Wörterbuch u.a. für in meinem Unterricht verwendete Fachausdrücke mit dem Anfangsbuchstaben N

Roland Heynkes, 16.6.2018

Nachhaltigkeit bedeutet, dass eine Ressource nur so stark genutzt wird, dass sie nicht verbraucht wird, sondern sich immer wieder regenerieren kann.

Nachkomme, Nachfahr, Abkömmling oder Deszendent eines anderen Lebewesens zu sein, bedeutet aus biologischer Sicht, durch Fortpflanzung oder Vermehrung unter anderem von diesem Individuum abzustammen. Etwas offener bezeichnet man außerhalb der biologischen Fachsprache in Deutschland jedes Kind, Enkelkind usw. als Nachkommen seiner Eltern, Großeltern, usw.

Nachtblindheit nennt man eine stark reduzierte Sehfähigkeit bei Dämmerlicht. Dabei ist die Fähigkeit zur Anpassung des Auges (Adaptation) an die Dunkelheit mindestens eingeschränkt, weil die Stäbchen nicht funktionieren.

Nacktsamer, nacktsamige Pflanze oder Gymnosperme nennen Botaniker die heute nur noch relativ kleine Gruppe einfacher (primitiver) Samenpflanzen, bei denen das die weibliche Samenanlage umgebende Fruchtblatt nicht ganz geschlossen ist. Die größte Gruppe der Nacktsamer sind heute die Nadelbäume.

NAD oder NAD+
ATP aus Wikimedia Commons NAD oder genauer NAD+ steht in Biochemie und Molekularbiologie für die oxidierte Form von Nicotinsäureamid-Adenin-Dinukleotid (NAD). NAD+ kann durch Aufnahme von zwei Elektronen (e-) und einem Proton (H+) zu NADH reduziert werden. Deshalb kann NAD+ als Coenzym von Enzymen wirken, die ihr Substrat dehydrogenieren.
Diese Zeichnung wurde anonym der Wikimedia Commons zur Verfügung gestellt.
NADH oder NADH2
ATP aus Wikimedia Commons NADH oder veraltet NADH2 steht in Biochemie und Molekularbiologie für die reduzierte Form des Nicotinsäureamid-Adenin-Dinukleotid (NAD). Es ist die reduzierte Form von NAD und wirkt als Coenzym von Enzymen, welche die Übertragung eines Hydridions auf ihr Substrat katalysieren.
Diese Zeichnung wurde anonym der Wikimedia Commons zur Verfügung gestellt.

Nadelbaum nennt man einen Baum mit nadelförmigen Blättern. Generell ertragen Nadelbäume niedrigere Temperaturen und benötigen weniger Wasser als Laubbäume

Nadelwald nennt man einen Wald aus Nadelbäumen.

Nährstoffe eines Lebewesens nennt man die Stoffe, von denen es sich ernährt, weil es aus ihnen seine Energie gewinnt oder sie für seinen Aufbau bzw. die Aufrechterhaltung seiner Lebensfunktionen braucht. Lebewesens müssen Nährstoffe aufnehmen, weil sie diese nicht selbst herstellen können. Bei Pflanzen sind das vor allem Wasser (H2O), Kohlenstoffdioxid (CO2), Nitrat (NO3-), Phosphat (PO43-) und Kalium (K+). Diese Pflanzennährstoffe sind energiearm, weil Pflanzen ihre Energie aus dem Licht gewinnen. Die meisten Nährstoffe von Tieren sind energiereich, weil wir aus ihnen unsere Energie gewinnen müssen. Die Nährstoffe des Menschen sind vor allem Eiweiße, Zucker, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Wasser.

Nahrung nennt man all das, was wir essen und trinken, um uns zu ernähren. Dazu gehören außer den Nährstoffen auch die Ballaststoffe.

Nahrungskette nennt man eine Aufzählung, die erklärt, wie eine Art von einer anderen gefressen wird, die selbst aber auch einer stärkeren als Futter dient, welche ihrerseits vielleicht zur Nahrung einer noch mächtigeren gehört.

Nahrungskonkurrenten nennt man Lebewesen oder Spezies, welche auf das gleiche Futter angewiesen sind und deswegen um dieses Futter konkurrieren.

Nahrungskreislauf heißt es, weil Nahrungsketten zu Kreisläufen geschlossen werden, indem kleine und größere Destruenten auch die stärksten Tertiärkonsumenten fressen und teilweise in Pflanzendünger umwandeln, sobald diese gestorben sind.

Nahrungsmittel nennt man bei Menschen das, was man bei anderen Tierarten Futter nennt. Es sind die für uns essbaren Teile von Pflanzen, Tieren und Pilzen.

