Wörterbuch u.a. für in meinem Unterricht verwendete Fachausdrücke mit dem Anfangsbuchstaben V

Roland Heynkes, 13.6.2018

Vagina ist der biomedizinische Fachbegriff für die Scheide der Frau.

Vakuole nennen Botaniker einen mit Zellsaft aus Reservestoffen und Stoffwechselendprodukten gefüllten Hohlraum in einer Pflanzenzelle.

Vakuolisierung nennt man in der TSE-Forschung die Durchlöcherung von Geweben insbesondere durch abgestorbene Neuronen und Vakuolen innerhalb von Neuronen.

Vakuum bedeutet leerer Raum. Umgangssprachlich spricht man oft auch schon dann von einem Vakuum, wenn die Zahl der Luftmoleküle in einem Raum stark reduziert ist. So ist das zum Beispiel im erdnahen Weltraum.

Valenzelektron nennt man jedes Elektron in der äußersten Elektronenschale eines Atoms. Die Valenzelektronen sind von allen Elektronen eines Atoms am weitesten vom positiv geladenen Atomkern entfernt, werden daher von diesem am schwächsten angezogen und können diesem deshalb auch am leichtesten entrissen werden. Da sie den äußeren Rand jedes Atoms bilden, bestimmen die Valenzelektronen das chemische Verhalten eines Atoms. Im Grunde ist also die Chemie eine Physik der Valenzelektronen und ihrer Interaktionen. Mit der Zahl der Valenzelektronen nimmt auch die Zahl de Protonen im Atomkern zu, die mit ihren positiven Ladungen die negativ geladenen Valenzelektronen zu sich ins Zentrum ziehen. Deshalb nehmen in jeder Zeile des Periodensystems von links nach rechts die Atomdurchmesser ab, während die Dichte der Atome zunimmt und die Bindung der Valenzelektronen an die Atome immer fester wird. Deshalb geben die ganz links in der ersten Hauptgruppe stehenden Alkalimetalle ihr einziges, nur sehr locker gebundenes Valenzelektron besonders leicht ab und sind daher auch besonders reaktiv. Besonders reaktiv sind auch die direkt links neben den Edelgasen in der siebten Hauptgruppe stehenden Halogene, denen zur lückenlos gefüllten äußersten Schale der Edelgase nur noch jeweils ein Valenzelektron fehlt. Bei den Halogenen wird jedes Valenzelektron von der fast maximal möglichen Anzahl von Protonen angezogen. Deshalb sind die Atome der Halogene fast so klein und dicht wie die der Edelgase in der achten Hauptgruppe. Aber im Gegensatz zu den Edelgasen haben die Halogene in ihren äußersten Elektronenschalen noch Platz für ein weiteres Elektronen, welches sie dann auch sehr fest an sich binden können.

Valenzorbital nennt man ein Orbital der äußersten Elektronenschale.

Valenzschale nennen Chemiker die äußerste mit Elektronen besetzte Schale in der Elektronenhülle eines Atoms.

Van-der-Waals-Wechselwirkung oder Van-der-Waals-Kraft heißt eine schwache Anziehungkraft zwischen sehr nah benachbarten Atomen oder Molekülen. Sie kommt dadurch zustande, dass auf den einander zugewandten Seiten benachbarter, aber nicht kovalent verbundener, ungeladener Atome in unpolaren Molekülen aufgrund ganz kurzfristiger Verschiebungen von Valenzelektronen innerhalb ihrer Orbitale die eine Seite minimal positiv und die andere minimal negativ geladen ist. Die Van-der-Waals-Wechselwirkung ist also die Wechselwirkung zwischen temporären Dipolen.

Unter Variabilität verstehen wir in der Biologie das Ausmaß der Unterschiedlichkeit der Individuen einer Spezies.

Variante nennt man ein durch Variabilität ermöglichtes Ergebnis einer Variation. Eine Variante ist also etwas, das von einem Vorbild, einem Standard oder Vorfahren nur so wenig abweicht, dass man die Ähnlichkeit mit der Grundform noch erkennt. Spricht man allerdings von mehreren Varianten (Plural), dann schließt das auch die Grundform ein. In diesem Sinne kann man auch die Grundform als Variante bezeichnen, zumal man oft gar nicht weiß, welche der Varianten die Grundform ist.

