Wörterbuch u.a. für in meinem Unterricht verwendete Fachausdrücke mit dem Anfangsbuchstaben P

Roland Heynkes, 25.2.2018

Paleocortex nennt man einerseits den entwicklungsgeschichtlich alten Teil der Großhirnrinde (Althirnrinde) und andererseits die Rinde des Palaeopallium

Palaeopallium bedeutet entwicklungsgeschichtlich alter Teil des Gehirns (Encephalon).

Palmitinsäure
Palmitinsäure
Alejandro Porto, CC BY-SA 3.0
Palmitinsäure oder Hexadecansäure heißt eine gesättigte organische Säure, die zu den Fettsäuren und Lipiden gehört. Der folgende Link führt zu einer selbst manipulierbaren, dreidimensionalen JSmol-Darstellung von Palmitinsäure.

Pankreas ist der medizinische Fachausdruck für die Bauchspeicheldrüse

Pansenpfeiler = muskulöse Leisten im Panseninneren, durch welche der Pansensack strukturiert wird

Paraffin = festes, wachsartiges, oder flüssiges wasserunlösliches Gemisch gesättigter Kohlenwasserstoffe

Parameter nennt man eine Eigenschaft oder Größe, die etwas charakterisiert. In der Biologie können beispielsweise die Parameter Blutdruck und Puls den Zustand eines Tieres charakterisieren oder Sauerstoffgehalt den Zustand eines Tümpels.

Parasit nennt man Lebewesen oder Spezies, die einfach auf Kosten Anderer leben, ohne ihnen irgend etwas zurück zu geben.

Parasitoid nennt man einen Organismus, der sich von Parasiten dadurch unterscheidet, dass er seinen Wirt am tötet.

parenteral = unter Umgehung des Darmes

Parks sind vor allem der Freizeitgestaltung dienende, von Menschen angelegte und gepflegte Ökosysteme, in denen Rasenflächen und große, alte, oft auch exotische Bäume und Sträucher dominieren.

parietal = seitlich, wandständig

Parietallappen nennt man den Scheitellappen einer Endhirn-Hemisphäre. Er scheint unter anderem der bewussten Wahrnehmung von internen und externen Sinneseindrücken zu dienen.

Pars basalis rhinencephali oder auch Palaeopallium nennt man das Riechhirn im engeren Sinne und es ist einer der beiden entwicklungsgeschichtlich alten Teile des Rhinencephalon. Es gibt davon eines in jeder Hirnhälfte und jedes umfasst je einen Bulbus olfactorius, Pedunculus olfaktorius, Tractus olfactorius lateralis, Tractus olfactorius medialis, Tuberculus olfaktorius, sowie die dazu gehörigen Hirnrindenanteile.

Pars caeca retinae oder blinde Netzhaut nennt man den nicht mit Lichtsinneszellen und Nervenzellen ausgestatteten und deshalb sogenannten blinden Teil der Netzhaut (Retina). Die Pars caeca retinae ist ein relativ schmaler Streifen zwischen der Ora serrata und der Pupille, die den Corpus ciliare und den Corpus ciliare überzieht.

Pars ciliaris retinae nennt man den Teil der blinden Retina (Pars caeca retinae), der den Corpus ciliare überzieht und das Augenkammerwasser produziert.

Pars iridica retinae oder Pigmentblatt nennt man den Teil der blinden Retina (Pars caeca retinae), der die Rückseite der Iris überzieht und mit seinen Pigmenten den Lichteinfall ins Auge möglichst auf die Pupille, beschränkt.

Pars limbica rhinencephali nennt man einen der beiden entwicklungsgeschichtlich alten Teile des Rhinencephalon (Riechhirns).

Pars optica retinae oder sehende Netzhaut heißt der mit Lichtsinneszellen und Nervenzellen ausgestattete Teil der Netzhaut (Retina), mit dem wir Licht wahrnehmen können.

Pars petrosa = Felsenteil des Schläfenbeins, der das Gehör mit dem Gleichgewichtsorgan enthält

Das Pars septalis rhinencephali nennt man den entwicklungsgeschichtlich jüngsten Teil des Rhinencephalon. Es befindet sich in einem begrenzten Bereich der medialen Hemisphärenwand rostral der Lamina terminalis grisea

partiell = teilweise

Partikel nennen Biologen Teilchen aus einem anderen Material als die jeweilige Umgebung. Das können feste Körnchen in einer Flüssigkeit oder Fetttröpfchen in Wasser oder Wassertröpfchen in der Luft sein.

Passage = Überführung einer Zellkultur (auch Pilze oder Bakterien) auf einen neuen Nährboden oder in ein neues Nährmedium, Überführung eines Virus oder eines Prions in einen neuen Wirtsorganismus

passagieren = eine Passage durchführen

Passive Impfung heißt die Verabreichung von Antikörpern, die für wenige Monate vor einer Krankheit schützen. Ihr Vorteil ist ein sofort einsetzender Schutz in akuten Notfällen.

paternale Übertragung = mit der Befruchtung, jedoch nicht durch Vererbung erfolgende Übertragung einer Krankheit vom Vater auf das Kind

Pathogen = Krankheitserreger (Viren und manche Bakterien, Pilze sowie andere Parasiten)

pathogen = krankheitserregend

Pathogenese = Die Gesamtheit der an der Entstehung und Entwicklung einer Krankheit beteiligten Faktoren. Der Begriff wird aber oft im Sinne einer Beobachtung der Vermehrung und Ausbreitung der Infektiosität gebraucht.

Pathologie = 1) Wissenschaft von den Krankheiten, ihrer Entstehung und den durch sie hervorgerufenen krankheften Veränderungen; 2) pathologische Abteilung oder pathologisches Institut

pathologisch = 1) krankhaft, 2) die Pathologie betreffend

Patrouillieren nennt die militärische Taktik, kleine Einheiten oder einzelne Soldaten einer größeren Einheit vorzuschicken, um auf einer bestimmten Wegstrecke die Lage zu erkunden. In der Biologie wird dieser Begriff beispielsweise auf Antikörper oder Leukozyten übertragen.

Das Pauli-Verbot besagt, dass in einem Atom niemals zwei Elektronen in allen vier Quantenzahlen übereinstimmen dürfen.

PBS = phosphate buffered saline = Phosphat-gepufferte physiologische Salzlösung, 10x Stocklösung: 80 g NaCl, 2 g KCl, 14,4 g Na2HPO4, 2,4 g KH2PO4 pro Liter

PCR ist die Abkürzung für polymerase chain reaction oder Polymerase-Kettenreaktion. Doppelsträngige, genomische DNA wird in geeignetem Puffer mit Oligonukleotid-Startermolekülen (englisch: Primer) einer hitzeresistenten DNA Polymerase vermischt. Dann wird das Gemisch in etlichen Zyklen immer abwechselnd erhitzt und auf eine moderate Temperatur abgekühlt. Durch das Erhitzen werden Doppelstränge aufgeschmolzen. Beim Abkühlen hybridisieren die Oligonukleotide mit beiden langen DNA-Einzelsträngen und bilden so Startpunkte für die Neusynthese von Gegensträngen. Diese DNA-Synthese übernimmt die DNA-Polymerase, bis sie zufällig von der DNA abfällt. Wenn ein neu synthetisierter DNA-Strang mindestens die Strecke zwischen den gegenüber liegenden Startpunkten überbrückt, dann kann im nächsten Zyklus auch an ihm ein Oligonukleotid binden und wieder einen neuen Gegenstrang produzieren. So verdoppelt sich im Idealfall mit jedem Zyklus die Zahl der DNA-Stränge, bis die Enzyme versagen und die Nukleotide aufgebraucht sind. So kann man selektiv einen bestimmten Bereich innerhalb eines Genoms sehr stark vermehren.

