Wörterbuch u.a. für in meinem Unterricht verwendete Fachausdrücke mit dem Anfangsbuchstaben C

Roland Heynkes, 13.6.2018

C-Atom = Atom des Elements Kohlenstoff

caecum = Blinddarm

Camera anterior bulbi = mit Kammerwasser gefüllte vordere Augenkammer zwischen Cornea, Iris und Augenlinse

Camera posterior bulbi = mit Kammerwasser gefüllte hintere Augenkammer zwischen Iris und Glaskörper

cAMP = zyklisches AMP

Canalis hyaloideus oder Glaskörperkanal heißt eim vom Zentrum der Augenlinse bis zum blinden Fleck den Glaskörper (Corpus vitreum) durchziehender, feiner Kanal. Dieser Kanal enthält vor der Geburt eines Menschen Blutgefäße zur Versorgung der wachsenden Augenlinse. Bei den meisten Menschen ziehen sich diese Blutgefäße später zurück bis in den blinden Fleck, von wo aus sie die Aderhaut versorgen.

Cannabis nennen Botaniker die Gattung der Hanf-Pflanzen. Leider können sich die Botaniker nicht einigen, ob die Gattung Cannabis nur aus der einen Spezies Hanf (Cannabis sativa) mit den Unterarten Indischer Hanf (Cannabis indica) und Ruderal-Hanf (Cannabis ruderalis) besteht, oder ob der Indische Hanf (Cannabis indica) und der Ruderal-Hanf (Cannabis ruderalis) zwei weitere Hanf-Arten sind. Umgangssprachlich werden manchmal auch Marihuana und Haschisch einfach Cannabis genannt. Das reduziert aber die wertvolle Nutz- und Heilpflanzen-Gattung Cannabis auf ihre Nutzung als Rohmaterial für die Herstellung weicher Drogen.

Carbonylgruppe nennt man eine funktionelle Gruppe, die lediglich aus einem Sauerstoff-Atom besteht, welches über eine Doppelbindung (zwei Elektronenpaarbindungen zwischen den beiden Atomen) an ein Kohlenstoff-Atom gebunden ist (>C=O), das seinerseits mit zwei weiteren Atomen verbunden ist. In dieser zieht das Sauerstoff-Atom die beiden Elektronenpaare stark zu sich hin und sorgt so für einen Elektronenmangel, also eine positive Teilladung am Kohlenstoff-Atom. Dieses positiv polarisierte Kohlenstoff-Atom zieht negative Ladungen und Teilladungen an und wird dadurch zum Ziel nucleophiler Angriffe. Wegen seiner positiven Polarisierung zieht dieses Kohlenstoff-Atom seinerseits verstärkt an den Elektronenpaaren, welches es sich mit den benachbarten Atomen teilt. Bei diesen beiden Nachbaratomen kann es sich um zwei Kohlenstoff-Atome handeln, und dann nennt man diese Carbonylgruppe eine Ketogruppe. Ist das Kohlenstoff-Atom an ein Kohlenstoff-Atom und an ein Wasserstoffatom gebunden, dann spricht man von einer Aldehydgruppe.

Carboxygruppe (veraltet Carboxylgruppe) heißt eine leicht sauer (im chemischen Sinne) reagierende funktionelle Gruppe (-COOH) vieler organisch-chemischer Moleküle, die aus einem Kohlenstoff-Atom (C) besteht, an dem eine Hydroxylgruppe (-OH) und über eine Doppelbindung ein Sauerstoff-Atom (=O) hängen.

Carboxylgruppe oder moderner Carboxygruppe heißt eine leicht sauer (im chemischen Sinne) reagierende funktionelle Gruppe (-COOH) vieler organisch-chemischer Moleküle, die aus einem Kohlenstoff-Atom (C) besteht, an dem eine Hydroxylgruppe (-OH) und über eine Doppelbindung ein Sauerstoff-Atom (=O) hängen.

Carboxylierung = Übertragung von Kohlenstoffdioxid auf organisch-chemische Verbindungen

carboxyterminal bedeutet am oder in Richtung Carboxyterminus

Carboxyterminus = zuletzt synthetisiertes und mit einer freien Carboxylgruppe bestücktes Ende eines Peptides oder Proteins

Cauda equina = Bezeichnung für das spitz auslaufende Ende des Rückenmarks mit den hier austretenden Rückenmarksnervenwurzeln

Caveolen (lat. Caveolae - engl. caveols) nennt man flache Einstülpungen in die Zellmembran, die sich rund um das Einstülpungsloch in Abständen von 30-50 nm parallel zu dieser unter der Zellmembran ausdehnen können und nur etwa 100 nm in die Zelle hinein ragen. Sie besitzen nicht den für endozytotische Bläschen typischen Klathrinmantel, aber typisch für lipid rafts findet man in ihnen außer Cholesterol und meist ungesättigten und daher geradkettigen Lipiden wie den Glycosphingolipiden, membrandurchspannende Signalrezeptoren und das offenbar für die Bildung von Caveolen essentielle Transmembranprotein Caveolin, intrazelluär beipielsweise Kinasen und extrazellulär Glycophosphatidylinositol-verankerte Enzyme, Rezeptoren und das Prionprotein. In neuronalen Zellen scheint es keine morphologisch erkennbaren Caveolen zu geben. Hier bildet das Caveolin nur Mikrodomänen in der Zellmembran. Detailliertere Informationen gibt es im Elektronenmikroskopischen Internet-Atlas von Dr. med. H. Jastrow und in den zellbiologischen Darstellungen von Sutherland Maciver im Department of Biomedical Sciences der University of Edinburgh

Cavum thoracis = Brustraum

CD3 ist ein Marker für T-Zellen, dient der Signaltransduktion und bildet zusammen mit dem T-Zell-Rezeptor einen Komplex, der T-Zellen zur spezifischen Erkennung von Antigenen befähigt.

