Wörterbuch u.a. für in meinem Unterricht verwendete Fachausdrücke mit dem Anfangsbuchstaben M

Roland Heynkes, 13.6.2018

Macula lutea = gelber Fleck

Magensaft nennt man eine von der Magenwand produzierte Flüssigkeit, die verdünnter Salzsäure mit darin gelösten Enzymen (vor allem Pepsin) für die Spaltung von Proteinen zu Peptiden entspricht. Der niedrige pH-Wert des Magensaftes tötet viele in der Nahrung vorhandene Bakterien ab und lockert außerdem die Tertiärstrukturen der Proteine auf, um den Proteinasen die Arbeit zu erleichter.

Magnetresonanztomographie (MRT) oder Kernspintomographie heißt ein hauptsächlich in der medizinischen Diagnostik angewendetes nichtinvasives bildgebendes Verfahren, das Patienten im Gegensatz zum Röntgen keinen bekannten Risiken aussetzt. Im Folgenden versuche ich das Prinzip stark vereinfachend zu erklären. In Lebewesen lassen sich vor allem Wasserstoff-, Flour- und Phosphor-Atome entlang starker Magnetfelder ausrichten, weil sie selbst wie winzige Magnete wirken. Dabei liegen sie allerdings nicht still, sondern führen eine Präzessionsbewegung wie die langsam kreisende Bewegung eines sich schnell drehenden Kreisels durch. MRT-Geräte erzeugen zu diesem Zweck sehr starke Magnetfelder. Zusätzlich durchleuchten sie den ganzen Körper mit elektromagnetischen Radiowellen, die in sehr kurzen Abständen die magnetischen Atomkerne für winzige Momente zu einer Richtungsänderung und damit in energiereichere Zustände zwingen. Unter dem konstanten Einfluss des starken Magnetfeldes kehren die Atomkerne nach jedem Radiowellen-Impuls rasch wieder in ihre ausgerichteten Positionen zurück. Dabei geben sie die aufgenommene Energie in Form elektromagnetischer Strahlung wieder ab. Diese Strahlung wird in MRT-Geräten mit äußerst empfindlichen Sensoren gemessen. Dabei unterscheiden sich verschiedene Gewebe hinsichtlich der Signalstärken und der Zeitabstände zwischen Auslenkung und Rückkehr der Atomkerne in die Ausgangsposition. Das liegt vor allem an unterschiedlichen Konzentrationen von Wasserstoffatomen, aber auch an unterschiedlichen Umgebungen der Wasserstoffatome. Leistungsfähige Computer können daraus dreidimensionale Abbildungen des Körpers errechnen, die besonders seine weichen Gewebe mit hoher Auflösung darstellen.

Makroglia = großzellige Neuroglia aus Astroglia und Oligodendroglia

Makromolekül nennt man ein sehr großes Molekül aus mindestens 1000 oder 10000 Atomen, auch hier gibt es keine Einigkeit. In diesem Sinne werden auch Lipide zu den Makromolekülen gezählt (University of Idaho - Chemistry of Life). Die zitierte Internetseite ist ein gutes Beispiel für die Problematik biologischer Definitionen. Einerseits werden hier Lipide zu den Makromolekülen gezählt, obwohl sie keine Polymere sind. Andererseits wird aber ausgesagt, dass alle Makromoleküle Polymere seien. Letzteres sehen auch andere Autoren so, die konsequenterweise dann aber auch die Lipide nicht zu den Makromolekülen zählen (Botanik online - The Internet Hypertextbook). Es gibt biologische Makromoleküle wie die Nukleinsäuren, die auch Proteine (Polypeptide) und die polymeren Zucker (Polysaccaride), aber auch synthetische (von Menschen künstlich hergestellte) Makromoleküle wie die Kunststoffe.

Makronährstoffe werden Nährstoffe genannt, deren Moleküle sehr groß sind, also zu den Makromolekülen gehören. Manchmal werden aber auch die Nährstoffe als Makronährstoffe bezeichnet, von denen ein Lebewesen besonders große Mengen benötigt. Kohlenhydrate, Lipide und Proteine sind nach beiden Definitionen Makronährstoffe. Aber wenn man Wasser zu den Nährstoffen zählt, dann ist es nach der ersten ein Mikronährstoff und nach der zweiten Definition ein Makronährstoff.