Nahrungsnetz nennt man ein Geflecht aus mehreren miteinander verbundenen Nahrungsketten.

Eine Nahrungspyramide deutet mit ihrer unten breiteren Form an, dass es in Nahrungsketten immer viel mehr Gefressene als Fressende geben muss, damit nicht alle Beutetiere gfressen werden und die Raubtiere nicht verhungern.

Naiv im immunologischen Sinne nennt man eine T-Zelle, die noch nicht auf ihr spezifisches Antigen gestoßen ist.

Nanometer (nm) = 1 Milliardstel Meter (10-9 m)

Ein Nanopartikel oder Nanoteilchen nennt man Teilchen mit Durchmessern von 1-100 Nanometern.

Narbe nennen Botaniker das obere Ende des Stempels. Auf der Narbe können Pollenkörner landen, aus denen Pollenschläuche in die Narbe hinein, durch den Griffel hindurch zu den Eizellen im Fruchtknoten wachsen.

Natur ist ein Begriff mit verschiedenen Bedeutungen. In den Naturwissenschaften sprechen wir von der Natur einer Sache und meinen damit deren Wesen und Eigenschaften. Aber wir meinen mit dem Begriff Natur auch das gesamte Universum mit Ausnahme von allem, was Menschen geschaffen haben. Nicht zur Natur gehören also Technik und Kultur. Der Mensch selbst mal mal als Teil der Natur angesehen und mal nicht.

natürlich = naturgemäß, von Natur aus, in der Natur üblich, ohne menschliches Zutun in der Natur entstanden, den Naturgesetzen entsprechend, nicht künstlich wirkend, in der Alltagssprache aber auch oft im Sinne von selbstverständlich

Natürliche Killerzellen sind besonders große Lymphozyten mit vielen rötlichen Granula. Sie entwickeln sich aus Lymphozyten-Vorläuferzellen in Knochenmark, Lymphknoten, Milz, Mandeln und Thymus, bevor sie ins Blut wandern. Natürliche Killerzellen sind Killerzellen, die Krebs- und virusinfizierten Körperzellen töten (lysieren) oder bei ihnen die Selbsttötung (Apoptose) einleiten, wenn auf ihren Oberflächen MHC-1-Präsentierteller fehlen. Weitere Angriffsziele sind Zellen, die durch Antikörper markiert wurden. Anscheinend können sie auch langfristig Informationen über frühere Infektionen speichern. Außerdem scheinen sie durch Selektion von dendritischen Zellen an der Modellierung der erworbenen Immunantwort beteiligt zu sein.

naturnah = nahe an einem natürlichen Zustand

Naturwald, Naturwaldzelle, Naturwaldreservat oder Bannwald nennt man einen Wald, der nicht mehr bewirtschaftet wird. Nach einigen Jahrhunderten wird man sie als Urwälder bezeichnen.

Naturwissenschaften erforschen die Natur durch systematische und gezielte Beobachtung, Messungen, wiederholbare Experimente, Computersimulationen und die Entwicklung von Theorien, die dann experimentell überprüft werden. Viele Erkenntnisse der Naturwissenschaften werden unter anderem von Architekten, Ärzten, Bauern, Ingenieuren oder Umweltschützern genutzt.

Naturwissenschaftler sind die in den Naturwissenschaften tätigen Forscher, wobei man heute zusätzlich auch noch ein entsprechendes abgeschlossenes Studium erwartet.

naturwissenschaftlich = mit den Mitteln/Methoden einer Naturwissenschaft

Negative Rückkopplung, negatives Feedback, Feedback-Hemmung oder Endprodukt-Hemmung nennt man einen Regulations-Mechanismus, bei welchem ein Produkt seine eigene Produktion hemmt. Der Sinn der negativen Rückkopplung ist die automatische Regulation von Stoffwechselwegen. Regulation ist notwendig, weil sonst an vielen Stellen des Stoffwechsels Überschüsse produziert würden. Überproduktion von Stoffen würde nicht nur Verschwendung von Nährstoffen bedeuten, sondern könnte Zellen auch vergiften oder ihre Differenzierung stören. Ein Mechanismus der Regulation durch negative Rückkopplung funktioniert so, dass ein Reaktionsprodukt an ein möglichst weit vorne (idealerweise am Anfang) in der Produktionskette seiner eigenen Herstellung wirkendes Enzym bindet. Durch diese Bindung wird die Form des Enzyms derart verändert, dass es weniger aktiv ist. So wird automatisch die Produktion des Stoffwechselendproduktes und gegebenenfalls der Zwischenprodukte reduziert (Endprodukthemmung, nicht zu verwechseln mit der Endproduktrepression). Bekannte Beispiele für negative Rückkopplung sind die Sexualhormone Östrogen und Testosteron, die im Hypothalamus die Produktion des Freisetzungshormons GnRH hemmen, welches indirekt die Produktion dieser Sexualhormone fördert.