Pedunculus = Stiel (Pedunculi = Stiele)

Pedunculus olfaktorius bedeutet Riechstiel und so nennt man die kurze kaudale Fortsetzung des Bulbus olfactorius, die ihrerseits in den Tractus olfactorius medialis übergeht und daher ein Teil des Pars basalis rhinencephali ist.

Pentose nennt man einen Zucker mit 5 Kohlenstoff-Atomen.

Peptid nennt man in der biologischen und medizinischen Forschung üblicherweise, aber auch etwas schlampig eine unverzweigte Kette aus 11-100 Aminosäuren. Systematischer ist das eher chemische Verständnis, dass ein Peptid eine organisch-chemische Verbindung mit mindestens einer Peptidbindung zwischen mindestens zwei Aminosäuren ist. Sind es nur mehrere Aminosäuren, dann sprechen Biologen und Mediziner meistens einfach von einem Peptid, Chemiker eher genauer von einem Oligopeptid. Sind es viele Aminosäuren, dann heißt ein Peptid auch Polypeptid. Hat ein unverzweigtes Polypeptid eine Funktion, dann nennt man es Protein. Unlogisch bleibt, dass ein Dipeptid weder zwei Peptide noch zwei Peptidbindungen enthält, sondern zwei Aminosäuren, also zwei Monomere. Aber sonst müsste man von Diaminosäuren oder Oligoaminosäuren sprechen und das wäre noch gewöhnungsbedürftiger. Außerdem passt die Namensgebung dadurch besser zu den Kohlenhydraten und Nukleinsäure.

Peptidbindung
mesomere Peptidbindungs-Konformationen

Peptidbindung heißt eine Amid-Bindung, wenn sie zwei Aminosäuren verbindet. Das Bild oben zeigt jeweils links und rechts die mesomeren Grenzstrukturen der häufigeren trans- sowie der selteneren cis-Konfiguration eines Dipeptids aus zwei Alanin-Molekülen. Die tatsächliche Verteilung der Elektronen in dieser Amid-Bindung entspricht einer Mischung aus den beiden mesomeren Grenzstrukturen. Die Mesomerie der Amid/Peptidbindung bewirkt, dass Peptidbindungen starr und planar sind. Das bedeutet, dass sich alle Atome der Peptidbindung in einer Ebene befinden und dass eine Drehung um die Bindung zwischen dem Stickstoff- und dem Kohlenstoff-Atom nicht möglich ist, weil diese Bindung teilweise den Charakter einer Doppelbindung hat. Deshalb kann die trans-Konfiguration nicht einfach in die cis-Konfiguration übergehen. Die blau dargestellten Atome und Bindungselektronenpaare liegen alle in einer Ebene.

Das folgende Schema deutet ohne Reaktionsmechanismus die Kondensations-Reaktion an, die unter Abspaltung eines Wasser-Moleküls zwei Aminosäuren (Alanine) zu einem Peptid (Dipeptid) verknüpft.

Peptid-Bindung
Renate90, CC BY-SA 3.0
Das folgende Schema deutet den Reaktionsmechanismus der Hydrolyse einer Peptid-Bindung an.
Hydrolyse einer Peptid-Bindung
Xrajvinder, CC BY-SA 3.0

peri = aus dem Griechischen entlehnte Vorsilbe mit dem Bedeutungsfeld: um, herum, ringsum, umher, über etwas hinaus hinaus

Perichondrium = Knorpelhaut

Perimysium heißt das Gruppen von Muskelfasern zu Muskelfaserbündeln zusammenfassende Bindegewebe, welches heute zu den Faszien gezählt wird.

Periode nennt man in der Mathematik sich wiederholende Werte einer Zahl oder Funktion, in der Physik die zeitliche Dauer einer einzelnen Schwingung oder Umlaufzeit und in der Chemie eine Reihe oder Zeile des Periodensystems. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist eine Periode ein Zeitintervall, Zeitraum, Zeitabschnitt oder Zeitalter, eine Zeitspanne oder Zeitphase. In diesem Sinne wird auch die periodisch wiederkehrende Regelblutung im weiblichen Sexualzyklus (Menstruationszyklus) umgangssprachlich Periode genannt.

Periodensystem der chemischen Elemente nennt man eine Tabelle, in der die bekannten chemischen Elemente mit ähnlichen Eigenschaften untereinander angeordnet werden und in dem die chemischen Elemente von links nach rechts und von oben nach unten immer schwerer werden.

peripher = außen bzw. am Rand liegend

Periphere mononukleäre Blutzellen sind zu über 80% Lymphozyten, aber auch Granulozyten und Monozyten gehören dazu.

Peripherie = außen bzw. am Rand liegender Bereich

perirenal = eine Niere umgebend

Peristaltik nennen Biologen die weitgehend selbständige Muskeltätigkeit schlauchförmiger Organe wie der Speiseröhre, des Magens, der Därme, Harnleiter, Eileiter, Uterus oder einfacher Herzen. In Speiseröhre, Darm und oft auch im Magen transportiert die Peristaltik Nahrung vorwärts oder gelegentlich auch rückwärts, indem sich die Ringmuskeln auf der einen Seite entspannen und auf der anderen anspannen. Im Magen kann die Peristaltik auch nur der Durchmischung dienen. Die folgende Animation soll anschaulich machen, wie Peristaltik funktioniert.

Animation der Peristaltik Zunaechst wird ein Rechteck als Hintergrund gezeichnet. Definition des Schrifttyps und der Umrandung von Rechtecken Start Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Der Ringmuskel entspannt sich und zieht sich dann wieder zusammen. Peristaltik-Animation Roland Heynkes, CC BY-NC-SA 4.0

Peroxisom = Vesikel, in dem Eukaryontenzellenn Lipide und toxische Stoffe oxydativ abbauen.

Pestizid nennen wir ein von Menschen zur Vernichtung sogenannter Schädlinge verwendetes Mittel, also ein Schädlingsbekämpfungsmittel. Pest steht für Seuche oder Geißel der Menschheit, zid steht für töten bzw. Mittel zur Vernichtung.

Peyer-Platten = meist Peyer Plaques genannte Folliculi lymphatici aggregati oder zu großen lymphoretikulären Organen vereinigte Haufen von Lymphfollikeln im Ileum (Beim Menschen können Peyer-Platten bis zu 400 Lymphfollikel enthalten und eine Ausdehnung von 1 cm Breite mal 12 cm Länge erreichen.)

Pflanze nennt man ein eukaryotisches Lebewesen, das die Fotosynthese beherrscht. Es gibt allerdings auch einige Pflanzen, welche diese Fähigkeit im Laufe der Zeit verloren haben, weil sie sich als Schmarotzer von Pilzen oder anderen Pflanzen ernähren.

Pflanzenfresser nennt man Tiere, die Pflanzen fressen. Vielleicht wussten die Erfinder dieses Begriffes noch nicht, dass es auch unter den Pilzen Pflanzenfresser gibt.

pflanzlich = Pflanzen betreffend, zu Pflanzen gehörend, aus Pflanzen stammend, bestehend oder gewonnen, aufgebaut wie eine Zelle einer Pflanze

pH-Wert bedeutet "potentia hydrogenii" oder die Stärke des Wasserstoffs. Er ist das in den Naturwissenschaften übliche Maß für den sauren oder basischen Charakter einer Lösung. Mehr Klarheit bringt aber wohl in diesem Fall die mathematische Definition des pH-Wertes als negativer dekadischer Logarithmus der Wasserstoff-Ionen-Aktivität. Mathematisch formuliert heißt das: pH = -log10a(H+) oder umgeformt: a(H+) = 10-pH. In verdünnten wässrigen Lösungen entspricht der pH-Wert dem negativen dekadischen Logarithmus des Zahlenwertes der Stoffmengenkonzentration der Oxoniumionen (H3O+) in Mol pro Liter: pH = -log10([H3O+] mal Liter pro mol) oder: Oxoniumionen-Konzentration ([H3O+] = 10-pH mol/l). Gebräuchlicher als der neue offizielle Begriff Oxoniumion ist immer noch der alte Fachbegriff Hydroniumion.

