Wörterbuch u.a. für in meinem Unterricht verwendete Fachausdrücke mit dem Anfangsbuchstaben I

Roland Heynkes, 9.11.2018

i.c. = intrazerebral

i.p. = intraperitoneal

iatrogen = durch ärtztliche Behandlung verursacht

ID50 = Erregermenge, durch deren Aufnahme die Hälfte der Empfänger infiziert wird

Identität kommt von identisch und bedeutet eigentlich völlige Übereinstimmung. Gemeint ist aber meistens, dass jemand tatsächlich der ist, der er laut eigner Aussage oder Dokumenten sein soll. Interessanterweise ändert sich die Identität eines Individuums im Laufe seines Lebens nicht, obwohl es nur wenige Übereinstimmungen zwischen einem Individuum in seiner Jugend und dem selben Individuum im Alter gibt. Obwohl es im Laufe seines Lebens sämtliche Atome austauscht, Persönlichkeit, Erinnerungen und sogar sein Genom verändert, behält ein Individuum seine Identität einfach aufgrund der Kontinuität seiner Existenz.

ileocaecal = zum Krummdarm oder Hüftdarm (Ileum) und Blinddarm (Caecum) gehörend

Ileum = der auch Krummdarm oder Hüftdarm genannte und durch die Peyer-Platten gekennzeichnete hintere, an den Dickdarm angrenzende Teil des Dünndarms

Illusion nennt man eine falsche oder zumindest verfälschte Wahrnehmung der Wirklichkeit oder eine irrtümlich als wahr angenomme Annahme über die Wirklichkeit. Im biologisch-medizinischen Sinne besteht unsere Wahrnehmung der Umwelt zu einem großen Teil aus Illusionen als Folge der ständigen Interpretation, Ergänzung und vermeintlichen Korrekturen von Sinneswahrnehmungen durch das menschliche Gehirn. Illusionen im nichtbiologischen Sinne erwachsen häufig aus Wunschdenken, das zur Selbsttäuschung führt. Oft sind Illusionen aber auch einfach die Folge leichtgläubiger Übernahme der Darstellungen vermeintlicher Autoritäten. Synonyme für das Wort Illusion sind: Fantasievorstellung, Hirngespinst, Selbsttäuschung, Utopie, Vision, Wahn, Wunschdenken, Wunschtraum, Wunschvorstellung und unrealistischer Zukunftstraum. Im biologischen Sinne sind Illusionen als vereinfachende Modelle der Wirklichkeit notwendig, um ausreichend schnell und sinnvoll auf sie reagieren zu können. Illusionen im nichtbiologischen Sinn stehen jedoch der Wahrheitsfindung und dem wissenschaftlichen Fortschritt im Wege und können sehr schädlich sein.

Immunhistochemie = Sichtbarmachung bestimmter Strukturen in Gewebeschnitten mit Hilfe von markierten Antikörpern

Immunpräzipitation = Präzipitation mit Hilfe von Antikörpern, welche mit ihren beiden Armen jeweils zwei Antigene mit einander verbinden und so sehr große dreidimensionale Netzwerke bilden, sofern die Antigene jeweils zwei Antikörper zu binden vermögen

immunpräzipitieren = eine Immunpraezipitation durchführen

immunhistochemisch = in dünnen Gewebeschnitten werden bestimmte Makromoleküle mit Antikörpern bzw. daran gebundenen Farbstoffen markiert

Immunoblot = anderer für Name Western blot, der die Markierung der aufgetrennten Proteine betont (http://www.tiho-hannover.de/einricht/immuno/lehre/unterlagen/immblot_zusfass.pdf)

immunologisch = im Sinne von Nachweismethoden bedeutet dies, daß Antikörper als Sonden verwendet werden

Immunozytochemie = Sichtbarmachung bestimmter Strukturen innerhalb von Zellen mit Hilfe von markierten Antikörpern

Immunsystem nennen Biologen und Ärzte die Summe aller Organe, Zellen und Moleküle, mit denen Lebewesen Keime und Krebs bekämpfen. Das folgende Schema zeigt die wichtigsten Zelltypen des Immunsystems und ihre Aufgaben.
Immunsystem
Roland Heynkes, CC BY-NC-SA 4.0

Impfung ist der Oberbegriff für eine aktive oder passive Impfung.