Negativkontrolle = unter sonst gleichen Bedingungen gehaltene, beobachtete, oder behandelte Menschen oder andere Tiere, welche jedoch nicht dem zu untersuchenden Risiko ausgesetzt wurden.

Nektar nennen Botaniker einen zuckerhaltigen Saft, den Nektardrüsen am Blütenboden produzieren, um für ihre Bestäubung Insekten, kleine Vögel und in den Tropen sogar Fledermäuse anzulocken.

Neocortex heißt der stammesgeschichtlich jüngste Teil der Großhirnrinde.

Neoplastisch nennt man üblicherweise eine Zelle, welche die Fähigkeit zur Teilungskontrolle verloren hat.

Nerv heißt ein Bündel mehrerer oder vieler Axone.

Nervenbahn heißt ein Bündel mehrerer oder vieler Nervenfasern, die innerhalb des Zentralnervensystems fast alle an der gleichen Stelle beginnen und auch gemeinsam enden.

Nervenfaser heißt die Summe aus einem Axon und seinen vielen Hüllzellen.

Nervensystem heißt die Gesamtheit aller Nerven- und Gliazellen in einem Organismus. Es gibt zwar ähnliche Systeme in Pflanzen, aber die bestehen nicht aus Nervenzellen und werden deshalb auch nicht als Nervensysteme bezeichnet. Nervensysteme gibt es in diesem Sinne nur bei höheren Tieren. Nervensysteme empfangen von Sinneszellen Informationen über die Umwelt und den eigenen Organismus, leiten sie weiter, verarbeiten und interpretieren sie und reagieren darauf. Unser Nervensystem steuert Muskeln und beeinflusst wahrscheinlich alle unsere Organe. Indirekt beeinflusst es damit auch unsere Hormonproduktion sowie unser Immunsystem. Man unterteilt unser Nervensystem in ein aus Hirn und Rückenmark bestehendes Zentralnervensystem sowie das restliche periphere Nervensystem. Letzteres wird seinerseits unterteilt in das aus sensorischen und motorischen Nervenzellen bestehende somatische Nervensystem und in das sogenannte vegetative Nervensystem aus Sympathikus, Parasympathikus und dem enterischen Nervensystem. Das somatische Nervensystem steuert bewusst ablaufende Körperfunktionen wie bewusste Bewegungen und Wahrnehmungen. Das vegetative oder autonome Nervensystem steuert unbewusst ablaufenden Körperfunktionen. Dabei steuert der Sympathikus lebenswichtige Vorgänge wie Herzschlag oder Blutdruck und wird besonders in Stresssituationen aktiv. Der Parasympathikus steuert innere Organe und den Blutkreislauf und fördert die Entspannung. Das auch Darmhirn genannte enterische Nervensystem steuert den Magen-Darmtrakt.

Nervenzelle oder Neuron heißt ein Zelltyp, der sich über zahlreiche Zellfortsätze mit sehr vielen anderen Zellen verbindet. Das können Sinneszellen, Drüsenzellen oder Muskelzellen sein, aber die meisten Verbindungen haben Nervenzellen untereinander. Dadurch bilden sie das Nervensystem. Typische Säugetier-Nervenzellen haben einen rundlichen Zellkörper (Soma oder Perikaryon), sehr viele Dendriten genannte Zellfortsätze und einen besonders langen Neuriten, durch den Nervenzellen Signale über Entfernungen von teilweise über einem Meter schicken können. Fast alle Neuriten sind von Gliazellen umhüllt und werden dann auch Axon genannt.