CD4 ist ein von T-Zellen für die Interaktion zwischen dem T-Zell-Rezeptor und einem MHC-II-Molekül benötigter Korezeptor (Adhäsionsmolekül und an der Signaltransduktion beteiligt).

CD4-Zellen tragen im Gegensatz zu vielen unreifen Thymozyten (T-Zellen im Thymus) nur noch den Marker CD4 und nicht mehr den Marker CD8. Sie interagieren mit Antigen präsentierenden Zellen und werden als T-Helferzellen bezeichnet, da ihnen eine zentrale Bedeutung bei der Modulation und Steuerung der Immunantwort zukommt. 60% der T-Zellen im peripheren Blut sind naive T-Helferzellen mit dem Marker CD4. Man unterscheidet bei den CD4-T-Zellen die Typen TH1 und TH2, die unterschiedliche Repertoires an Zytokinen produzieren. TH 1-Zellen sind inflammatorische Zellen, die bevorzugt die Zytokine Interferon gamma (IFNg) und IL-2 ausscheiden. Ihre Aktivierung führt zu einer zellvermittelten Immunität. Die TH2-Zellen produzieren die Zytokine IL-4, IL-5 und IL-10. Überwiegen TH2-Zellen im Verlauf einer Immunreaktion, dann führt dies zu einer humoral geprägten Immunantwort. Für gewisse Krankheitsbilder wie z.B. Allergien und Wurm-Infektionen ist eine TH 2-Immunantwort charakteristisch, auf andere Krankheitserreger wie z.B. viele intrazelluläre Parasiten reagiert das Immunsystem mit einer TH1-Immunantwort.

CD8 ist ein von T-Zellen für die Interaktion zwischen dem T-Zell-Rezeptor und einem MHC-I-Molekül benötigter Korezeptor (Adhäsionsmolekül und an der Signaltransduktion beteiligt).

CD8-Zellen tragen im Gegensatz zu vielen unreifen Thymozyten (T-Zellen im Thymus) nur noch den Marker CD8 und nicht mehr den Marker CD4. Sie erkennen Peptid-Antigene, die von Antigen präsentierenden Zellen zusammen mit Klasse I-Molekülen präsentiert werden und zerstören im Anschluß an diese Interaktion ihre Zielzelle. Deswegen werden die CD8-Zellen auch zytotoxische T-Zellen oder T-Killerzellen genannt. 30% der T-Zellen im peripheren Blut sind T-Killerzellen.

CD14 ist ein LPS-Rezeptor und Marker für B-Monozyten.

CD19 ist ein Marker für die meisten B-Lymphozyten und dient ihrer Aktivierung.

CD34 ist ein Marker für hämopoetische Stammzellen und Vorläuferzellen, der anscheinend der interzellulären Adhäsion dient.

CD83 ist ein Marker aktivierter T- und B-Lymphozyten mit unbekannter Funktion.

Centromer (deutsch Zentromer) nennen Zellbiologen die Stelle eines 2-Chromatiden-Chromosoms, an der die beiden Chromatiden zusammenhängen, bis sie während der Mitose zu Beginn der Anaphase getrennt werden. Die Mikrotubuli des Spindelapparates packen die Schwesterchromatide an den Centromeren und ziehen sie während der Anaphase auseinander.

Cerebellum oder Kleinhirn nennt man den genau wie das Großhirn paarig ausgestülpten, aber weiter hinten auf dem Hirnstamm sitzende Hirnteil, der von Körpersensoren gelieferte Informationen über die Lage des Körpers miteinander und mit Bewegungsimpulsen des Gehirnes verrechnet. Im Gegensatz zur Großhirnrinde sind die Falten des Kleinhirns sehr fein und verlaufen quer. Es bildet zusammen mit dem Großhirn (Cerebrum) und dem Hirnstamm das Gehirn (Encephalon).

Kleinhirn in einem rotierenden Modellen des menschlichen Hirns nach oben
rotierendes Hirn-Modell
BodyParts3D/Anatomography, The Database Center for Life Science, CC-BY-SA-2.1-jp
Dieses rotierende Modell eines menschlichen Hirns hebt das Kleinhirn rot hervor.

Cerebrum ist laut Pschyrembel einfach ein Synonym für das Endhirn (Telencephalon). Genau so stellt es auch der Atlas der Anatomie des Rindes von Budras und Wünsche dar, der beide Begriffe (Cerebrum und Telencephalon) auch als Synonyme für das Großhirn verwendet. Das Lexikon der Veterinärmedizin von Wiesner und Ribbeck führt den Begriff Cerebrum zunächst gemeinsam mit Encephalon als Synonym für das Gehirn an, unterteilt dieses dann aber auch in Cerebrum, Cerebellum (Kleinhirn) und Hirnstamm. Hingegen findet man im Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke des Duden-Verlages: Cerebrum: Gehirn, Großhirn; der im Schädel gelegene Teil des Zentralnervensystems (umfasst die Großhirnhälften, den Hirnstamm sowie Endhirn, Zwischenhirn, Mittelhirn, Hinterhirn und Nachhirn). Demnach würde das Großhirn alias Cerebrum das gesamte Gehirn mit Ausnahme des Kleinhirns umfassen. Der Brockhaus macht das Chaos komplett, indem er das Cerebrum mit Hirn und Encephalon gleichsetzt. Diese medizinische Begriffsverwirrung ist dem Online-Lexikon der Neurowissenschaft bekannt: "Großhirn s, Cerebrum, E cerebrum, ein Begriff aus der makroskopischen (pathologischen) Humananatomie, dessen Bedeutung schwankt. Ursprünglich gehört er in die "Begriffstriade" Großhirn - Kleinhirn - Hirnstamm. Diese Begriffe kennzeichnen die Gehirnteile, die beim Zerlegen des menschlichen Gehirns durch einen Neuropathologen bei einer Routineuntersuchung entstehen. Das Großhirn umfaßt bei dieser Schnittführung das Telencephalon, das Diencephalon und Teile des Mesencephalons. Manche Autoren verwenden den Begriff nur für Tel- und Diencephalon, wieder andere verstehen darunter nur das Telencephalon oder sogar nur dessen Cortex (Großhirnrinde). Entsprechend schwankt auch die Bedeutung des Begriffs Hirnstamm in der Humananatomie."
Da fragt man sich als gewöhnlicher Biologe doch nur noch konsterniert, wozu die Mediziner eigentlich eine Fachsprache entwickelt haben und woher so viele von ihnen die Frechheit nehmen, in ihren Publikationen hemmungslos und ohne jede Erklärung nicht wirklich definierte Begriffe zu verwenden. Leider kann aber auch ich nicht umhin, diese Begriffe zu verwenden, wenn ich (veterinär)medizinische Fachartikel zusammenfasse und deren Darstellungen nicht verfälschen will.