Impfstoff nennt man ein Antigen oder ein Gemisch verschiedener Antigene. Hergestellt werden Impfstoffe durch Abtötung oder Inaktivierung oder Schwächung von Krankheitserregern oder indem mittels Gentechnik nur einzelne Eiweiße, Peptide oder Gen-Fragmente eines besonders gefährlichen Krankheitserregers produziert wird.

implizit = nicht ausdrücklich gesagt, aber durch Nachdenken aus dem Gesagten logisch erschließbar und darum wahrscheinlich/hoffentlich (Wenn nicht, dann hat da jemand über seine eigenen Worte nicht ausreichend nachgedacht.) auch so gemeint

Impuls (umgangssprachlich auch Schwung oder Wucht genannt) ist das deutsche Wort für eine grundlegende physikalische Größe, die zusammen mit dem Drehimpuls den mechanischen Bewegungszustand eines physikalischen Objekts charakterisiert. Der Impuls eines Körpers ist das Produkt aus seiner Geschwindigkeit (ohne seine Drehgeschwindigkeit) und seiner Masse (genauer: Ruhemasse). In diesem Sinne könnte man meinen, der Impuls sei bereits vollständig beschrieben mit der Formel: Impuls = Kilogramm mal·Meter pro Sekunde. Das ist aber nur die Bewegungsenergie (kinetische Energie) eines Körpers. Denn im Gegensatz zur kinetischen Energie hat der Impuls zusätzlich eine Richtung. Man muss daher den Impuls mathematisch als Vektor mit einem Betrag und einer Richtung darstellen. Und die Richtung dieses Vektors (Impulses) ist die Bewegungsrichtung des Objekts. Solange die Geschwindigkeit eines Körper weit entfernt von der Lichtgeschwindigkeit bleibt, entspricht der Betrag des Impulses dem Produkt aus der Masse des Objekts und der Geschwindigkeit seines Massenmittelpunkts. Rotiert ein Körper zusätzlich um seinen Massenmittelpunkt, dann wird die darin steckende Energie nicht durch den Impuls charakterisiert, sondern durch den sogenannten Drehimpuls. Da unser Denken seit dem zweiten Weltkrieg auch durch die internationale Wissenschaftssprache Englisch geprägt wird, verstehen wir heute auch in Deutschland den Begriff Impuls zusätzlich im Sinne des englischen Begriffs Impuls. Mit dem Impuls kann daher auch die Übertragung eines Impulses zwischen Körpern gemeint sein. Biologen haben den Begriff Impuls im Sinne der Übertragung von etwas "weiterentwickelt", dass irgendwo eine Reaktion oder sonstige Veränderung auslöst. So sprechen wir von elektrischen Impulsen, die Axone entlang laufen und an deren Enden Reaktionen auslösen. Umgangssprachlich sprechen sogar von Impulsen, wenn Ideen oder Erfindungen zu neuem Denken oder zu neuen Aktivitäten führen.

in vitro = außerhalb eines Lebewesens in einem Reagenzglas, einer Gewebekultur oder ähnlichem (meistens im Zusammenhang mit Experimenten in derart kontrollierter, künstlicher Umgebung)

in vivo = im lebenden Organismus

inadäquat = unpassend

Indikator = Anzeiger

Indirekte Kalorimetrie ist gar keine Messung einer Wärmemenge. Stattdessen wird der Sauerstoff-Verbrauch gemessen. Sofern Sauerstoff für die Gewinnung der chemischen Energie aus Nährstoffen verwendet wird, lässt sich aus der Menge des verbrauchten Sauerstoffs auf die gewonnene Energie schließen bzw. die umgesetzten Kilojoule oder Kilokalorien berechnen. Dazu muss allerdings das sogenannte kalorische Äquivalent der Nahrung bekannt sein

Individualentwicklung heißt die Entwicklung eines Individuum im Gegensatz zur Evolution genannten Entwicklung einer Spezies.

Individualisierung heißt die Tendenz moderner Gesellschaften, die Menschen immer weniger als gelenkte, gleichgeschaltete Masse und immer stärker als Individuen zu betrachten, die zunehmend aus Fremdbestimmungen befreit und in Selbstbestimmung entlassen werden.

individuell = auf einzelne Individuen bezogen, einzelne Individuen berücksichtigend

Individuum nennt man ein einzelnes, von allen anderen unterscheidbars Lebewesen.