Schema der Nervenzelle
Nervenzelle Axonhügel Dendriten Dendriten Neurotransmitter Rezeptor Ribosom
Dieses Schema wurde von Mariana Ruiz Villarreal gezeichnet und von einem anonymen Neurowissenschaftler übersetzt.
Das Signal entsteht auf dem Axonhügel und besteht aus einer vorübergehenden Ladungsumkehr in einem sehr schmalen Abschnitt des Neuriten. Es bewirkt in seiner unmittelbaren Nachbarschaft oder bei Axonen an ihrer nächsten nicht umhüllten Stelle die Öffnung von von Natriumkanälen, durch welche selektiv die kleineren Natrium-Ionen in die Zelle einströmen und auf der Innenseite die vorher negative in eine positive elektrische Ladung umkehren. Millisekunden danach öffnen sich etwas dickere Kaliumkanäle und lassen auch die größeren Kalium-Ionen durch die Zellmembran nach außen strömen. Dadurch gleichen sich die Konzentrationen von Natrium- und Kalium-Ionen auf beiden Seiten der Membran an und die positive Ladung der Zellinnenseite verschwindet wieder. Schließlich wird in der Zellmembran eine Pumpe aktiv, welche die chemische Energie von ATP-Molekülen benutzt, um jeweils 3 Natrium-Ionen aus der Zelle hinaus und nur 2 Kalium-Ionen in die Zelle hinein zu pumpen. Weil dadurch insgesamt mehr positiv geladene Ionen die Zelle verlassen, baut sich im Zellinneren insgesamt wieder die leicht negative Ladung des sogenannten Ruhepotentials auf, bis das nächste ankommende Aktionspotential den ganzen Vorgang erneut auslöst. Weil die Wiederherstellung des Ruhepotentials und damit die Wiederherstellung der Erregbarkeit einige Millisekunden dauert, kann sich das Signal immer nur in die eine Richtung ausbreiten, aus der das Aktionspotential nicht kam und die deshalb etwas mehr Zeit zur Wiederherstellung des Ruhepotentials hatte.
An ihren Enden besitzen die meisten Neuriten/Axone eine oder mehrere Synapsen, die auf jedes ankommende elektrische Aktionspotential mit der Ausschüttung von Botenstoffen reagieren. Diese sogenannten Neurotransmitter übertragen das Signal chemisch auf andere Zellen, die über passende Rezeptoren verfügen. Manche Neuriten geben ihre Aktionspotentiale auch elektrisch weiter oder geben Hormone ins Blut ab.
Die Dendriten sind verzeigt und nehmen hauptsächlich Informationen von anderen Zellen auf. Sie scheinen aber auch an Lernprozessen beteiligt zu sein.
Schema der Neuronentypen
Nervenzelltypen
1. Unipolar oder monopolar nennt man ein Neuron, wenn es nur einen Neuriten und keine Dendriten besitzt (z. B. die Stäbchen und Zapfen der Netzhaut).
2. Bipolare Neuronen besitzen einen Neuriten und einen Dendriten.
3. Multipolare Neuronen besitzen zahlreiche Dendriten und einen Neuriten.
4. Bei pseudounipolaren Neuronen gehen ein Neurit und ein Dendrit aus einem gemeinsamen Zellfortsatz hervor (wie bei den sensiblen Spinalganglienzellen).
Es gibt auch spezialisierte Neuronen wie die Amakrinzellen der Netzhaut), die kein Axon haben.
Jonathan Haas, CC BY-SA-3.0

Nervenzellkörper nennt man den das endoplasmatische Retikulum und den Zellkern enthaltenden dicken Anteil einer Nervenzelle, also alles außer Axon und Dendriten.

Nervus opticus = Sehnerv

Nervus phrenicus = Zwerchfellnerv

Nervus spinalis = An beiden Seiten treten Rückenmarknerven in die Wirbelkörper ein und trennen sich unmittelbar danach in einen zu einem Vorderhorn und einen zu einem Hinterhorn des Rückenmarks verlaufenden Strang. Der zu einem Vorderhorn verlaufenden Strang heißt Radix ventralis. Der zu einem Hinterhorn verlaufenden Strang bildet zuerst ein Ganglion (das Spinalganglion) und heißt danach Radix dorsalis.

Nervus trigeminus = im Mittelhirn entspringender Gehirnnerv, der sich in die 3 Hauptstränge Nervus ophthalmicus, Nervus maxillaris und Nervus mandibularis aufteilt.

Nervus vagus = in der Medulla oblongata entspringendes Gehirnnervenpaar, das sich überall im Kopf, Brust und Bauchbereich ausbreitet und außer dem Herzen vor allem die Schleimhäute, glatten Muskeln und Drüsen der gesamten Atmungs- und Verdauungstrakte beeinflusst.

Netzhaut oder Retina heißt die innerste Schicht in der Wand des Auges direkt unter dem Glaskörper bzw. dem Kammerwasser. Die Netzhaut besteht aus einem sehenden Bereich (Pars optica retinae oder sehende Netzhaut) mit Nerven- und Lichtsinneszellen sowie aus einem blinden Bereich, dem sogenannten Pars caeca retinae (blinde Netzhaut). In der blinden Netzhaut unterscheidet man zwischen Pars ciliaris retinae und Pars iridica retinae. Die sehende Netzhaut reagiert auf Licht und trägt zur Wahrnehmung seiner Umwelt durch ein Lebewesen bei.