Cervus elaphus nelsoni = Rocky Mountain Elk, eine Unterart des amerikanischen Wapiti-Rotwildes

chaotroph = Unordnung (Chaos) erzeugend, beispielsweise durch die Auflösung von Wasserstoffbrückenbindungen (z.B. durch Substanzen wie SCN-, I- oder ClO4-, Harnstoff, Guanidinium-HCl oder (NH4)2SO4)

Chaperon ist ursprünglich das englische (und französische) Wort für eine Anstandsdame (üblich bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts), also eine ältere Frau, die eine jüngere unverheiratete Dame zu deren Schutz bzw. zum Schutz ihrer Ehre bei Treffen mit männlichen Personen begleitete. In der Molekularbiologie bezeichnet man als Chaperon oder molekulares Chaperon ein Protein oder einen Protein-Komplex, der neu synthetisierten Proteinen oder RNA-Molekül hilft, sich korrekt zu falten, also die richtigen Sekundärstrukturen und die korrekte Tertiärstruktur zu bilden. Zu diesem Zweck werden die unreifen Proteine oder RNAs gegenüber schädlichen Kontakten abgeschirmt. Chaperone sind auch am Abbau von Proteinen beteiligt. Es gibt Chaperone mit der Form eines Bienenkorbes.

Chaperonin nennt man ein kleines Chaperon. Teilweise wird der Begriff aber auch als Synonym von Chaperon verwendet.

Charakterisiere bedeutet als Operator des Anforderungsbereichs 2 für das Fach Biologie in der gymnasialen Oberstufe, dass man - oft anhand des zu bearbeitenden Materials (Text, Tabelle oder Grafik) und wenn möglich mit Hilfe eigener Kenntnisse - die typischen Merkmale eines Phänomens oder Sachverhaltes (einer Sache) herausstellen soll.

charakteristisch = typisch, bezeichnend, unverwechselbar, kennzeichnend für jemanden oder etwas

Chemie heißt die Naturwissenschaft, die experimentell sowie durch die Entwicklung von Theorien und Computersimulationen versucht, die Strukturen chemischer Verbindungen zu ermitteln und chemische Reaktionen zu verstehen, vorherzusagen oder zu beeinflussen. Viele Erkenntnisse und Methoden der Chemie gehören zu den Grundlagen der Biologie.

Chemielumineszenz oder Chemolumineszenz ist die Abgabe von Energie in Form von Licht durch ein Molekül, welches durch eine chemische Reaktion in einem angeregten Zustand erzeugt wurde und bei dem ein Elektron unter Abstrahlung eines Photons auf ein niedrigeres Energieniveau fällt.

Chemiker sind Menschen, die erfolgreich die Naturwissenschaft Chemie studiert haben. Selbstverständlich konnten die ersten Chemiker nicht die Chemie studieren, die sie selbst erst entwickelten.

chemisch = die Chemie betreffend oder mit den Mitteln der Chemie

Chemische Bindung nennen Chemiker das physikalisch-chemische Phänomen, das zwei oder mehrere Atome oder Ionen durch elektrostatische Wechselwirkungen zwischen negativ geladenen Elektronen und positiv geladenen Atomkernen fest zu chemischen Verbindungen verbindet.

Chemische Energie im biologischen Sinne ist die Energie, die von Lebewesen durch chemische Reaktionen aus energiereichen Molekülen freigesetzt werden kann. Ganz wichtig ist die Umwandlung der Energie des Sonnenlichts in die chemische Energie des Traubenzuckers durch die Fotosynthese.

Chemische Reaktion nennen Chemiker die Umwandlung chemischer Elemente oder chemischer Verbindungen in andere Stoffe, bei denen es sich wieder um chemische Elemente oder chemische Verbindungen handeln kann.

Chemische Verbindung nennen Chemiker einen Reinstoff, der aus zwei oder mehr verschiedenen chemischen Elementen besteht, die - im Gegensatz zu Gemischen - in einem festen Atomanzahl- und daher auch Massenverhältnis zueinander stehen. Charakteristisch für jede chemische Verbindung ist ihre eindeutige chemische Struktur. Oft nicht eindeutig ist die Summenformel, mit der man unter Verwendung der molaren Masse beispielsweise die Menge an Produkten einer chemischen Reaktion errechnen kann (in der Stöchiometrie, mit Hilfe eines Reaktionsschemas). Isomere chemische Verbindungen besitzen dieselbe Summenformel, aber unterschiedliche Molekül-Strukturen.

Chemisches-Element nennen Chemiker einen reinen, nicht mehr in andere Stoffe teilbaren, also nur noch aus einer Atomsorte bestehenden Stoff, der aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften in das Periodensystem der Elemente eingeordnet und in diesem mit Stoff-Eigenschaften wie Dichte oder Schmelz- und Siedepunkten charakterisiert wurde. Heute meint man mit einem chemischen Element auch eine bestimmte Atomsorte, obwohl einzelne Atome diese Eigenschaften gar nicht haben können, diese makroskopischen Eigenschaften des Elementes aber durch ihre innere Struktur bestimmen. Deshalb enthalten moderne Periodensysteme auch Angaben wie die Protonenzahl, Elektronenkonfiguration und Elektronegativität.

