Wörterbuch u.a. für in meinem Unterricht verwendete Fachausdrücke mit dem Anfangsbuchstaben E

Roland Heynkes, 7.9.2017

Edelgaskonfiguration nennen Chemiker den besonders stabilen Zustand, wenn die Valenzschale eines Atoms vollständig gefüllt ist. Dieser Zustand ist das Ziel der meisten chemischen Reaktionen. Ein Ion mit der Edelgaskonfiguration ist aber kein Edelgas, weil es erstens elektrisch geladen ist und weil zweitens sein Atomkern nicht dem Atomkern eines Edelgases entspricht.

EDTA = Ethylendiaminotetraessigsäure (ethylenediamine tetra-acetic acid) oder Dinatriumsalz der Edetinsäure

Edukt, Reaktand oder Reaktant nennt man in Chemie und Biochemie den Ausgangsstoff einer chemischen Reaktion.

Effekt = Wirkung, Auswirkung, Folge, Ergebnis, Auswirkung

Effektor nennt man in der Biologie ein die Reaktionsgeschwindigkeit eines Enzyms beeinflussendes Metall-Ion oder Molekül. Allosterische Effektoren binden außerhalb des aktiven Zentrums an ein Enzym und ändern dadurch dessen Form bzw. räumliche Struktur so, dass das Enzym im Hinblick auf die Katalyse einer chemischen Reaktion aktiver oder inaktiver wird. Entsprechend nennt man einen außerhalb des aktiven Zentrums bindenden, aktivierenden Effektor auch allosterischen Aktivator. Ein außerhalb des aktiven Zentrums bindender, inhibierender Effektor heißt allosterischer Inhibitor.

efferent = vom Zentrum nach außen fortführend.

effizient = mit hohem Wirkungsgrad, mit geringem Aufwand eine Wirkung erzielen

EFSA = European Food Safety Authority bzw. Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, die nach vielen, Anfang 2000 begonnenen Diskussionen, im Januar 2002 zunächst in Brüssel gegründet wurde und einmal 250 MitarbeiterInnen haben soll. Aufgabe der EFSA ist die unabhängige, wissenschaftliche Risikobewertung hinsichtlich aller direkt oder indirekt die Lebensmittelsicherheit beeinflussenden Produktionsbereiche, wobei allerdings auch der Tierschutz berücksichtigt werden soll. Die EFSA soll verantwortlich sein für Risikobewertung, das Sammeln und Analysieren von Daten, Sicherheitsbewertung von industriellen Substanzen und Prozessen, die Suche nach noch unbekannten Risiken, wissenschaftliche Beratung der EU-Kommisson in Lebensmittelsicherheitskrisen, sowie Risikokommunikation. Das Risikomanagement bleibt bei der EU-Kommission, dem Rat der EU-Minister und dem Parlament. Die EFSA besteht aus einem vom Europäischen Rat nach Beratung mit dem EU-Parlament nach politischen Kriterien aus einer Vorschlagliste der EU-Kommission ausgewählten, aber angeblich kompetenten, 14-köpfigen Management Board, welches für jeweils 5 Jahre einen Executive Director wählt, der seinerseits daß Personal der Behörde einstellt. Dem Executive Director zur Seite steht zur Bündelung des Wissens aus den verschiedenen Ländern ein Advisory Forum, in welches jedes Mitgliedsland einen Vertreter seiner nationalen Behörde für Risikobewertung schickt. Verantwortlich für die wissenschaftlichen Risikobewertungen der Behörde sind aber nicht Angestellte der EFSA, sondern unabhängige Fachleute. Diese organisieren sich mit einem Scientific Committee, welches die Arbeit mehrerer Scientific Panels (Expertengremien) koordiniert und zusammenfaßt. Das wissenschaftliche Kommitee besteht aus den Vorsitzenden der Expertengremien und 6 Experten, die keinem der Expertengremien angehören. Geplant sind zunächst 8 Expertengremien (Panel on food additives, flavourings, processing aids and materials in contact with food, Panel on additives and products or substances used in animal feed, Panel on plant health, plant protection products and their residues, Panel on genetically modified organisms, Panel on dietetic products, nutrition and allergies, Panel on biological hazards (including TSE/BSE issues), Panel on contaminants in the food chain, Panel on animal health and welfare).

Ei nennt man in der Biologie einen von Zwittern oder weiblichen Lebewesen produzierten, von einer Hülle umgebenen und mit Nährstoffen gefüllten Fortpflanzungsbehälter, in dem sich eine unbefruchtete Eizelle befinden kann. Im Falle einer erfolgreichen Befruchtung enthält das Ei eine Zygote oder schon einen Embryo.

Die Eiche
Rotbuchenwald Stieleichenblätter"
Eiche nennt man einen sehr knorrigen und bis zu 1000 Jahre alt werdenden Baum mit rauher und rissiger Borke und tief gelappten Blättern, der zur Not auch auf trockenen oder Nährstoff-armen Böden wachsen kann. Weil die Krone der Eiche viel mehr Licht als die einer Rotbuche durchlässt, wachsen unter ihr viele Sträucher und Kräuter.
Bilder aus der Creative Commons

Eichenwald nennt man einen von Eichen dominierten Wald. Eichenwälder gibt es von Natur aus nur da, wo die Rotbuche nicht wachsen kann, weil ihr der Boden zu trocken oder nährstoffarm ist.

Den Eichen-Hainbuchen-Wald dominieren Eichen und Hainbuchen, die größere Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen als die Rotbuche ertragen.

Eigenschaft heißt alles, womit man eine Sache oder ein Lebewesen beschreiben kann. Eigenschaften sind zum Beispiel die Farben, die Masse, die Größe, der Geschmack oder der Geruch eines Nahrungsmittels.

Einfachzucker ist das deutsche Wort für den Fachbegriff Monosaccharid.

Einhäusige Blütenpflanzen haben männliche und weibliche Blüten.

Einzeller sind Lebewesen, die aus nur einer Zelle bestehen.

Einzelstrang-bindendes Protein oder Single-strand binding protein nennen Biologen die Proteine, die an DNA-Einzelstränge binden, damit diese nicht sofort wieder DNA-Doppelhelices bilden. Dabei wird ein Bereich von etwa 60 Nukleotiden abgedeckt.

Eiszeit nennt man in den Naturwissenschaften ein Erdzeitalter, in dem einer oder beide Pole vereist sind. Wer meint, die letzte Eiszeit sei längst vorbei, der verwechselt Eiszeit mit Kaltzeit innerhalb einer Eiszeit. Aus Sicht der Naturwissenschaften leben wir heute in einer Eiszeit, weil Nord- und Südpol vereist sind. Aber innerhalb dieser Eiszeit leben wir in einer Warmzeit.

Eiweiß ist der deutsche Name für Protein.

Eiweißstoff ist nur ein anderes Wort für Eiweiß oder Protein.

Eizelle nennt man die weibliche Geschlechtszelle.

Ejakulat nennt man Sekrete, die beim männlichen und manchmal auch beim weiblichen Orgasmus austreten.

Ejakulation ist der Fachbegriff für den Samenerguss oder allgemeiner das auch bei Frauen mögliche stoßweise Freisetzen eines Sekrets auf dem Höhepunkt der sexuellen Erregung.

Ektoderm heißt das obere oder erste Keimblatt des Embryoblasten. Es ist die nach der Gastrulation außen liegende Zellschicht. Das primitive Ektoderm bringt durch den Vorgang der Neurulation (dem Beginn der Entwicklung des Nervensystems) das embryonale Mesoderm hervor (Primitivstreifen). Aus dem ektodermen Keimblatt bilden sich Haut (Cutis), Nervensystem, Sinnesorgane und Zähne.