Neuraminidase ist ein Enzym, das Neuraminsäure-Reste abspaltet und damit z.B. die negative Oberflächenladung von Zellmembranen entfernt sowie verborgene Kryptantigene von Zellen freilegt.

Neuraminsäure (5-Amino-3,5-didesoxy-D-glycero-D-galacto-nonulopyranosonsäure) ist ein Aminozucker aus Mannosamin und Brenztraubensäure, der durch die Carboxylgruppe an C-Atom 2 einen stark sauren pK-Wert von 2,2 erhält und daher unter physiologischen Bedingungen negativ geladen ist. In acylierter Form ist sie als Sialinsäure Bestandteil zahlreicher Naturstoffe (Mucine, saure Glykoproteide, Ganglioside) und Zellmembranen (verursacht deren negative Oberflächenladung).

Neurit nennt man den einzigen afferenten Zellfortsatz einer Nervenzelle, durch den die Nervenzelle Signale aussendet. Wird ein Neurit durch Gliazellen umhällt, bezeichnet man ein Neurit auch als Axon. In beiden Fällen entspringt ein Neurit am Axonhügel und kann sich nicht nur am Ende verzweigen.
Bei pseudounipolaren Nervenzellen sehen der afferente und der efferente Nervenfortsatz gleich aus und der afferente kann sogar länger als der efferente sein. Vermutlichdeshalb werden bei diesem Zelltyp beide von Gliazellen umhüllten Fortsätze Neuriten genannt. Dann unterscheidet man zwischen dem peripheren (quasi dendritischen) und dem zentralen (eigentlichen) Neuriten.

Neuro = vom Griechischen abgeleiteter Wortteil mit den Bedeutungen Sehne, Muskel und besonders Nerv

Neurobiologie heißt die Teildisziplin der Biologie, welche das Nervensystem erforscht.

Neuroblastom = sehr bösartiger Tumor aus Nervengewebe des sympathischen Nervensystems, welches wiederum Teil des autonomen (vegetativen oder sympathischen) Nervensystems ist

Neuroglia bedeutet Nervenkitt und besteht aus Astrozyten, Oligodendrozyten und Hortega-Zellen, die ein auch im Alter noch vermehrungsfähiges Hüll- und Stützgewebe des Nervensystems bilden.

Neuron = Nervenzelle

neuronal = Neuronen betreffend oder von solchen ausgehend

Neuropathologie = mit Nervenkrankheiten befasstes Teilgebiet der Pathologie

neuropathologisch = die Neuropathologie betreffend

Neuropil nennt man das im Zentralnervensystem zwischen den Zellkörpern befindliche Geflecht aus Dendriten, Axonen und Gliazellfortsätzen besteht.

Neuroretina nennt man den Teil der Retina, der Neuronen enthält, also die Pars optica retinae oder sehende Retina.

Neurotransmitter sind als biochemische Botenstoffe fungierende kleine Moleküle, die in chemischen Synapsen vom Ende eines Neuriten in den synaptischen Spalt abgegeben und von Rezeptoren auf der Zellmembran des gegenüber liegenden Dendriten gebunden werden. Der Rezeptor erzeugt dann in der empfangenden Nervenzelle ein Signal.

Neutron nennt man die relativ schweren, elektrisch neutralen, also ungeladenen Teilchen in den Atomkernen.

Neutrophile nennt man Neutrophile Granulozyten, die beim Menschen mit einem Anteil von 50-65 % die häufigsten weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sind. Sie haben Durchmesser von 12-15 µm, ihre Lebensdauer beträgt 1-4 Tage. Sie bleiben nur 6-8 Stunden im Blut, sofern sie darin nicht gebraucht werden. Angelockt durch Makrophagen wandern sie in infizierte Gewebe und bekämpfen dort als Teil des angeborenen, unspezifischen Immunsystems in uns eingedrungene Mikroorganismen (Bakterien, Pilze und einzellige Parasiten) sowie möglicherweise auch Viren. Sie tun das durch Phagozytose (Auffressen), Trogozytose (Anknabbern), durch Vergiftung mit dem Inhalt ihrer Granula oder indem sie sterbend ihre Zellkerne ausstoßen (Exocytose) und mit der DNA als einer Art neutrophilären extrazellulären Falle (Neutrophile Extracellular Trap) die Mikroorganismen einfangen. Die Granula sind im Grunde Lysosomen. Diese sind gefüllt mit sauren Hydrolasen und neutralen Proteasen sowie mit Defensinen, Myeloperoxidasen und Cathelicidinen.

nichtinvasiv = nicht in den Körper eindringend

nichtkompetitiv = nicht konkurrierend

Nichtkompetitive Hemmung nennt man in der Biochemie die Inhibition eines allosterischen Enzyms durch einen allosterisch bindenden Inhibitor, der nicht mit dem Substrat um die selbe Bindungsstelle konkurriert.