Makrophagen entstehen durch Reifung der ihnen dementsprechend ähnelnden Monozyten (Blutmakrophagen) in festem Gewebe und machen durch Phagozytose Bakterien, Mikroorganismen, Zelltrümmer und Fremdkörper unschädlich. Makrophagen scheiden teils ständig, teils nur im aktivierten Zustand Enzyme und das Verhalten anderer Zellen beeinflussende Botenstoffe aus. Makrophagen heißen laut Wikipedia und Flexikon in Bindegewebe Histozyten, in der Leber Kupffer-Sternzellen, in Knochen Osteoklasten, im Nervensystem Mikrogliazellen und in Epidermis oder Mundschleimhaut Langerhans-Zellen. In stärkerem Maße als Monozyten können Makrophagen Fremdkörper aufnehmen, zerlegen und ihre Bestandteile als Antigene präsentieren. Bestimmte Makrophagen-Subtypen wie die Langerhans-Zellen sind sogar darauf spezialisiert und heißen deshalb Antigen präsentierende Zellen.

makroskopisch = mit bloßem Auge sichtbar

Maltase nennt man ein Enzym, das langkettige Polysaccharide oder Disaccharide wie die Maltose zu Glucose abbaut.

Maltose
Strukturformel von a-Maltose
Strukturformel von α-Maltose (oben Sesselform, unten die Haworth-Projektion)
Strukturformel von a-Maltose
Isomaltose
Isomaltose
Maltose-Gleichgewicht
Gleichgewicht zwischen cyclischer und offener Form der Maltose
NEUROtiker, gemeinfrei
Maltose oder Malzzucker nennt man einen süß schmeckenden Zweifachzucker (Disaccharid), der unter anderem im menschlichen Mund als Abbauprodukt der Stärke entsteht.
Mamillarkörper, Mammillarkörper oder Corpus mamillare in einem rotierenden Modell des menschlichen Hirns nach oben
Mamillarkörper
BodyParts3D, The Database Center for Life Science, CC-BY-SA-2.1-jp
In diesem rotierenden Modell eines menschlichen Hirns sind die beiden Mamillarkörper rot markiert. Sie liegen an den Vorderenden der Fornix cerebri an der Unterseite des menschlichen Gehirns und gehören zum Limbischen System. Innerhalb eines Mamillarkörpers unterscheidet man einen äußeren (lateralen) und einen weiter innen (medial) liegenden Kern. Die Aufgaben der Mamillarkörper sind noch unbekannt, aber sie scheinen etwas mit Gedächtnisvorgängen zu tun zu haben.

Mandibula = Unterkiefer

Männlich nennen Biologen bei Spezies mit geschlechtlicher (sexueller) Fortpflanzung das Geschlecht, welches die Spermien produziert.

D-Mannose
Keilstrichformel Haworth-Schreibweise
D-Mannose_Keilstrich
D-Mannose
alpha-D-Mannofuranose
α-D-Mannofuranose
<1 %
Beta-D-Mannofuranose
β-D-Mannofuranose
<1 %
alpha-D-Mannopyranose
α-D-Mannopyranose
67 %
Beta-D-Mannopyranose
β-D-Mannopyranose
33 %
NEUROtiker, gemeinfrei
Mannose ist eine natürliche Hexose (Aldohexose), ein ganz normaler Einfachzucker (Monosaccharid) mit 6 C-Atomen und der selben Summenformel C6H12O6 wie Glucose sowie ein Baustein zahlreicher pflanzlicher Polysaccharide (Mannane) und tierischer Glykoproteine. Die Mannose kann verschiedene Konformationen annehmen, für die es verschiedene Schreibweisen gibt.

Marihuana oder umgangssprachlich Gras nennt man die getrockneten, meist zerkleinerten harzhaltigen Blütentrauben und blütennahen, kleinen Blätter der weiblichen Hanf-Pflanzen. Für Kinder und Jugendliche ist Marihuana nicht ungefährlich, weil es die Entwicklung ihrer Gehirne stört.