Varianz = Die Varianz charakterisiert die Streuung der Einzelmeßwerte einer Meßreihe um ihren arithmetischen Mittelwert. Definiert ist die Varianz V als Summe der Quadrate aller Differenzen zwischen den einzelnen Meßwerten X und dem arithmetischen Mittelwert M, dividiert durch die um 1 reduzierte Anzahl n der Meßwerte.
V = (Summe (i=1 bis n) von (Xi-M)2) / (n-1)

Variation kann den Vorgang oder das Ergebnis des Variierens, der Veränderung oder der Abwandlung bezeichnen. Deshalb kann im Extremfall Variation einfach nur ein anderes Wort für Variante sein. Bevorzugt nennt man aber einen einzelnen vom Normalfall oder einer Urform abweichenden Gegenstand Variante und den Plural Variationen.

variieren = leicht unterschiedlich sein, Variationen erzeugen

Vasa centralis retinae = Sehnervzentralgefäße (Arterie und Vene) im Sehnerv

vaskulär = allgemein Gefäße oder speziell Blutgefäße betreffend

Vaskuläre Demenz nennt man eine Demenz, wenn sie das Ergebnis einer oder mehrerer Durchblutungsstörungen ist.

Vegetarisch nennt man eine Ernährungsweise, die auf Produkte von getöteten Tieren verzichtet. Milch und Eier sind für Vegetarier akzeptabel.

Vegetation nennt man die Summe aller Pflanzen in einem Biotop.

Der Begriff vegetativ ist einer von vielen, die in verschiedenen Teildisziplinen der Biologie unterschiedlich verstanden werden. Botaniker sprechen von vegetativer Vermehrung, wenn sich Pflanzen nicht sexuell, also ungeschlechtlich fortpflanzen. In der Zoologie bezeichnet man mit vegetativ den Teil des Nervensystems, den wir nicht bewußt/willentlich steuern können. Dies ist eines von vielen Beispielen die zeigen, dass es in Wirklichkeit keine biologische Fachsprache gibt und dass die sogenannten Fachsprachen keineswegs die Klarheit in der Kommunikation vergrößern. Wissenschaftliche Fachsprachen sind in Wirklichkeit nichts anderes als Jugendsprachen oder Labor Slang, mit denen man seine Zugehörigkeit zu einer Gruppe nachweist. Wer Fachsprachen beherrscht, demonstriert seine Zugehörigkeit zur Gruppe der Gebildeten und nimmt genau wie Jugendliche mit ihren Jugendsprachen in Kauf, von den meisten anderen Menschen nicht mehr verstanden zu werden.

visuell = das Sehen betreffend, auf dem Sehen beruhend

Visuelle Wahrnehmung heißt die normalerweise auf von den Augen zum Gehirn geschickten Informationen beruhende Wahrnehmung.

Vegetatives Nervensystem, viszerales Nervensystem oder autonomes Nervensystem nennt man insgesamt die normalerweise nicht willentlich beeinflussbaren unbewussten Teile unserer Nervensystem. Vegetativ heißt es, weil es im Gegensatz zum somatisch Nervensystem keine bewussten Bewegungen steuert und dadurch an Vegetation erinnert. Viszeral heißt es, weil es die unbewusste Steuerung unserer Eingeweide (Viszera) übernimmt. Und autonom nennen wir es, weil es unabhängig (autonom) vom Bewusstsein arbeitet.

Vektor nennen wir Molekularbiologen Nukleinsäuren, die sich in Wirtszellen vermehren können und in die man zusätzliche Nukleinsäuren einbauen kann, die dann mit vermehrt werden. So kann man einen Vektor zur Klonierung von Nukleinsäuren benutzen, indem man die fremde Nukleinsäuren an geeigneter Stelle in den Vektor einbaut und von diesem mitvermehren lässt. Der Urtyp eines Vektors in diesem Sinne ist das Plasmid. Man benutzt als Vektoren aber auch Viren. Diese verengte Definition des Fachbegriffs Vektor ist allerdings einer von unzähligen Sündenfällen, die in der Biologie dazu geführt haben, dass eine biologische Fachsprache mit eindeutig definierten Fachbegriffen nicht existiert. Andere Biologen verstgehen nämlich unter einem Vektor einen Organismus, der Parasiten von Wirt zu Wirt überträgt. Außerdem sind wir Biologe doch auch Naturwissenschaftler, die versuchen müssen, Phänomen der Natur mathematisch zu beschreiben. Und in der Mathematik ist ein Vektor ein Objekt mit einem Betrag und einer Richtung. Dieses in der Biologie leider übliche unabgesprochene Umdefinieren bestehender Fachbegriffe führt zu einer großen Verwirrung und führt das Prinzip der Fachsprache ad absurdum. Letztlich stellt diese Dummheit auch das Ziel naturwissenschaftlicher Kernlehrpläne in Frage, Schülerinnen und Schülern die Begriffe vermeintlicher Fachsprachen zu vermitteln.