Niedermoor oder Reichmoor nennt man ein Nährstoff-reiches stehendes Gewässer, in welchem üppiger Pflanzenwuchs die offene Wasserfläche bereits mehr oder weniger reduziert hat und in dem mehr abgestorbene Pflanzenreste auf den Grund sinken, als in der selben Zeit verrotten oder verfaulen. Dadurch wächst auf dem Grund eines Niedermoors die Schicht abgestorbenen Pflanzen-Materials, bis diese Schicht die Wasseroberfläche erreicht und das ganze Gewässer vollständig mit abgestorbenem Pflanzen-Material gefüllt ist. Dann kann aus dem Niedermoor zunächst ein Zwischenmoor und schließlich ein Hochmoor werden.

Niederwald nennt man einen Wald, dessen Bäume alle 10-30 Jahre gefällt werden und wo wiederholt aus den großen alten Baumstümpfen mehrere relativ dünne neue Baumstämme heraus wachsen. Weil das nicht alle Baumarten können, wachsen in Niederwäldern hauptsächlich Ahorn, Eiche, Esche, Hainbuche, Hasel und Linde.

Nieren sind paarig angelegte, beim Menschen bohnenförmige Organe im oberen Bauchraum auf beiden Seiten der Wirbelsäule. Durch Harnabsonderung dienen sie der Regulation des Wasser- und Salzhaushaltes sowie der Ausscheidung von Stoffwechselprodukten, die der Organismus nicht mehr gebrauchen kann.

Nimm Stellung bedeutet als Operator der gehobenen Anforderungsbereiche 2 oder 3 für das Fach Biologie in der gymnasialen Oberstufe, dass man - eventuell anhand eines zu bearbeitenden Materials (Text, Tabelle oder Grafik) - und gegebenenfalls mit Hilfe eigener Kenntnisse zu einem Phänomen, einer Sache, einer Entwicklung nach kritischer Prüfung und sorgfältiger Abwägung ein begründetes Urteil abgeben soll, obwohl es dazu (noch) kein allgemein akzeptiertes Urteil in der Gesellschaft gibt.

Nische heißt ein relativ kleiner geschützter Raum, der aber nach außen nicht abgeschlossen ist. In einer Mauer ist eine Nische einfach eine kleine Vertiefung, die den angrenzenden Raum erweitert, ohne ganz zu ihm zu gehören. In der Biologie wird der Begriff natürlich im übertragenen Sinne gebraucht. Relativ bekannt ist in diesem Sinne die ökologische Nische. Für uns aber sehr viel wichtiger sind in unserem Körper die Stammzell-Nischen. In vielen Geweben fand man besonders ausgestattete, winzige Umgebungen, die es einer Stammzelle ermöglichen, Stammzelle bleiben zu können und nicht differenzieren zu müssen.

NKT-Zelle oder Natürliche Killer-T-Zelle heißt ein T-Lymphozyt, dessen T-Zell-Rezeptor nicht ein Peptid auf einem MHC-Präsentierteller, sondern ein Lipid auf einem CD1d-Präsentierteller erkennt.

nm oder Nanometer = 1 Milliardstel Meter (10-9 m)

Nomenklatur heißt in der Chemie die international vereinbarte Sammlung von Regeln, nach denen chemische Verbindungen zu benennen sind.

Normalität (Abkürzung: "N") im chemischen Sinne ist eine Einheit, welche die Anzahl der Reaktionsmöglichkeiten eines Liters eines Stoffes angibt. Eine 1 N Lösung eines Stoffes kann eine bestimmte chemische Reaktion genau 6,023 • 1023 mal ausführen. Man kommt von der Molarität zur Normalität einer Lösung, indem man die Zahl der Mole mit der Zahl der Reaktionsmöglichkeiten des Stoffes multipliziert.