Phagocytose oder Phagozytose heißen Endocytosen, bei denen relativ große, feste Gebilde (z.B. Krankheitserreger, kranken oder tote Zellen oder sonstige Fremdkörper) von Zellmembranen umflossen, eingeschlossen und auf diese Weise in das Innere von Zellen (z.B.: Fresszellen aufgenommen werden. Das so gefressene (phagozytierte) Teil ist dann von einem Vesikel umschlossen, das man Endosom bzw. in diesem speziellen Fall auch Phagosom nennt. Endosomen verschmelzen of mit Lysosomen, um den Inhalt des Endosoms zu verdauen.

Animation der Phagocytose Diese mit SVG- und SMIL-Befehlen einfach in den HTML-Text eingebette Animation soll anschaulich machen, wie einrelativ großer, fester Fremdkörper durch Phagozytose in eine Zelle aufgenommen wird. Kreis Zelle Roland Heynkes, CC BY-NC-SA 4.0 Wenn dieser Satz angezeigt wird, dann kann der Browser keine inline-SVG anzeigen.

Phänomen nennt man eine Naturerscheinung, ein Ereignis oder einen Effekt, wenn man es wahrnehmen kann und wenn es etwas besonderes ist. Einen am Wegrand liegenden Stein kann man auch wahrnehmen, aber man bezeichnet ihn nicht als Phänomen, weil er nicht bemerkenswert ist. Andererseits sind viele biologische Phänomene nicht direkt mit unseren Sinnen wahrnehmbar, sondern nur mt Hilfe eines analytischen Verstandes.

Der Phänotyp (englisch: phenotype, von Phäne = Merkmale) ist die vom Zusammenwirken von Genotyp und Umwelteinflüssen bestimmte Summe von äußerem Erscheinungsbild und seinen funktionellen Eigenschaften.

phänotypisch = den Phänotyp betreffend

Pharmakologie heißt die Wissenschaft von den Wechselwirkungen zwischen Stoffen und Lebewesen, wobei die Stoffe als Arzneimittel oder Gifte wirken und die betroffenen Zellen auch Pilze oder Bakterien innerhalb eines größeren Lebewesens sein können. Nicht selten werden die Begriffe Pharmakologie und pharmakologisch aber bis heute noch irrtümlich als Synonyme von Pharmazie bzw pharmazeutisch benutzt, also verengt im Sinne der Wissenschaft von Art und Aufbau der Medikamente, ihren Wirkungen und ihren Anwendungsgebieten.

pharmakologisch = die Pharmakologie betreffend (Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs EuGH von 2012 hat eine Substanz eine pharmakologische Wirkung, wenn sie mit irgendeiner in einem Organismus befindlichen Zelle wechselwirkt. Eine pharmakologische Wirkung kann eine positive oder auch eine giftige sein.)

Phenol = C6H5OH, einfachster aromatischer Alkohol (Hydroxylgruppe -OH an einem Benzolring) mit ätzender und desinfizierender, aber auch für den Menschen giftiger Wirkung, wird durch Destillation bei 181°C aus Steinkohleteer gewonnen

Pheromon = Hormon-ähnlicher Geruchsstoff

Phosphat nennt man ein Salz oder einen Ester der Orthophosphorsäure (H3PO4). Ein dreifach negativ geladenes Phosphat-Ion (PO43-) besteht aus einem über Atombindungen mit vier Sauerstoff-Atomen verbundenen Phosphor-Atom. In sauren Lösungen wirkt das Phosphat-Ion als Base und bindet bis zu 3 Protonen. Dadurch wird es zum Hydrogenphosphat-Anion (HPO42-) oder zum Dihydrogenphosphat-Anion (H2PO4-) oder zur Phosphorsäure (H3PO4).

Phospholipase = Phosphatidase = Enzym, welches die Bindung zwischen einem Glycerolmolekül und einer daran hängenden Fettsäure spaltet.

Phospholipid = mit Phosphorsäure veresterte Lipide

Phosphorsäure
ATP aus Wikimedia Commons Phosphorsäure oder ortho-Phosphorsäure nennt man die wichtigste Sauerstoffsäure des Phosphors und eine der wichtigsten anorganischen Säuren. Sie ist eine dreiprotonige Säure und hinsichtlich der Abspaltung eines ersten Protons eine mittelstarke Säure. Ihre Salze und Ester heißen Phosphate. Die Ester der Phosphorsäure mit organischen Molekülen nennt man auch Organophosphate.
Diese Zeichnung wurde anonym der Wikimedia Commons zur Verfügung gestellt.

Phosphorylierung nennt man in der Biochemie das kovalente und damit nicht mehr so leicht reversible Anhängen von Phosphatgruppe an organische Moleküle, insbesondere an Proteine. So entstehen Phosphoproteine mit etwas veränderter Tertiärstruktur als Ester der Phosphorsäure. Die Phosphorylierung ändert die Aktivität vieler Enzyme. Manche betrachten die Phosphorylierung als Alternative zur isosterischen und zur allosterischen Enzym-Regulation. Für mich ist sie eine Form der allosterische Regulation.

Photon oder Lichtquant nennt man ein Lichtteilchen und bringt damit zum Ausdruck, daß auch Licht bzw. allgemein elektromagnetische Strahlung nicht stufenlos in beliebig kleinen Mengen, sondern immer nur als Vielfache einer kleinstmöglichen Menge, dem Quant erzeugt oder übertragen werden kann. Allerdings gibt es nicht nur eine Sorte von Lichtquanten mit einer bestimmten Einheits-Energie, sondern der Energiegehalt eines Photons hängt von seiner Wellenlänge bzw. Frequenz ab: Energie = Plancksches Wirkungsquantum • Frequenz. Lichtquant oder Lichtteilchen heißt es auch, weil es unteilbar ist. Im Gegensatz zu Materieteilchen hat Licht aber keine Masse, wenn man mal von der Äquivalenz von Masse und Energie absieht. Photonen können sich nämlich nicht nur wie Teilchen verhalten, sondern sind gleichzeitig elektromagnetische Wellen, also reine Energie. Die mit einem Nobelpreis belohnte Lichtquanten-Hypothese von Albert Einstein erklärt Licht als einen Strom von unteilbaren, sich mit Lichtgeschwindigkeit durch den Raum bewegenden, in Raumpunkten lokalisierten Energie-Quanten, die nur als Ganze erzeugt und absorbiert werden können. Photonen gehören zu den Bosonen, also den Überträgern von Kräften bzw. Wechselwirkungen, die im Gegensatz zu den die Materie bildenden Fermionen beliebig dicht gepackt werden können.

Photosynthese ist der Prozess, mit welchem Cyanobakterien, Algen und Pflanzen mit Hilfe von Chlorophyll die Energie des Lichtes nutzbar machen, um die relativ energiearmen Moleküle von Wasser und Kohlenstoffdioxid unter Abspaltung von Sauerstoff zum relativ energiereichen Zucker Glucose zu verbinden.