Ektotherm nennen Biologen Lebewesen, die nicht versuchen, ihre Körpertemperatur durch zusätzliche Stoffwechsel-Aktivitäten oder andere Regelmechanismen innerhalb ihrer Körper zu beeinflussen.

Elektrode = meist metallischer elektrischer Leiter zur Vermittlung des Überganges elektrischen Stromes in ein anderes Leitermedium (z.B. Flüssigkeit, Gas)

elektromagnetisch = den Elektromagnetismus betreffend bzw. darauf beruhend

Elektromagnetismus im engeren Sinne nennt man den Effekt, dass sich um jeden stromdurchflossenen Leiter aufgrund der bewegten elektrischen Ladungen ein Magnetfeld bildet. Dabei liegen um den elektrischen Leiter herum wie Kreise die Feldlinien des Magnetfeldes, deren Richtung von der Stromrichtung bestimmt werden.
Magnetismus, Elektromagnetismus und elektromagnetische Felder (einschließlich elektromagnetische Wellen wie Licht) haben alle ihre gemeinsame Ursache in der elektromagnetischen Wechselwirkung, einer der vier Grundkräfte der Physik.

Elektronen nennt man die elektrisch negativ geladenen Teilchen, die in der nahezu leeren Hülle eines Atoms je nach Betrachtungsweise herum fliegen oder als Wellen herum stehen.

Elektronegativität nennt man die Tendenz eines chemischen Elements, in Molekülen die Bindungselektronen anzuziehen. Sie nimmt im Periodensystem von links nach rechts sowie von unten nach oben zu, weil die Anziehungskraft des Atomkerns mit der Zahl der darin enthaltenen Protonen zunimmt und umso stärker auf die Elektronen wirkt, je geringer deren Entfernung und Abschirmung vom Atomkern ist. Die Valenzelektronen der schwereren chemischen Elemente in den höheren Perioden befinden sich in weiter vom Atomkern entfernten äußeren Elektronenschalen und werden daher schwächer angezogen. Außerdem liegen bei den schweren chemischen Elementen höherer Perioden zwischen dem Atomkern und den Valenzelektronen mehr innere Elektronenschalen, welche deren gegenseitige Anziehung durch ihre negative Ladung abschirmen. Innerhalb einer Periode allerdings halten sich die Valenzelektronen aller chemischen Elemente in der selben Elektronenschale auf, sodass die Anziehungskraft des Atomkerns von Element zu Element nicht abnimmt. Sie ist im Gegenteil sogar aufgrund zweier Effekte stärker, wenn ein chemisches Element in seinem Atomkern ein Proton mehr als ein anderes Atom derselben Periode besitzt. Zum einen vergrößert einfach jedes zusätzliche Proton aufgrund seiner positiven Ladung die Anziehungskraft des Atomkerns auf alle Elektronen aller Elektronenschalen. Zusätzlich bewirkt aber eine vergrößerte Anziehungskraft des Atomkerns, dass alle Elektronenschalen näher an den Atomkern heran gezogen werden, was wiederum die auf jedes Elektron wirkende Anziehungskraft zusätzlich erhöht.

Elektronenakzeptor oder Elektronenempfänger nennt man ein Atom, Molekül oder Ion, das fähig ist, mindestens ein Elektron aufzunehmen.

Elektronenmikroskop nennt man ein Mikroskop, welches das Objekt mit Elektronen anstatt mit Licht untersucht. Gegenüber Licht haben Elektronen den Vorteil einer sehr viel kürzeren Wellenlänge, die zu einer etwa 500-fach größeren Auflösung (bis zu 1.000.000-fach anstatt bis zu 2.000-fach) führt. Im Prinzip besteht ein Elektronenmikroskop aus einer langen, dicken Röhre, aus der man die Luft heraus pumpt, damit die Elektronen nicht mit den Molekülen der Luft zusammen prallen. Am einen Ende der Röhre befindet sich eine sogenannte Elektronenkanone. Sie besteht aus einer kleinen Röhre mit einem winzigen Loch an einem Ende, aus dem der Elektronenstrahl heraus kommt. In der kleinen Röhre gibt es gegenüber vom Loch eine Elektronenquelle, die Elektronen abgibt bzw. abstrahlt. Das kann ein einfacher Draht aus dem Metall Wolfram sein, welches von allen reinen Metallen den höchsten Schmelzpunkt und den zweithöchsten Siedepunkt hat und deshalb gerne in Glühlampen verwendet wurde. Auf der anderen Seite der kleinen Röhre befindet sich rund um das Loch herum eine Anode, welche mit ihrer sehr stark positiven elektrische Ladung die Elektronen anzieht und so dafür sorgt, dass ein Teil der Elektronen mit großer Geschwindigkeit durch das Loch in die große Röhre fliegt. Während ein Lichtmikroskop das Licht mit Linsen aus Glas bündelt, übernehmen diese Aufgabe im Elektronenmikroskop sogenannte Elektronenlinsen. Meistens sind das starke Magnete, weil die Elektronen das Glas nicht durchdringen könnten, von Magneten aber abgelenkt werden. So wird ein konzentrierter Elektronenstrahl auf das Objekt geschossen. Die Elektronen prallen vom Objekt ab oder sie durchdringen es oder sie schlagen andere Elektronen aus ihm heraus. In jedem Fall werden vom Objekt kommende Elektronen von sogenannten Detektoren registriert und daraus wird dann ein Bild berechnet.
Es gibt verschiedene Arten von Elektronenmikroskopen. Man kann die mit einem feinen Strahl Punkt für Punkt eines Objekts abtastende Rasterelektronenmikroskope von Ruhebildmikroskopen unterscheiden, die mit einem breiter gestreuten Strahl eine größere Fläche auf einmal untersuchen. Man kann auch extrem dünn geschnittene Objekte durchleuchtende Transmissionselektronenmikroskope von solchen unterscheiden, die von dickeren Objekten abprallende oder aus solchen heraus geschlagene, sogenannte sekundäre Elektronen auffangen und daraus ein Bild errechnen. Oft funktioniert der Detektor so, dass eine positive Ladung einfach alle vom Objekt abgestrahlten Elektronen ansaugt, damit ihre Zahl im Detektor gezählt und in die Helligkeit eines Bildpunktes umgerechnet werden kann.

elektronenmikroskopisch mittels Elektronenmikroskop

Elektronenpaar nennt man ein mit zwei Elektronen voll besetztes Orbital, wobei normalerweise nur Valenzorbitale, also die äußersten Orbitale interessieren. Man unterscheidet zwischen allein zu einem Atom gehörenden freien Elektronenpaaren und Bindungselektronenpaaren zwischen zwei kovalent verbundenen Atomen.

Elektronenschalen eines Atoms sind unterschiedliche Energieniveaus, auf denen sich seine Elektronen befinden. Früher stellte man sich vor, Elektronen kreisten wie Planeten auf ihren Schalen um ihre Atomkerne. Heute stellen wir uns vor, dass die Elektronen auf unterschiedlichen Energieniveaus als stehende Wellen ihre Aufenthaltswahrscheinlichkeitsräume (Orbitale) füllen.

Element ist ein schwammiger Begriff, der je nach Kontext ganz unterschiedliche Bedeutungen hat. Seit der Antike unterschied man die Elemente Wasser, Erde, Feuer und Luft. Mit der Entwicklung der Chemie bekam dieser Begriff ab dem dem 17. Jahrhundert die Bedeutung eines chemischen Elementes. Wir benutzen den Begriff Element in der Biologie aber auch im Sinne eines Bauteils oder einer Komponente eines Systems.

elementar = grundlegend, bedeutend, wesentlich, entscheidend, grundsätzlich, maßgebend, maßgeblich, fundamental oder bekannt, einfach, geläufig, simpel, unkompliziert oder naturhaft, ungebändigt, ungestüm, naturverbunden, stürmisch, unverfälscht, ursprünglich, urtümlich, urwüchsig oder (in der Chemie) als reines Element vorkommend

ELISA = englische Abkürzung für enzyme-linked immuno sorbent assay. An eine Oberfläche gebundene Moleküle (meist Antikörper) binden die nachzuweisenden Moleküle und anschließend binden an die gebundenen Moleküle mit jeweils einem Enzym verbundene Antikörper. Das über den Antikörper an das nachzuweisende Molekül gebundene Enzym makiert dieses durch eine chemische Reaktion, die einen Farbstoff erzeugt.

