicht zu den Tieren, Pflanzen oder Pilzen und auch nicht zu den tierischen oder pflanzlichen Einzellern. Sie sind erstaunlich große einzellige Lebewesen mit Ähnlichkeiten zu Zellen von Tieren und Pilzen. Sie vermehren sich mit Sporen und bei manchen Schleimpilzarten vereinigen sich dazu viele Amöben-artige Schleimpilze zu einer Art vielzelligem Organismus, der sich wie eine Nacktschnecke bewegt.

Schlemmkanal = Sinus venosus sclerae

Schließzellen nennt man die beiden bananenförmigen Zellen um den Spalt einer Spaltöffnung.

Schlüsselenzym ist in der Biochemie ein häufig gebrauchter, aber nie erklärter oder gar definierter Begriff. Zumindest lieferte meine umfangreiche Recherche in meinen Fachbüchern sowie mit Google keine Erklärung einer kompetenten Quelle. Ich kann daher nur aus Bemerkungen der deutschen und der englischsprachigen Wikipedia sowie von analogen Begriffen wie Schlüsselspieler, Schlüsselspiel oder Schüsselerlebnis schließen, dass damit ein (sehr wahrscheinlich im Hinblick auf die Regulation eines oder mehrerer Stoffwechselwege) entscheidendes Enzym gemeint ist. Demnach sind Schlüsselenzyme Enzyme, deren Tätigkeiten besonders reguliert werden und deren Regulationen sich massiv auf Schlüsselreaktionen ganzer Stoffwechselwege auswirken.

Schlüsselreaktion ist in der Biochemie ein häufig gebrauchter, aber nie erklärter oder gar definierter Begriff. Zumindest lieferte meine umfangreiche Recherche in meinen Fachbüchern sowie mit Google keine Erklärung einer kompetenten Quelle. Ich kann daher nur aus Bemerkungen der deutschen und der englischsprachigen Wikipedia sowie von analogen Begriffen wie Schlüsselspieler, Schlüsselspiel oder Schüsselerlebnis schließen, dass damit eine (sehr wahrscheinlich im Hinblick auf die Regulation eines oder mehrerer Stoffwechselwege) entscheidende Stoffwechselreaktion gemeint ist. Schlüsselreaktionen werden oft von relativ langsam arbeitenden Schlüsselenzymen katalysiert. Meistens handelt es sich um Stoffwechselreaktionen am Anfang eines Stoffwechselweges, die erst durch eine energetische Kopplung überhaupt möglich werden. Weil bei solchen Übertragungen chemischer Energie immer ein erheblicher Anteil als nicht mehr nutzbare Wärmeenergie verloren geht, sind solche Stoffwechselreaktionen in Zellen praktisch irreversibel und sollten schon deshalb gut kontrolliert sein.

Schmarotzer nennt man ein Lebewesen, dass ohne Gegenleistung nur auf Kosten eines anderen Lebewesens lebt.

Schmelzpunkt eines Stoffes nennt man ein Wertepaar aus einem Druck (Schmelzdruck) und einer Temperatur (Schmelztemperatur), bei der dieser Stoff schmilzt, also vom festen in den flüssigen Zustand übergeht. Allerdings ist der Einfluss der Temperatur auf den Schmelzpunkt sehr viel größer als der Einfluss des Druckes. Misst man die Schmelztemperatur eines Stoffes bei verschiedenen Drücken, dann erhält man eine Schmelzkurve. Meistens ist bei reinen chemischen Elementen der Schmelzpunkt identisch mit dem Gefrierpunkt (Gefriertemperatur und Gefrierdruck), bei dem ein Stoff aus seinem flüssigen in einen festen Zustand übergeht. Ganz sauberes, reines Wasser schmilzt allerdings auf Meereshöhe bei 0 Grad Celsius, während es beim selben Luftdruck erst bei ungefähr -40 Grad Celsius gefriert.

Schulinterne Curricula konkretisieren die verbindlichen Vorgaben der Kernlehrpläne unter Berücksichtigung der Situation der Schule und der Lernenden. Ein Schulinternes Curriculum darf aber nicht so konkret sein, dass es den Lehrenden keinen pädagogischen Gestaltungsspielraum lässt.

Schwärmer nennen Botaniker die männlichen Geschlechtszellen von Moosen und Farnen.

Schwefelwasserstoff heißt ein kleines, hochgiftiges, aber glücklicherweise übel nach faulen Eiern stinkendes Molekül aus einem Schwefel-Atom und zwei Wasserstoffatomen Schwefelwasserstoff.

Schweißdrüsen sind überwiegend merokrine Drüsen in der Lederhaut mit einem langen ausführenden und in einer Schweißpore endenden Gang, der den hauptsächlich aus leicht salzigem Wasser bestehenden Schweiß durch die Oberhaut auf die Hautoberfläche bringt. Schweißdrüsen dienen vor allem der Regulation der Körpertemperatur. An bestimmten Stellen (Achselhöhle, Brustwarze, Genital- und Perianalgegend) sondern spezialisierte apokrine Schweißdrüsen auch Duftstoffe ab. Diese besonderen Schweißdrüsen bilden sich erst in der Pubertät und werden durch Emotionen aktiviert. Sie liegen in der Unterhaut und münden in den Haarwurzeln. Laut Wikipedia sollen wir insgesamt 2-4 Millionen merokrine Schweißdrüsen besitzen, wobei ihre Dichte zwischen rund 600/cm² an den Fußsohlen und ca. 100/cm² am Oberschenkel variiert.

Schwellkörper oder Corpus cavernosum ein schwammförmiges, sich mit Blut füllendes Gefäßgeflecht oder Bindegewebe. Das von auch Lakunen genannten Bluthohlräumen durchsetzte Schwammwerk besteht aus Bindegewebs-Balken, die glatte Muskulatur und elastische Fasern enthalten. Wie der deutsche Name schon sagt, schwillt ein Schwellkörper an, wenn sich seine Lakunen (Kavernen) mit Blut füllen.

Schwesterchromatide nennen die beiden nahezu identischen Chromatide eines Chromosoms.

Sclera, Sklera (von griechisch: skleros = hart) oder weiße Augenhaut (aufgrund ihrer "Farbe") heißt die Lederhaut des Auges. Mehrheitlich beschreiben die mir verfügbaren Anatomiebücher die Sklera als dreischichtig. Obwohl der Name eher für ein eigenständiges Gewebe auf der Sclera spricht und ein Anatomiebuch sie sogar als Tenon-Kapsel darstellt, scheint die Lamina episcleralis die gut durchblutete äußere Schicht der Sclera zu sein und die dickere mittlere Schicht zu versorgen.
Wie in der angrenzenden Augenhornhaut gibt es auch in der Sclera eine überwiegend aus stark untereinander verflochtenen Typ-I-Kollagen-Fibrillen bestehende mittlere Schicht namens Stroma oder Substantia propria. Die dünne innerste Schicht der Sclera grenzt unmittelbar an die darunter liegende Aderhaut (Chorioidea) an und heißt Lamina fusca. Sie besteht aus wenigen Lagen verflochtener Fibrillen-Bündel und ist durch Pigmente gefärbt, die von Melanozyten produziert werden. In ihr gibt es auch viele Fibroblasten.
Die Sclera und die Cornea ergänzen sich zur äußeren Augenhaut (Tunica externa bulbi oder Tunica fibrosa bulbi). Die Sclera steckt in der nach ihrem Entdecker Tenon-Kapsel genannten Fascia bulbi, von der sie nur durch das Spatium episcleralis getrennt wird.
Der Grenzbereich zwischen Cornea und Sclera heißt Limbus sclerae (Saum) oder auch Korneoskleralfalz wegen seiner Form. Die Sclera ist an dieser Stelle durch einen innen anliegenden Bindegewebsring (Anulus sclerae) zum Skleralwulst verdickt und mit dem Musculus ciliaris verbunden. Außerdem befindet sich im Skleralwulst der sogenannte Schlemm-Kanal (Sinus venosus sclerae oder Plexus venosus sclerae), ein Kanal zur Aufnahme und Abführung des Kammerwassers.

Scrapie ist ursprünglich das englische Wort für die Prionkrankheit der Schafe, die in Deutschland traditionell Traberkrankheit genannt wurde. Inzwischen spricht man von Scrapie allerdings auch bei den Hamstern, Mäusen und anderen Tierarten, die man mit Scrapie infizierte.

Scrapiestamm nennt man jede Variante der Prionkrankheit Scrapie, die man biochemisch (z.B. Molekularmasse, Glykosilierung, Proteaseresistenz) oder aufgrund klinischer (z.B. Inkubationszeit, klinische Symptome) und pathologischer (z.B. Form und Verteilung des proteaseresistenten Prionproteins sowie der Schädigungen von Zellen und Gewebe) Besonderheiten unterscheiden kann.

SDS (Sodium dodecyl sulphate oder Natrium) ist ein anionisches Detergens, welches Proteine denaturiert, indem es jede einzelne Aminosäure ummantelt.