Phylogenese = stammesgeschichtliche Entwicklung

phylogenetisch = stammesgeschichtlich oder die stammesgeschichtliche Entwicklung betreffend

Physik heißt die älteste und von allen am weitesten fortgeschrittene Naturwissenschaft, die experimentell und durch die Entwicklung mathematisch formulierter Theorien versucht, den Aufbau der Materie und des Universums sowie der darin wirkenden Kräfte zu verstehen. Manche Erkenntnisse und viele Methoden der Physik gehören zu den Grundlagen der Biologie.

physikalisch = die Physik betreffend, zu ihr gehörend, auf ihren Ergebnissen beruhend oder mit den Mitteln der Physik

Physiker heißen die Naturwissenschaftler, die ein volles Physik-Studium mit Abschlussprüfungen erfolgreich abgeschlossen haben. Von anderen Naturwissenschaftlern unterscheiden sich Physiker vor allem dadurch, dass sie extrem gut rechnen können, die Mathematik als Sprache benutzen und oft große Schwierigkeiten haben, ihr Wissen auch ohne Mathematik mitzuteilen.

physisch = körperlich

Physiologie nennt man die Teildisziplin der Biologie, welche die physikalischen und biochemischen Vorgänge in den Zellen, Geweben und Organen von Lebewesen erforscht. Die Physiologie versucht, Phänomene wie Stoffwechsel, Bewegung, Keimung, Wachstum oder Fortpflanzung möglichst bei hinunter auf die Ebene molekularer Interaktionen zu verstehen.

physiologisch = natürlich oder "den normalen Lebensvorgängen entsprechend" sowie "die Physiologie betreffend"

pI = Abkürzung für den isoelektrischen Punkt

Pia mater = Kurzform für Pia mater encephali (weiche Hirnhaut) oder Pia mater spinalis (weiche Rückenmarkshaut). Die Pia mater führt als innere, direkt auf Hirn bzw. Rückenmark aufliegende Hirnhaut die Blutgefäße zu.

Pigmente heißen in der Biologie alle Substanzen, die in einem Lebewesen für Farbe oder Schwarz sorgen, indem sie Teile des sichtbaren Lichts absorbieren.

Pigmentblatt = Pars iridica retinae

Pigmentepithel heißt im Auge eine relativ lichtundurchlässige Zellschicht aus Pigmentzellen und Farbstoffen. In der sehenden Netzhaut heißt das Pigmentepithel retinales Pigmentepithel. Auf der Rückseite der Iris nennt man es Pigmentblatt (Pars iridica retinae).

Pigmentzelle Farbzelle oder Chromatophore nennen Biologen und Mediziner meistens oberflächennahe Zellen, die Farbstoffe produzieren und deshalb farbig sind. Pflanzenzellen werden durch Chloroplasten oder Chromoplasten farbig. Bei Tieren befinden sich Farbzellen überwiegend im oberen Bindegewebe, Schalen oder Chitin-Panzer.

Pilze sind einzellige oder vielzellige Lebewesen, deren Zellen keine Gewebe, sondern Fäden oder Schläuche bilden. Von tierischen Zellen unterscheiden sie sich durch Vakuolen und Zellwände, aber mit den Pflanzen sind sie noch weniger verwandt. Weil sie mangels Chloroplasten nicht das Sonnenlicht und auch sonst keine abiotischen Energiequellen nutzen können, müssen sie lebende oder tote Lebewesen bzw. aus solchen entstandenes organisches Material fressen oder mit anderen Lebewesen in Symbiosen leben.

pilzlich = Pilze betreffend, zu Pilzen gehörend, aus Pilzen stammend, bestehend oder gewonnen, aufgebaut wie eine Zelle eines Pilzes

Pinozytose
Pinozytose

Pinozytose oder Pinocytose heißt eine Endocytose, bei der Flüssigkeit mit darin gelösten Stoffen aus dem extrazellulären Raum durch die Zellmembran in das Innere einer Zelle gelangt, indem sich die Zellmembran nach innen einstülpt und als Endosom genanntes Vesikel abschnürt. Die so getrunkene (pinozytierte) Flüssigkeit ist dann von einem Vesikel umschlossen, das man Endosom bzw. in diesem speziellen Fall auch Makropinosom nennt. Endosomen verschmelzen of mit Lysosomen, um den Inhalt des Endosoms zu verdauen.

Diese animierte Skizze im GIF-Format habe ich selbst erstellt und stelle sie unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-SA 3.0 DE zur Verfügung.

Plantage heißt ein forst- oder landwirtschaftlicher Großbetrieb, der sich auf die Erzeugung nur eines Produktes in großen Mengen spezialisiert hat. Typische Produkte von Plantagen sind mehrjährige Pflanzen oder Dauerkulturen wie Obst, Bananen, Baumwolle, Holz, Palmöl, Kaffee, Kakao, Tee, Sisal, Naturkautschuk und Zuckerrohr, aber auch einjährige Pflanzen wie Tabak und manche Baumwollsorten.

Plaque (gesprochen: Plak) kommt aus dem französischen und bedeutet so viel wie Belag oder Fleck. In der TSE-Forschung verwendet man diesen Begriff im Sinne seniler oder Alzheimer Plaques, welche bei Alzheimer genau wie bei den TSE Amyloidplaques sind. Nur bestehen im Gegensatz zu Alzheimer bei den TSE die Plaques aus proteaseresistentem Prionprotein.

Plasma nennen Physiker ein Teilchengemisch, das ganz oder teilweise aus Ionen und frei im Plasma beweglichen Elektronen besteht. Meistens entstehen Plasmen aus stark erhitzten oder bestrahlten Gasen, die man dann wegen der frei beweglichen Ladungsträger auch elektrisch leitendes Gas nennt. Auf der Erde ist Plasma ein seltener, der sogenannte vierte Aggregatzustand, den man beispielsweisee in Blitzen findet. Im krassen Gegensatz dazu soll das Plasma der Aggregatzustand sein, in dem sich über 99% des Weltalls befinden. Aus Plasma besteht nämlich das extrem heiße und dichte Innere der Sterne, aber extrem kaltes Gas im Weltraum.
Im Plasma ist die Struktur der Atome oder Moleküle durch die Abspaltung von Elektronen teilweise aufgelöst und auch die frei herum fliegenden Elektronen sorgen für eine gewisse Strukturlosigkeit. Und in diesem Sinne sprechen Biologen von Plama (z.B.: Blutplasma, Cytoplasma, Ektoplasma, Endoplasma, Karyoplasma oder Protoplasma) als einer strukturlos erscheinenden gelartigen Grundsubstanz beispielsweise in einer Zelle (Cytoplasma).

Plasmalemma nennt man bei Pflanzenzellen die Zellmembran, die das Cytoplasma einschließt und von der Umgebung der Zelle abgrenzt. Das Plasmalemma wird außen noch durch eine Zellwand begrenzt, weil Pflanzenzellen ohne Zellwand platzen würden.

Plasmamembran oder Zellmembran, bei Pflanzen auch Plasmalemma nennt man die zweischichtige Lipid-Membran, die das Zytoplasma jeder Zelle gegen die Außenwelt abgrenzt.