Elongation als sogenannter Fachbegriff der Genetik und Molekularbiologie ist in Wirklichkeit gar kein richtiger Fachbegriff, sondern das in vielen biologischen Zusammenhängen einfach aus der englischen Sprache übernommene Wort Elongation für Ausdehnung oder Verlängerung. Benutzt wird dieses Pseudofachwort beispielsweise für die Verlängerungsphasen bei Replikation, Transkription und Translation.

Embryo nennt man ein junges, vielzelliges Lebewesen ab der ersten Zellteilung der befruchteten Eizelle, solange es sich noch im Körper der Mutter, in einem Ei oder in einem Pflanzensamen befindet. Bei Menschen sprechen wir nur bis zum Abschluss der Organentwicklung in der 8. Schwangerschaftswoche von einem Embryo und danach von einem im Grunde nur noch wachsenden Fötus oder Fetus, obwohl auch ein Fötus noch ein Embryo ist. Bei Pflanzen spricht man bis zur Keimung des Samens von einem Embryo.

Embryoblast heißt der Teil der Blastozyste, aus dem sich der eigentliche Embryo entwickelt.

Embryogenese oder Embryonalentwicklung bedeutet Entwicklung eines Embryos, bis aus dem Embryo ein Fötus wird.

embryonal = zum Embryo gehörend, ihn betreffend oder von ihm ausgehend

empirisch = durch Beobachtung oder experimentell gewonnen

emulgieren = größere Klumpen, wasserunlöslicher Stoffe in feinste Tröpfchen auflösen und durch Ummantelung wasserlöslich machen

Encephalon nennt man das gesamte Gehirn.

5'-Ende nennen Genetiker und Molekularbiologen das Ende eines Nukleotids, Oligonukleotids oder DNA-Einzelstranges, an dem das C-Atom Nummer 5 eine bis drei freie Phosphat-Gruppen trägt, während das C-Atom Nummer 3 dieses Nukleotids über ein Sauerstoff-Atom mit dem nächsten Nukleotid verbunden ist.
Numerierung der C-Atome in Nukleotiden
3'-Ende nennen Genetiker und Molekularbiologen das Ende eines Nukleotids, Oligonukleotids oder DNA-Einzelstranges, an dem das C-Atom Nummer 3 eine freie Hydroxylgruppe trägt, an die ein weiteres Nukleotid über die Phosphat-Gruppe an seinem C-Atom Nummer 5 gebunden werden kann.

Endergon oder endergonisch nennt man eine chemische Reaktion, wenn sie thermodynamisch ungünstig ist. Das bedeutet, die freie Energie der Produkte höher ist als die freie Energie der Edukte, dass deshalb die Hinreaktion von den Edukten zu den Produkten weniger leicht abläuft als die Rückreaktion und dass darum im Gleichgewichtszustand weniger Produkte als Edukte vorhanden sind. Den Begriff endergon sollte man nicht mit dem Begriff endotherm verwechseln.

Endknöpfchen heißen die Verdickungen an den Enden der Axone und anderen (hüllenlosen) Neuriten.

Endotherm heißt ein Tier, wenn es seine Körper-Temperatur (von innen heraus) selbst reguliert. In der Chemie nennt man chemische Reaktionen endotherm, wenn sie bei konstantem Druck und Volumen insgesamt Energie "verbrauchen" oder genauer gesagt von außen zugeführte Energie in chemischen Bindungen als chemische Energie speichern. Während einer endothermen chemischen Reaktion wird der Anteil der Teilchen mit ausreichender Aktivierungsenergie reduziert. Dadurch bremsen endotherme chemische Reaktionen sich selber ab. Endotherme chemische Reaktionen können thermodynamisch günstig (exergonisch) oder thermodynamisch ungünstig (endergonisch) sein, weil die Änderung (Δ) der freien Energie (G) nicht nur von der Änderung der inneren Energien (ΔH), sondern auch von der Änderung der Entropie (ΔS) abhängt (ΔG = ΔH - T · ΔS). Bei negativen ΔG spricht man von exergonen, bei positiven ΔG von endergonen chemischen Reaktionen.

Endocytose oder Endozytose nennt man die Aufnahme von Molekülen oder größeren Teilchen aus dem extrazellulären Raum durch die Zellmembran in das Innere einer Zelle, falls dies durch Einstülpung und Abschnürung der Zellmembran geschieht. Dadurch entsteht ein Endosom genanntes Vesikel, das oft später mit einem primären zu einem sekundären Lysosom verschmilzt, um den Inhalt des Endosoms zu verdauen.
Gleichzeitig entfernt die Endozytose ständig ungefähr ebenso viele Lipide und Membranproteine aus der Zellmembran, wie durch die Exozytose nachgeliefert werden. Dieses Gleichgewicht zwischen Exozytose und Endozytose sorgt für ein Fließgleichwicht, welches die Zellmembran unverändert erscheinen lässt, obwohl ihre Bestandteile ständig ausgetauscht werden.
Man unterscheidet bei den Endocytosen drei Varianten: die Phagocytose (Fressen), die Pinozytose (Trinken) und die Rezeptor-vermittelte Endozytose, die selektiv ganz bestimmte Teilchen aus einem Gemisch vieler verschiedener Teilchen heraus fischt.

Endolysosom heißt das Ergebnis einer Fusion eines Endosoms mit einem oder mehreren Verdauungsenzyme enthaltenden Lysosomen.

Endomembransystem = wahrscheinlich durch Membraneinstülpung entstandenes System aus den über Vesikel miteinander kommunizierenden Organellen Zellkern, endoplasmatisches Retikulum, Golgi-Apparat, Endosomen, Lysosomen

Endometrium = Schleimhaut der Gebärmutterinnenwand

Endomysium heißt das eine einzelne Muskelfaser umhüllende Bindegewebe, welches heute zu den Faszien gezählt wird.

Endoparasit nennt man einen Parasiten, der in seinem Wirt bzw. seiner Wirtszelle lebt.

Endoplasmatische Retikulum (ER) heißt ein für alle noch teilungsfähigen oder wenigstens noch Eiweiße und Membranen produzierenden eukaryotischen Zellen typisches Organell. Es besteht aus einem Netzwerk röhrenförmiger Membranen mit Zisternen genannten, großen, abgeflachten Aussackungen. Blausen Medical Communications zeigt eine schöne Animation des ER. Es dient der Produktion und dem Transport wichtiger Stoffe innerhalb der Zelle. Man unterscheidet ein nur in einigen Zellen eindeutig erkennbares und unter anderem der Calciumspeicherung (Muskelzellen), der Steroidhormon-, Lipid- und Glycogen-Synthese, der Entgiftung, dem Hormontransport und der Glycogen-Spaltung dienendes, multifunktionelles glattes ER vom mit der äußeren Zellkernhülle verbundenen rauhen ER. Nach jeder Zellkern-Teilung bildet das raue endoplasmatische Retikulum eine neue Zellkernhülle. Gesteuert durch Signalsequenzen an den zuerst gebildeten Aminotermini gerade entstehender Membran- oder Exportproteine, binden Ribosomen an das deshalb auf der dem Cytoplasma zugewandten Seite rauh wirkende endoplasmatische Retikulum und synthetisieren die Polypeptide durch sich temporär öffnende Membranporen direkt in die Zisternen des ER hinein. Dort bilden sich dann die Tertiärstrukturen der für die Ausscheidung aus der Zelle oder eine Funktion auf der Zellmembranaußenseite bestimmten Proteine. Im ER bilden sich Disulfidbrücken zwischen Cysteinseitenketten und durch die auf der Innenseite der ER-Membran verankerte Oligosaccharyltransferase werden viele Proteine im ER auch kovalent über die Aminogruppe einer Asparginseitenkette mit vorgefertigten kurzen, verzweigten Oligosacchariden verknüpft. Auch Quartärstrukturen aus mehreren Polypeptiden bilden sich hier. Aus dem ER exportiert werden nur korrekt gefaltete Proteine, die außerdem an ihren Carboxytermini keine aus 4 Aminosäuren bestehende Rückhaltesequenz aufweisen. Vom glatten ER schnüren sich Vesikel ab, die danach zum Golgi-Apparat transportiert werden. Die Membranen der Zelle entstehen hauptsächlich im ER.
Endoplasmatisches Retikulum
Blausen Medical Communications, Inc., CC BY 3.0