Indiz (von lateinisch: indicare = anzeigen) nennt man einen nicht absolut beweiskräftigen Hinweis, der für sich allein oder zusammen mit anderen Indizien auf das Vorliegen einer Tatsache schließen lässt.

Infektion oder Ansteckung (vom lateinischen inficere = anstecken, vergiften oder wörtlich hineintun) nennt man das Eindringen und die Vermehrung von Krankheitserregern in einem infizierten Lebewesen. Im übertragenen Sinne wird der Begriff Infektion auch auf den Angriff eines Computervirus auf einen Computer angewendet.

inferior = lateinisch für unterer, unten liegend oder unterentwickelt

infiziert = angesteckt mit einer ansteckenden Krankheit, einem Krankheitserreger

Information heißt eine kleine Portion gesichterten oder ungesichteren, wahren oder vermeintlichen Wissens, die kommuniziert wird. Wissen entsteht erst durch die Vernetzung und Überprüfung vieler Informationen.

Infrarot-Spektroskopie wird auf diesen privaten Internet-Seiten viel besser erklärt, als ich das könnte: http://www.ir-spektroskopie.de. Kurz gefasst ist es aber so:
Elektromagnetische Strahlung von Radiowellen über das sichtbare Licht bis zur Gamma-Strahlung unterscheidet sich nur hinsichtlich der Wellenlänge bzw. Frequenz und besteht immer aus einer elektrischen und einer senkrecht dazu stehenden magnetischen Welle. Die elektrische Welle kann mit elektrischen Ladungen wechselwirken. Da die elektrische Welle an jedem Ort mit einer bestimmten Frequenz ihre Ladung umkehrt, kann sie elektrisch geladene Teilchen in Schwingungen versetzen, sofern diese Teilchen genau in der passenden Frequenz schwingen und eventuell auch rotieren können. Passiert Licht mit einem breiten Frequenz-Spektrum eine große Anzahl geladener Teilchen mit bestimmten Schwingungsmöglichkeiten, dann absorbieren diese Teilchen nur die Lichtquanten mit der für sie passenden Anregungsfrequenz. Deshalb kann man unbekannte Substanzen durch den Vergleich ihrer Absorbtionsspektren mit den Absorbtionsspektren bekannter Substanzen identifizieren. Typisch für die organische Chemie bzw. für Biomoleküle sind Elektronenpaarbindungen zwischen Atomen, welche die gemeinsamen Elektronenpaare unterschiedlich stark zu sich ziehen. So entstehen Dipole mit eher positiven Teilladungen auf der einen und eher negativen Teilladungen auf der anderen Seite der Bindung. In statischen elektrischen Feldern richten sich solche Dipole aus und werden etwas gestreckt, weil ihre Ladungen in entgegen gesetzte Richtungen gezogen bzw. geschoben werden. In elektrischen Wechselfeldern mit passender Frequenz können frei bewegliche Dipole rotieren und auch nicht frei bewegliche Dipole können zumindest schwingen, weil die geladenen Seiten einer Dipolbindung immer abwechselnd angezogen und abgestoßen und dadurch die Elektronenpaar-Bindungen zwischen den Atomen abwechselnd gestaucht und gestreckt werden. Die geeigneten Frequenzen zur Anregung von Schwingungen der Elektronenpaare in Dipolmolekülen oder funktionellen Gruppen in Biomolekülen findet man im infraroten Licht. Große Biomoleküle mit vielen asymmetrischen Elektronenpaarbindungen können viele verschiedene Schwingungen und teilweise auch Rotationen ausführen, zu denen sie durch ein ganzes Spektrum unterschiedlicher Frequenzen angeregt werden. Die Muster dieser Spektren sind spezifisch für jedes Molekül und sogar für jede Konformation eines Moleküls, weil die genaue räumliche Anordnung seiner Atome einen erheblichen Einfluss auf die möglichen Schwingungen und Rotationen hat. Zur Vereinfachung der Messung zerlegt (Beugungsgitter oder Prisma, Spiegel und Spalt) oder filtert man das Spektrum einer Lichtquelle und setzt die Probe nach einander immer nur einem möglichst schmalen Spektrum aus, um die Wirkung jeder einzelnen Frequenz ungestört messen zu können. Man kann aber heute auch ein breites Spektrum verschiedener Wellenlängen gleichzeitig anwenden und die Wirkung der einzelnen Frequenzen durch Fouriertransformation berechnen. Dazu muß man allerdings den Lichtstrahl aufteilen und durch unterschiedlich lange Wegstrecken eine Phasenverschiebung bewirken, welche zudem noch variieren muß. Die Wellenlänge des Lichtes lässt sich in einer solchen Anordnung (Interferometer) aus dem Muster der Interferenzen berechnen, da sich die Teilwellen bei einer Verschiebung um ein genaues Vielfaches der Wellenlänge maximal verstärken, während sie sich bei einer Verschiebung um genau eine halbe Wellenlänge maximl auslöschen. Das ist zwar bei gleichzeitiger Anwendung eines ganzen Frequenz-Spektrums ziemlich kompliziert, hat aber die Vorteile größerer Schnelligkeit und Lichtausbeute.