Plasmazelle heißt in Biologie und Medizin ein nicht mehr teilungsfähiger, voll differenzierter, Antikörper produzierender Lymphozyt, der sich aus einer aktivierten B-Zelle entwickelt hat. Im Lichtmikroskop sieht man sie als große ovale Zellen mit exzentrisch gelegenem Zellkern. Die meisten Plasmazellen leben nur noch wenige Tage oder höchstens Wochen. Einige sind aber extrem langlebig.
B-Zellen werden zur Vermehrung und Differenzierung aktiviert, wenn ihre B-Zell-Rezeptoren genau zu ihnen passende Antigene (Oligopeptide eines Krankheitserregers) präsentieren und diese Antigene in T-Zell-Zonen von Lymphknoten von genau zu ihnen passenden T-Zell-Rezeptoren von T-Helferzellen gebunden werden. Während sie sich daraufhin durch mehrfache Zellteilung vermehren, differenzieren die aktivierten B-Lymphozyten zunächst zu den noch teilungsfähigen Plasmablasten, die auch schon Antikörper produzieren. Während der folgenden Zellteilungen differenzieren schließlich die Plasmablasten zu Plasmazellen. Plasmazellen besitzen sehr viel Cytoplasma und viele Schichten des endoplasmatischen Retikulums, um große Antikörpermengen synthetisieren zu können. Dafür stellen sie aber die Produktion der nicht mehr benötigten MHC-2-Präsentierteller ein.
Einige der durch T-Zellen aktivierten B-Zellen wandern in primäre Lymphfollikel und bilden ein so genanntes Keimzentrum. Nur in solchen Keimzentren kommt es zu einer Affinitätsreifung (immer bessere Anpassung der Antikörper an das Antigen durch Mutation und Selektion) der Antikörper und Isotypenwechseln zu verschiedenen Immunglobulin-Klassen sowie zur Entwicklung von Gedächtniszellen.
Die Gedächtnis-B-Zellen sind die Grundlage des immunologischen Gedächtnisses, aber sie entstehen nicht aus Plasmazellen, sondern direkt aus aktivierten B-Zellen. Gedächtnis-B-Zellen entstehen auch durch Impfung und schützen vor späteren Infektionen, wenn man das Immunsystems mit abgeschwächten oder abgetöteten Krankheitserregern oder mit ungefährlichen Bruchstüken derselben trainiert.
Fängt später der B-Zell-Rezeptor einer Gedächtniszelle "sein" Antigen ein, dann differenziert die Gedächtniszelle rasch zu Plasmazellen und bekämpft mit ihren bereits gut passenden Antikörpern so rasch die Krankheitserreger, dass die Krankheit erst gar nicht richtig ausbricht.
Ähnlich wie die Gedächtniszellen können auch einige Plasmazellen aus dem Keimzentrum in das Knochenmark wandern. wo sie für lange Zeit von speziellen Zellen (Stromazellen) des Knochenmarks Überlebenssignale erhalten und Antikörper ausscheiden können.
Plasmazelle
anonymer Urheber, Public domain

Plasmid nennt man in der Genetik eine kleine, nur wenige Gene tragende, ringförmige DNA, welche unabhängig vom normalen Genom in Bakterien und manchmal auch in Hefe vermehrt und auch in Natur zwischen Bakterien ausgetauscht wird. Deshalb verwendet man Plasmide als Vektoren.

Plastid nennen Biologen jedes Organell, das es nur in Pflanzen, Algen und einigen tierischen Einzellern gibt. Im Gegensatz zu anderen Organellen wie dem Zellkern, dem endoplasmatischen Retikulum oder dem Golgi-Apparat werden Plastide nicht von der großen Zelle gebildet. Sie sind Endosymbionten mit eigenem kleinen Genom, eigenen Ribosomen und eigener Plasmamembran.In der großen Zelle vermehren sie sich selbständig durch Zellteilung. Die wichtigsten Plastide sind die Chloroplasten der Grünalgen und höheren Pflanzen, denn ihre Fotosynthese ist die Lebensgrundlage fast aller Pflanzen, Pilze und Tiere.

Plazenta oder Mutterkuchen heißt die durch massive Oberflächenvergrößrung breit aufgefächerte Kontaktfläche zwischen dem mütterlichen und dem Blutkreislauf des noch ungeborenen Kindes. Sie reguliert den Stoffaustausch zwischen Mutter und Kind.

Plexus chorioideus = Gefäßzottenwulst der Seitenventrikel des Endhirns (Telencephalon).

Pluripotent ist weniger als omnipotent oder totipotent (allmächtig), aber mehr als multipotent (verschiedenes könnend). Pluripotente Stammzellen können (fast alles) sich zu Zellen der drei Keimblätter (Ektoderm, Entoderm, Mesoderm) und der Keimbahn eines Organismus zu entwickeln. Sie können zu jedem Zelltyp eines Organismus differenzieren, weil sie noch nicht auf bestimmte Gewebetypen festgelegt sind. Im Gegensatz zu totipotenten Stammzellen können sie aber keinen gesamten Organismus bilden, da pluripotente Zellen keine extraembryonalen Gewebe mehr bilden können.

pM = picomolar = 1·10-12M = ein Billionstel Mol pro Liter

Poikilotherm oder wechselwarm nennt man Tiere, die über relativ breite Temperaturbereiche hinweg tolerieren, dass sich ihre Körpertemperaturen den Umgebungstemperaturen anpassen. Anstatt die eigene Körpertemperatur auf Kosten erhöhter Nahrungsaufnahme konstant zu halten, begnügen sich poikilotherme Tiere mit Verhaltensweisen (wie Bewegung in den Schatten oder Aufwärmen durch die Sonne oder warme Böden), die wenig Energie verbrauchen.

Polar nennt man in der Biologie Dinge aus oder in der Nähe von Nord- oder Südpol. In der Molekularbiologe bezeichnet man als polar aber auch Atomgruppen mit ungleichmäßiger Verteilung der elektrischen Ladung.

Polarität bedeutet, dass etwas zwei Pole besitzt.

Pollen heißt auch Blütenstaub und besteht aus vielen Pollenkörnern.

Pollenblüte nennen Botaniker eine Blüte ohne funktionsfähigen Stempel.

Ein Pollenkorn ist ein männlicher, haploider Gametophyt. Man nennt es auch Meiospore (entstanden durch ein Meiose) und Mikrospore (die männlichen sind viel kleiner als die weiblichen) nennt. Das sind die in den Staubblättern der Samenpflanzen durchMeiose erzeugten haploiden Gametophyten

Pollensack nennen Botaniker eine Pollen produzierende Kammer innerhalb eines Staubbeutels.

Der Pollenschlauch wird von der Pollenschlauchzelle des Pollenkorns gebildet und verbindet das Pollenkorn mit einer weiblichen Samenanlage. Durch den Pollenschlauch gelangen die beiden Gameten eines Pollenkorns zur Eizelle.

polyklonal = aus vielen Klonen im Gegensatz zur Abstammung von einem gemeinsamen Vorfahren

Polymere sind Makromoleküle, die aus vielen kleineren Molekülen, den sogenannten Monomeren zusammengesetzt sind.

Polymerisation oder Polymerisierung nennt man die Synthese eines Polymers aus Monomeren.

polymorph = vielgestaltig

Polymorphismus bedeutet ganz allgemein Vielgestaltigkeit. Insbesondere spricht man von Polymorphismen, wenn an einer bestimmten Position in einem Gen unterschiedliche Basen oder in einem Protein unterschiedliche Aminosäuren gefunden werden können.

Polyp nennen Zoologen ein Tier, das sich nicht mehr von seinem Platz auf einem Untergrund weg bewegt, auf dem es quasi festgewachsen ist. Mediziner hingegen nennen eine Schleimhautwucherung Polyp.

Polypeptid nennt man eine unverzweigte Kette aus vielen Aminosäuren. Weit auseinander gehen allerdings die Meinungen darüber, was unter "vielen" zu verstehen ist. Von Polypeptiden sprechen manche schon ab 10, unser Buch ab 50 und Andere erst ab etwa 100 Aminosäuren. Der Begriff Polypeptid klingt unlogisch und falsch, wenn man den in der biomedizinischen Forschung üblichen Sprachgebrauch zugrunde legt, nach dem ein Peptid eine unverzeigte Kette von etwa 10-100 Aminosäuren ist. Ein Polypetid wäre dann ja eine Kette aus vielen Ketten (Oligopeptiden) und daher extrem lang. Damit die Begriffe alle in eine in sich stimmige Systematik passen, ist es besser, statt des Trivialnamens Peptid den systematisch passenderen Namen Oligopeptid zu verwenden und den Begriff Peptid allgemeiner als Oberbegriff für alle Dipeptide, Tripeptide, Oktapeptide, Oligopeptide und Polypeptide zu verwenden, weil sie alle unterschiedlich viele Peptidbindungen und Monomere enthalten. Die Vorsilbe Poly bezieht sich dann nicht auf das Peptid im Sinne eines Oligopeptids, sondern auf die Anzahl der Monomere.