Endosomen nennt man in der Zellbiologie größere Membranbläschen (Vesikel), welche direkt oder indirekt durch Abschnürung (Endozytose) von der Zellmembran entstehen. Man könnte diese Organellen auch Verdauungsorgane der Zelle nennen, die Verdaubares von außerhalb der Zelle enthalten. Bei der Phagozytose spricht man unmittelbar nach der Abschnürung von der Zellmembran von einem Endosom, bei der Rezeptor-vermittelten Endozytose erst nach dem Verschmelzen (Fusion) mehrerer von ihren Clathrin-Hüllen befreiter Vesikel. Zu richtigen Verdauungsorganellen der Zelle werden Endosomen aber erst durch die Verschmelzung mit primären Lysosomen, die verschiedene Verdauungs-Enzyme enthalten. Bevor die jungen/frühen Endosomen mit primären Lysosom zu sekundären Lysosom fusionieren, sortieren sie einen Teil der eingeschlossenen Makromoleküle zur Wiederverwendung aus. Gelegentlich nennt man die indirekt durch Rezeptor-vermittelte Endozytose gebildeten Endosomen auch Rezeptosomen.

Endosymbiont nennen Biologen den kleineren Partner einer Endosymbiose, der im größeren Partner lebt. Die bedeutendsten Endosymbionten sind die Chloroplasten in Algen und Pflanzen sowie die Mitochondrien fast aller Eukaryoten.

Endosymbiontentheorie nennt man die inzwischen weitestgehend akzeptierte Theorie, nach der es sich bei den Mitochondrien um Nachfahren von Bakterien handelt, die sich vor Milliarden Jahren von Beute oder Krankheitserregern einer Archäen-Spezies zu deren Endosymbionten entwickelten. Man erkennt das daran, dass sie einen eigenen Bauplan besitzen und sich durch Zellteilung vermehren. Die heute anscheinend nur noch innerhalb eukaryotischer Zellen lebensfähigen Mitochondrien bekommen vom Archäen-Partner Nährstoffe und Schutz vor Fressfeinden und liefern dafür so große Mengen des universell verwendbaren Trägers chemische Energie namens ATP, dass verglichen Archäen und Bakterien riesige eukaryotische Zellen entstehen konnten. Das Bakterium war nämlich in der Lage, Sauerstoff für eine besonders effektive Verdauung von Nahrung zu nutzen. Inzwischen hat das Bakterium einen Teil seiner nicht mehr benötigten Gene verloren, weil es von der Zelle versorgt wird.

Endosymbiose nennen Biologen eine Symbiose zwischen einer großen Zelle und einem viel kleineren, in ihr lebenden Lebewesen. Die ersten noch einzelligen Eukaryoten entstanden höchst wahrscheinlich als Endosymbiose zwischen zwei Prokaryoten. Die große Zelle könnte eine Archäe gewesen sein. Die kleine war ein Bakterium. Mit der Zeit entwickelten sich aus den kleinen Endosymbionten die heutigen Organellen. Das ist in der Evolution der heutigen Eukaryoten mehrfach passiert und es passiert noch heute. Zum Beispiel kann man heute beobachten, wie große Amöben kleine Cyanobakterien aufnehmen, ohne sie zu verdauen. Durch Vergleiche der Genome konnte gezeigt werden, dass sehr wahrscheinlich Chloroplasten von Cyanobakterien und Mitochondrien von sauerstoffliebenden Bakterien abstammen.

Endothel nennt man die aus nur einer Zelllage bestehende Innenauskleidung der Lymph- und Blutgefäße einschließlich der jeweiligen Kapillare.

Endprodukthemmung heißt in der Biochemie eine Form der Enzym-Regulation, bei welcher das Produkt einer Reihe von Enzym-Reaktionen als allosterischer Hemmstoff für ein Enzym am Anfang der Kette. Das ein Produkt seine eigene Produktion hemmt, verhindert eine Überproduktion. Hemmt ein Stoffwechselendprodukt ein Enzym am Anfang der seiner Produktion dienenden Enzym-Kette, dann verhindert es die überflüssige Produktion von Zwischenprodukten. Man sollte von einer allosterischen Endprodukthemmung sprechen, denn gelegentlich wird der Begriff Endprodukthemmung auch als Synonym für Endproduktrepression gebraucht, die aber ganz anders funktioniert. Bei der Endprodukt-Repression unterdückt das Stoffwechselendprodukt die Proteinbiosynthese eines Enzyms am Anfang einer Kette von Enzym-Reaktionen zur Bildung des Endproduktes.

Endproduktrepression heißt in der Biochemie eine Form der Enzym-Regulation, bei welcher das Stoffwechselendprodukt einer Reihe von Enzym-Reaktionen die Proteinbiosynthese eines Enzyms am Anfang der Kette von Enzym-Reaktionen unterdückt.

energetisch = die Energie betreffend, hinsichtlich der Energie

Energetische Kopplung nennt man in der Biochemie die Kopplung einer Energie verbrauchenden und einer Energie liefernden Stoffwechselreaktion. Viele energetisch ungünstige Stoffwechselreaktion werden in Zellen erst dadurch ermöglicht.

Energie wird von Physikern als die physikalische Größe definiert, die wegen der zeitlichen Unveränderlichkeit der Naturgesetze in der Summe ihrer verschiedenen Erscheinungsformen immer gleich groß bleibt. Dem entsprechend besagt der Energieerhaltungssatz, dass die Gesamtenergie eines abgeschlossenen Systems weder vermehrt noch vermindert werden kann.
Das Problem dieser Definition ist allerdings, dass sie für Nichtphysiker schwer verständlich ist und außerdem nicht wirklich erklärt, was Energie ist. Nicht ganz korrekt, aber nützlicher für das Verständnis ist die ältere Definition, nach welcher Energie das ist, was die Verrichtung von Arbeit möglich macht. Man braucht Energie, um Körper zu beschleunigen, um etwas zu erwärmen, um Gase zusammenzudrücken, um elektrischen Strom fließen zu lassen oder um elektromagnetische Wellen abzustrahlen. Lebewesen benötigen Energie, um ihre komplexe innere Ordnung zu erhalten.
Man unterscheidet verschiedene Arten von Energie: Potentielle Energie (Energie der Lage), kinetische Energie (Bewegungsenergie), chemische Energie und thermische Energie (Wärmeenergie). Mit einigen Einschränkungen bei der Wärmeenergie lässt sich Energie von einer in die andere Form umwandeln und zwischen offenen Systemen übertragen.

energiearm = mit geringem Energie-Gehalt

Der Energieerhaltungssatz besagt, dass die Gesamtenergie eines abgeschlossenen Systems immer konstant bleibt. Das bedeutet, das Energie weder erschaffen, noch vernichtet werden kann. Möglich ist allerdings eine Energieumwandlung.