Vena jugularis anterior = Beim Menschen beginnt eine vordere oberflächliche Drosselvene unter dem Kinn, verläuft den Hals abwärts und mündet meist im untersten Abschnitt der Vena jugularis externa oder der Schlüsselbeinvene. Bei den Haustieren gibt es sie nicht oder zumindest nicht unter diesem Namen.

Vena jugularis interna = Beim Menschen bildet eine innere Drosselvene die Fortsetzung des im Schädelinneren gelegenen Sinus sigmoideus, verläuft durch die Schädelbasis im Halsinneren abwärts und vereinigt sich mit der Schlüsselbeinvene zur Vena brachiocephalica. Den kleinen Wiederkäuern Schaf und Ziege und meistens auch dem Pferd fehlt sie, aber Rinder und Schweine besitzen sie.

Vena jugularis externa = Beim Menschen verläuft eine hintere oberflächliche Drosselvene über den Halsmuskeln von der Unterseite des Ohres hinunter bis in die Drosselgrube zwischen Schlüsselbein und Schultermuskulatur. Unsere klassischen landwirtschaftlichen Nutztiere besitzen die Vena jugularis externa auch, aber bei ihnen ist die Drosselgrube zu einer Drosselrinne zwischen den vorderen und den seitlichen Muskelpaketen des Halses langgestreckt.

Venae ciliares anteriores oder vordere Ziliarvenen (Venae = Venen, ciliares = am Corpus ciliare, anteriores = vorderen) heißen kleine Venen, die hauptsächlich der Ableitung des Kammerwassers aus dem Schlemmschen Kanal (Sinus venosus sclerae) dienen.

Vene nennt man jedes zum Herzen hin führende Blutgefäß.

ventral = bauchseitig bzw. auf der Bauchseite gelegen

Ventrikel = bauchartige Verdickung oder taschenförmige Einstülpung eines Organes

Verbrennung nennt man eine chemische Reaktion mit Sauerstoff.

Verdauung nennt man die Zerlegung der Nahrung in Nährstoffe und die Zerlegung der Makronährstoffe in deren Monomere, aus denen dann ein Organismus seine eigenen Spezies-spezifischen Makromoleküle aufbauen oder einfach chemische Energie gewinnen kann.

Verdauungsenzym nennt man ein an der Verdauung beteiligtes Enzym.

Verdauungsorgan nennt man ein an der Verdauung beteiligtes Organ.

Verdauungstrakt nennt man das Organsystem der Verdauungorgane.

Verkohlung nennt man die Umwandlung von Holz oder Torf in Kohle. Das passiert bei sehr hohen Temperaturen oder hohen Temperaturen und hohem osmotischer Druck, wenn nur wenig Sauerstoff vorhanden ist. Bei der Umwandlung verliert das Material vor allem Sauerstoff und Wasserstoff, sodass die Kohlenstoff-Konzentration zunimmt.

Vermehrung nennen Biologen eine Reproduktion oder Fortpflanzung von Lebewesen, Mitochondrien oder Plastiden, bei der sich ihre Anzahl vergrößert. Es gibt aber natürlich auch eine Vermehrung von Proteinen durch Ribosomen und ähnliche Vermehrungen, die keine Fortpflanzungen sind.

Verschiebespalt heißt ein ganz lockeres Bindegewebe, eine Faszie, die aus frei beweglichen Fasern in einem ansonsten leeren oder mit Flüssigkeit gefüllten Spalt besteht. Weil sich die Enden der Fasern problemlos gegeneinander verschieben können, ermöglicht es ein Verschiebespalt den beiden benachbarten Geweben, fast so frei wie in einem Gelenk ein relativ großes Stück aneinander vorbei zu gleiten.