Polysaccharid nennt man ein Saccharid-Polymer aus mehr als zehn Monosacchariden.

Polysom oder Polyribosom nennt man ein mRNA, an der mehrere Ribosomen hängen und Peptide produzieren.

Pons = in der Mitte des Hirnstammes gelegene Brücke zwischen den Großhirnhälften (Hemisphären)

Population nennt man in der Biologie eine Fortpflanzungsgemeinschaft von Individuen einer Spezies oder die Zellen eines Zelltyps in einem Organismus.

p-Orbital nennt man einen hantelförmigen Aufenthaltswahrscheinlichkeitsraum für maximal zwei Elektronen. Innerhalb einer Elektronenschale liegen p-Orbitale hinsichtlich ihrer Energieniveaus oberhalb des s-Orbitals und unterhalb der d-Orbitale. Wie p-Orbitale aussehen, zeigt mein Lerntext Orbitale und Hybridorbitale. Jede Elektronenschale enthält drei p-Orbitale, die rechtwinklig zueinander stehen wie die drei Richtungen x, y und z in einem Koordinatensystem.

Pore heißt eine sehr enge Öffnung, Höhlung oder Vertiefung.

posterior = hinterer

postsynaptisch = vom Endknöpfchen aus betrachtet hinter dem synaptischen Spalt einer Synapse.

Potential oder Potenzial kommt vom lateinischen potentia = Stärke oder Macht. Heute meint man damit beispielsweise bei Kindern die Fähigkeit zur Entwicklung oder in den Naturwissenschaften eine noch nicht ausgeschöpfte Möglichkeit zur Kraftentfaltung. So spricht man von einem Potential oder potentieller Energie eines hochgehaltenen Gegenstandes, das bzw. die in kinetische Energie (Bewegungsenergie) umgewandelt wird, sobald man den Gegenstand fallen lässt. Anwendungen des Begriffs Potential in der Biologie sind: Aktionspotential, Membranpotential oder Ruhepotential.

potentiell = möglich, denkbar

Potentielle Energie ist die Energie der Lage. Je höher ein Stein über einem Kopf gehalten wird, umso energiereicher und schmerzhafter ist der Aufprall, wenn man ihn loslässt und seine potentielle Energie zunehmend in kinetische umgewandelt wird.

ppm = parts per million = Teilchen pro Million Teilchen

Präparat nennen Biologen haltbar gemachte und so als Anschauungsmaterial nutzbare tote Lebewesen oder Teile von solchen.

Präparation nennen Biologen die Herstellung eines Präparates, also die Haltbarmachung eines toten Lebewesens oder von Teile davon. Mediziner verstehen unter einer Präparation die Freilegung eines Körperteils.

präscapular = vor dem Schulterblatt (Scapula liegend

Präsentierteller nennen Biologen MHC-Moleküle auf den Oberflächen von Zellen, mit denen Zellen Peptide den T-Zellen des Immunsystems präsentieren.

Präzipitation = Ausfällung oder Ausflockung eines Stoffes durch Reduktion seiner Löslichkeit

Präzision ist ein Begriff, der in der Biologie genau wie im Alltag meistens im Sinne von Genauigkeit gebraucht wird. Das Problem dabei ist, dass Biologen vor allem dann von Präzision sprechen, wenn sie mit Physikern oder Optikern über die Präzision von Messgeräten sprechen. Denn Physiker und Optiker unterscheiden genau wie die offizielle DIN-Norm zwischen Präzision und Genauigkeit. Deshalb sollten auch Biologen wissen, dass mit Präzision nur die Wiederholungsgenauigkeit als Qualitätsmerkmal eines Messinstruments gemeint ist. Ein Gerät ist umso präziser, je weniger die Messergebnisse bei wiederholten Messungen von einander abweichen. Genau muss es deshalb nicht unbedingt sein, denn die Ergebnisse können ganz präzise immer um den selben Wert vom richtigen Wert abweichen. Präzision ist daher eine notwendige, aber noch keine hinreichende Bedingung für ein genaues Instrument. Ein genaues Instrument liefert präzise immer fast den gleichen Wert und diese Werte streuen nur ganz wenig um den korrekten Wert.

primär bedeutet erstes, erstrangig, ursprünglich, hauptsächlich oder wichtig.

Primärkonsumenten nennt man in der Ökologie die Pflanzenfresser.

Primärstruktur nennt man in der Biochemie die primäre Struktur, also die erste oder unterste Ebene der Form eines Proteins. Diese unterste Ebene ist die Reihenfolge (Sequenz) der Aminosäuren (Aminosäuresequenz) in einer Aminosäurekette. Solche Aminosäureketten nennt man bis zu einer Länge von etwa 100 Aminosäuren Peptide oder Proteine, wenn sie größer und vollständig sind.

Primase nennt man eine besondere RNA-Polymerase. In Prokaryoten ist je eine Primase Teil eines Komplexes aus 7 Proteinen, die gemeinsam ein Primosom bilden. In Eukaryoten sind Primasen Teile der DNA-Polymerasen. In beiden Fällen erzeugt die Primase ein kurzes Startmolekül (RNA-Oligonukleotid), den sogenannten Primer. Dieser Primer lagert sich an die komplementäre Sequenz auf der DNA an. Das entstehende Stückchen DNA-RNA-Doppelstrang wird von der DNA-Polymerase als Ansatzstelle für die Verlängerung (Elongation) des DNA-Stranges genutzt.

Primer ist eigentlich ein normales englisches Wort und bedeutet Einführung, Grundierung oder auch Zündsatz. Aber wie so oft haben vermutlich amerikanische Wissenschaftler sich die Mühe der Erfindung eines Fachbegriffs gespart und stattdessen einfach ein Wort ihrer Umgangssprache zum Fachbegriff erhoben. Molekularbiologen verstehen seither unter einem Primer ein Oligonukleotid, welches mit einer einzelsträngigen DNA hybridisiert und dann als Startpunkt für die Synthese eines DNA- oder RNA-Gegenstranges dient.

Primosom nennen Biologen einen Protein-Komplex, der in Prokaryoten an der Initiation der Replikation der DNA beteiligt ist. In Eukaryoten übernehmen andere Proteine diese Aufgabe. Ein einzelnes Primosom besteht aus sieben Proteinen: DnaG (Primase), DnaB (Helikase), DnaC (Helikase-Helfer), DnaT, PriA, PriB und PriC. Das Primosom ist für das Setzen der RNA-Primer auf beiden DNA-Einzelsträngen erforderlich. Die Helikase spaltet die DNA-Stränge auf, die Entwindung und Absicherung gegen Schäden und Bruch wird allerdings von Gyrase-ähnlichen Proteinen vollzogen. Einzelstrang-bindenden Proteine sorgen dann dafür, dass der Strang offen bleibt, dass es also zu keiner erneuten Basenpaarung kommt. Sie haben sozusagen eine kurzzeitige Isolierfunktion. Dann synthetisieren Primasen die Primer, und sobald die DNA-Polymerasen ansetzen, kann die Elongation beginnen. Am Folgestrang bleibt das Primosom Teil des Replikationskomplexes, da ständig neue RNA-Primer für die hier entstehenden Okazaki-Fragmente benötigt werden.