Nottötung = krankheitsbedingte Tötung von Tieren zum Zwecke der unschädlichen Beseitigung

Nucleus caudatus oder Schweifkern nennt man ein gemeinsam mit dem Linsenkern (Nucleus lentiformis) den Streifenkörper (Corpus striatum) bildendes Basalganglion, dessen Kopfteil (Caput) die Seitenwand des Vorderhorns des Seitenventrikels bildet, während der mittlere Abschnitt (Corpus) an den Thalamus grenzt und der Schweif (Cauda) sich zunächst nach unten und schließlich nach vorn biegt und das Unterhorn des Seitenventrikels begleitet. Da zahlreiche Streifen grauer Substanz den Schalenkern (Putamen) mit dem Schweifkern (Nucleus caudatus) verbinden, bezeichnet man Linsenkern und Schweifkern (Nucleus caudatus) gemeinsam als Streifenkörper (Corpus striatum).

Nucleus lentiformis oder Linsenkern nennt man einen aus dem Pallidum (Globus pallidus) und dem diesen zur Hirnaußenseite hin umhüllenden Putamen bestehenden Teil der Basalganglien. Da zahlreiche Streifen grauer Substanz den Schalenkern (Putamen) mit dem Schweifkern (Nucleus caudatus) verbinden, bezeichnet man Linsenkern und Schweifkern (Nucleus caudatus) gemeinsam als Streifenkörper (Corpus striatum). Für einige Verwirrung sorgt der Umstand, daß die Kombination aus Nucleus caudatus und Putamen ohne Pallidum (Globus pallidus) als Striatum bezeichnet wird. Dieser Begriff wird nämlich oft einfach als Kurzform von Corpus striatum gebraucht, was zu einem Widerspruch führt.

Nucleus lentis oder Augenlinsenkern = dichter Kern der Augenlinse

Nuklease = Nukleinsäuren verdauendes Enzym

Nukleinsäure = Erbmaterial in Form von Ribonukleinsäure, oder Desoxyribonukleinsäure

Nukleobase
Adenin Cytosin Guanin Thymin Uracil
Adenin Cytosin Guanin Thymin Uracil

Nukleobase, Nucleobase, Nukleinbase, Nucleinbase oder einfach Base nennt man die Base in einem Nukleotid oder Nukleosid. Nur aufgrund ihrer unterschiedlichen Nukleobasen unterscheiden sich die verschiedenen Nukleotide bzw. Nukleoside. Die Nukleobasen Adenin (A) und Thymin (T) können sich über zwei Wasserstoffbrückenbindungen miteinander verbinden. Die Nukleobasen Cytosin (C) und Guanin (G) können sich über drei Wasserstoffbrückenbindungen miteinander verbinden. Sie bilden die Basenpaare A-T und C-G. In RNA ist Thymin durch Uracil ersetzt. Man unterscheidet zwischen den Purin-Basen Adenin und Guanin und den Pyrimidin-Basen Cytosin, Thymin und Uracil. Gebunden an die Pentosen (Zucker mit 5 Kohlenstoff-Atomen) Ribose oder Desoxyribose bilden sie Nukleoside. Sind an die Pentose auch noch 1-3 Phosphorsäurereste gebunden, dann nennt man das Ganze ein Nukleotid.

Nukleolus, Nucleolus oder Kernkörperchen nennen Biologen einen nicht durch eine Membran abgegrenzten Bereich im Zellkern einer eukaryotischen Zelle, in dem ribosomale Proteine und RNA-Moleküle (rRNAs) zu den größeren und den kleineren Ribosomen-Untereinheiten zusammengebaut werden. Das geschieht nicht einfach überall im Zellkern, sondern in den Umgebungen der Gene für ribosomale RNAs. An ihnen werden die ribosomalen RNAs (rRNAs) synthetisiert (Transkription). Ein Zellkern kann einen Nukleolus oder mehrere Nukleoli enthalten. Erkennbar werden die Orte der Ribosomen-Produktion durch ihre starke Lichtbrechung und dadurch, dass Farbstoffe im Zellkern zwar immer Nucleoli und das Chromatin anfärben, aber nicht gleich intensiv. Aus ihnen wandern die Ribosomen-Untereinheiten durch die Kernporen ins Cytoplasma.

Ein Nukleosid oder Nucleosid ist eine ß-N-glykosidisch mit einer der Pentosen (Zucker mit 5 Kohlenstoff-Atomen) D-Ribose oder D-Desoxyribose verknüpfte Purin-Base oder Pyrimidin-Base. In RNA bzw. DNA findet man die Nukleoside Adenosin bzw. Desoxyadenosin, Cytidin bzw. Desoxycytidin, Guanosin bzw. Desoxyguanosin, Uridin bzw. Desoxythymidin.

Nukleosidmonophosphat oder Nucleosidmonophosphat nennt man ein Nukleotid mit nur einer Phosphatgruppe.