Sedimentation nennt man das Absinken fester Teilchen in einer Flüssigkeit oder einem Gas unter dem Einfluss der Schwerkraft oder der Zentrifugalkraft.

sehende Netzhaut = Pars optica retinae

Sehfeldzahl nennt man die bei guten Lichtmikroskopen im Okular hinter dessen Vergrößerung und deren x eingravierte Zahl. Diese Zahl muss man durch die Vergrößerung des Objektivs teilen, um den Durchmesser des Gesichtsfelds in Millimetern zu errechnen. In diesem Gesichtsfeld sieht man das Objekt, dessen Größe sich dadurch abschätzen lässt.

Sehne nennt man ein etwas elastisches, aber gleichzeitig sehr zugfestes, seilartiges Bindegewebe, das die Faszien eines Muskels normalerweise mit einem Knochen verbindet, damit der Muskel an dem Knochen ziehen kann. Heute zählt man auch die Sehnen zu den Faszien. Sehnen müssen ähnlich wie Muskeln, Knorpel und Knochen regelmäßig trainiert werden, weil sie sonst schwach und verletzungsanfällig werden. Ein oft unterschätztes Problem ist, das bei intensivem Training die Kraft der Muskeln viel schneller als die Stabilität der Bindegewebe zunimmt. Wer gesund trainieren möchte, sollte deswegen mehr Wiederholungen mit geringeren Gewichten wählen, als es oft in Fitnesstudios empfohlen wird.

Sehnerv oder Nervus opticusnennt man den Nerv, der am blinden Fleck hinten aus dem Augapfel heraus kommt und die Informationen von der Retina zum Gehirn bringt.

Sehnervzentralgefäße = Vasa centralis retinae

Sekret nennt man das, was Drüsen oder Drüsen-artige Zellen produzieren und ausscheiden.

Sekretin ist ein in der Wand des Zwölffingerdarms von sogenannten S-Zellen gebildetes Hormon. Es wird freigesetzt, sobald saurer Nahrungsbrei aus dem Magen in den Zwölffingerdarm entlassen wird. Es bewirkt die chemische Neutralisierung des Nahrungsbreis im Zwölffingerdarm, indem es die Bauchspeicheldrüse und den Dünndarm zur Ausschüttung von Natriumhydrogencarbonat anregt, welches die aus dem Magen kommende Salzsäure neutralisiert. Sekretin hemmt auch die Produktion des Hormons Gastrin, welches seinerseits die Produktion von Magensäure fördert. Zusätzlich bewirkt Sekretin, dass sich die Gallenblase zusammenzieht und ihre Galle durch den Hauptgallengang in den Zwölffingerdarm abgibt.

Sekretion nennen Biologen die Produktion und Ausscheidung (Abgabe, Absonderung) bestimmter Stoffe in die Umgebung durch Zellen oder Drüse.

sekretorisch = die Sekretion (Absonderung) betreffend

sekundär = an zweiter Stelle, nach dem primären.

Sekundärkonsumenten fressen Primärkonsumenten.

Sensitivität = Empfindlichkeit

Sekundärstruktur nennt man in der Biochemie durch intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen stabilisierte regelmäßige lokale Strukturelemente in den Polymerrückgraten von Makromolekülen. Die bekanntesten sind die Alphahelices und ß-Faltblätter von Proteinen.

Selbstbestäubung nennen Botaniker die Bestäubung eines Stempels durch Pollen der selben Pflanze.

Selbstorganisation bedeutet in der Biologie, dass Lebewesen in der Lage sind, ihren eigenen Aufbau, ihre Reparatur und ihr Verhalten selbst zu steuern.

Selbstregulation ist die Regulation eines Systems durch sich selbst. In Lebewesen gibt es dafür unzählige raffinierte Regelsysteme.

Selektion bedeutet Auslese. In der Biologie unterscheiden wir verschiedene Arten der Selektion. Von sexueller Selektion sprechen wir, wenn sich Tiere Geschlechtspartner aussuchen, die ihnen besonders gut gefallen. Dazu kommt es allerdings nur, wenn potentielle Geschlechtspartner nicht vorher schon der sogenannten natürlichen Selektion zum Opfer fallen, weil sie weniger gut als Artgenossen an ihre Umwelt angepasst sind. Daneben gibt es auch noch eine künstliche Selektion oder Zuchtwahl, bei der Züchter bestimmen, welche der unter ihrem Einfluss stehenden Lebewesen vermehrt werden.

Selektiv nennen wir jemanden oder etwas, der oder das von mehreren Auswahlmöglichkeiten bestimmte bevorzugt. In der Biologie kennen wir viele Rezeptoren und Enzyme, die sehr selektiv nur ganz bestimmte Moleküle binden.

Selektivität nennt man die Eigenschaft, von mehreren Auswahlmöglichkeiten selektiv bestimmte zu bevorzugen. Ist die Bevorzugung stark ausgeprägt, dann spricht man auch von großer Selektivität.

semipermeabel = halbdurchlässig

Sensitivität = Empfindlichkeit

Sensor oder Detektor nennt man in Technik und Biologie eine Struktur, die auf eine bestimmte physikalische oder chemische Eigenschaft ihrer Umwelt oder auf einen in dieser enthaltenen Stoff reagieren können. Manche Sensoren können nur (qualitativ) erfassen, ob ein Stoff, eine Strahlung oder physikalische bzw. chemische Einflüsse vorhanden sind oder nicht. Viele Sensoren können aber auch (quantitativ) die Konzentrationen oder Intensitäten erfassen.

sensorisch = die Sinnesorgane, die Aufnahme von Sinnesempfindungen betreffend

Septum = Scheidewand

Septum pellucidum (lateinisch: durchscheinende Trennwand) heißt im limbischen System eine aus Gliazellen bestehende Scheidewand zwischen den beiden Gehirnhälften sowie zwischen Balken (Corpus callosum) und Formix.

Sequenz = Folge, Reihenfolge oder Abfolge

sequenzieren = Tätigkeitswort (Verb) für das Ermitteln einer Sequenz, also für das Herausfinden der Reihenfolge der Elemente (Monomere einer Sequenz

Sequenzierung = Ermittlung einer Sequenz, Vorgang des Sequenzierens, also des Herausfindens der Reihenfolge der Elemente (Monomere) einer Sequenz

Serosa oder Tunica serosa heißt das Bindegewebe, das den Darm (und andere Bauchorgane) überzieht. Es besteht aus der Lamina propria mucosae und einem Epithelium.

Serumalbumin = Die Albumine stellen einen großen Teil der im Blutplasma gelösten Proteine und sind mit Molekularmassen von etwa 65 Kilodalton relativ groß. Sie dienen der Regulation des osmotischen Druckes und dem Transport von Bilirubin, Cholesterin, Fettsäuren, Metallionen und anderen Stoffen durch das Blut.

Sexualhormone im weiteren Sinne sind Hormone, welche der Fortpflanzung dienen, indem sie die Entwicklung und Funktion der Geschlechtsorgane sowie die Entwicklung geschlechtsspezifischer Unterschiede steuern. In diesem Sinne gehören auch die Hormone GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) aus dem Hypothalamus sowie FSH (follikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) aus der Hypophyse dazu. Verschiedene Schulbücher definieren den Begriff Sexualhormon enger, indem sie die Hypothalamus- und Hypophysen-Hormone ausnehmen und nur die in den Gonaden gebildeten männlichen (Androgene) und weiblichen Sexualhormone (Testosteron, Östrogen und Gestagene) dazu zählen.

Sexualität (Geschlechtlichkeit) bedeutet, dass es von einer Spezies oder einer Generation mehr als nur ein Geschlecht (Fortpflanzungstyp), also üblicherweise eine weibliche und eine männliche Version gibt. Sexualität nenn man auch die Methode der Fortpflanzung durch ein Verschmelzen bzw. eine Vereinigung einer weiblichen mit einer männlichen Geschlechtszelle. Der Sinn der Sexualität ist die Mischung eines mütterlichen und eines väterlichen Bauplans zu einem etwas anderen, neuen Bauplan zum Zwecke der Erzeugung genetischer Vielfalt als Voraussetzung für die erfolgreiche Anpassung einer Art an ihre Umwelt. In einem weiteren Sinne bezeichnet man als Sexualität auch Verhalten, das ursprünglich der sexuellen Fortpflanzung diente, sich aber verselbständigt hat und im Einzelfall zu sexuellem Verhalten zwischen Angehörigen des selben Geschlechts führen kann. Zur Sexualität zählt man deswegen auch alle Empfindungen und jedes Verhalten, das mit den Sexualhormonen oder den Geschlechtsorganen zu tun hat.

sexuell = aufgrund der, im Bezug auf die Sexualität oder diese betreffend, alles, was mit der Geschlechtlichkeit zu tun hat