Energiefluss nennen Physiker den Prozess der Weitergabe physikalischer Energie zwischen verschiedenen technischen oder natürlichen Systemen. In der Energietechnik spricht man auch von Energieübertragung. In der Ökologie bezeichnet Energiefluss den Energietransfer und die Energieumwandlung von eingestrahlter Sonnenenergie oder chemischer Energie aus dem Erdinneren im Ökosystem über die Biomassen der Produzenten und die anschließenden Nahrungsketten mit Konsumenten, Primärkonsumenten, Sekundärkonsumenten, Tertiärkonsumenten und Destruenten. Weil die Lebewesen in den Nahrungsnetzen Energiewandler sind, kann man in diesem speziellen biologischen Sinne den Energiefluss in Nahrungsketten als Weitergabe von Energie über eine Kette von Energiewandlern definieren.

Energieform nennt man die Erscheinungsform, in der eine Energie aufritt. Energie kann weder erschaffen noch vernichtet, aber von einer Energieform in eine andere umgewandelt werden. Dabei bleibt die Gesamtmenge der Energie gleich, aber sie geht von einer Energieform in eine andere über und bei jeder Umwandlung geht ein Teil der umgewandelten Energie in Form nicht mehr nutzbarer Wärmeenergie "verloren". Wichtige Energieformen sind: Kernenergie, Strahlungsenergie, kinetische Energie, chemische Energie, elektrische Energie, magnetische Energie und potentielle Energie.

Energiehaushalt nennt man die Gesamtheit aller Energieumwandlungen, die von einem Organismus zum Überleben ausgeführt/vorgenommen/praktiziert werden.

Energieniveau ist ein Begriff aus der Welt der Atome mit ihren Quanteneffekten. Im Gegensatz zu unserer gewohnten Welt der großen Dinge und Mengen ändern sich extrem kleine physikalische Größen nicht kontinuierlich, sondern in Sprüngen. Ganz unbekannt sind uns im normalen Leben die Quanteneffekte allerdings nicht, denn wir können sie vergleichen mit unseren Erfahrungen mit Geld. Bei ganz kleinen Beträgen sind die Unterschiede zwischen 1 und 2 oder 2 und 3 Cent groß und es gibt nichts dazwischen, weil es keinen halben Cent gibt. Haben wir es hingegen mit Tausenden von Euro zu tun, dann können wir die Beträge praktisch stufenlos in winzigen Schritten verändern. Ähnlich verhält es sich bei Energiemengen. Geht es um große Energiemengen oder elektrische Ladungen, dann kann man diese Energiemengen praktisch stufenlos steigern oder reduzieren. Es gibt aber die elektrische Ladung eines Elektrons als kleinste elektrische Ladung, die man verdoppeln oder verdreifachen, aber nicht um Faktoren wie 1,5 oder 2,1 steigern kann. Und es gibt für Elektronen nur bestimmte Energiemengen, die sie enthalten können. Wenn ein Elektron Energie aufnimmt oder abgibt, dann tut es das immer nur in bestimmten Mindestmengen und es enthält danach immer nur ganz bestimmte Energiemengen. Diese festgelegten Energiemengen nennt man Energieniveaus. Oft veranschaulicht man sich die Energiniveaus mit klar von einander abgegrenzten Elektronenschalen, auf denen sich die Elektronen um einen Atomkern herum bewegen können und zwischen denen sie nur mit großen Sprüngen wechseln können.

energiereich = mit hohem Energie-Gehalt

Energiestoffwechsel nennt man die Summe aller Stoffwechselvorgänge eines Lebewesens, die seiner Energieversorgung dienen.

Energieumwandlung bedeutet, dass eine Energieform in eine andere umgewandelt wird. Beispielsweise kann die kinetische Energie in potentielle Energie umgewandelt werden, indem ein schnell fahrendes Auto bei abgeschaltetem Motor einen Berg hinauf rollt und dabei immer langsamer wird. Rollt das Auto anschließend den Berg wieder hinunter, dann wird umgekehrt seine potentielle Energie wieder in kinetische Energie umgewandelt, denn es wird dabei immer schneller. Energieumwandlungen sind allerdings nicht beliebig möglich, sondern nur dann, wenn dabei die Summe der Energien und andere physikalische Erhaltungsgrößen wie der Impuls und der Drehimpuls des Gesamtsystems unverändert bleiben. Außerdem kann fast immer nur ein Teil der vorhandenen Energie in die gewünschte andere Energieform übergehen. Durch Reibung und ähnliche Prozesse kommt es fast immer zur Erwärmung beteiligter Objekte oder ihrer Umgebung. Die dabei auftretende thermische Energie (Wärmeenergie) steht dann normalerweise nicht mehr für weitere Energieumwandlungen zur Verfügung.

Energieverbrauch ist ein physikalisch nicht korrekter Begriff, weil Energie weder neu geschaffen noch vernichtet werden kann. Bei jeder Energieumwandlung bleibt die Energie vollständig erhalten und wechselt lediglich in andere Energieformen. Gemeint ist mit dem strenggenommen falschen Begriff Energieverbrauch, das eine Energieform verbraucht wird, um eine oder mehrere andere Energieformen zu erzeugen. Bei solchen Energieumwandlungen entsteht immer Wärmeenergie und meistens noch irgend eine andere Energieform.

Energiewandler heißt etwas, das Energieumwandlungen bewirkt.

Entropie ist ein Begriff, den wir in der Biologie nur verwenden, weil Biologiestudenten in ihren Physik-Prüfungen auch zur Thermodynamik befragt werden. Wirklich verstanden wird diese fundamentale, aber nicht messbare thermodynamische Zustandsgröße von Biologen aber eher nicht, weil leider nur wenige Physiker fähig sind, anschaulich und nicht abstrakt mathematisch denkenden Menschen irgend etwas zu erklären. Was man als anschaulich denkender Biologe unter Entropie versteht, ist Folgendes: Wenn die Ionen eines Kristalls geordnet in ihrem Gitter stehen, dann ist ihre Entropie niedrig. Wird der Kristall geschmolzen, dann nimmt die Entropie zu. Pumpt man die meisten Luft-Moleküle eines Raumes in einen kleinen Tank, dann sinkt dabei deren Entropie (nicht insgesamt). Lässt man die Luftmoleküle wieder frei, dann verteilen sie sich gleichmäßig im Raum und steigern damit die Entropie so weit wie möglich. Biologen verstehen deshalb die Entropie als ein Maß für die Unordnung eines Systems, auch wenn Physiker dagegen protestieren und behaupten, diese Vorstellung treffe nicht immer zu. Für Biologen ist das irrelevant, solange die Physiker ihre Begriffe nicht vernünftig erklären und sich nicht einmal untereinander darüber einigen können.

Entwickeln bedeutet als Operator des Anforderungsbereichs 3 für das Fach Biologie in der gymnasialen Oberstufe, dass man zu einem Sachverhalt oder einer Problemstellung eine Fragestellung, ein Modell oder ein Experiment entwerfen oder anpassen soll. auf der Grundlage des zu bearbeitenden Materials (Beobachtungen, Untersuchungen, Experimenten oder Aussagen) und gegebenenfalls eigener Kenntnisse eine begründete Vermutung zur Beantwortung einer gegebenen Fragestellung formuliert. Eine Hypothese ist eine Vermutung über einen Mechanismus bzw. eine Erklärung für die Ergebnisse von Beobachtungen oder Experimenten. In der Forschung werden Hypothesen nach Möglichkeit so formuliert, dass sie bestimmte experimentelle Ergebnisse vorhersagen und sich durch entsprechende Experimente bestätigen oder widerlegen lassen.