Maschinerie bedeutet meines Erachtens eine sehr komplexe Maschine oder mehrere zusammen arbeitende Maschinen oder die Summe aller Maschinen, die in einem System arbeiten. Alle drei Sichtweisen passen auf die Summe aller zusammen arbeitenden Werkzeuge der Zelle.

Masse kommt vom altgriechischen maza für Brotteig. Daraus machten die Römer massa für Teig oder Klumpen. Ab dem 9. Jahrhundert findet man den Begriff Masse übernommen in der althochdeutschen Sprache. Im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet Masse: viele, eine große Menge oder ungeformte, weiche oder zähe Materie. Elektriker meinen mit Masse ein elektrisch leitendes Material mit Verbindung zur Erde oder zumindest einer großen Masse, in die man Strom ableiten kann. In der Physik versteht man unter Masse eine mysteriöse Eigenschaft der Materie, die möglicherweise durch die Entdeckung des Hicksteilchens im Jahr 2012 erklärbar wird. Anscheinend besitzen Atome im Gegensatz zu Photonen eine Masse, weil die Atome Hicksteilchen enthalten. Die Masse der Materie ist die Ursache für die Anziehung (Gravitation) insbesondere zwischen großen Materiebrocken und gleichzeitig die Ursache für ihre Trägheit. Unterscheiden muss man die Masse vom Gewicht eines Gegenstands, denn das Gewicht hängt außer von der Masse auch von der Gravitation ab. Das bedeutet, das ein Mensch auf der Erde die selbe Masse wie auf dem Mond besitzt, während sein Gewicht auf dem Mond viel geringer ist, weil der Mensch vom kleineren Mond weniger stark angezogen wird.

Massenstrom nennt man in der Physik und damit eigentlich auch in der Biologie die Masse eines Mediums, das sich pro Zeitspanne durch einen Querschnitt bewegt. Manche Biologe meinen damit aber ein Phänomen, bei dem sich das ganze Medium im Dienste der Homöostase bewegt. Beispiele dafür sind der Blut- und der Atemstrom sowie die Lymphe.

Massenwirkungsgesetz nennt man folgende 1867 von Guldberg und Waage gefundene Beziehung: Im chemischen Gleichgewicht bleibt das Verhältnis des Produktes (im mathematischen Sinne des Ergebnisses einer Multiplikation) der Konzentrationen aller Produkte (gemeint sind hier die Ergebnisse einer chemischen Reaktion) zum mathematischen Produkt der Konzentrationen aller Edukte konstant.

Mastzellen nennt man in verschiedenen Geweben an Entzündungsreaktionen, Wundheilung, Abwehr von Keimen und allergischen Reaktionen beteiligte Zellen des Immunsystems mit Rezeptoren für die Stiele von IgE-Antikörpern. Sie entwickeln sich im jeweiligen Gewebe aus myeloiden Vorläuferzellen, die aus dem Knochenmark ausgewandert sind.

Material nennen wir in den Naturwissenschaften die Werkstoffe (z.B.: Holz, Marmor oder Glas), aus denen etwas hergestellt wird oder wurde. In der gymnasialen Oberstufe bezeichnet man als Material Texte oder nicht textliche Darstellungen mit Informationen, mit deren Hilfe sich Klausuraufgaben lösen lassen. Ähnliches findet man auch in Schulbüchern. Im normalen Leben bezeichnet man als Material auch Gegenstände, die Handwerker oder Menschen in Büros für ihre Arbeit, aber nicht als Werkzeuge benötigen und die dabei verbraucht werden. In jedem Fall ist also Material etwas, womit etwas gemacht wird, ohne das es ein Werkzeug ist.

Materie nennen wir in den Naturwissenschaften alles, was eine Masse besitzt und einen Raum besetzt.

maternale Übertragung = vor bis kurz nach der Geburt stattfindende Übertragung einer Krankheit von der Mutter auf das Kind

Matrix nennen wir in der Biologie eine Substanz oder ein Gewebe, worin andere Dinge eingebettet sind. So bezeichnen wir als Matrix die dem Cytoplasma der Zelle entsprechende Grundsubstanz der Mitochondrien oder das extrazelluläre Material, in das die Zellen eines Bindegewebes eingebettet sind.