Sialinsäuren (auch Sialsäure oder englisch sialic acid) nennt man alle Derivate der in unsubstituierter Form sehr instabilen Neuraminsäure. Von ihr sind mehr als 40 natürliche Derivate bekannt, welche Grundlage einer für Zucker einzigartigen strukturellen Vielfalt sind. Die beiden häufigsten in der Natur vorkommenden Sialinsäuren sind die N-Acetylneuraminsäure (Vorläuferin aller glykosidisch gebundenen Sialinsäuren) und die N-Glykolylneuraminsäure. Die Hydroxylgruppen dieser Sialinsäuren können durch Acetyl-, Lactoyl-, Methyl-, Sulfat- und Phosphatreste in unterschiedlichen Kombinationen substituiert sein. Sialinsäuren kommen überwiegend endständig, teilweise aber auch an Verzweigungen in komplexen Mehrfachzucker-Molekülen vor allem in den äußeren Zellmembran höherer Tiere (Deuterostomiern) vor, sind aber auch wichtige Bestandteile in Blutserum und Schleim. Ihre exponierte Lage, Vielfalt und negative Ladung prädestinieren die sich gegenseitig abstoßenden Sialinsäuren für Abschirmungseffekte, aber auch Anziehungs- und Abstoßungsphänomene zwischen Zellen, Molekülen und innerhalb von Molekülen. So schützen Sialinsäuren Zuckerkomplexe, Proteine und Zellen und sind an molekularen und zellulären Erkennungs- und Bindungsprozessen beteiligt, können Rezeptoren und andere Antigene aber auch maskieren. Die O-Acetylierung von Sialinsäuren ist sehr wichtig für die Morphogenese und Entwicklung verschiedener Gewebe und das Sialinsäuremuster einer Zelle ist nicht nur spezies- und gewebespezifisch, sondern verändert sich auch bei der physiologischen Differenzierung.

Siebröhre nennen Botaniker eine aus vielen besonderen Zellen und Geleitzellen bestehende Röhre, durch die moderne Pflanzen (Blütenpflanze) wie Laubbäume und Blumen in den Blättern hergestellte Stoffe wie Zucker und Eiweiße durch die Sprossachse in andere Teile der Pflanze transportieren. Diese besonderen Zellen mit dem seltsamen Namen Siebröhrenglieder unterscheiden sich von normalen Zellen dadurch, dass ihnen Zellkern, Vakuole, Ribosomen, Cytoskelett und Golgi-Apparat fehlen, also fast alles, was eine Zelle braucht, um wachsen, sich verändern, reparieren und vermehren zu können. Stattdessen durchzieht die Siebröhrenglieder ein Hohlraum und die Hohlräume benachbarter Siebröhrenglieder sind durch ein Sieb miteinander verbunden, sodass Pflanzensaft durch sie hindurch fließen kann. Die Geleitzellen werden benötigt, um die Siebröhrenglieder zu ernähren und am Leben zu erhalten.

Siedepunkt, Kochpunkt oder Verdampfungspunkt eines Stoffes nennt man ein Wertepaar aus einem Druck (Siededruck) und einer Temperatur (Siedetemperatur), bei der dieser Stoff siedet, also vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht. Im Gegensatz zum Schmelzpunkt ist beim Siedepunkt der Einfluss des Siededruckes groß. Deshalb kocht Wasser in den Bergen bei deutlich niedrigeren Temperaturen als auf Meereshöhe, wo die Siedetemperatur des Wassers genau 100 Grad Celsius beträgt. Misst man die Siedetemperatur eines Stoffes bei verschiedenen Drücken, dann erhält man eine Siedekurve. Man kann Schmelzkurve und Siedekurve eines Stoffes auch zu einem sogenannten Phasendiagramm vereinigen. Dieses zeigt, bei welchen Drücken und Temperaturen ein Stoff fest, flüssig oder gasförmig ist.

Signatur bedeutet allgemein Unterschrift insbesondere auf Kunstwerken bzw. Kennzeichner beispielsweise in Bibliotheken. In der TSE-Forschung spricht man auch von Signatur, wenn man eine Sammlung mess- und beobachtbarer Eigenschaften meint, welche insgesamt auf einen bestimmten Erregerstamm schließen lassen. Dazu zählen die Molekularmasse und das Muster der Glykosilierung des proteaseresistenten Prionproteins PrPsc, aber dessen Verteilung und die Verteilung erkennbarer Schädigungen im Gehirn oder im gesamten Organismus.

SINE ist eine Abkürzung für short interspersed nucleotide elements, bei denen es sich um passive Retrotransposons handelt. Sie gehören zur repetitiven DNA und breiten sich quasi parasitär im Genom aus.

Sinne nennt man traditionell 5 unserer Wahrnehmungskanäle, nämlich das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten mit Hilfe der Sinnesorgan Augen, Ohren, Nase, Zunge und Haut (speziell an den Fingern). Der Mensch hat aber weitere Sinne wie den Gleichgewichtssinn sowie Sinne für verschiedene Beschleunigungen und die Erdanziehung, Temperatur, Schmerz und die verschiedensten Zustände des Körper. So messen spezielle Sinneszellen ständig die Anspannung jedes Muskels, die auf unsere Knochen wirkenden Kräfte sowie die Konzentrationen bestimmter Stoff im Blut.

Sinnesorgan nennt man jedes Organ, das mit Hilfe speziell an den jeweiligen Umweltreiz angepasster Sinneszellen Umweltreize in elektrische Signale umwandelt, diese eventuell schon teilweise auswertet und schließlich elektrische Impulse durch Nervenzellen zum Zentralnervensystem schickt.

Sinneszelle nennt man eine Zelle, die in einem mehrzelligen Organismus auf einen Umweltreiz wie Licht, Schall, Temperatur, Druck oder Anwesenheit bestimmter Stoffe reagiert, indem sie ein mit speziellen Botenstoffen eine benachbarte Nervenzelle aktiviert.

Sinus venosus sclerae, Plexus venosus sclerae oder auf Deutsch einfach Schlemmkanal heißt ein ringförmig um die (Augenhornhaut verlaufendes Sammelrohr für das Kammerwasser des Auges. Dieser Kanal durchzieht die Innenseite der Augenlederhaut (Sclera) im Winkel (Angulus iridocornealis = Iridokornealwinkel oder Kammerwinkel) zwischen Iris und Augenhornhaut (Cornea). Der Schlemmkanal ist keine Ader, aber mit einem Endothel ausgekleidet und mit den Venae ciliares anteriores verbunden. Zwischen dem Schlemmkanal und dem Kammerwasser befindet sich ein engmaschiges Geflecht, das Trabekelwerk (Reticulum trabeculare sclerae).

Sinusoid heißt eine erweiterte Kapillare mit einem gefensterten (lückenhaften) Endothel und einer löchrigen Basallamina. Die Lücken ermöglichen Stoffen und Zellen den Übertritt ins Gewebe oder das Blutgefäß.

siRNA = small interfering RNA

Skelett nennen Biologen und Ingenieure die Summe aller harten und relativ starren Bestandteile eines Körpers. Skelette umgeben schützend besonders wichtige und empfindliche Organe wie die Gehirne der Wirbeltier. Skelette können schwere Organe wie Dünndarm und Dickdarm des Menschen stützen. Außerdem ermöglichen sie schnelle Bewegungen, indem sie mit ihnen verwachsenen Muskeln als Hebel dienen. Man unterscheidet die zum Beispiel bei Wirbeltieren im Inneren liegenden Endoskelette von den z.B. bei Insekten außen liegenden Exoskeletten.