Aufbau der Nucleotide
Nucleotide Nucleoside
Yikrazuul, CC BY-SA 3.0

Nukleosidtriphosphat oder Nucleosidtriphosphat nennt man ein Nukleotid mit drei Phosphatgruppen.

Nukleosom oder Nucleosom nennen Genetiker einen Kern aus 8 Histon-Proteinen, um den 146 Basenpaare oder 1,75 Windungen DNA gewickelt sind.

Das Nucleosom 1AOI aus der internationalen Protein Data Bank
Das Nucleosom 1AOI aus der Protein Data Bank
Das erste Bild zeigt schematisch innen die Sekundärstrukturen der 8 Histon-Proteine und außen herum die 146 Basenpaare oder 1,75 Windungen der DNA
Das Nucleosom 1AOI aus der Protein Data Bank
Die zweite Darstellung (Ball and Stick) zeigt quasi einzelne Atomkerne und Bindungen, während die dritte die Atome so zeigt, als stellten ihre Elektronenhüllen undurchsichtige Wände dar.
Das Nucleosom 1AOI aus der Protein Data Bank
Die vierte und unterste Grafik zeigt das Nucleosm so von der Seite, dass man sehen kann, quasi die Spur wechselt.
Das Nucleosom 1AOI aus der Protein Data Bank
Erstellt habe ich diese Grafiken mit Hilfe der Struktur 1AOI der frei zugänglichen Protein Data Bank und dem Jmol-applet des Open Source Java Viewer for chemical structures in 3D. Diese Ergebnisse meiner Nutzung frei verfügbarer Daten und Programme dürfen selbstverständlich ebenfalls von jedem völlig frei genutzt werden.

Nukleotid oder Nucleotid nennt man ein Nukleosidphosphat bzw. Phosphorsäureester eines Nukleosids. Man unterscheidet Ribonukleotide und Desoxyribonukleotide sowie Nukleosid-Monophosphate, -Diphosphate und Triphosphate, bei denen 1, 2 oder 3 Phosphorsäure-Moleküle am Kohlenstoff-Atom des Zucker-Moleküls Ribose hängen.

die Nukleotide von DNA und RNA
DNA RNA
dAMP aus Wikimedia Commons
Desoxyadenosinmonophosphat (dAMP)
anonymer Neurowissenschaftler, public domain
AMP aus Wikimedia Commons
Adenosinmonophosphat (AMP)
anonymer Neurowissenschaftler, public domain
dCMP aus Wikimedia Commons
Desoxycytidinmonophosphat (dCMP)
anonymer Neurowissenschaftler, public domain
CMP aus Wikimedia Commons
Cytidinmonophosphat (CMP)
anonymer Neurowissenschaftler, public domain
dGMP aus Wikimedia Commons
Desoxyguanosinmonophosphat (dGMP)
anonymer Neurowissenschaftler, public domain
GMP aus Wikimedia Commons
Guanosinmonophosphat (GMP)
anonymer Neurowissenschaftler, public domain
dTMP aus Wikimedia Commons
Desoxythymidinmonophosphat (dTMP)
anonymer Neurowissenschaftler, public domain
CMP aus Wikimedia Commons
Uridinmonophosphat (UMP)
anonymer Neurowissenschaftler, public domain

Nukleotidsequenz oder Nucleotidsequenz nennt man die Sequenz der Nukleotide in einer Nukleinsäure.

Nukleus oder Nucleus bedeutet allgemein Kern. Speziell meint man damit zum Beispiel den Zellkern oder ein kernförmiges Bündel von Nervenzellen.

Nutzform ist ein selten gebrauchter Begriff, mit dem man für die Nutzung durch Menschen gezüchtete Tier-Rasse bzw. Pflanzen-Sorten bezeichnet.

Nützlinge nennen wir Lebewesen oder Spezies, die für Menschen nützlich sind, aber nicht zu den Nutzpflanzen, Haustieren oder von Menschen gezüchteten Pilzen gehören. Meistens sind damit Spinnen, Milben oder Insekten gemeint, die Schädlinge töten.

Nutzpflanze nennt man eine Pflanze oder Pflanzenspezies, die von Menschen gezüchtet wurde, um sie oder Teile von ihr als Nahrungsmittel, Viehfutter oder für technische Zwecke zu nutzen.

nvCJK = neue, höchstwahrscheinlich auf BSE-Infektionen zurückzuführende Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit

Nystagmus bedeutet unkontrollierbare, rhythmische Bewegungen eines Organs. Meistens ist damit der okuläre Nystagmus oder das Augenzittern gemeint.

Glossar
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Roland Heynkes, CC BY-SA-4.0