Chemosynthese nennt man die nicht biologische, also rein chemische Synthese von Molekülen oder die Synthese energiereicher Moleküle aus anorganischen Stoff durch Mikroorganismen.

Chemotherapie kann man eigentlich jede medikamentöse Therapie nennen. Üblicherweise meint man damit allerdings nur Krebsbehandlung, bei der nicht einzelne Tumore durch Operation oder Bestrahlung bekämpft werden, sondern im ganzen Körper einfach alle sich gerade teilende Zellen durch Medikamente getötet werden. Die beiden großen Probleme solcher Chemotherapien im engeren Sinne sind, dass sich nicht nur Krebszellen häufig teilen, während sich ausgerechnet die besonders gefährlichen Krebs-Stammzellen nicht ständig teilen. Prof. Steve Jackson von der britischen Organisation für Krebsforschung erklärt in einem kurzen YouTube-Video (PARP-inhibitors: A New Generation of Cancer Drugs) wie sie in Cambridge bei bestimmten Krebsarten die relativ primitive Chemotherapie durch wesentlich gezielter nur die Krebszellen tötende Medikamente ersetzen.

Chloroform = CHCl3, Trichlormethan, ein farblos, flüssiger Halogenkohlenwasserstoff, der zwar nicht brennbar oder explosiv, aber giftig ist und auch durch die Haut in den Körper eindringt

Chlorophyll bedeutet Blattgrün, aber Chlorophylle gibt es auch in Algen und Cyanobakterien und nicht nur in den Blättern. Gebraucht werden die Chlorophylle für die Fotosynthese.

Chloroplasten sind die Organellen, die in den Zellen der Pflanzen die Fotosynthese machen.

Cholesterol
Cholesterin
Roland Heynkes, CC BY-SA 3.0
Cholesterol, Cholesterin, Cholest-5-en-3ß-ol oder 5-Cholesten-3ß-ol heißt ein zuerst aus Gallensteinen isoliertes Lipid, welches wichtiger Bestandteil der Plasmamembran ist, aber auch Vorstufe der Gallensäuren, einiger Steroidhormone sowie Vitamin D. Der folgende Link führt zu einer selbst manipulierbaren, dreidimensionalen JSmol-Darstellung von Cholesterin.

Cholsäure = beispielsweise in menschlichen Leberzellen aus Cholesterol synthetisierte primäre Gallensäure, die zur Gruppe der Steroide gehört und mit seiner Tensid-artig emulgierenden Wirkung als essentieller Bestandteil der Gallenflüssigkeit Fette löst, dort aber fast ausschließlich als gepaarte Säure, das heißt als wasserlösliches Natriumsalz (Cholat) ihres amidartig an der Carboxylgruppe mit Glycin (Glycocholsäure) oder Taurin (Taurocholsäure) verknüpften Konjugates auftritt (Weitere Informationen im Theoretischen Teil der pharmakologischen Dissertation von Bertram Fritzsch)

Chorda dorsalis (Chorda, Notochord, Rückensaite, Achsenstab) nennt man ein allen Chordatieren zumindest im Embryonalstadium eigenes, bei Wirbeltieren später ganz oder teilweise durch die Wirbelsäule ersetztes Stützgewebe, welches wie ein elastischer Stab unterhalb der Neuralplatte und des Neuralrohrs den Rücken entlang zieht.

Chordatiere Chordatiere (Chordata, Chordaten) sind Tiere, die zumindest als Embryonen eine Chorda dorsalis besitzen. Dazu gehören die Manteltiere (Tunicata), die Lanzettfische (Cephalochordata) und die Craniota (die Schädeltiere), bei denen man Schleimaale (Myxinoidea) und Wirbeltiere (Vertebrata) unterscheidet.

Chorion = Zottenhaut genannte mittlere Eihaut

Choroidea heißt die Aderhaut zwischen Retina und Lederhaut des Augapfels. In ihr unterscheidet man beginnend neben der Netzhaut die Lamina choroidocapillaris (an der Ora serrata beginnendes pigmentfreies Bindegewebe mit einem dichten Kapillaren-Netzwerk), Lamina vasculosa (dicke Schicht mit den Arteriae ciliares posteriores longae für die Linse und den vorderen Abschnitt des Augapfels oder Arteriae ciliares posteriores breves für den hinteren Abschnitt des Augapfels) und Lamina suprachoroidea (gefäßarme pigmenthaltige Verschiebeschicht unmittelbar neben der harten Lederhaut des Augapfels). Innerhalb der Lamina suprachoroidea befindet sich ein Spatium perichoroideum genanntes und teilweise mit Lymphe gefülltes Spaltensystem.

Chromatid nennen Genetiker einen Chromatin-Faden aus einem DNA-Doppelstrang, der um Histon-Proteine gewickelt ist. Nach einer Zellteilung besteht jedes Chromosom aus einem Chromatid. Vor einer Zellteilung verdoppelt die Zelle jedes Chromatid, sodass dann jedes Chromosom aus zwei Chromatiden besteht.

1-Chromatid-Chromosom nennen Zellbiologen ein Eukaryoten-Chromosom, das nach vollzogener DNA-Replikation aus zwei Chromatiden besteht.

2-Chromatiden-Chromosom nennen Zellbiologen ein Eukaryoten-Chromosom nach der Replikation und vor der Mitose. Aufgrund der Verdopplung einer DNA-Doppelhelix besteht es aus zwei nahezu identischen DNA-Doppelhelices mit den an die DNA gebundenen Proteinen. Nach vollzogener Mitose wird es nur noch aus einem Chromatid bestehen.