Inhaltsfelder wie Genetik, Neurobiologie, Ökologie oder Evolution sollen die Unterrichtsgegenstände im Fach Biologie systematisieren. Sie sind Oberthemen, unter denen meistens mehrere inhaltliche Schwerpunkte wie Proteinbiosynthese, Genregulation, Gentechnik und Bioethik zusammengefasst werden. Die Inhaltsfelder und ihre vom Kernlehrplan vorgegebenen inhaltlichen Schwerpunkte sind verbindlich und müssen alle im Unterricht erarbeitet werden.

inhibieren = hemmen

Inhibition oder Inhibierung bedeutet Hemmung oder Unterbindung.

Inhibitor = Hemmstoff, ein bestimmte chemische Reaktionen unterdrückendes Agens, Botenstoff mit negativ rückkoppelnder Wirkung

Initiation als sogenannter Fachbegriff der Genetik und Molekularbiologie bedeutet etwas anderes als das deutsche Wort Initiation, weil dieser "Fachbegriff" nichts anderes als das in vielen biologischen Zusammenhängen einfach aus der ganz normalen englischen Sprache übernommene Wort Initiation ist. Das bedeutet Einleitung oder Aktivierung und entsprechend ist damit in der Biologie lediglich der Beginn von etwas gemeint. Beispiele sind der Beginn der Replikation durch die Spaltung einer DNA-Doppelhelix oder der Beginn der Transkription sowie der Beginn der Translation.

injizieren = Flüssigkeit in einen Körper spritzen

Inkompetenz bedeutet fehlende Kompetenz oder auf Deutsch Unfähigkeit bzw. Unwissenheit.

Inkontinenz bedeutet Kontrollverlust im Sinne mangelhafter Selbstbeherrschung oder einer Unfähigkeit, etwas zurückzuhalten. Beispiele sind die Harninkontinenz (Unfähigkeit, den Harn zurückzuhalten), Stuhlinkontinenz (Unfähigkeit, den Stuhl zurückzuhalten) oder Affektinkontinenz (Unfähigkeit, eine Stimmungslage beizubehalten).

Inkubation = 1. (biologisch) a) Bebrütung von Vogeleiern, b) Anzüchtung beispielsweise von Bakterienkulturen, oder c) Einwirken lassen von Enzymen auf zu manipuliernde Substrate ; 2. (medizinisch) a) die Etablierung und Vermehrung von Krankheitserregern im Körper; b) das Aufziehen von Frühgeborenen in einem Inkubator ; 3. (historisch) Tempelschlaf in der Antike

Inkubationszeit = Zeitspanne zwischen der Aufnahme eines Krankheitserregers und dem Auftreten erster klinischer Symptome

inkubieren = bebrüten, anzüchten, einwirken lassen (vergleiche Inkubation

Inokulation = Hineinbringen von Krankheitserregern in den Körper

Inokulum = experimentell in einen Organismus eingebrachte Krankheitserreger

inokulieren = eine Inokulation vornehmen

Insekt nennt man ein Tier mit 6 Beinen, einem deutlich in Kopf, Brust und Hinterleib gegliederten Körper und einem Außenskelett aus Chitin anstatt Knochen.

Insektenblütler sind Blütenpflanzen, die von Insekten bestäubt werden.

Insektizid nennt man ein speziell gegen Insekten entwickeltes Pestizid.

Insertion nennt man eine Mutation, bei der zusätzliche Nukleotide in die DNA-Sequenz eingebaut werden.