Skelettmuskeln heißen die Muskeln, die am Skelett ansetzen, Knochen als Hebel oder zumindest als Befestigung benutzen und dadurch einen Körper bewegen und/oder stabilisieren.
Skelettmuskeln schützen unsere Gelenke schon durch leichte Bewegung, weil dadurch die Gelenkschmiere von der Gelenkkapsel in den Gelenkspalt zu den Knorpelzellen gebracht wird, die nur so mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden können. Sind die Skelettmuskeln ausreichend stark, dann ziehen sie mit Hilfe der Sehnen Gelenkköpfe fest in ihre Gelenkpfannen, sodass die Knorpel beider Seiten immer nur durch eine dünne Schicht von Gelenkschmiere von einander getrennt sind. Wird dann ein Gelenk plötzlich stark belastet, dann werden die Knorpelschichten nur sanft gegeneinander gedrückt und es kommt nicht zu einem schädlichen Aufprall und Verschleiß. Die Stabilisierung der Gelenke durch Muskeln macht auch Bänderrisse und Verletzungen der Gelenkkapsel viel unwahrscheinlicher.
Zu schwache Skelettmuskeln und Bewegungsmangel sind auch die Hauptursachen für Rücken und Schulterschmerzen, Plattfüße und kaputte Knie. Osteoporose kann zwar auch durch einseitige Ernährung und zu wenig Sonne auf der Haut oder in seltenen Fällen genetisch bedingt sein, aber meistens ist sie eine Folge zu schwacher Skelettmuskeln und zu wenig körperlicher Anstrenung.
Unsere Venen und Lymphgefäße funktionieren nur und bleiben nur gesund, wenn in ihren Umgebungen Skelettmuskeln arbeiten.
Wenn sie arbeiten, halten uns Skelettmuskeln warm. Aber selbst wenn sie nicht arbeiten, tragen sie erheblich zu unserem Energie-Grundumsatz bei und sorgen so dafür, dass insbesonder ältere Menschen erheblich mehr essen können, ohne zu verfetten.
Für all diese positiven Wirkungen trainierter Skelettmuskeln brauchen wir weder riesige Muskelberge noch übermäßigen Zeitaufwand. Man sollte nur jede sich bietende Gelegenheit nutzen, statt des Autos das Fahrrad und statt Aufzügen und Rolltreppen die Treppen zu benutzen. Man sollte nicht zu lange stillsitzen und häufig die Haltung ändern. Und anstatt immer nur würdevoll zu schreiten, sollte man häufiger rennen. Denn dafür ist der menschliche Körper gemacht und das braucht er, um Herz und Lunge zu trainieren. Dafür werden wir auch belohnt durch die Ausschüttung von Botenstoffen, die glücklich machen, Depressionen vertreiben, Schmerzen lindern, Stress abbauen und die Konzentration fördern.
Zusätzlich zu Alltagsbewegung und Ausdauersport braucht der menschliche Organismus aber auch regelmäßig die ganz große Kraftanstrengung, die unsere Skelettmuskeln für wenige Minuten belastet, bis sie nicht mehr können. Etwa alle 2-3 Tage sollten Menschen ohne entsprechende berufliche oder sportliche Belastung vor dem Duschen beispielsweise ihre Schultermuskulatur durch Liegestützen, Klimmzüge und mit Gummibändern trainieren, die nach oben gedrückt bzw. nach hinten gezogen werden. Langes Sitzen sollte man durch einige Minuten im Skiabfahrtsitz unterbrechen. Längeres Stehen kann man durch minimales Anheben der Ferse für ein Training der Fußmuskulatur und Entleeren der Lymphgefäße in den Waden nutzen. Beim Fernsehen kann man ohne Zeitverlust lange auf der Stelle laufen.
Die dritte wichtige Komponente des Gesundheitstrainings sind Koordinations-Übungen. Man sollte seinen Gleichgewichtssinn, Skelettmuskel-Sensoren, Reflexe und die Feinmotorik trainieren, um Unfällen und Verletzungen vorzubeugen. Dazu kann man im Bus stehen, öfter auch einem anstatt auf zwei Beinen stehen und dabei auch schon mal die Augen schließen. Natürlich kann man dazu auch Rüttelplatten oder einfach aufgeblasene Balancierkissen benutzen. Spielerischer lassen sich dazu auch viele Sportarten nutzen, die einen häufig aus dem Gleichgewicht bringen.
Training stärkt unsere Skelettmuskeln, von denen wir mehr als 650 besitzen. Sie sollten bei Frauen mindestens 30% und bei Männern mindestens 40% der Körper-Masse ausmachen. Aber Vorsicht! Jede ungewohnte Übung sollte in den ersten Trainingseinheiten nur so vorsichtig durchgeführt werden, dass man keinen Muskelkater bekommt. Muskelkater macht uns nämlich nicht stärker, sondern er ist eine Sportverletzung, die das weitere Training behindert.

Skizziere bedeutet als Operator des Anforderungsbereichs 1 für das Fach Biologie in der gymnasialen Oberstufe, dass man Sachverhalte, Strukturen oder Ergebnisse auf das Wesentliche reduziert übersichtlich graphisch darstellen soll, während man beim Zeichnen ins Detail gehen soll.

Solarenergie oder Sonnenenergie nennt man die Energie der Sonnenstrahlung, also die Energie elektromagnetischer Strahlung (Strahlungsenergie).

Sollwert nennt man bei einer Regulation den vorgegebenen oder angestrebten Wert, denen eine zu regelnde Größe einhalten soll bzw. auf den diese Größe immer wieder eingestellt werden soll.

somatisch = körperlich, das Soma (den Körper) betreffend (Somatische Zellen heißen alle Körperzellen außer den Geschlechtszellen. Somatisches oder animalisches Nervensystem heißt der bewusst gesteuerte Teil des Nervensystems, der den Körper mit Hilfe von Skelettmuskeln bewegt.)

s-Orbital nennt man einen kugelförmigen Aufenthaltswahrscheinlichkeitsraum für maximal zwei Elektronen. Innerhalb einer Elektronenschale befindet sich das s-Orbital noch unterhalb der p-Orbitale auf dem niedrigsten Energieniveau. Mit anderen Orbitalen vergleichen kann man die s-Orbitale in meinem Lerntext Orbitale und Hybridorbitale.
Schemata der s-Orbitale
1s 2s 3s 4s 5s 6s 7s
1s 2s 3s 4s 5s 6s 1s
anonym, CC BY-SA 3.0

Sorte nennt man in der Pflanzen-Zucht, was man in der Tier-Zucht als Rasse bezeichnet. Eine Sorte ist also eine Züchtung mit besonderen Merkmalen, die sie von anderen Sorten unterscheidet. Wir Biologen benutzen den Begriff Sorte aber auch im umgangssprachlichen Sinne, wenn wir eine Gruppe von irgend etwas meinen, die sich von anderen Sorten der ansonsten gleichen Art durch bestimmte Eigenschaften unterscheidet.

Sozial steht für gesellschaftlich.

Spaltöffnung nennt man bei Pflanzen vor allem auf den Unterseiten der Blätter von Farnen und Samenpflanzen befindliche, mikroskopisch kleine (gut 1 Hundertstel Millimeter lange), spaltförmige Öffnungen. Durch sie verlassen Wasserdampf und Sauerstoff das Blatt, während vor allem Kohlenstoffdioxid aufgenommen wird. Spaltöffnungen bestehen aus dem Spalt und den beiden angrenzenden, grünen Schließzellen. Sind die Schließzellen prall mit Wasser gefüllt, dann sind sie wie Bananen gekrümmt und öffnen die Spaltöffnung. Fehlt hingegen den Schließzellen Wasser, dann sind sie zumindest am Spalt schlaff, verlieren wenigstens dort ihre Krümmung und können die Spaltöffnung nicht mehr offen halten. Das ist aber gut so, denn eine durstige Pflanze sollte nicht noch mehr Wasser durch die Spaltöffnungen verlieren.

Spannung heißt die Potentialdifferenz zwischen zwei Orten. Im Falle einer elektrischen Spannung ist das der Unterschied zwischen den elektrischen Potentialen oder einfacher ausgedrückt zwischen den elektrischen Ladungen an den beiden Orten.

Spannungsgesteuerter Ionenkanal heißt ein Ionenkanal, der sich in Abhängigket vom Membranpotential durch Änderung der Tertiärstruktur öffnet oder schließt.

Spatium ist ein lateinisches Wort für Zwischenraum bzw. eine Lücke.

Spatium perichoroideum bedeutet Zwischenraum zwischen Aderhaut (Choroidea) und Lederhaut (Sclera) des Augapfels. Allerdings ist dieser Zwischenraum nicht wirklich leer, sondern sehr locker von einem fädigen Bindegewebe durchzogen. Aufgrund der fädigen Struktur des Zwischenraums können die beiden benachbarten Flächen relativ frei aneinander vorbei gleiten.

Spatium episcleralis heißt die aus ganz lockeren Bindegewebe bestehende Verschiebeschicht zwischen der Sclera (Lederhaut) des Augapfels und der Tenon-Kapsel. Einige Autoren beschreiben das Spatium episcleralis als äußere Schicht der Sclera, aber beide Namensteile Spatium und episcleralis sprechen dagegen.

Spatium subdurale = kapillarer Spaltraum zwischen Dura mater und Arachnoidea mater encephali

Speichel nennt man das Enzyme zur Verdauung der Nahrung enthaltende Sekret der Speicheldrüse. So produzieren die Mundspeicheldrüsen die Spucke und die Bauchspeicheldrüse den Bauchspeichel. Beide Arten von Speichel dienen der Verdauung unserer Nahrung.

Speicheldrüse nennt man ein Organ, das einen Speichel genannten, schleimigen Saft erzeugt und in die Mundhöhle oder in den Dünndarm (Bauchspeicheldrüse) abgibt. Säugetiere haben im Mund auf jeder Seite der Zunge die drei große Speicheldrüse (Ohrspeicheldrüse, Unterkieferspeicheldrüse, Unterzungenspeicheldrüse) sowie die kleinen Lippendrüsen, Wangendrüsen, Zungendrüsen, Mahlzahndrüsen, Gaumendrüsen und Geschmacksdrüsen).

