Lerntext Gesundheit

Roland Heynkes, 28.2.2021

Dieser Hypertext soll möglichst verständlich erklären, was jeder Mensch über das Thema Gesundheit wissen sollte.

Der selbständigen Erarbeitung dieses Selbstlern-Hypertextes dient das Übungsmodul Gesundheit mit klausurähnlichen Aufgaben.

Gliederung

zum Text Nicht nur Ärzte sollten wissen, was gesund oder krank macht.
zum Text Epidemiologen entdecken, was unsere Gesundheit beeinflusst.
zum Text Faktoren, die Gesundheit erhalten, krank machen oder Krankheiten lindern können
zum Text Bewegungsmangel und Sport
zum Text

Nicht nur Ärzte sollten wissen, was gesund oder krank macht. nach oben

Tote sind keine Lebewesen mehr, haben keine Empfindungen und daher auch keine Schmerzen. Viel schlimmer als tot zu sein ist es deshalb, an einer die Lebensqualität unerträglich einschränkenden Krankheit zu leiden. Darum ist Gesundheit für uns Menschen noch wichtiger als ein langes Leben. Die WHO definiert Gesundheit als Zustand vollkommenen physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens. Nach dieser Definition wären allerdings nur wenige Menschen gesund. Und meiner Meinung nach kann man auch ohne soziales Wohlbefinden oder mit einer Behinderung gesund sein. Im allgemeinen versteht man unter Gesundheit die Abwesenheit erheblicher Krankheiten, mit denen man sich schlecht abfinden kann.

Krebs-Patienten können nach der letzten Chemotherapie vollkommenes physisches, psychisches und soziales Wohlbefinden empfinden, auch wenn sie nicht wirklich gesund sind.

Jemand stellte die interessante Frage, ob Liebeskummer eine Krankheit sei. Gemeint war sicher Verliebtheit, denn Liebe verursacht niemals Kummer. Verliebtheit kann großen Kummer bereiten und ist trotzdem so wenig eine Krankheit wie die Schmerzen der Menstruation oder einer Geburt. Denn solche Zustände sind von der Natur so vorgesehen und gehören zu einem normalen Leben. Ungesund wäre eher, sich nicht verlieben zu können.

Diese Beispiele zeigen, dass es nicht so leicht ist, Gesundheit zu definieren.

Viele Kranke oder Behinderte haben einfach Pech gehabt. Ihre Baupläne können fehlerhaft sein, es können Probleme während der Schwangerschaft oder der Geburt aufgetreten sein oder sie wurden mit einem Krankheitserreger infiziert, gegen den sie keine Chance hatten. Besonders in den wohlhabenden Gesellschaften wären aber die meisten Krankheiten durch eine gesündere Lebensführung vermeidbar. Das macht es für die meisten Menschen sinnvoll, sich mit den Faktoren zu beschäftigen, die unsere Gesundheit fördern oder ihr schaden.

Epidemiologen entdecken, was unsere Gesundheit beeinflusst. nach oben

Die zahlreichen zu dieser Frage veröffentlichten Forschungsergebnisse zeigen immer deutlicher, dass es einen zumindest statistischen Zusammenhang (eine Korrelation) zwischen der Gesundheit und der Lebenserwartung der Menschen gibt. Dieser Zusammenhang ist sehr nützlich, denn die Auswirkungen verschiedener Faktoren auf die Lebensdauer lassen sich viel leichter berechnen als ihre Auswirkungen auf den erheblich weniger klar definierbaren Zustand Gesundheit. So kann man beispielsweise relativ leicht nachweisen, dass Raucher im Durchschnitt deutlich weniger lange leben als Nichtraucher. Um soetwas nachzuweisen, müssen Epidemiologen durch statistische Auswertungen möglichst großer Datenmengen (Big Data) Korrelationen zwischen einzelnen Verhaltensweisen und den Lebensdauern von Gruppen von Menschen identifizieren, die sich möglichst nur hinsichtlich einer einzelnen Verhaltensweise unterscheiden. Nach diesem Prinzip konnten durch statistische Auswertungen der Lebenserwartungen verschiedener Gruppen etliche Faktoren ermittelt werden, bei denen der Verdacht nahelag, dass sie unserer Gesundheit eher nutzen oder eher schaden könnten.

Die Ursache für den im Durchschnitt früheren Tod von Rauchern sind natürlich Krankheiten wie Lungenkrebs, die bei Rauchern sehr viel häufiger als bei Nichtrauchern vorkommen. Aber selbstverständlich muss bei solchen zunächst nur statistischen Korrelationen immer noch experimentell überprüft oder durch medizinische Untersuchungen nachgewiesen werden, dass die Korrelation auch tatsächlich auf einem kausalen Zusammenhang beruht. Kausaler Zusammenhang bedeutet, dass man einen Zusammenhang zwischen einer Ursache wie dem Rauchen und einer Wirkung wie dem Lungenkrebs nachweisen konnte.

Wurde ein kausaler Zusammenhang zwischen einer Verhaltensweise wie dem Rauchen und einer Zivilisationskrankheit wie dem Lungenkrebs nachgewiesen, dann möchten Wissenschaftler auch den Mechanismus kennen. Das heißt sie wollen wissen, auf welche Weise eine Ursache wie das Rauchen zu einem Effekt wie dem Lungenkrebs führt. Und mit Experimenten an menschlichen Zellen konnte gezeigt werden, dass bestimmte Substanzen im Qualm zu Veränderungen (Mutationen) in den Bauplänen (Genomen) von Zellen führen und dass dadurch normale zu Krebszellen werden können.

Faktoren, die Gesundheit erhalten, krank machen oder Krankheiten lindern können nach oben

Bewegungsmangel und Sport nach oben

Bewegungsmangel führt zu Haltungsschäden und ist die Hauptursache der meisten Zivilisationskrankheiten wie Typ-2-Diabetes oder sogar Krebs. Epidemiologen meinen, dass Bewegungsmangel die Lebenserwartung noch stärker reduziert als Rauchen. Liegen Menschen beispielsweise aufgrund eines Oberschenkelhalsbruchs tagelang weitgehend bewegungslos im Bett, dann erhöht sich ihr Thromboserisiko so massiv, dass sie ohne blutverdünnende Medikamente in akuter Lebensgefahr wären. Bei vielen bettlägrigen Patienten bilden sich auch Druckgeschwüre.

Sport und nicht zu harte körperliche Arbeit haben zahlreiche positive Wirkungen auf die Gesundheit:

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Roland Heynkes, CC BY-NC-SA 4.0

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