Vesikel ist das lateinische Wort für Bläschen. Mediziner bezeichnen viele Strukturen des menschlichen Körpers als Vesikel. Zellbiologen meinen damit kleine Bläschen mit einer Hülle aus einer Membran, die als mikroskopisch kleine Reaktions- und Transporträume innerhalb eukaryotischer Zellen fungieren. Sie sind alle kugelig, haben aber unterschiedliche Funktionen und dementsprechend verschiedene Namen wie Endosomen, Lysosomen, Mikrokörperchen, Peroxisomen, Mikrosomen und Glyoxysomen. Unter Vesikeln im engeren Sinne versteht man die reinen Transportvesikel, auf die keine der oben genannten Bezeichnungen zutrifft. Diese Transport-Vesikel sind die Lastwagen oder Eisenbahnwagons einer Zelle. Vesikel entstehen durch Abschnürung von einer größeren Membranfläche wie dem endoplasmatischen Retikulum, den Dictyosomen des Golgi-Apparates, einem Endosom oder der Zellmembran. Über das Cytoskelett laufende Motorproteine ziehen Vesikel durch das Cytoplasma zu ihren Zielmembranen. Dort verschmelzen (fusionieren) sie mit der Zielmembran und entleeren dabei ihr Inneres auf die andere Seite der Zielmembran, also aus der Zelle heraus oder in Organellen hinein. Auf diese Weise sorgen Vesikel auch für einen ständigen Austausch von Membranen.

Vesikula seminalis = Samenbläschen

Vestibulum = Eingangsbereich oder Vorhof

Vieh nennt man manchmal ein einzelnes, meistens aber die Summe aller landwirtschaftlich genutzten Haustiere auf einem Bauernhof oder auf einer Weide.

Viehzucht ist, wie der Name schon sagt, die Zucht von Vieh.

Vielzeller nennen wir das Gegenteil von Einzeller, nämlich ein aus vielen Zellen bestehendes Lebewesen.

viral = von Viren oder im Bezug auf Viren

Viren stammen von Mikroorganismen ab, die sich extrem an ihr Leben als Parasiten im Inneren von Zellen sowie an die Notwendigkeit des Wirtswechsels angepasst haben. So radikal war ihre Anpassung, dass diese Mikroorganismen im Verlauf ihrer Evolution alle Gene verloren, deren Genprodukte auch von der Wirtszelle zur Verfügung gestellt wurden. Und vollendet wurde diese Reduktion durch den am Ende vollständigen Verzicht auf die Abgrenzung von der Wirtszelle durch eine eigene Zellmembran und eigene Zellstrukturen. Indem das erste Virus auf seine ursprüngliche Zelle verzichtete, machte es sich die ganze Wirtszelle zueigen. Übrig geblieben von den ursprünglichen Mikroorganismen sind bei Viren nur noch winzige Restbaupläne mit den wenigen Genen, die den Unterschied zwischen einer nicht infizierten und der infizierten Wirtszelle ausmachen. Aber durch den Verzicht des Virus auf die ursprüngliche Abgrenzung wird die Wirtszelle unfreiwillig mit dem Virus zu einem neuen, einzelligen Lebewesen verschmolzen. Möglich war das, weil Viren den selben genetischen Code wie alle uns bekannten Lebewesen benutzen.

Die Reduktion des Virus-Genoms auf den Unterschied zwischen einer nicht infizierten und der infizierten Wirtszelle ermöglichte den Viren auch eine völlig neue und sehr effiziente Art der Fortpflanzung. Mit dem Aufwand an organischem Material und chemischer Energie, den andere Lebewesen für eine einzige Zellteilung benötigen, kann sich ein Virus tausendfach vervielfachen und viele weitere Wirtszellen in neue Virus-Lebewesen verwandeln. Unterwegs zu den neuen Wirtszellen besteht die Transportform des Virus im Wesentlichen aus Information, geschrieben in die Nukleotidsequenz einer Nukleinsäure und verpackt in einer Hülle aus Eiweißen und/oder Lipiden. Manche Viren enthalten in ihrer Transportform auch noch einige Enzyme, aber das ändert nichts am Prinzip der maximal möglichen Reduktion.