Spektrum heißt die ganze Vielfalt aller Ausprägungen einer Eigenschaft. Beispiele sind die ganze Vielfalt menschlicher Haut-, Haar- oder Augenfarben oder die Spektren der Farben bzw. Wellenlänge oder Frequenzen des Lichts.

Spermium oder Samenzelle nennt man bei Tieren eine männliche Geschlechtszelle.

Spezies nennen wir in der Biologe Gruppen miteinander verwandter und deswegen sehr ähnlicher Lebewesen. Sofern sich eine Spezies zumindest auch sexuell fortpflanzt, bilden sie eine Fortpflanzungsgemeinschaft und können nur Mitglieder der selben Spezies miteinander fruchtbare Nachkommen bekommen. Jedenfalls sollte es eigentlich so sein, weil es sonst keine klare Grenze zwischen den Begriffen Spezies und Rasse gäbe. Es gibt aber wie immer in der Biologie zahlreiche Ausnahmen. So sind weibliche Liger (Kreuzungsprodukt aus einem männlichen Löwen und einem weiblichen Tiger) im Gegensatz zu männlichen Ligern sehr wohl fruchtbar. Das ist ein Beispiel für den fließenden Übergang zwischen Spezies und Rasse.

Speziesbarriere = anhand geringerer Infektionsraten und/oder verlängerter Inkubationsraten erkennbarer Unterschied zwischen der innerartlichen Übertragbarkeit einer Krankheit einerseits und ihrer Übertragbarkeit auf Individuen anderer Tier- oder Pflanzenarten andererseits

Biologen nennen etwas spezifisch, wenn es ganz wählerisch nur einen von vielen möglichen Gegenständen (z.B. Molekül oder Spezies) charakterisiert, erkennt, frisst, markiert, tötet oder ähnliches.

spinal = zur Wirbelsäule gehörend

Spinalganglion = spinales Ganglion - Nervenknoten im Bereich der hinteren Wurzel eines Rückenmarknervs

Splanchnikus = Nervus splanchnicus oder Eingeweidenerv

Splenium = Hinterende

Splicing (deutsch: Spleißen) ist eigentlich nur ein englisches Wort, das einfach zusammenkleben oder "miteinander verbinden" bedeutet. Genetiker und Molekularbiologen verstehen darunter allerdings, dass aus einer frisch durch Transkription produzierten RNA Teile (Introns) herausgeschnitten und die Reste (Exons) zu einer mRNA miteinander verbunden werden. Dieses Splicen passiert nur in den Zellkernen von Eukaryoten.

Splintholz nennt man das junge, meist helle Holz der letzten Jahre, in dem die Wasserleitungen noch intakt sind. Es befindet sich zwischen dem Kernholz und dem Kambium.

spongiform = schwammförmig

Sporadisch bedeutet eigentlich nur, daß etwas nur vereinzelt auftritt. Über die mutmaßliche Ursache wird damit gar nichts ausgesagt. In der TSE-Forschung hat man es sich allerdings angewöhnt, diesen Begriff im Sinne von "unbekannter Ursache" zu verwenden. Einige Amateur-TSE-Forscher verwenden diesen Begriff sogar im Sinne von "spontan" und unterstellen damit, die wegen ihrer Seltenheit und ihrer unbekannten Ursachen sogenannten sporadischen Varianten der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit entstünden spontan, also rein zufällig. Gelegentlich wird solch bedauerlicher Unfug sogar im Namen verwirrter oder überforderter Nobelpreisträger publiziert [AQGS]. Es gibt keine wissenschaftlich haltbaren Beweise oder auch nur Hinweise darauf, daß TSE mit einer Häufigkeit von jährlich rund 1 Fall pro Million Individuen spontan entstehen, aber die entsprechende Unterstellung ist besonders bequem, weil man sich nicht um mögliche Ursachen kümmern muß, solange man diese leugnet. Sehr viel unangenehmer ist es, wenn man bei TSE von sehr viel selteneren Spontanentstehungen und einem relevanten Anteil von Infektionen als Ursache sporadischer Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ausgeht. Dann muß man nämlich Maßnahmen gegen mögliche Übertragungswege ergreifen und kann beispielsweise bei BSE selbst nach dessen eventueller Ausrottung nie sicher sein, daß es nicht spontan neu entsteht. Als Konsequenz folgt aus dieser Arbeitshypothese, daß man sich auf ein dauerhaftes Verbot jeder Form von Kannibalismus in der Landwirtschaft einstellen muß, selbst wenn BSE eines Tages ausgerottet sein sollte. Daraus folgt auch, daß man verstärkt nach noch unbekannten Übertragungswegen als Ursachen der CJK insbesondere im medizinischen Bereich suchen müsste.

Sporangium nennen Biologen die Organe von Pilzen, Grünalgen und anderen Pflanzen, die ungeschlechtlich Sporen bilden. Bei Blütenpflanzen unterscheidet man zwischen Mikrosporangien für die Entwicklung männlicher Mikrosporen (Pollenkörner) und Megasporangien für die Bildung weiblicher Megasporen (Gametophyten mit Eizellen). Auf Moosen und den Blattunterseiten von Farnen kann man die Sporangien gut sehen und fühlen, während die Sporangien in den Stempeln und Staubblättern von Blütenpflanze kaum zu erkennen sind.

Sporen sind Lebewesen mit einer besonders widerstandsfähigen Hülle und ohne verfügbares Wasser in ihrem Inneren. Deshalb haben sie keinen Stoffwechsel und können weder wachsen noch auf ihre Umwelt reagieren. Das macht sie aber auch extrem widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse wie Hitze oder Strahlung und sie können in dieser Form praktisch beliebig lange überdauern, bis sie von passenden Umweltbedingungen durch passives Eindringen von Wasser ins aktive Leben geholt werden. Weil Sporen außerdem extrem klein sind, können sie durch die Luft sogar über Ozeane hinweg transportiert werden. Wegen dieser Eigenschaften dienen Sporen vermeintlich niederer Lebensformen wie Bakterien, Pilzen, Flechten, Schleimpilzen, tierischen und pflanzlichen Einzellern, Moosen und Farnen zur ungeschlechtlichen Vermehrung, zur Eroberung weit entfernter Lebensräume und zur Überdauerung ansonsten tödlicher Umweltbedingungen. Sporen erfüllen nicht die Bedingungen, die heute noch von Biologiebüchern an alle Lebewesen gestellt werden. Wären sie aber keine Lebewesen, dann entstünden auch heute noch ständig Lebewesen aus unbelebter Materie. Das dies nicht so ist, wissen wir seit Louis Pasteur. Also ist die Definition des Lebendigen falsch, nach welcher alle Lebewesen einen Stoffwechsel haben, reizbar sein und sich bewegen können müssen.

Sporenkapseln wachsen an den Blattunterseiten der diploiden großen Farne und auf den Kapselstielen der ebenfalls diploiden Sporophyten von Moosen. In den Sporenkapseln entstehen durch Meiose die haploiden Sporen.

Sporenpflanzen nennt man Moose, Farne und Bärlappgewächse, weil sie statt der diploiden Samen der Samenpflanze die haploiden Sporen bilden.

Sporenträger nennen Botaniker die winzigen diploiden Moos-Pflänzchen, die nur aus einem Stiel und einer Sporenkapsel bestehen und deshalb auf ihren haploiden Mutterpflanzen ernährt werden, aus deren Archegonien sie herauswachsen.

Sporophyll oder Sporangienträger (Sporangiophor) nennen Botaniker bei Farnen und Samenpflanzen ein Blatt, an dem Sporangien wachsen. Es gibt Pflanzen, die an Mikrosporophyllen (Staubblättern) Mikrosporen (Pollenkörner) und an Megasporophyllen (Fruchtblättern) Megasporen (Gametophyten mit Eizellen) bilden.

Sporophyt nennen Botaniker bei Pflanzen mit Generationswechsel die diploide Generation, die ungeschlechtlich Nachwuchs in Form von Sporen oder sporenartigen Wenigzellern mit 1-2 haploiden Gameten bilden.

Spurenelement nennt man einen Mineralstoff, von dem ein Lebewesen für seine Ernährung nur winzige Mengen benötigt.

SSC = Scientific Steering Committee oder wissenschaftlicher Lenkungsausschuß der EU

Der Spross besteht aus Sprossachse, Blättern und Blüten bzw. Samen, also aus allen oberirdischen Pflanzenteilen.

Sprossachse nennt man den Teil einer Pflanze, der die Wurzel mit den Blättern und Blüten verbindet.

Sprossung nennen Biologen eine ungeschlechtliche, also nicht sexuelle Fortpflanzung durch Auswachsen eines kleineren Lebewesens aus einem größeren.