Entwickle eine Hypothese bedeutet als Operator der gehobenen Anforderungsbereiche 2 oder 3 für das Fach Biologie in der gymnasialen Oberstufe, dass man auf der Grundlage des zu bearbeitenden Materials (Beobachtungen, Untersuchungen, Experimenten oder Aussagen) und gegebenenfalls eigener Kenntnisse eine begründete Vermutung zur Beantwortung einer gegebenen Fragestellung formuliert. Eine Hypothese ist eine Vermutung über einen Mechanismus bzw. eine Erklärung für die Ergebnisse von Beobachtungen oder Experimenten. In der Forschung werden Hypothesen nach Möglichkeit so formuliert, dass sie bestimmte experimentelle Ergebnisse vorhersagen und sich durch entsprechende Experimente bestätigen oder widerlegen lassen.

Entwicklung nennt man einen Prozess (einen Zeit benötigenden Vorgang), bei dem eine Abfolge mehrerer, in die gleiche Richtung zielender Veränderungen zu einem anderen Zustand führt. Beispiele für biologische Entwicklungen sind Differenzierung, Ontogenese, Phylogenese und Sukzession.

Enzephalon ist die eingedeutschte Form von Encephalon, dem medizinischen Fachbegriff für das gesamte Gehirn.

Enzephalopathie = Gehirnerkrankung

Enzym heißt ein Biokatalysator, also einen von einem Lebewesen bzw. einer Zelle produzierten Katalysator, der chemische Reaktionen beschleunigt und lenkt und am Ende unverändert aus der chemischen Reaktion hervorgeht. Die allermeisten Enzyme sind Proteine, aber es gibt auch enzymatisch wirksame RNAs. Braucht ein Enzym ein Coenzym, dann unterscheidet man zwischen dem nur aus Protein bestehenden Apoenzym sowie dem aus Apoenzym und Coenzym bestehenden Holoenzym.

Enzym-Reaktion nennt man eine von einem Enzyms ermöglichte, beschleunigte und gesteuerte chemische Reaktion.

Enzym-Substrat-Komplex nennt man die vorübergehende Verbindung eines Enzyms mit seinem Substrat. Dabei kann das Enzym seine Form ändern und das Substrat wird in einen aktivierten Zustand versetzt oder in eine Position gebracht, in der es leichter zu einer bestimmten chemische Reaktion kommen kann.

enzymatisch = unter Beteiligung eines Enzyms

Eosin = in der Bakteriologie und Histologie benutzter Farbstoff (rot-orange)

Epidemie = örtlich nicht eng begrenztes, massenhaftes Auftreten einer Infektionskrankheit

Epidemiologie = Wissenschaft von der Entstehung (Ursachenforschung), Verbreitung (Prognosen beispielsweise aufgrund von Computersimulationen) und Bekämpfung epidemischer Infektionskrankheiten

epidemiologisch = die Epidemiologie betreffend oder deren Methoden verwendend

epidemisch = in Form einer Epidemie auftretend

Epidermis nennt man bei Menschen und anderen Wirbeltieren die gesamte Oberhaut, bei wirbellosen Tieren nur die oberste Zellschicht. Bei Pflanzen nennt man die äußerste lebende Zellschicht Epidermis. Sie enthält bei Samenpflanzen keine Chloroplasten und bildet zur Verhinderung ungeregelter Transpiration auf ihrer Außenseite eine dünne Schicht aus Wachs. Die Epidermis genannte Oberhaut ist die gefäßlose oberste bzw. äußerste Schicht der Haut, die von ektodermalem Gewebe abstammt und ihrerseits in mehrere Schichten eingeteilt wird. Ganz unten bzw. innen liegt das Stratum basale, die Basalzellschicht aus säulenförmigen Zellen, die mit Protoplasmaausstülungen in der subepidermalen Basalmembran verankert sind. Darüber folgt das Stratum spinosum, die Stachelzellenschicht aus 4-8 Lagen polygonaler, durch Zytoplasmafortsätze verbundener Zellen. Darüber liegt das Stratum granulosum, die Körnerzellenschicht aus 1-5 Lagen abgeplatteter Zellen mit stark lichtbrechenden basophilen Keratohyalinkörnchen. An dicken Epidermisstellen (Hohlhand, Fußsohle) folgt das Stratum lucidum, die Glanzschicht aus kernlosen, kaum abgrenzbaren Zellen mit stark lichtbrechendem azidophilem Eleidin. Den Abschluß bildet immer das Stratum corneum, die Hornschicht aus platten, kernlosen Zellen (Stratum conjunctum), die an der Oberfläche in feinen Schüppchen abschilfern (Stratum disjunctum). An der Unterseite der Epidermis befinden sich Netzwerk von Haftkämmen sowie dazwischen liegende Vertiefungen zur Aufnahme der Papillen der Lederhaut. Die Ernährung der selbst gefäßlosen Epidermis erfolgt über die Blutkapillaren der Papillen. Zellteilungen finden hauptsächlich im Stratum basale, aber auch noch im Stratum spinosum statt.

Epigenetik heißt die Teildisziplin der Biologie, welche die Phänomene erforscht, die ohne Änderung des Genotyps zu vererbbaren Änderungen des Phänotyps eines Lebewesens führen. Epigenetik nennt man aber auch das Phänomen der Vererbung von Merkmalen ohne Änderung von Nukleotidsequenzen. Entsprechend beeinflusst epigenetische Vererbung nicht der Formen der Proteine, sondern deren Expression. Dazu werden Gene durch Histon-Modifikationen sowie durch Veränderungen der DNA-Methylierung aktiviert oder inaktiviert.

epigenetisch = die Epigenetik betreffend oder durch sie verursacht

Epimysium heißt das den gesamten Skelettmuskel umgebende Bindegewebe, welches heute zu den Faszien gezählt wird.

episcleralis = auf der Sclera aufliegend (in: Spatium episcleralis und Lamina episcleralis)

Epithelium oder Epithel heißt die oberste Zellschicht von Haut- oder Schleimhaut-Gewebe.

Epithelzellen nennt man Zellen eines Epitheliums.

Epitop heißt eine molekular-kleine Oberfläche, welche von passenden Antikörpern gebunden werden kann.

ER ist in der Zellbiologe die Abkürzung für endoplasmatisches Retikulum.

Erbanlage nennt man ein Gen oder eine durch ein Gen festgelegte Fähigkeit eines Organismus, ein bestimmtes Merkmal auszubilden. Im Plural entsprechen die Erbanlagen eines Organismus seinem Genom.

Erbgleich sind zwei Zellen mit identischen Erbinformationen.

Erbgut = Genom = gesamte Erbinformation eines Individuums oder einer ganzen Spezies

Erbinformation heißt die gesamte Information, die eine Tochterzelle von ihrer Mutterzelle oder eine Zygote von ihren Vorfahren erbt. Wie üblich, gibt es aber unter den Biologen keine Einigkeit darüber, ob zu den Erbinformationen nur die DNA oder auch ihre vererbten epigenetischen Modifikationen gehören, ob es nur DNA sein kann oder auch RNA und ob dazu nur an Nukleinsäuren gebundene Informationen zählen oder auch deren Benutzung beeinflussende Stoffe und Gradienten in der Zelle/Zygote. Es entspricht nicht dem Spektrum des üblichen Sprachgebrauchs, aber eigentlich müssten zur Erbinformation auch alle Informationen zählen, die in den Strukturen der Proteine stecken, ohne welche die in Nukleinsäuren gespeicherten Informationen gar nicht oder nicht korrekt genutzt werden könnten. Allgemein anerkannt ist immerhin die Unterscheidung zwischen der Erbinformation und dem Erbmaterial, in bzw. an dem die an Nukleinsäuren gebundene Erbinformation gespeichert ist.