Chromatin nennen Biologen das gesamte mit basischen Farbstoffen anfärbbare Material im Zellkern. Chromatin besteht aus Histone genannten Proteinen, um die DNA gewickelt ist, an welche sich noch weitere Proteine anlagert haben. Dabei bilden jeweils 8 Histon-Proteine einen Kern, um den sich 146 Basenpaare oder 1,75 Windungen DNA wickeln. Diese Struktur nennt man Nukleosom und diese kettenförmig aneinandergereihten Nukleosomen können von den auch zum Chromatin gehörenden Nichthiston-Proteinen dichter gepackt werden. Diese Ketten aus vielen Nukleosomen nennt man auch Chromatinfasern oder Chromatinfäden und alle Chromatinfäden zusammen bilden das Chromatin eines Zellkerns. Jeder einzelne Chromatinfaden heißt auch Chromatid und ein oder zwei Chromatide bilden ein Chromosom.

Chromatographie = Verfahren zur Trennung von Stoffgemischen aufgrund unterschiedlicher Wanderungsgeschwindigkeiten in speziellen Trennsystemen (z.B. Verteilungschromatographie durch Verteilung der Komponenten zwischen mobiler und stationärer Phase, Adsorptionschromatographie durch unterschiedliche Adsorption an die stationäre Phase, Ionenaustauschchromatographie durch Ionenaustauscheffekte, Affinitätschromatographie durch selektive Bindung an die stationäre Phase bewirkt), die teilweise unter hohem Druck (Hochdruckflüssigchromatographie, HPLC) oder in der Gasphase (Gaschromatographie) arbeiten

chromatographisch = mit Hilfe der Chromatographie

Chromoplasten sind Plastiden, welche die Farbstoffe Xanthophylle und/oder Carotine produzieren und Pflanzenzellen gelb, orange oder rot färben. Sie betreiben keine Fotosynthese, sondern locken meistens Tiere an. Chromoplasten können aus Leukoplasten oder jungen Chloroplasten entstehen.

Chromosom nennen Genetiker ein in Proteinen verpacktes, riesiges Nukleinsäure-Molekül, in dessen Nukleotid-Sequenz die Erbinformationen von Genen stecken, aber auch regulatorische Sequenzen. Chromosomen bestehen zu Beginn einer Mitose aus zwei Chromatiden und am Ende einer Mitose aus nur noch einem. Die Replikation macht dann wieder aus jedem1-Chromatid-Chromosom ein 2-Chromatiden-Chromosom. Das Material, aus dem die Chromatiden bzw. Chromosomen bestehen, heißt Chromatin.

Chromosomenpaar gehört zu den unzähligen nicht eindeutig definierten Begriffen der Biologie. Während ein Teil der seriösen Quellen beim Menschen zwischen 22 autosomalen und 1 gonosomalen Chromosomenpaaren unterscheiden, gelten für andere Autoren nur die autosomalen Chromosomenpaare als Chromosomenpaare, weil nur bei diesen beide Chromosomen hinsichtlich ihrer Größe und Anordnung der Gene gleich sind. Gemeinsam ist beiden Definitionen, dass bei jedem Chromosomenpaar jeweils das eine Chromosom vom Vater und das andere von der Mutter stammt und dass die beiden Chromosomen eines Chromosomenpaares bei der Bildung von Geschlechtszellen auf jeden Fall getrennt werden müssen.

Chromosomensatz ist einer der vielen biologischen Fachbegriffe, deren unterschiedliche Verwendung für Verwirrung sorgt. Mal sind damit alle Chromosomen und mal nur die Hälfte der Chromosomen einer diploiden Zelle gemeint. Für die sinnvollere Variante halte ich die, wonach die haploiden Geschlechtszellen einen einfachen Chromosomensatz besitzen und die Zygote einen doppelten. Im Prinzip enthält der einfache Chromosomensatz alle nötigen Gene, aber diploide Lebewesen brauchen in ihren Körperzellen von den meisten Genen zwei Exemplare.

chronic wasting disease = wahrscheinlich durch gemeinsame Gatterhaltung mit Scrapieinfizierten Schafen entstandene, sich inzwischen aber durch horizontale Übertragung selbst erhaltende Prionkrankheit (chronische Auszehrung) bei amerikanischen Hirschen

Chronisch bedeutet bezogen auf eine Krankheit, dass diese sich über lange Zeit hinzieht und nicht vollständig ausheilt.

Chronobiologie nennt man die Teildisziplin der Biologie, die zeitliche biologische Rhythmen die zeitliche Organisation physiologischer Prozesse untersucht.

Cisterna = Zisterne

Cisterna magna = alternativer Name der Cisterna cerebellomedullaris, einer Erweiterung des Liquorraumes an der Hirnbasis im Bereich der Sehnervenkreuzung, zwischen der Kleinhirnunterfläche, dem Dach des 4. Hirnventrikels, sowie der Medulla oblongata

Citratzyklus ist das aus dem internationalen Sprachgebrauch halb eingedeutschte Wort für Zitronensäurezyklus.

CJK = Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, die häufigste TSE des Menschen

CLP/MLP ist eine gebräuchliche Abkürzung für lymphoide Vorläuferzellen, die man bei Mäusen common lymphoid progenitors (CLP) und bei Menschen Multi-lymphoid Progenitor (MLP) nennt. Sie entwickeln sich aus LMPP/ELP, indem diese sich endgültig entschieden, B-Zellen, T-Zellen oder natürliche Killerzellen zu werden. Die CLP/MLP können sich nicht mehr selbst erneuern (ihre Differenzierung aufhalten). Aber auch die CLP/MLP teilen und differenzieren sich weiter und ein Teil von ihnen wird zu natürliche Killerzellen oder zu pro-B cells (pro-B), aus denen sich normalerweise B-Zellen entwickeln. Zur Differenzierung der lymphoiden Vorläuferzellen (CLP) zu pro-B-Zellen gehört auch ein Teil des individuellen Zusammensetzens eines einzigartigen Gens für die schweren (längeren) Ketten von Antikörpern aus zahlreichen zur Auswahl stehenden Gen-Puzzleteilen (B-Lymphopoese).
Andere CLP/MLP verlassen das Knochenmark in Richtung Thymus. Dort reifen sie zu T-Lymphozyten heran (T-Lymphopoese).