Insula, Insel oder Insellappen nennt man einen sich dreiseitig unter der äußeren Großhirnrinde ausbreitenden Lappen, welcher durch eine Einstülpung der Großhirnrinde zwischen Scheitel- (Parietallappen) und Schläfenlappen (Temporallappen) unter der sylvischen Fissur (Sulcus lateralis) entstand. Nach innen zur Hirnmitte hin schließt sich direkt an den Insellappen das Putamen an.

Insulin wird wahrscheinlich nur von den B-Zellen der Langerhans-Inseln im Pankreas gebildet und besteht aus zwei 21 bzw. 30 Aminosäuren langen, über 2 Disulfidbrücken verbundenen Peptiden. Es senkt die Glucosekonzentration im Blut, indem es den Aufbau von Glykogen aus Glucose in der Leber fördert.

intellektuell

intakt = unbeschädigt, unversehrt und vor allem funktionsfähig

intellektuell = verstandesmäßig, geistig

Intelligenz ist eine Eigenschaft oder Fähigkeit, für die es keine umfassende, eindeutige und allgemein anerkannte Definition gibt. Ich meine mit Intelligenz die Fähigkeit hochentwickelter Gehirne, Probleme zu erkennen, zu analysieren und zu lösen, die für sie neu sind und für die sie deshalb keine instinktiven, erlernten oder antrainierten Lösungen haben. Aber nicht das Lesen und Schreiben sind unverzichtbare Voraussetzungen für die Entwicklung von Intelligenz, sondern die Fähigkeiten, Wissen strukturiert im Gedächtnis zu halten, es sinnvoll verknüpfen und anwenden zu können und sich in irgendeiner Form von Sprache präzise und differenziert verständigen zu können.

Intensität steht in der Physik und damit eigentlich in allen Naturwissenschaft für die Menge an Energie, die durch oder auf eine bestimmte Fläche transportiert wird. In einem etwas weiteren Sinne meinen wir mit Intensität im Alltag auch, wieviel Energie pro Zeiteinheit aufgewendet wird, wie oft pro Zeiteinheit etwas erfolgt oder versucht wird oder wieviel Farbe pro Fläche aufgetragen wurde.

intensiv = mit großem Einsatz, mit großer Intensität

Intermediärfilamente sind das Zytoplasma einer Zelle durchziehende Filamente aus Protein-Untereinheiten. Sie sind am Aufbau des Zytoskeletts beteiligt. Das "Inter" im Namen deutet an, dass Intermediärfilamente mit einer Dicke von etwa 10 Nanometern zwischen den nur 6-7 nm dicken Mikrofilamenten und den rund 25 nm dicken Mikrotubuli stehen. Intermediärfilamente helfen auch, Zellen aneinander zu binden.

intern bedeutet innen.

internalisieren = ein extrazelluläres Molekül ins Zellinnere aufnehmen

Internalisierung bedeutet in der Molekular- und Zellbiologie die Aufnahme eines extrazellulären Moleküls ins Zellinnere.

Interphase nennen Zellbiologen im Zellzyklus die Phase zwischen zwei Kernteilungen. Sie wird unterteilt in eine G1-Phase, eine S-Phase und eine G2-Phase.

interpolieren = berechnen unbekannter Orte, Farben, Intensivitäten oder ähnlicher Merkmale von Punkten, die zwischen Punkten mit diesbezüglich bekannten Eigenschaften liegen, indem man eine die bekannten Punkte möglichst gut (glatt, stetig) verbindende mathematische Funktion findet

Interpretation nennt man den Versuch, eine Sache zu verstehen. Teilweise wird der Begriff auch in dem Sinne verwendet, dass jemand versucht, ein Werk zu verstehen, um es im Sinne seines Urhebers wiedergeben zu können.