In seiner Transportform weist ein Virus nur die Merkmale des Lebens auf, die nicht mit "Energieverbrauch" verbunden sind. Es besitzt einen Bauplan, grenzt sich von seiner Umwelt ab, ist eine komplexe Struktur und besteht aus Biomolekülen. Darin gleicht es der Tönnchenform eines eingefrorenen Bärtierchens, welches genau wie das Virus in seiner Transportform vorübergehend auf alle aktiven Lebensprozesse wie Stoffwechsel, innere Transportvorgänge, Stoffaustausch mit der Umwelt oder Vermehrung verzichtet. Weil aber selbst ein eingefrorenes Bärtierchen ein Lebewesen ist und weil Viren nach ihrer Verschmezung mit einer Wirtszelle genau wie ein aufgetautes Bärtierchen über alle Merkmale aktiver Lebewesen verfügen, kann man auch Viren als Lebewesen anerkennen. Man kann sie aber auch analog zu einem Computervirus als im Grunde reine Information betrachten. Das würde allerdings bedeuten, dass sich aus einem Mikroorganismus durch einen evolutionären Abstraktionsprozess eine Art Schadprogramm entwickelt hätte, welches Zellen umprogrammiert. Das ist nicht so abwegig, wie es auf den ersten Blick erscheint, denn die in ihren Bauplänen und Strukturen steckende Information ist bei jedem Lebewesen die eigentliche, Kontinuität und Identität stiftende Essenz, während sämtliche Materie jedes Lebewesens im Verlaufe seines Lebens beliebig oft ausgetauscht werden kann.

Virushülle nennt man die Hülle eines Virus und kann aus Proteinen und/oder Membranen bestehen.

viskos = zähflüssig, leimartig

viszeral = die Eingeweide (Viszera) betreffend

vital = lebenskräftig, lebenswichtig, lebhaft

Vitalfunktion heißt eine lebenswichtige eines Organismus.

Vitamin nennt man eine organisch-chemische Verbindung, die ein Organismus nicht für seine Energie-Versorgung, sondern für andere lebenswichtige Funktionen benötigt und gar nicht oder zumindest nicht in ausreichender Menge selbst herstellen kann. Was für uns Menschen ein Vitamin ist, muss daher für andere Spezies nicht auch ein Vitamin sein. Weil Vitamine im Gegensatz zu Mineralstoffen organisch-chemische Verbindungen sind, müssen viele von ihnen vor Licht, Hitze oder Sauerstoff geschützt werden.

Vitamin D, Cholecalciferol oder Calciol nennt man ein Vitamin, das für den Menschen eigentlich keines ist, weil wir es mit Hilfe von ultravioletter Strahlung (UV-B) in der Haut aus 7-Dehydrocholesterol selber herstellen können. Es wird bei Bedarf in das Hormon Calcitriol umgewandelt und wir brauchen es zumindest für die Gesundheit unserer Knochen, Nerven und Muskeln, ein starkes Immunsystem sowie die Kontrolle der Vermehrung und Differenzierung unserer Zellen. Vitamin-D-Mangel wird inzwischen als Ursache vieler Krankheiten vermutet. Aber auch eine Überversorgung mit Vitamin D scheint Menschen krank machen und ihr Leben verkürzen zu können.

Volumen bedeutet in den Naturwissenschaften Rauminhalt oder Platzbedarf, also der räumliche Inhalt eines (dreidimensionalen) Körpers, einer zusammenhängenden Flüssigkeit oder des mit einem Gas gefüllten Raums.

vordere Augenkammer = Camera anterior bulbi

vordere Ziliarvenen = Venae ciliares anteriores

Vorläuferzelle, Progenitor oder determinierte Stammzelle nennen Biologen eine Zelle im unscharfen Übergangsbereich zwischen Stammzellen und Zellen mit nur noch begrenzter Teilungsfähigkeit. Deshalb gibt es unter Biologenauch keine Einigkeit darüber, ob eine Progenitor-Zelle wirklich noch eine echte Stammzelle ist. Dafür spricht, dass sie von einer multipotenten Stammzelle abstammt, dass sie selbst noch pluripotent ist und notfalls sogar noch umprogrammiert werden kann. Solange eine Vorläuferzelle nicht zur Differenzierung gezwungen ist und sich immer wieder teilen kann, darf man sie als Stammzelle bezeichnen. Allerdings ist schwer zu sagen, ob sich Progenitoren wie echte Stammzellen wirklich noch praktisch unendlich oft teilen können. Irgendwann scheinen zumindest viele von ihnen schleichend auf diese Fähigkeit zu verzichten. Unumstritten ist immerhin, dass Vorläuferzellen reversibel auf einen künftigen Funktionsbereich festgelegt sein können. Wenn nichts besonderes passiert, differenzieren ihre nicht Stammzellen bleibenden Tochterzellen zu nur noch wenigen Zelllinien. Dabei durchlaufen sie langsam über mehrere Zellteilungen hinweg die Differenzierung zur fertig spezialisierten und nicht mehr teilungsfähigen Zelle.

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Roland Heynkes, CC BY-SA-4.0