CNA ist eine Abkürzung für Circulating Nucleic Acids, womit im Blutserum zirkulierende, zellfreie Nukleinsäuren gemeint sind, die seit Ende der 90er Jahre vor allem als Marker für verschiedene Krebsarten und Ansatzpunkte für die vorgeburtliche Diagnostik gebräuchlich geworden sind. Zu einem erheblichen Teil scheinen diese Nukleinsäuren aus abgestorbenen Zellen zu stammen.

Coated pits werden flache Gruben in der Zellmembran genannt, die auf der Zellinnenseite mit einem Protein namens Clathrin bedeckt sind. In diesen coated pits sammeln sich außen aus der Zellmembran heraus ragende Rezeptoren, die genau zu ihnen passende Liganden aus dem extrazellulären Raum eingefangen haben. Haben sich die Rezeptoren mit ihren Liganden in einem coated pit konzentriert, dann verbiegen die Clathrin-Moleküle die Zellmembran, sodaß sie sich zur Zellinnenseite hin einbeult und eine tiefe Grube bildet. Schließlich wird diese Grube von der Zellmembran abgeschnürt und bildet ein Vesikel, das man coated vesicle nennt.

Coated vesicle nennt man ein durch Rezeptor-vermittelte Endozytose gebildetes Vesikel, dessen Membran außen von Adaptor-Proteinen und dem Protein Clathrin ummantelt ist.

Cochlea oder Hörschnecke heißt der Teil des Innenohrs, in dem Schallwellen mit unterschiedlichen Frequenzen verschiedene Sinneszellen aktivieren.

Code oder Kode nennt man ein Regelwerk bzw. eine Reihe von Vorschriften zur Verschlüsselung oder für die Darstellung von Informationen. Das können z.B. die Vokabeln und Regeln einer menschlichen Sprache sein oder die Übersetzungstabelle von lateinischen Buchstaben zu Morsezeichen. Das kann aber auch die Codonsonne sein, nach der die Nukleotid-Sequenz einer mRNA in die Aminosäure-Sequenz eines Proteins übersetzt wird.

Codieren oder kodieren nennt das Verschlüsseln oder einfach die Darstellung einer Information mit Hilfe eines bestimmten Codes.

Codierung ist der Vorgang oder das Resultat des Codierens nennt das Verschlüsseln oder einfach die Darstellung einer Information mit Hilfe eines bestimmten Codes.

Codon nennen Biologen ein eine Aminosäure codierendes Basen-Triplett. Da die Erbsubstanz DNA nur 4 verschiedene Bausteine (Nukleotide) enthält, lässt sich mit nur einem oder zwei dieser Bausteine nicht eindeutig bestimmen, welche der 20 verschiedenen Aminosäuren in ein Protein eingebaut werden soll. Deshalb codieren in jedem Gen jeweils 3 hintereinander liegende Nukleotide eine Aminosäuren eines Proteins. Mit Hilfe derCodonsonne lässt sich leicht nachvollziehen, welche Aminosäure einem Codon zuzuordnen ist.

Codonsonne nennt
man ein praktisches
Schema zur Darstellung
des genetischen Codes.
Gelesen werden die
Codons von innen nach
außen. Ganz außen stehen
die mit 3 Buchstaben
abgekürzten Namen der
Aminosäuren, die durch
jeweils 3 Nukleotide
codiert werden.

Mouagip, Public Domain
Codon-Sonne

Coenzym nannte man früher in der Biochemie ein niedermolekulares (kleines) organisches Molekül (Cofaktor), das nicht-kovalent für nur jeweils eine Enzym-Reaktion (Katalyse) an ein Enzym (genauer: Apoenzym) bindet (Apoenzym + Coenzym = Holoenzym) und nach der Katalyse wieder dissoziiert. Coenzyme können während der chemische Reaktion eine funktionelle Gruppe, ein Proton oder Elektronen aufnehmen oder abgeben. Im Gegensatz zum Enzym geht also ein Coenzym wie ein Substrat verändert aus der chemischen Reaktion hervor. Deshalb nennt man es heute lieber Cosubstrat.

Cofaktor oder Kofaktor nennt man in der Biochemie ein Metall-Ion oder ein niedermolekulares (kleines) organisches Molekül, das (meistens kovalent) irreversibel (prosthetische Gruppe) oder reversibel (nicht-kovalent) an ein Enzym (genauer: Apoenzym) bindet. Ein zusammengesetztes Enzym nennt man Holoenzym und dessen Protein-Anteil Apoenzym. (Apoenzym + Cofaktor = Holoenzym). Der Name prosthetische Gruppe für ein irreversibel (meistens kovalent) an das Enzym gebundenes organisches Molekül kommt übrigens von Prothese, also einer Ergänzung eines unvollständigen Körpers. Die reversibel für nur jeweils eine Enzym-Reaktion (Katalyse) an das Enzym gebundenen kleinen organischen Moleküle hießen früher Coenzyme und heute Cosubstrate, weil sie wie Substrate verändert aus chemischen Reaktionen hervorgehen und sich nach der Katalyse vom Apoenzym wieder lösen (dissoziieren). Cosubstrate können während der chemische Reaktion eine funktionelle Gruppe, ein Proton oder Elektronen aufnehmen oder abgeben. Im Gegensatz zum Enzym geht also ein Cosubstrat verändert bzw. verbraucht aus der chemischen Reaktion hervor. Außerdem sind Cosubstrate im Gegensatz zu Enzymen nicht substratspezifisch, weil sie mit verschiedenen Enzymen zusammenarbeiten können.

Cofaktoren

Colon Kolon oder Grimmdarm nennt man den größten Teil des Dickdarms, nämlich alles außer dem Blinddarm. In ihm wird der kaum noch Nährstoffe enthaltende Nahrungsbrei durch Salz- und Wasserentzug eingedickt, wobei Milliarden von Bakterien helfen und nebenbei auch noch die Vitamine K und B produzieren.