Stammhirn = Hirnstamm (Truncus encephali) plus Zwischenhirn (Diencephalon)

Stammzelle nennen Biologen eine Zelle, die sich noch praktisch beliebig oft teilen und dabei unverändert bleiben kann, solange sie nicht für längere Zeit einen von wenigen Plätzen verlässt, auf denen Stammzellen Stammzellen bleiben können. Findet sie keinen solchen Platz, dann muss sie sich zu einer reiferen bzw. spezialisierteren Zelle weiterentwickeln (differenzieren). Diese Gebundenheit an bestimmte Orte ist ein Schutzmechanismus, denn Zellen mit unbegrenzter Vermehrungsfähigkeit können sehr gefährlich werden, wenn sie wie Krebszellen außer Kontrolle geraten. Es gibt Stammzellen, deren überschüssige Tochterzellen sich nur zu einem Zelltyp entwickeln können. Im Gegensatz dazu sind die Zellen des frühen Embryo noch sogenannte totipotente Stammzellen. Sie haben das Potential, noch alle Zellarten des Körpers zu bilden. Zwischen den beiden Extremen gibt es auch Stammzellen wie die Blutstammzellen, von denen jede noch unser ganzes zelluläres Immunsystem aufbauen kann, aber keine Haut oder Nervenzellen.

Standardabweichung = Mit Standardabweichung ist in Biologie und Medizin in der Regel die empirische Standardabweichung gemeint, die man auch mittelere Abweichung oder Streuung nennt. Diese ist ein statistisches Maß für die Abweichung von Einzelmeßwerten einer Meßreihe von ihrem arithmetischen Mittelwert. Sie ist definiert als der positive Wert der Wurzel aus der Varianz.

Stängel heißt bei Kräutern die Sprossachse.

Stärke ist ein großenteils verzweigtes Polysaccharid aus dem Kohlenhydrat-Monomer Traubenzucker (Glucose). Stärke ist einer der wichtigsten Reservestoffe pflanzlicher Zellen und für uns Menschen ein wichtiger Nährstoff.

Amylopektin als Hauptbestandteil der Stärke
Zellobiose
Diese Zeichnung wurde von einem anonymen Neurowissenschaftler unter der Lizenz Public domain veröffentlicht.

Startcodon nennen Genetiker die Nukleotidsequenz AUG auf einer mRNA, weil an ihr Ribosomen mit der Translation beginnen. Gleichzeitig codiert es die Aminosäure Methionin.

Stativ nennt man ein Gerät, das trotz relativ leichter Bauweise einem anderen Gerät einen stabilen Halt gibt.

Statolithen sind kleine Kristalle in Gleichgewichtsorganen. Weil das beim Menschen im Innenohr liegt, nennt man Statolithen auch Ohrsteinchen.

Staubblatt oder Staubgefäß nennen Botaniker ein umgewandeltes Blatt, das in einer Blüte den Pollen erzeugt. Es besteht aus einem dünnen Staubfaden und einem relativ dicken Staubbeutel. Ein Staubbeutel kann aus mehreren Kammern, den Pollensäcken bestehen. Wenn es in einer Blüte auch noch einen Stempel und Kronblätter gibt, dann befinden sich die Staubblätter zwischen diesem und den Kronblättern.

Staubbeutel nennen Botaniker in einer Blüte den relativ dicken, oberen Abschnitt eines Staubblattes, in dessen Pollensäcken der Pollen entsteht.

Staubfaden nennen Botaniker in einer Blüte den sehr dünnen, unteren Abschnitt eines Staubblattes, welches den Staubbeutel trägt.

Steineiche
Steineiche aus Wikimedia Commons Die Steineiche ist eine in den warmen Mittelmeerländern lebende Eiche, die im Winter ihr Laub nicht verliert. Dafür gibt es ja auch keinen Grund, wo es gar keinen richtigen Winter gibt.
Das Bild stammt aus der Wikimedia Commons

Stempel nennen Botaniker eine meistens in der Mitte einer Blüte stehende Einheit aus Fruchtknoten mit den darin enthaltenen Samenanlagen, oben einer für die Landung von Pollenkörnern vorgesehenen Narbe und dazwischen einem dünneren, von den Pollenschläuchen zu durchwachsenden Griffel. Stempel können aus einem oder aus mehreren verwachsenen Fruchtblättern gebildet werden. Nacktsamer bilden keine Stempel.

Stempelblüte nennen Botaniker eine Blüte ohne funktionsfähige Staubblätter. Oft fehlen auch Kronblätter.

steril = keimfrei oder unfruchtbar

Sterilisation = Prozeß des keimfrei oder unfruchtbar Machens

sterilisieren = keimfrei oder unfruchtbar machen

Das Wort und der Wortbestandteil "sterisch" kommt vom griechischen Wort "stereos" und kann Ort, räumlich, starr oder fest bedeuten. In der Biologie übernehmen wir aus der Chemie die sterische Behinderung im Sinne einer räumlichen Behinderung. Wir verstehen unter einer allosterischen Bindung eine Bindung an einem anderen Ort.

sternal = zum Brustbein gehörend

Stichprobe nennen wir in den Naturwissenschaften einen meistens zufällig ausgewählten Teil einer viel größeren Gesamtmenge von Dingen, Lebewesen oder Ereignissen, die man untersucht oder befragt und von der man dann auf den ganzen Rest schließt.

Stimulation = Anregung, Ankurbelung, Erhöhung, Stärkung, Steigerung, Verführung, Verstärkung

StMGEV = Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz

Stoff nennen wir in der Biologie weder Drogen noch das Material von Kleidern. Allgemein meinen wir damit eher physikalisch die Materie, aus der die Welt besteht. Wenn von bestimmten Stoffen die Rede ist, dann meinen Biologen damit wie die Chemiker bestimmte Materialien wie Luft und Wasser oder Substanzen wie Kochsalz und Eisen. Stoffe in diesem Sinne nennen wir Reinstoffe, wenn sie nur aus einer Sorte von Atomen, Kristallen oder Molekülen bestehen. Oder wir nennen sie Gemische, wenn sie aus mindestens zwei verschiedenen Reinstoffen bestehen. Schematische_Einteilung_der_Stoffe
Schriftgrößen-optimiert nach Peter Krimbacher, CC BY-SA 2.0 DE

Stoffkreislauf nennen Biologen das Phänomen, dass Pflanzen und andere Produzenten Mikronährstoffe (Kohlenstoffdioxid und Mineralstoffe) und Wasser aufnehmen und in Biomoleküle einbauen, die dann nacheinander durch Fressen von Primärkonsumenten, Sekundärkonsumenten sowie Tertiärkonsumenten aufgenommen werden, am Ende aber spätestens von Destruenten wieder als die energiearmen Stoffe ausgeschieden werden, die dann den Produzenten erneut als Mikronährstoffe dienen. Ökologe unterscheiden unter anderem zwischen Kohlenstoffkreislauf, Stickstoffkreislauf, Schwefelkreislauf und Phosphorkreislauf.

stofflich = Materie (Stoffe) betreffend

Stoffwechsel oder Metabolismus nennt man in der Biologie die Summe aller in Lebewesen ablaufenden chemischen Reaktionen sowie die ständige Auswechslung der Stoffe, aus denen ein Lebewesen besteht. Dies geschieht durch die Aufnahme, den Transport, die chemische Umwandlung und die Ausscheidung von Stoffen. Mit Ausnahme von Pflanzen werden dabei Makronährstoffe wie Eiweiße, Zucker und Fette in Bausteine wie Aminosäuren, Einfachzucker oder Fettsäuren zerlegt (Katabolismus), um deren chemische Energie zu nutzen (Energiestoffwechsel) oder um sie zu neuen, körpereigenen Makromolekülen zusammenzusetzen (Baustoffwechsel bzw. Anabolismus).

Stoffwechselendprodukte sind teilweise giftige Stoffe, die von der Zelle nicht mehr gebraucht, aber im Gegensatz zu Tieren von den Pflanzenzellen nicht ausgeschieden werden. Damit sie den Zellen nicht schaden, werden sie in der Vakuole endgelagert. Gerade weil sie teilweise giftig sind, schützen sie Pflanzen vor Tieren, die dadurch nicht allzu viel von einer giftigen Pflanze fressen können.

Stoffwechselprodukt nennt man in der Biochemie das Produkt eines Stoffwechselweges.

Stoffwechselreaktion nennt man in der Biochemie eine einzelne chemische Reaktion im Stoffwechsel einer Zelle.

Stoffwechselvorgang nennen Fachleute jedes einzelne kleine Schrittchen und jede einzelne chemische Reaktion des Stoffwechsels.

Stoffwechselweg nennt man in der Biochemie eine Reihe von Stoffwechselreaktionen, bei denen jeweils das Produkt der einen zum Edukt der nächsten Stoffwechselreaktion wird.

Stoppcodon nennt man die drei Codons UAG, UAA und UGA. Für sie gibt es keine tRNAs. Stattdessen gibt es für jedes von ihnen einen sogenannten release factor, der am Ribosom an sein Stoppcodon bindet und statt einer Aminosäure nur eine Hydroxylgruppe auf das Ende der Aminosäurekette überträgt.