Erbkrankheit heißt eine Krankheit, wenn ihre Ursache eine von einem oder beiden Elternteilen vererbte Gen-Mutation ist.

Erbmaterial heißt das organische Material, welches die Erbinformation enthält. In allen bekannten Lebewesen ist das eine Nukleinsäure, nämlich Desoxyribonukleinsäure (DNA) oder Ribonukleinsäure (RNA). In deren Nukleotidsequenzen steckt die Erbinformation.

Erbsubstanz heißt die Substanz, welche die Erbinformation enthält. In allen bekannten Lebewesen ist das eine Nukleinsäure, nämlich Desoxyribonukleinsäure (DNA) oder Ribonukleinsäure (RNA). In deren Nukleotidsequenzen steckt die Erbinformation.

Erkläre bedeutet als Operator der gehobenen Anforderungsbereiche 2 oder 3 für das Fach Biologie in der gymnasialen Oberstufe, dass man mit Hilfe des zu bearbeitenden Materials (Text, Tabelle oder Grafik) und gegebenenfalls eigener Kenntnisse ein Phänomen oder einen Sachverhalt (eine Sache) nachvollziehbar und verständlich machen und wenn möglich auf Gesetzmäßigkeiten zurückführen sowie in einen Zusammenhang einordnen soll.

Erkrankung und Krankheit sind zwei Begriffe, die oft verwechselt werden. Korrekt spricht man von Krankheiten wie Grippe oder Krebs, wenn man die Krankheit an sich, ihre Ursachen, Verläufe und mögliche Folgen meint. Den Begriff Erkrankung sollte man richtigerweise nur dann verwenden, wenn der Zustand des Krankseins eines Individuum gemeint ist.

Die Erle (genauer: Schwarzerle)
Schwarzerle Schwarzerlen-Blätter"
Erle nennt man diesen Baum, der zu den ganz wenigen gehört, die monatelang in überschwemmten Böden stehen können, weil sie spezielle Luftkanäle besitzen, mit denen sie Sauerstoff in die Wurzeln transportieren, um nicht zu ersticken. Man findet die Erle deshalb oft in Weichauen.
Bilder aus der Creative Commons

Ermittle bedeutet als Operator der gehobenen Anforderungsbereiche 2 oder 3 für das Fach Biologie in der gymnasialen Oberstufe, dass man mit Hilfe des zu bearbeitenden Materials (Text, Tabelle oder Grafik) und gegebenenfalls eigener Kenntnisse im Sinne der Aufgabenstellung einen Zusammenhang oder eine Lösung finden und das Ergebnis formulieren soll.

Ernährung heißt man die Aufnahme von Nahrung zu dem Zweck, den eigenen Körper mit Baustoffen und wenn nötig auch mit Energie zu versorgen.

Erosion oder Bodenerosion nennt man in der Ökologie das Abtragen von Boden durch Wind und Wasser. Für die Menschheit ist die Bodenerosion ein großes Problem, weil durch sie ständig sehr viel fruchtbarer Humus verloren geht, den wir für die Nahrungsmittelproduktion dringend bräuchten. Oft sind aber auch Menschen für die Erosion verantwortlich, weil sie fruchtbare Böden falsch oder zu lange gar nicht bepflanzen, Hecken vernichten oder Wald abholzen und verbrennen.

Erythropoese (englisch: Erythropoiesis) oder genauer Erythrozytopoese (englisch: Erythrocytopoiesis) nennt man die normalerweise im Knochenmark stattfindende Entwicklung zahlreicher Erythrozyten aus wenigen multipotenten (Manche nennen sie auch pluripotent.) hämopoetischen Stammzellen (HSC). Die Stammzellen können nur in bestimmten Nischen Stammzellen bleiben und nur eine von zwei Tochterzellen findet darin Platz. Der anderen Tochterzelle droht der Verlust der Unsterblichkeit, wenn sie keine andere freie Nische findet. So bleibt die Zahl der Stammzellen nahezu konstant. Nach dem Verlust der Stammzellfähigkeit nennt man die Nachkommen der zweiten Stammzell-Tochterzellen multipotent progenitors (MPP) oder multipotente Vorläuferzellen.
Wie fast immer in der Biologie ist die Sache natürlich auch in diesem Fall in Wirklichkeit sehr viel komplizierter. Unter anderem werden immer neue Untergruppen (Subtypen) von hämopoetischen Stammzellen (HSC) entdeckt. So wird inzwischen zwischen Langzeit- und Kurzzeit-Stammzellen unterschieden. Und man konnte nachweisen, dass es Stammzellen gibt, in denen bereits einzelne von den Genen aktiv sind, die eigentlich typisch für bestimmte spezialisiertere Zelltypen sind. Das bedeutet auch, dass aus der zweiten Tochterzelle der ursprünglichen Stammzelle nicht unmittelbar und nicht nur ein einziger multipotenter Progenitor (MPP) entsteht, sondern durch mehrere Zellteilungen entstehen mehrere MPP. Die Notwendigkeit der flexiblen Regulierbarkeit der Hämopoese spricht außerdem dafür, dass die Zahl der Zellteilungen zwischen der Langzeit-hämopoetischen Stammzelle und dem multipotenten Progenitor nach Bedarf flexibel eingestellt werden kann.
Wenn nötig, sind die MPP noch in der Lage, ihre Differenzierung zugunsten einer stärkeren Vermehrung zu verlangsamen. Die multipotenten Vorläuferzellen (MPP) teilen sich und ihre Tochterzellen verlieren langsam und anfangs noch reversibel einen Teil ihrer Multipotenz. Das bedeutet, dass sie sich für eine von mehreren möglichen Entwicklungslinien entscheiden. Im Falle der Erythropoese entscheiden sie sich vorläufig gegen den lymphoiden und für den myeloiden Entwicklungsweg. Man bezeichnet diese noch multipotente und reversibel auf die myeloide Linie festgelegte Tochterzellen als myeloische Vorläuferzellen. Ihre Tochterzellen können sich noch entscheiden, zu Blutplättchen, roten Blutkörperchen, Granulozyten, Makrophagen, Mastzellen oder dendritische Zelle zu differenzieren.
Erst mit der Entscheidung für den Entwicklungsweg zu Erythrozyten beginnt die Erythropoese im engeren Sinne.

Proerythroblast
WikiDoc, CC BY-SA 3.0
Die Erythropoese im engeren Sinne führt über den oben in der Bildmitte gezeigten, großen Proerythroblasten, die kleineren Erythroblasten (mit violettem, rundem Zellkern und relativ breitem, blauen Zytoplasma unten in der Bildmitte), die noch kleineren Normoblasten (dritte Bild) und die schon sehr kleinen Retikulozyten (viertes Bild) schließlich zu den kernlosen Erythrozyten, die man auf allen vier Bildern ebenfalls sieht.
Proerythroblast
Melih Aktan MD, CC BY-SA 3.0
Das dritte Bild aus Wikidoc zeigt zwischen den kernlosen Erythrozyten einen Normoblasten mit dunkel gefärbtem Zellkern.
Proerythroblast
Melih Aktan MD, CC BY-SA 3.0
Das vierte Bild aus Wikidoc zeigt zwischen den kernlosen Erythrozyten knapp über der Bildmitte und auf habem Wege zur linken unteren Ecke zwei Retikulozyten mit dunkel gefärbtem Chromatin.
Reticulocyte
Melih Aktan MD, CC BY-SA 3.0
Erythrozyt = kernloses, scheibenförmiges, in der Mitte eingedelltes rotes Blutkörperchen mit einem Durchmesser von etwa 7 µm, bestehend aus einer GerüstSubstanz sowie dem darin eingebetteten Blutfarbstoff Hämoglobin
Erythrozyten und Thrombozyten
Lutz Slomianka, School of Anatomy and Human Biology - The University of Western Australia, Copyright Lutz Slomianka

Erz nennt man üblicherweise ein Gestein mit so hoher Metall-Konzentration, dass sich sein Abbau lohnt.