Prinzip heißt eine besonders wichtige, grundlegende bzw. fundamentale Regel, der Prinzipienreiter unter allen Umständen und normale Menschen nach Möglichkeit folgen. Prinzip nennen wir auch eine Regel, die wir in der Natur erkannt zu haben glauben. Solche Prinzpien nennen wir auch Naturgesetze, weil sich die Natur immer daran zu halten scheint. Allerdings meinen wir, dass etwas nur grundsätzlich oder im Wesentlichen zutrifft, wenn wir sagen, es sei im Prinzip oder prinzipielll richtig.

Prion = von Stanley Prusiner 1982 eingeführtes Kunstwort für proteinaceous infectious particles (infektiöses Eiweiß), mit dem er der von Griffith formulierten Protein only Hypothese einen griffigen Namen gab

Prionkrankheit = nach Ansicht der meisten Fachleute von Prionen verursachte Krankheiten, zu denen Scrapie bei Schaf und Ziege, BSE bei Rindern und verwandten Arten, das chronic wasting disease amerikanischer Hirsche, die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, Kuru, das Gerstmann-Sträussler-Scheinker-Syndrom und die fatale familiäre Schlaflosigkeit beim Menschen, sowie verwandte Krankheiten bei Katzenartigen und Nerzen gehören

Prionprotein = zunächst in seiner veränderten, proteaseresistenten Form als Hauptbestandteil der Prionen aus diesen isoliertes und später auch in seiner normalen, auf den Oberflächen verschiedener tierischer Zellarten in den Zellmembranen steckenden Form entdecktes Protein.

Processus ciliares oder Ziliarfortsatz nennt man eine Vorwölbung auf einem Strahlenkörper (Corpus ciliare), von denen es auf dem Ziliarring (Orbiculus ciliaris) viele gibt. Von den Ziliarfortsätzen spannen sich Zonulafasern (Fibrae zonulares) zur Linse des Auges. Die Summe aller Ziliarfortsätze nennt man Ziliarkranz (Corona ciliaris) und die Gesamtheit der Zonulafasern (Fibrae zonulares) heißt Zonula ciliaris.

Produkt nennt man in Chemie und Biochemie einen durch eine chemische Reaktion entstandenen Stoff. Mit einem Produkt kann aber auch ganz allgemein das Ergebnis eines Herstellungsprozesses gemeint sein. Und selbstverständlich bezeichnen wir auch das Ergebnis einer Multiplikation als Produkt.

Produktion heißt ein der Prozess der Herstellung eines Produktes.

Produzenten nennt man in der Ökologie die Pflanzen und verschiedene Mikroorganismen, die keine anderen Lebewesen fressen müssen, weil sie andere Energiequellen wie die Sonne nutzen können.

professionell = beruflich und/oder fachgerecht

Progenitor, Progenitorzelle, Vorläuferzelle oder determinierte Stammzelle nennen Biologen eine Zelle im unscharfen Übergangsbereich zwischen Stammzellen und Zellen mit nur noch begrenzter Teilungsfähigkeit. Deshalb gibt es unter Biologenauch keine Einigkeit darüber, ob eine Progenitorzelle wirklich noch eine echte Stammzelle ist. Dafür spricht, dass sie von einer multipotenten Stammzelle abstammt, dass sie selbst noch pluripotent ist und notfalls sogar noch umprogrammiert werden kann. Solange eine Vorläuferzelle nicht zur Differenzierung gezwungen ist und sich immer wieder teilen kann, darf man sie als Stammzelle bezeichnen. Allerdings ist schwer zu sagen, ob sich Progenitor-Zellen wie echte Stammzellen wirklich noch praktisch unendlich oft teilen können. Irgendwann scheinen zumindest viele von ihnen schleichend auf diese Fähigkeit zu verzichten. Unumstritten ist immerhin, dass Vorläuferzellen reversibel auf einen künftigen Funktionsbereich festgelegt sein können. Wenn nichts besonderes passiert, differenzieren ihre nicht Stammzellen bleibenden Tochterzellen zu nur noch wenigen Zelllinien. Dabei durchlaufen sie langsam über mehrere Zellteilungen hinweg die Differenzierung zur fertig spezialisierten und nicht mehr teilungsfähigen Zelle.

Progesteron (auch Gelbkörperhormon genannt) ist ein von Plazenten, in Eierstöcken von den Gelbkörpern und etwas auch in den Nebennieren gebildetes weibliches Sexualhormon. Progesteron bereitet besonders die Gebärmutterschleimhaut auf eine Schwangerschaft vor und stellt den weiblichen Organismus auf eine bestehende Schwangerschaft ein. Nach dem Eisprung sorgt es für eine Temperaturerhöhung um 0,4-0,8 Grad Celsius.

Prokaryoten (früher auch Prokaryonten genannt) sind einzellige Lebewesen (Bakterien, Blaualgen oder Cyanobakterien und Archäen oder Archaebakterien) ohne Organellen.

Promoter = englische Übersetzung des deutschen Begriffes Promotor

Promotor (englisch Promoter) nennen Biologen je nach ihrer Definition des Gens eine vor oder am Anfang eines Gens auf der DNA oder RNA liegende Region mit verschiedenen Erkennungs- und Bindungssequenzen für oft Gewebe-spezifische molekulare Faktoren, welche ihrerseits die Aktivität der RNA-Polymerase positiv oder negativ beeinflussen, die dann gegebenenfalls RNA als Gegenstrang zur vorübergehend örtlich aufgeschmolzenen DNA synthetisiert.

Prophase nennen Zellbiologen die Phase im Zellzyklus, in der die Chromosomen zu dicken, aber kurzen und damit transportfähigen Einheiten kondensieren (sich zusammenballen). In dieser Phase sieht man, dass jedes Chromosom aus zwei Chromatiden besteht. Das sind zwei nahezu identische Kopien des selben Chromosoms, die noch am Centromer aneinander gebunden sind und deshalb beide als Bestandteile eines 2-Chromatiden-Chromosoms bezeichnet werden.

proportional = in einem konstanten Verhältnis zu einer anderen variablen Größe stehend, mit dieser als Divisor stets denselben Quotienten ergebend (Diese Bedeutung von proportional ist die mathematische und daher in den Naturwissenschaften übliche.)

Propriozeptoren sind winzige Sinnesorgane in unseren Muskeln (Muskelspindeln), Sehnen (Golgi-Sehnenorgane) und Gelenkkapseln (Ruffini- und Vater-Pacini-Körperchen). Aufgrund ihrer Meldungen können Großhirn und Kleinhirn die Lage im Raum, die Stellungen der Gelenke und Bewegungen des Körpers sowie die Anspannungszustände unserer Muskeln errechnen.

Prometaphase nennen Zellbiologen die Phase im Zellzyklus, in der die Kernhülle aufgelöst wird und die Mikrotubuli des Spindelapparates bis zu den Centromeren der Chromosomen wachsen.

Prosencephalon im engeren Sinne nennt man das vordere embryonale Hirnbläschen der Chordatieree. Im weiteren Sinne bezeichnet man so auch das sich aus dem eigentlichen Prosencephalon entwickelnde, aus Telencephalon und Diencephalon bestehende Vorderhirn vom ersten bis zum dritten Ventrikel.

prosthetische Gruppe nennt man einen Cofaktor, wenn er ein mit hoher Affinität oder kovalent an ein Enzym gebundenes organisches Molekül ist, welches darum nicht vom Apoenzym dissoziiert.