Strahlenkörper = Corpus ciliare

Strahlung nennt man einen Strom sich extrem schnell bewegender Dinge, die so winzig klein sind, dass sie (in unterschiedlichen Verhältnissen) Eigenschaften von Teilchen und Wellen in sich vereinigen.

Strahlungsenergie ist die von einer Strahlung transportierte Energie. Sie nimmt mit der Frequenz der Strahlung zu bzw. mit zunehmender Wellenlänge ab.

Stratum nennt man in Biologie und Medizin eine flache Schicht von Zellen.

Stratum pigmentosum = retinales Pigmentepithel

Sträucher bilden zwar Holz und werden darum viel größer als Kräuter, bleiben aber kleiner als Bäume und bilden im Gegensatz zu normalen Bäumen mehrere relativ dünne Stämme.

Striatum sagt man einerseits als Kurzform von Corpus striatum (Streifenkörper oder Streifenhügel), welcher der größte Teil der Basalganglien des Gehirns (Encephalon) ist und zum extrapyramidalen System gehört. Es besteht aus dem Schweif- oder Schwanzkern (Nucleus caudatus) und dem Linsenkern (Nucleus lentiformis), welcher seinerseits aus dem Schalenkern (Putamen) und dem Pallidum (Globus pallidus) besteht. Andererseits verwendet man den Begriff Striatum aber auch als Kurzform für das aus Schweifkern (Nucleus caudatus) und Putamen zusammen gefasste Neostriatum, von welchem man den Pallidum (Globus pallidus) aufgrund seiner Entwicklungsgeschichte als Paläostriatum unterscheidet. Denkt man sich einen Schnitt durch die Symetrieebene des Gehirnes, dann liegt das Striatum beim Menschen etwas unterhalb und vor dem Mittelpunkt dieser Fläche. Schaut man von oben auf das Gehirn, dann liegt es in beiden Hirnhälften ziemlich genau in der Mitte zwischen dem Zentrum und dem seitlichen Rand des Gehirns. Anatomisch liegt es zwischen dem Thalamus und dem Insellappen (Insula) der seitlichen Großhirnrinde, wobei der Schweifkern (Nucleus caudatus) etwas oberhalb, das Pallidum (Globus pallidus) etwas unterhalb und das Putamen direkt außerhalb oder seitlich des Thalamus liegen. Funktionell erhält es Signale von praktisch allen Teilen der Hirnrinde und soll etwas mit der Kontrolle von Gleichgewicht und Bewegungen zu tun haben. Schweifkern (Nucleus caudatus) und Schalenkern (Putamen) regulieren die Muskelspannung. Streifenkörper und Kleinhirn (Cerebellum) senden Hemmungsbahnen der Motorik zur Feinabstimmung von Bewegungen aus.

Stroma bedeutet Grundsubstanz oder Grundgerüst.

Struktur nennen wir in den Naturwissenschaften den räumlichen Aufbau von einem Stück Materie aus Elementarteilchen (in der Physik), Atomen oder Molekülen (Chemie), Biomolekülen (Biochemie und Molekularbiologie) oder Organellen (Zellbiologie). Struktur kann man auch den Aufbau eines größeren Systems nennen. Manchmal meint man damit aber auch eine nicht ebene oder nicht gleichmäßig gefärbte oder zusammengesetzte Oberfläche.

strukturell = die Struktur betreffend

Strukturformel nennen Chemiker eine ganze Reihe unterschiedlicher zweidimensionaler (flächiger, nicht räumlicher, auf Papier gezeichneter) Darstellungsformen, die unterschiedlich weit ins Detail gehend zeigen sollen, wie die Atome eines Moleküls über Atombindungen miteinander verbunden sind. Einige Strukturformeln deuten dabei auch die räumliche Struktur eines Moleküls an.

strukturieren = eine Struktur schaffen

strukturiert = eine Struktur besitzend

Strukturierung nennt man einen Prozess, der eine Struktur schafft.

Strukturprotein nennen Biologen ein Protein, das kein Enzyme ist, sondern in Lebewesen bestimmte Strukturen bildet.

Stuhl ist ein vor allem in der Medizin gebräuchliches Wort für Darmausscheidungen.

Stuhltransplantation nennt man die Übertragung von Darminhalt (Stuhl) eines gesunden Spenders in den Darm einer erkrankten Person mittels Endoskopie oder Kapseln.

Subarachnoidalraum = mit Zerebrospinalflüssigkeit gefüllter und von Arachnoidaltrabekeln schwammartig durchzogener Raum zwischen Pia mater der Arachnoidea mater encephali

subklinisch = 1. leicht verlaufend, sodaß keine klinische Behandlung erforderlich ist, 2. ohne klinische Symptome verlaufend(e Krankheit)

subkutan = unter die Haut bzw. in das unter der Haut befindliche Fett-Gewebe

submandibular = unter der Mandibula liegend

submaxillar = unter dem Oberkiefer

Submukosa heißt eine dünne Bindegewebsschicht unterhalb einer Schleimhaut.

Subpopulation nennt man in der Biologie eine durch ein oder mehrere Merkmale unterscheidbare Teilmenge einer Population.

Substantia nigra oder Soemmerring-Ganglion heißt ein Kernkomplex im Mittelhirn, dessen Zellen durch Eisen rötlich (Pars reticulata) oder durch Melanin dunkel (Pars compacta) gefärbt sind.

Substanz ist das, woraus etwas besteht.

Substrat ist ein gutes Beispiel für die Absurdität einer Fachsprache, die das Gegenteil von Klarheit und Eindeutigkeit bringt, weil schon innerhalb der Biologie verschiedene Teildisziplinen den Begriff sehr unterschiedlich verstehen. In Zell- und Mikrobiologie ist ein Substrat das Nährmedium, von dem sich ihre Zellen oder Mikroorganismen ernähren. In der Biochemie (Enzymatik) hingegen bezeichnet man als Substrat eine chemische Verbindung, die von einem Enzym zu einer chemischen Reaktion angeregt wird. Ökologen meinen mit Substrat das Material, auf oder in dem ein Organismus lebt. Wenn sich allerdings Ökologen auf den Boden spezialisiert haben, dann ist ein Substrat für sie nur das Grundmaterial, das den Boden bildet. Würden Biologen dieser verschiedenen Fachrichtungen einmal miteinander reden, dann würden sie wahrscheinlich nicht einmal bemerken, dass sie aneinander vorbei reden und nur glauben, sich zu verstehen.

Substratinduktion bedeutet, dass ein Substrat direkt oder wohl normalerweise eher indirekt durch die Inaktivierung eines Repressors das Gen eines Enzyms aktivert, dessen Genprodukt (Protein) dann das Substrat verarbeitet. So wird verhindert, dass sich das Substrat zu sehr anreichert und seine Weiterverarbeitung stockt.

Substratspezifität bedeutet in der Biochemie, dass manche Enzyme nur ein einziges und die meisten nur einige sehr ähnliche Substrate verarbeiten.

Sucht oder Abhängigkeit nennt man den krankhaften Zustand eines Lebewesens, welches körperlich und/oder psychisch massiv leidet, wenn es versucht oder gezwungen wird, auf den Gegenstand seiner Sucht zu verzichten. Dieser Gegenstand der Sucht kann ein Medikament wie ein Schmerz- oder Betäubungsmittel sein, eine legale Droge wie Alkohol oder Zigaretten, aber auch eine illegale Droge wie Kokain oder LSD. Gegenstand einer Sucht kann aber auch eine das Belohnungszentrum im Gehirn aktivierende Tätigkeit wie Spielen, Sport oder Sex sein. Die lebensgefährliche Magersucht, die ungesunde Sucht nach Süßigkeiten und die ruinöse Kaufsucht zeigen, dass sich fast jede menschliche Tätigkeit zur Sucht entwickeln kann. Selbst die Verliebtheit ist im Grunde eine Sucht.

Sukzession nennen Botaniker und Ökologen eine ohne menschliches Zutun ablaufende zeitliche Abfolge von Pflanzen-, Tier- oder Pilzgesellschaften (Biozönosen) an einem Standort. Diese sukzessive Entwicklung führt von einem gestörten oder veränderten Ausgangsstadiummit mehr oder weniger kahlem Boden (z.B. einem Kahlschlag, einem Bergrutsch oder einem Lavafeld) über verschiedene Stadien zu einer Klimax-Biozönose.

Sulcus = Furche (der Großhirnrinde oder des Rückenmarks)

Sulcus medianus dorsalis = auch Sulcus medianus posterior genannte, auf der rückwärtigen Mittellinie des Rückenmarkes verlaufende Furche

Sulcus medianus posterior = auch Sulcus medianus dorsalis genannte, auf der rückwärtigen Mittellinie des Rückenmarkes verlaufende Furche

superior = lateinisch für oberhalb oder oben liegend

supratentoriell = oberhalb des Kleinhirndaches oder Kleinhirnzeltes

suspendieren = eine Suspension herstellen

Suspension = Etwas wird in der Schwebe gehalten, wie feine nichtlösliche Teilchen in einer Flüssigkeit.