Essen nennt man den Vorgang der Aufnahme fester Nahrung und auch das, was man dabei isst.

Essenziell oder essentiell bedeutet in der Biologie unverzichtbar oder lebensnotwendig. Gemeint ist damit meistens, dass bestimmte Aminosäuren oder Fettsäuren unbedingt mit der Nahrung aufgenommen werden müssen, weil der Organismus sie nicht selbst herstellen kann.

Ethik heißt seit Cicero auch Moralphilosophie und ist ein Teil der praktischen Philosophie. In ihr geht es darum, wie ein Mensch handeln sollte, damit er ein guter Mensch ist und seine Gesellschaft gut funktioniert. Die Ethik erarbeitet also eine Sittenlehre.

ethisch = hinsichtlich einer Ethik

Eugenik nennt man den Versuch einer gezielten Verstärkung vorteilhafter und Ausmerzung vermeintlich ungünstiger Gene in einer menschlichen Gesellschaft.

Eukaryont ist ein inzwischen anscheinend veraltetes Synonym für Eukaryot.

Eukaryot oder Eukaryont nennt man Organismen, deren Zellen durch einen Zellkern und andere Organellen in verschiedene Reaktionsräume unterteilt sind.

eukaryotisch = zu Eukaryoten gehörend oder sie betreffend

evaluieren = eine Sache sach- und fachgerecht aufgrund bestimmter Kriterien und möglichst aufgrund von Untersuchungen bewerten

Evaporation bedeutet Übertragung thermischer Energie durch Verdunstung von Wasser.

Evolution nennen Biologen die meistens sehr langsame Veränderung des Spektrums vererbbarer Eigenschaften innerhalb einer Spezies über Generationen hinweg. Nach der unter Laien umstrittenen, wissenschaftlich aber sehr gut belegten Evolutionstheorie wird Evolution dadurch ermöglicht, dass Mutationen und andere Mechanismen zu einer genetischen Variabilität einer Spezies führen. Selektionsfaktoren wie Fressfeinde, Nahrungsmangel oder hartes Klima sorgen dafür, dass eher Individuen mit besonders gut angepassten Bauplänen überleben. Das nennt man natürliche Selektion. Zusätzlich wirkt bei der sexuellen Fortpflanzung eine sexuelle Selektion, weil die Individuen beim jeweils anderen Geschlecht bestimmte Ausprägungen wichtiger Merkmale bevorzugen. So sind Männer im Durchschnitt größer als Frauen, weil die meisten Frauen größere Männer bevorzugen.

Evolutionär bedeutet auf die Evolution bezogen.

Evolutionstheorie heißt die Theorie, die im Prinzip erklärt, wie zufällige Mutationen und natürliche sowie sexuelle Selektion zur fortwährenden Anpassung der Spezies an ihre sich wandelnden Umwelten.

Exergon oder exergonisch nennt man eine chemische Reaktion, wenn sie thermodynamisch günstig ist. Das bedeutet, die freie Energie der Produkte niedriger ist als die freie Energie der Edukte, dass deshalb die Hinreaktion von den Edukten zu den Produkten leichter abläuft als die Rückreaktion und dass darum im Gleichgewichtszustand mehr Produkte als Edukte vorhanden sind. Den Begriff exergon sollte man nicht mit dem Begriff exotherm verwechseln.

Exkretion = Ausscheidung

Exocytose oder Exozytose nennt man das Ausschleusen von Stoffen aus der Zelle durch Verschmelzung eines Vesikels mit der Zellmembran.

Exon nennt man einen Abschnitt auf der DNA, welcher nach dem Umkopieren in RNA (Transkription) aus dieser vor dem Ausschleusen aus dem Zellkern nicht heraus geschnitten (Splicing) wird. Exons enthalten die kodierenden und zusätzlich die Sequenzen, die für Regulation der Proteinbiosynthese gebraucht werden.

Exotherm heißt eine chemische Reaktion, wenn sie bei konstantem Druck und Volumen insgesamt Energie freisetzt, also an die Umgebung abgibt. Setzt eine chemische Reaktion Energie frei, dann erhöht sie dadurch den Anteil der Teilchen der Ausgangsstoffe, die über die notwendige Aktivierungsenergie verfügen und reagieren können. Dadurch beschleunigen sich exotherme chemische Reaktionen selber und man muss ihnen nur anfangs etwas Aktivierungsenergie zuführen. Exotherme chemische Reaktionen können thermodynamisch günstig (exergonisch) oder thermodynamisch ungünstig (endergonisch) sein, weil die Änderung (Δ) der freien Energie (G) nicht nur von der Änderung der inneren Energien (ΔH), sondern auch von der Änderung der Entropie (ΔS) abhängt (ΔG = ΔH - T · ΔS). Bei negativen ΔG spricht man von exergonen, bei positiven ΔG von endergonen chemischen Reaktionen.

Exozytose oder Exocytose nennt man das Ausschleusen von Stoffen aus der Zelle durch Verschmelzung eines Vesikels mit der Zellmembran.

Experiment nennen wir Biologen den Versuch, durch praktisches Handeln mehr über die Natur zu lernen. Zu einem Experiment gehören immer drei Phasen: die Planung, die Durchführung und die Auswertung. Während der Planung überlegt man sich, was man tun könnte, wozu das führen könnte und was man dafür bräuchte. Während der Durchführung baut man nötige Geräte auf, bringt eventuell Lebewesen in Position und beobachtet genau, was passiert. Dabei kann man filmen, die Temperatur und viele andere Werte messen, zählen oder auf andere Weise Daten sammeln. Auf jeden Fall muss während der Durchführung eines Experiments alles ganz genau protokolliert (aufgezeichnet) werden. Schließlich während der Auswertung analysiert man die gewonnenen Daten und überlegt, was sie bedeuten. Wenn man die Bedeutung der Daten verstanden hat, dann hat man quasi der Natur eine Frage gestellt und eine Antwort bekommen. Allerdings werfen diese Antworten meistens mehr neue Fragen auf, als sie alte beantworten.

experimentell = durch Experimente, auf Experimenten beruhend, mithilfe von Experimenten, ein Experiment riskierend

exponiert = herausgehoben, herausgestellt, ungeschützt, in einer gut einsehbaren Position,erhöhter Aufmerksamkeit ausgesetzt (durch räumliche Lage, gesellschaftliche oder körperliche Stellung, persönliche Situation o. Ä. der Aufmerksamkeit oder möglichen Angriffen, Gefahren wie Krankheiten ausgesetzt)

Expression im genetischen Sinne bedeutet, daß eine genetische Information sich ausdrückt, indem von ihr codierte Proteine produziert werden.

Expressionsvektor nennt man einen Vektor, der die in ihn integrierte fremde Nukleinsäure nicht nur vermehrt, sondern in der Wirtszelle auch exprimiert.

Exprimieren im genetischen Sinne bedeutet, daß eine genetische Information sich ausdrückt, indem von ihr codierte Proteine produziert werden.

extern = außen oder von außen

Extinktion = Auslöschung

extrahieren = eine Extraktion vornehmen

Extraktion = 1. (chemisch) Herauslösen eines Stoffes aus einem Gemisch durch ein geeignetes Lösungsmittel ; 2. (medizinisch) operatives Herausziehen eines Körperteiles (z.B. Zahn) ; 3. Herausziehen eines Kindes bei der Geburt

extrazellulär = außerhalb von Zellen oder zwischen Zellen

Glossar
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Roland Heynkes, CC BY-SA-4.0