Cornea oder Augenhornhaut heißt das durchsichtige Bindegewebe, das gemeinsam mit der Sclera die äußere Augenhaut (Tunica externa bulbi) bildet Die Sclera besteht hauptsächlich aus der Substantia propia (Stroma), die wiederum zu über 97% aus extrazellulärer Matrix (Kollagen-Fibrillen, Proteoglycane und Glykosaminoglykane in Wasser) besteht, welche von Keratozyten produziert wird. Die Keratozyten bilden ein weitmaschiges Netzwerk, sind aber alle über Protoplasmabrücken zu einem funktionellen Synzytium verbunden. Außerdem enthält das Stroma einige Nervenfasern. Getrennt durch die nur etwa 12 µm dicke Bowman-Membran (eine für die Ordnung der Epithelschicht unverzichtbare Basalmembran) liegt auf dem Stroma die Epithelschicht. Deren unterste Zellschicht - die Keimschicht mit den vermehrungsfähigen Stammzellen - bilden die Basalzellen auf der Basalmembran. Deren nicht Stammzellen bleibende Tochterzellen werden nach oben verdrängt und differenzieren zu flacheren und breiteren Flügelzellen, die von nachdrängenden jüngeren Zellen immer weiter nach außen abgedrängt werden und dabei weiter zu den noch flacheren und weniger Organellen enthaltenden Schuppenzellen differenzieren, die schließlich die äußerste Schicht des etwa sechsschichtigen Epithels bilden und mit ihren Mikrovilli den Film der Tränenflüssigkeit stabilisieren. Nach innen grenzt an das Stroma eine rund 15 µm dicke, Dua-Schicht genannte Membran an. Zwischen dieser und dem abschließenden Endothel liegt noch die sogenannte Descemet-Membran, die dickste Basalmembran unseres Körpers.

Corpus oder Korpus heißt eigentlich einfach Körper, wobei damit nicht unbedingt ein Organismus gemeint ist. Oft meint man damit aber nur den zentralen oder den dicken Hauptteil eines Gegenstandes, Organs oder Körper.

Corpus callosum, Commissura magna, Hirnbalken bzw. Gehirnbalken oder einfach Balken nennt man bei Plazentatieren die aus rund 250 Millionen Nervenfasern bestehende Verbindung zwischen den beiden Großhirnhälften. Sie gehört zur weißen Substanz des Endhirns (Telencephalon).

Corpus cavernosum bedeutet wörtlich aus der lateinischen Sprache übersetzt: Körper voller Höhlungen oder von Höhlen (lat.: caverna, deutsch: Kaverne) durchsetztes Gewebe. Auf Deutsch spricht man von einem Schwellkörper und meint damit ein schwammförmiges, sich mit Blut füllendes Gefäßgeflecht oder Bindegewebe. Das von auch Lakunen genannten Bluthohlräumen durchsetzte Schwammwerk besteht aus Bindegewebs-Balken, die glatte Muskulatur und elastische Fasern enthalten. Wie der deutsche Name schon sagt, schwillt ein Schwellkörper an, wenn sich seine Lakunen (Kavernen) mit Blut füllen.

Corpus cavernosum glandis oder Corpus spongiosum glandis heißt der Eichel-Schwellkörper, der als Fortsetzung des Harnröhren-Schwellkörpers an der Spitze des menschlichen Penis die Eichel formt und während einer Erektion etwas anschwillt.

Corpus cavernosum penis heißt jeder der beiden großen und maßgeblich für die Erektion verantwortliche Schwellkörper (Corpus cavernosum) im menschlichen Penis.

Corpus cavernosum urethrae oder Corpus spongiosum penis heißt der Harnröhren-Schwellkörper, der im menschlichen Penis die Harnröhre umgibt und während einer Erektion etwas anschwillt.

Corpus ciliare, Strahlenkörper, Ziliarkörper oder Ziliarring nennt man den Ringwulst zwischen Aderhaut (Choroidea) und Iris sowie zwischen Lederhaut und Netzhaut (Pars ciliaris retinae) des Auges. Der Ziliarkörper besteht außen, auf der Seite der Lederhaut aus einem Muskel (Brückschen Muskel), dessen Muskelfasern von der Aderhaut zur Iris ziehen. Innen besteht der Ziliarring aus Bindegewebe, in das ringförmige Muskelfasern eingelagert sind, die man insgesamt Müller-Muskel nennt. Brücke-Muskel (Fibrae meridionales musculi ciliaris) und Müller-Muskel (Musculus compressor lentis oder Fibrae ciliares musculi ciliaris) heißen zusammen Ziliarmuskel (Musculus ciliaris). Der Brücke-Muskel und vor allem der Ringmuskel (Müller-Muskel) dienen der Anpassung (Akkommodation) des Auges an verschiedene Objektentfernungen. Spannen sie sich an, dann nähern sie sich der Linse. Dadurch entspannen sich die Linsenbänder und die Linse kann sich stärker krümmen, wodurch sich ihre Brechkraft steigert und näher gelegene Gegenstände scharf gesehen werden. Entspannen sich die Muskeln, dann weitet sich der Ziliarring (Orbiculus ciliaris) und zieht mit seinen in die hintere Augenkammer ragenden Ziliarfortsätzen (Processus ciliares oder in ihrer Gesamtheit Ziliarkranz = Corona ciliaris) an den Zonulafasern (Fibrae zonulares), die ihrerseits an der Augenlinse ziehen. Feine Kapillare und nicht pigmentierte Epithelzelle der Pars ciliaris retinae produzieren das Kammerwasser und geben es in die hintere Augenkammer ab.

Corpus striatum oder Streifenkörper nennt man wegen zahlreicher Streifen grauer Substanz zwischen Schalenkern (Putamen) und Schweifkern (Nucleus caudatus) die zu den Basalganglien des Großhirns (Cerebrum) gehörende Kombination aus dem Linsenkern (Nucleus lentiformis) und dem Schweifkern (Nucleus caudatus). Für einige Verwirrung sorgt der Umstand, daß die Kombination aus Nucleus caudatus und Putamen ohne Pallidum (Globus pallidus) als Striatum bezeichnet wird. Dieser Begriff wird nämlich oft einfach als Kurzform von Corpus striatum gebraucht, was zu einem Widerspruch führt.