Symbionten sind Lebewesen, die mit Lebewesen aus anderen Spezies zu gegenseitigem Nutzen zusammenleben. Beispiele sind Blütenpflanzen mit den Pilzen an ihren Wurzeln, ihren Bestäubern und den Tieren, die ihre schmackhaften Früchte verbreiten, oder Ameisen, die mit Bäumen, Blattläusen oder Pilzen zusammenleben. Ein wichtiges Beispiel sind aber auch wir Menschen, denn wir können nicht ohne die Bakterien im Dickdarm und kaum ohne unsere landwirtschaftlichen Nutzpflanzen und -tiere leben.

Unter einer Symbiose verstehen wir in Europa das enge Zusammenleben zweier Lebewesen unterschiedlicher Spezies zum beiderseitigen Vorteil. Wir unterscheiden also zwischen Symbiosen und Parasitismus, wo ein Lebewesen ein anderes ausbeutet und der Nutzen daher einseitig ist. Die Grenze zwischen Parasitismus und Symbiose ist allerdings fließend. So sind z.B. Würmer im menschlichen Darm eigentlich Parasiten, aber Allergiker könner trotzdem von der dämpfenden Wirkung der Würmer auf das menschliche Immunsystem profitieren.
Früher hielt man Symbiosen eher für eine Besonderheit. Heute wissen wir, dass Symbiosen eher der Normalfall sind. Menschen und Rinder könnten ohne die Bakterien in ihren Verdauungssystemen nicht leben. Sind wir deswegen keine Lebewesen oder gehören die Bakterien zum Lebewesen Mensch dazu? Wahrscheinlich ist der Mensch ein Lebewesen, dass auf Symbionten angewiesen ist. Aber in unseren Zellen leben Mitochondrien, die wir die Kraftwerke unserer Zellen nennen und ohne die sich Menschen niemals hätten entwickeln können. Diese Mitochondrien besitzen eine Hülle und einen eigenen Bauplan, aber sie können nur noch in unseren Zellen leben. Man spricht heute von einer Endosymbiose zwischen unseren Zellen und ehemalig unabhängigen Bakterien. Und niemand würde heute zwischen dem Lebewesen Mensch und seinem Symbionten namens Mitochondrium unterscheiden.
So führen uns auch Symbiosen mit unseren Definitionen der Lebewesen in eine Grauzone, in der man nicht mehr immer genau sagen kann, wo man noch von zwei oder schon nur noch von einem Lebewesen sprechen soll. Beispiele dafür sind die Flechten und die Korallen, wo Algen ähnlich wie unsere Mitochondrien in einem Wirt leben und dadurch eine einzigartige neue Lebensform entsteht.

symbiotisch = eine Symbiose betreffend oder darstellend

Symmetrie nennen wir in den Naturwissenschaften die Eigenschaft eines Systems, nach einer Drehung um eine Achse (Achsensymmetrie) oder einen Punkt (Punktsymmetrie) gleich zu erscheinen. Bei einer Spiegelsymmetrie muss der Gegenstand um genau 180° gedreht werden, damit er nach der Drehung äußerlich unverändert wirkt. Im Gegensatz dazu kann man Zylinder um ihre Längsachse beliebig drehen und sie sehen immer gleich aus. Kugeln kann man sogar um ihren Mittelpunkt beliebig drehen, ohne dass sich ihr Aussehen verändert. Deshalb wirken Eizellen symmetrischer (Kugelsymmetrie) als Quallen und Seesterne (Radiärsymmetrie) und die wiederum symmetrischer als Wirbeltiere, die im Idealfall nahezu spiegelsymmetrisch sind. Schwämme sind sogar asymmetrisch.

symmetrisch = eine Form von Symmetrie besitzend

Sympathikus oder sympathisches Nervensystem heißt der Teil des Vegetativen Nervensystems, der als Gegenspieler (Antagonist) des Parasympathikus unseren Körper insgesamt leistungssteigernd auf nach außen gerichtete Aktionen vorbereitet. Dabei wirkt der Sympathikus hauptsächlich auf die glatte Muskulatur der Blutgefäße und auf Drüsen. Er steigert Herztätigkeit, Blutdruck, Durchblutung und Tonus der Herz- und Skelett-Muskulatur, Glykolyse und ganz allgemein den Stoffwechsel. Gleichzeitig hemmt der Sympathikus für die vorbereitete Aktivität nicht unbedingt erforderliche Vorgänge wie die Darmtätigkeit. Durch Verengung von Blutgefäßen reduziert (verringert) der Sympathikus die Durchblutung in Haut, Darm und Nieren. Der Sympathikus bewirkt außerdem eine Erweiterung der Bronchien, reduziert den Harndrang durch Erschlaffung der Blasen-Muskulatur, verhindert Inkontinenz durch gesteigerte Anspannungen von Schließmuskeln, bewirkt die Ejakulation von Mann und Frau, weitet die Pupillen, steigert die Schweiß- und Adrenalinausschüttung, während er die Tätigkeiten von Speichel- und Bauchspeicheldrüsen reduziert.

Symphyse nennt man die Verbindung zweier Knochen durch Faserknorpel. Bei Säugetieren verbinden Symphysen einzelne Knochen des Beckens (z.B. die Schambeinfuge), des Brustbeins (Symphysis manubriosternalis) und der Wirbelsäule (Bandscheiben).

Symptome nennt man charakteristische Schmerzen oder sonstige Beschwerden, über die ein Patient im Zusammenhang mit einer Krankheit berichtet. Man kann den Begriff auch kurz als Krankheitszeichen übersetzen.

Synapse heißt eine Kontaktstelle zwischen einer Nervenzelle und einer Sinneszelle, Muskelzelle, Drüsenzelle oder anderen Nervenzelle zur Übertragung von Erregungen oder zur Beeinflussung der Erregbarkeit. Indem sie sich selbst verändern, können sie auch Informationen speichern. Die Anzahl der Synapsen in menschlichen Gehirnen wird auf 100 Billionen geschätzt, einzelne Neuronen sollen 1-200.000 Synapsen besitzen. Die meisten Synapsen sind chemische Synapsen. In ihnen regt (präsynaptisch) ein ankommendes Aktionspotential am Ende eines Neuriten die Verschmelzung von Vesikeln mit der Zellmembran, die mit Neurotransmittern gefüllt sind. Diese diffundieren durch den synaptischen Spalt und werden auf der anderen Seite (postsynaptisch) von Rezeptoren auf der Zellmembran der Empfängerzelle gebunden. Diese Bindung verändert die Form des Rezeptors, was eine bestimmte Reaktion auslöst.

Schema einer Synapse
Synapse
anonym, CC BY-SA-3.0
Es gibt auch elektrische Synapsen, in denen das elektrische Aktionspotential einfach elektrisch durch Gap Junctions auf die andere Zelle übertragen wird. In einem weiteren Sinne werden die Stellen vorübergehender zellulärer Kontakte von Zellen des Immunsystems als immunologische Synapsen bezeichnet. Dabei binden Moleküle auf der Oberfläche der einen Zelle an Rezeptor-Moleküle und Adhäsionsmoleküle in der Zellmembran der anderen und tauschen darüber Informationen aus.

Peter Krimbacher

synaptisch = zu einer Synapse gehörend

synaptischer Spalt = Spalt zwischen dem Endknöpfchen und der Zellmembran einer Zielzelle in einer Synapse.

Synonym nennt man ein Wort, dessen Bedeutung exakt oder weitgehend einer Bedeutung eines anderen Wortes entspricht.

Synthese = Zusammenfügung einzelner Teile zu einem Ganzen; Chemie: Aufbau chemischer Verbindungen aus den chemischen Elementen durch chemische Reaktionen, Philosophie: Vereinigung unterschiedlicher Vorstellungen (These und Antithese) oder die Bildung komplexer aus elementaren Begriffen

synthetisch = durch eine (meist chemische) Synthese hergestellt

synthetisieren = durchführen einer (meist chemischen) Synthese

Synzytium nennen Biologen Zellen mit mehreren Zellkernen. Als funktionelle Synzytien werden Zellverbände bezeichnet, bei denen die Zytoplasmen der Zellen miteinander verbunden sind. Bedingung ist in beiden Fällen, dass das (funktionelle) Synzytium durch Fusion entstand.

System nennt man ein aus zusammenwirkenden Teilen bestehendes Ganzes.

Systembiologie heißt die Teildisziplin der Biologie, die versucht, biologische Prozesse mit all ihren Strukturen sowie deren Funktionen und Beziehungen, mit ihren Regulationsmechanismen und mit ihrer Dynamik im zeitlichen Verlauf zu studieren. Die Systembiologie nutzt dazu zumindest die mathematischen Methoden der nach dem Vorbild der theoretischen Physik entwickelten theoretischen Biologie und überprüft biologische Modelle durch Computersimulationen.

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Roland Heynkes, CC BY-SA-4.0