Protease = ein Eiweiße abbauendes Enzym

proteaseresistent = absolut oder relativ unempfindlich gegen Proteasen (Prione und das proteaseresistente Prionprotein sind nur relativ proteaseresistent.)

proteasesensitiv = empfindlich gegen oder abbaubar bzw. spaltbar durch Proteasen

Proteasom
A=T-Basenpaar CG-Basenpaar
Proteasom nennen Biologen einen Protein-Komplex, der in Zellen im Zellkern und im Zytoplasma vorkommt und kaputte oder nicht korrekt synthetisierte Eiweiße zu einzelnen Aminosäuren abbaut. Ein Proteasom sieht aus wie ein Tunnel. An einem Ende wird ein defektes Protein zu einer langen Kette von Aminosäuren entfaltet und in den Tunnel geschoben. In seinem Inneren wird die Kette in einzelne Aminosäuren zerlegt. Sie verlassen am anderen Ende den Tunnel und stehen der Zelle zum Aufbau neuer Proteine wieder zur Verfügung. Im Gegensatz zum menschlichen Recycling entsteht dabei kein Restmüll, der entsorgt werden müsste.
Beide Bilder wurden von Thomas Splettstoesser in Wikimedia Commons frei verfügbar gemacht.

Protein werden auch Eiweiße genannt und sind lange, unverzweigte und räumlich gefaltete Makromoleküle (Polypeptide), deren Untereinheiten (Monomere) die Aminosäuren sind, von denen es etwa 20 Sorten gibt.

Proteinase ist eine veraltete Bezeichnung für Endopeptidase bzw. Protease

Proteinase K ist eine Protease, die regelmäßig zum Abbau des normalen Prionproteins benutzt wird.

Proteinbiosynthese nennt man die Prozesse zur Herstellung eines Proteins von der Transcription bis zur Translation.

proteolytisch = Protein abbauend

Protist nennt man ein Lebewesen, das nur aus einer oder wenigen Zellen besteht.

Protonen nennt man die relativ schweren, positiv geladenen Teilchen in den Atomkernen.

Protozoon oder Urtierchen ist ein veralteter Begriff, mit dem man aber immer noch oft einzellige Eukaryot bezeichnet, die im Gegensatz zu den Bakterien einen Zellkern besitzen und im Gegensatz zu Algen oder Pflanzen weder Photosynthese betreiben, noch eine Zellwand bilden. Der häufig zu den Protozoen gerechnete Malaria-Erreger Plasmodium gehört allerdings eigentlich zu den Algen.

proximal = der nahe bzw. zentral gelegene Teil

PrP = Abkürzung für Prionprotein

PrPc = Abkürzung für die normale, zelluläre, kurzlebige und lösliche Form des Prionproteins mit etwa 40% Alphahelices und ohne ß-Faltblatt-Anteile

PrPres ist eine Abkürzung für ein proteaseresistentes Prionprotein, von dem mangels experimentellen Nachweises nicht klar ist, ob es ein PrPsc, also ein Produkt einer tatsächlich übertragbaren spongiformen Enzephalopathie ist.

PrPsc ist die Abkürzung für die BSE-, CJK-, oder Scrapie-typische, relativ proteaseresistente, unlösliche Form des Prionproteins mit reduziertem Alphahelixanteil und etwa 40% ß-Faltblatt-Anteilen

Prüfe oder Überprüfe kann als Operator der gehobenen Anforderungsbereiche 2 oder 3 für das Fach Biologie in der gymnasialen Oberstufe bedeuten, dass man Aussagen oder Behauptungen in dem zu bearbeitenden Material (Text, Tabelle oder Grafik) an ihrer innerer Logik messen oder auf der Grundlage eigener Beobachtungen oder aufgrund eigenen Wissens (falls vorhanden) beurteilen, an bekannten Fakten messen und eventuell vorhandene Widersprüche aufdecken soll. Es kann aber auch bedeuten, dass man lediglich feststellen soll, ob irgend etwas der Fall ist oder ob eine Hypothese zu einer Beobachtung passt.

Psychisch bedeutet geistig, seelisch, mental im Sinne von Bewustseinszuständen oder unbewusst im Gehirn bearbeiteten Problemen.

In pulse-chase-Experimenten füttert man Zellen mit einem radioaktiv markierten Metaboliten und verdünnt diesen kurz danach mit einer sehr viel größeren Menge des selben, jedoch nicht radioaktiv markierten Metaboliten. Dadurch erfolgt für kurze Zeit eine radioaktive Markierung eines hohen Anteils der neu synthetisierten Makromoleküle, in die der radioaktiv markierte Metabolit eingebaut wird. Nach der starken Verdünnung des radioaktiv markierten Metaboliten durch eine nicht markierte Variante, nimmt der Anteil markierten unter den aus dem verwendeten Metaboliten gebildeten Makromolekülen schlagartig ab. Tötet man nun nach verschiedenen Inkubationszeiten jeweils einen Teil der Zellen ab, dann kann man anhand der Veteilung der Radioaktivität ermitteln, wie die markierten Moleküle im Stoffwechsel weiterverarbeitet und durch die Zelle transportiert werden.

Pupille heißt das bei Menschen normalerweise kreisrunde und schwarz wirkende Loch in der Mitte der Iris des Auges.

Pupillenreflex oder retinale Adaptation heißt die rasche Anpassung der Iris in unseren Augen an wechselnde Helligkeiten in unserem Gesichtsfeld durch einen Reflex. Ist es sehr hell, dann dann spannt sich in der Iris rund um die Pupille ein Ringmuskel (Iris-Ringmuskel, Musculus sphincter pupillae oder Pupillenverenger) an. Dadurch verringert sich sein Durchmesser und er zieht die Iris weiter nach innen. Dies verkleinert die Pupille und weniger Licht kommt ins Auge. Wird es dunkler, dann spannt sich der Iris-Öffner (Musculus dilatator pupillae oder Pupillenerweiterer) an, dessen Muskelfasern in der Iris strahlenförmig von innen nach außen ziehen und deshalb die Pupille vergrößern, wenn sie sich anspannen. Dadurch fällt mehr Licht ins Auge, die Tiefenschärfe verringert sich, aber wir können so auch bei schwacher Beleuchtung etwas sehen.

Purine nennt man die Nukleobasen mit zwei Ringen, also insbesondere Adenin und Guanin in unseren Nukleinsäuren DNA und RNA.

Putamen bedeutet Schale oder Hülse und so nennt man Schalenkern insbesondere die den Globus pallidus umhüllende äußere Schicht des zum extrapyramidalen System und den Basalganglien gehörenden Linsenkerns (Nucleus lentiformis) im Endhirn (Telencephalon), der besonders viele multipolare Ganglienzellen besitzt und eine wichtige Rolle bei der Steuerung von Bewegungsabläufen spielt. Blickt man von der Seite in das Gehirn, dann liegt das Putamen außen vor dem Thalamus. Nach außen hin wird das Putamen vom Insellappen (Insula) der Großhirnrinde bedeckt.

Pyriformen Cortex (englisch: pyriform cortex) nennt man die anscheinend mit dem Lobus piriformis identische Riechrinde etwas vor und seitlich von der Mitte an der Unterseite des Großhirns (Cerebrum). (siehe Riechen und http://www.sinnesphysiologie.de/olf/olf09l.htm, http://soma.npa.uiuc.edu/courses/bio303/Ch13.html und http://wwwk.dongguk.ac.kr/~moonis/lecture/00-olfactory/00-Olfactory.htm)

Pyruvat nennt man in der Biochemie das Anion der Brenztraubensäure (Acetylameisensäure). Es ist das Endprodukt der Glykolyse und Ausgangspunkt für verschiedene andere Stoffwechselwege.

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Roland Heynkes, CC BY-SA-4.0