Intervall = Zwischenraum oder Abstand

Interzellularraum = Raum zwischen Zellen

intestinal = zum Darmkanal gehörend und diesen betreffend

intim = sehr eng, vertraut oder tief (z.B.: intime Freundschaft, Partnerschaft, Freunde, Partner), den Bereich der Geschlechtsorgane betreffend (z.B.: Intimbereich), privat (z.B.: intime Umgebung), bis zu den innersten, verborgenen Einzelheiten vordringend (z.B.: intime Kenner)

intramolekular = innerhalb eines Moleküls

intramuskulär = innerhalb eines Muskels bzw. in einen Muskel

intraperitoneal = innerhalb des Bauchfellraumes (z.B. eine Injektion durch das Bauchfell in die dahinter liegende Bauchhöhle)

intrazellulär = innerhalb einer Zelle

intrazerebral = innerhalb bzw. in das Gehirn (z.B. eine Injektion in das Gehirn)

Inzidenz = Anzahl der Neuerkrankungen (einer bestimmten Krankheit) in einem bestimmten Zeitraum (meist ein Jahr). Zumindest in der TSE-Fachliteratur wird der Begriff allerdings meist im Sinne von Inzidenzrate verwendet.

Inzidenzrate = Inzidenz im Verhältnis zur Anzahl der exponierten Individuen. Die in der TSE-Fachliteratur gebräuchliche Einheit für die Inzidenzrate ist die Anzahl der Neuerkrankungen pro Jahr und Million Einwohner.

Ion nennt man ein aus einem Atom durch Anlagerung oder Abspaltung von Elektronen gebildetes elektrisch geladenes Teilchen.

Ionenbindung, ionische Bindung, heteropolare Bindung oder elektrovalente Bindung nennen Chemiker eine auf elektrostatischer Anziehung positiv und negativ geladener Ionen beruhende chemische Bindung. Man findet Ionenbindungen in Salzen aus Halogenen und Alkalimetallen oder Erdalkalimetallen. Allerdings gibt es in der Natur keine reinen Ionenbindungen. Immer haben diese Bindungen zumindest zu einem kleinen Teil auch einen Atombindungscharakter.

Ionenkanal, Kanalprotein oder Tunnelprotein heißen Membranproteine (genauer Transmembranproteine), die Tunnel durch Membranen bilden, durch die Ionen die für sie ansonsten nicht passierbare Membran einfach durch Diffusion durchqueren können.

Ionophor = Molekül, welches Ionen durch eine Membran transportiert

IQ = Intelligenzquotient = 100 + 15 x (a-b)/c, wobei: a = ermittelter Skalenwert im verwendeten Test, b = Mittelwert der verwendeten Skala, c = Standardabweichung der verwendeten Skala

Iris oder Regenbogenhaut nennt man die durch Pigmente gefärbte Blende des Auges. Sie trennt die vordere von der hinteren Augenkammer. Der innere Irisrand umschließt die Pupille. Die glatte Irismuskulatur reguliert den Lichteinfall in das Auge (Adaptation).

Irisblende nennen Biologen eine Blende, deren kreisrunde Öffnung sich wie die Iris des menschlichen Auges öffnen und schließen lässt.

Iris-Öffner = Musculus dilatator pupillae

Iris-Ringmuskel = Musculus sphincter pupillae

irrelevant = nicht relevant

irreversibel = unumkehrbar

isoelektrische Fokussierung ist ein Trennverfahren für amphotere Moleküle, die getrieben von einem elektrischen Feld solange durch den stabilen pH-Wert-Gradienten eines Gel wandern, bis sie einen Punkt im Gel erreichen, an welchem der lokale pH-Wert genau dem isoelektrischen Punkt des Moleküles entspricht.

Der isoelektrische Punkt pHi eines Moleküls ist der pH-Wert, bei welchem dieses Molekül infolge gleich starker Dissoziation ihrer sauren und basischen Gruppen elektrisch neutral ist. An ihrem isoelektrischen Punkt endet die Wanderung von Proteinen im elektrischen Feld und ihre Löslichkeit erreicht ihr Minimum.

Isomerasen katalysieren den Transfer bzw. die Umlagerung von Gruppen innerhalb von Molekülen. Die Enzymklasse der Isomerasen wird weiter unterteilt in die Subklassen Racemasen, Epimerasen und Isomerasen. Beispielsweise wandelt die Phosphoglyceromutase während der Glykolyse 3-Phosphoglycerat in 2-Phosphoglycerat um.

isosterisch = an gleicher Stelle, an gleichem Ort, gleiche räumliche Anordnung oder die Existenz nur einer räumlicher Anordnung

Isotop nennen Chemiker eine Variante eines chemischen Elements, die sich nur in der Anzahl der Neutronen von anderen Isotopen des selben chemischen Elements unterscheiden.

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Roland Heynkes, CC BY-SA-4.0