Corpus vitreum oder Glaskörper heißt die lichtdurchlässige, Quallen-ähnliche Struktur zwischen der Linse und der lichtempfindlichen Netzhaut unserer Augen. Der Glaskörper besteht zu rund 98 % aus einer Humor vitreus genannten Flüssigkeit, in der Wasser zumindest teilweise durch Hyaluronsäure und andere Glykosaminoglykane gebunden wird. Diese Flüssigkeit füllt ein feines, Stroma vitreum genanntes Netzwerk aus Kollagen-Fibrillen, die sich am Rand zur sogenannten Membrana vitrea verdichten. Vorn passt sich der Glaskörper mit einer Fossa hyaloidea genannten Mulde der Augenlinse an. Vom Zentrum dieser Mulde zieht sich ein feiner Kanal durch den Glaskörper bis zum blinden Fleck, an dem der Sehnerv hinten aus dem Auge heraus ragt. Dieser Canalis hyaloideus genannte Kanal enthält vor der Geburt eines Menschen Blutgefäße zur Versorgung der wachsenden Augenlinse. Bei den meisten Menschen ziehen sich diese Blutgefäße später zurück bis in den blinden Fleck, von wo aus sie die Aderhaut versorgen.

Cortex = Rindenschicht

Cortex lentis oder Augenlinsen-Rindenschicht = Rindenschicht der Linse des Linsenauges

Corti-Kanal oder Corti-Tunnel = Corti-Lymphe enthaltender, dreieckiger Gewebespalt zwischen den Pfeilerzellen sowie zwischen den inneren und äußeren Haarzellen des Corti-Organs.

Corti-Organ nennt man den Streifen von Haarzellen und Stützzellen auf der Basilarmembran, der dem Gehirn meldet, an welchen Stellen die Basilarmembran durch zu ihrer jeweiligen Eigenfrequenz passende Frequenzen in den Schallwellen zum Schwingen angeregt wird. Werden durch Schwingungen der Basilarmembran die Härchen der äußeren Haarzellen verbogen, dann reagieren die äußeren Haarzellen darauf, indem sie sich mit enormem Engergieeinsatz in der passenden Frequenz rhythmisch zusammenziehen und dadurch die Schwingung massiv verstärken.

Cosubstrate sind Cofaktoren, aber im Gegensatz zu den ebenfalls zu den Cofaktoren gehörenden Metall-Ionen kleine organische Moleküle. Von den auch zu den Cofaktoren gehörenden und ebenfalls aus kleinen organischen Molekülen bestehenden prosthetischen Gruppen unterscheiden sich Cosubstrate dadurch, dass sie nicht fest und schon gar nicht kovalent an ein Enzym binden, sondern nach der Katalyse wieder dissoziieren (sich trennen). Cosubstrate gehen verändert bzw. verbraucht aus einer Enzym-Reaktion hervor. Außerdem sind sie im Gegensatz zu Enzymen nicht substratspezifisch, weil sie mit verschiedenen Enzymen zusammenarbeiten können.

Cotyledo = Vertiefung, Becher oder Saugnapf vom griechischen kotyledon, steht in der Medizin für Zottenbüschel des Chorions oder Lappen der Plazenta

Coxa nennt man bei Säugetieren die Hüfte, bei den Gliederfüßern jedoch den obersten Teil des Beines.

CSF = Zerebrospinalflüssigkeit

CWD = Chronic Wasting Disease, die TSE nordamerikanischer Hirsche

Cyanobakterien nennt man Blaualgen, weil sie wie Pflanzen Fotosynthese betreiben können. Wahrscheinlich sind die Cyanobakterien die Erfinder der Fotosynthese. Nach der allgemein anerkannten Endosymbiontentheorie beherrschen Pflanzen die Fotosynthese nur, weil in ihren Zellen ehemals unabhängige Cyanobakterien leben.

Cycloalkan nennen Chemiker ein ringförmiges Alkan.

Cystein ist eine Schwefel-haltige Aminosäure, deren spezifische Seitenkette die Summenformel ..CH2..SH hat. Innerhalb von Proteinen und auch zwischen ihnen können stabile Verbindungen entstehen, indem nach Abspaltung zweier Wasserstoffatome die Schwefelatome zweier Cysteine eine sogenannte Disulfidbrücke eingehen. Zwei über eine Disulfidbindung verbundene Cysteine nennt man Cystin.

Cytidin (abgekürzt C) nennt man ein aus der Pyrimidin-Base Cytosin und der Pentose (Zucker mit 5 Kohlenstoff-Atomen) D-Ribose gebildetes Nukleosid. Durch Veresterung von Cytidin-Nukleosiden mit Phosphorsäure entstehen die Nukleotide Cytidinmonophosphat (CMP), Cytidindiphosphat (CDP) und Cytidintriphosphat (CTP). CMP ist einer der 4 normalen Bausteine der RNA.

Cytokinese oder Plasmateilung nennen Zellbiologen die Phase im Zellzyklus, in welcher sich nach der Mitose (Kernteilung) auch die Zelle teilt.

Cytoplasma = alternative Schreibweise für Zytoplasma

Cytosin (abgekürzt C) nennt man die Pyrimidin-Base 2-Oxo-4-amino-pyrimidin, die mit D-Ribose bzw. D-Desoxyribose die Nukleoside Cytidin bzw. Desoxycytidin bildet.

Cytoskelett oder Zytoskelett nennt man flexible, eukaryotische und bakterielle Zellen durchziehende Protein-Netzwerke, welche die Zellen stabilisieren sowie interne und äußere Bewegungen ermöglichen.

cytotoxische T-Zelle ist ein neuer Name für T-Killerzelle.

cytotoxischer T-Lymphozyt ist ein neuer Name für T-Killerzelle.

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Roland Heynkes, CC BY-SA-4.0