Matrizenstrang, codogenen Strang (nicht verwechseln mit kodierender Strang), Minusstrang oder Antisense-Strang nennen Genetiker den DNA-Einzelstrang der DNA-Doppelhelix eines Protein-codierenden Gens, der für die Transkription genutzt wird. Die Sequenz des Matrizenstrangs ist komplementär zu der Sequenz der mRNA. Die Basentripletts des codogenen Strangs heißen deshalb nicht Codons, sondern Codogene (Codonbildner).

Maultier nennt man ein Tier, dessen Vater ein Esel und dessen Mutter ein Pferd ist. Weil die Eltern zwei unterschiedlichen Tierarten angehören, sind Maultiere zwar sehr gesund, stark, ausdauernd und langlebig, aber sie sind unfruchtbar und können sich selbst nicht fortpflanzen.

Mechanik nennen wir in den Naturwissenschaften einerseits die sich mit den Bewegungen von Körpern und den dabei wirkenden Kräften beschäftigende Teildisziplin der Physik und andererseits den mechanisch arbeitenden Teil einer Maschine.

mechanisch = die Mechanik betreffend oder durch die Mechanik erklärbar (in den Naturwissenschaften)

Mechanismus nennt man in der Technik eine Erfindung, die verschiedene Bauelemente so geschickt zu einem System verbindet, dass es die vom Erfinder gewollte Wirkung entfaltet. In den Naturwissenschaften haben wir den Begriff im Sinne einer Funktionsweise eines Systems übernommen. Dabei verzichten wir auf die Frage nach dem Erfinder oder ersetzen ihn in der Biologie durch die Evolution bzw. in Physik und Chemie durch die Naturgesetze. Im übertragenen Sinne verwendet man den Begriff Mechanismus auch, wenn man zum Ausdruck bringen möchte, dass eine Entwicklung zwangsläufig abläuft, weil anstelle von mechanischen Bauteilen oder Naturgesetzen bestimmte persönliche, gesellschaftliche oder politische Konstellationen zu vorhersagbaren Effekten führen.

medial (medialis) = zur Körpermittelebene gehörend, zur Körpermitte zeigend

median = in der Mitte, auf der Mittellinie (Mathematisch meint man mit dem Median oder dem medianen Mittelwert weder den arithmetischen (Quotient aus der Summe der Messwerte und ihrer Anzahl), noch den geometrischen (n-te Wurzel aus dem Produkt aller n Messwerte) Mittelwert, sondern den sogenannten Zentralwert, welcher eine nach den Werten sortierte Zahlenreihe halbiert.)

mediastinal = zum Mediastinum gehörend

Mediastinum = Mittelfell genannte, in Längsrichtung von der Wirbelsäule bis zum Brustbein, kranial vom vorderen Brusthöhleneingang bis kaudal zum Zwerchfell durch den Brustraum gespannte Scheidewand

Medikamente nennt man meistens in Trägerstoffe, Zusatzstoffe oder Hüllen eingeschlossene Wirkstoffe zur Vorbeugung, Heilung oder Linderung von Krankheiten.

Medulla = Mark wie Rückenmark, Knochenmark oder Thymusmark.

Medulla oblongata nennt man das verlängerte Rückenmark, den unmittelbar an das Rückenmark anschließender Teil des Gehirnes (Nachhirn) zwischen Gehirn und Rückenmark.

Medulla spinalis = Rückenmark (Beim Menschen vom Atlas bis zum 2. Lendenwirbel, bei Haussäugetieren reicht das Rückenmark bis in den Bereich des Kreuzbeins.)

Megakaryozyten befinden sich hauptsächlich im roten Knochenmark, machen aber auch dort nur rund 1% der Zellen aus. 5-7 Tausend Megakaryozyten findet man in einem Liter Blut, aber diese zirkulierenden Zellen enthalten kaum noch Zytoplasma. Trotzdem sind sie dann noch so groß, dass sie kaum durch die winzigen Lungenkapillaren passen. Wir Menschen besitzen etwa 6 Millionen Megakaryozyten pro Kilogramm Körpergewicht. Sie entwickeln sich in etwa 10 Tagen im Knochenmark aus spezifischen Stammzellen bzw. Vorläuferzellen (Hämozytoblasten). Man nennt diese Differenzierung Megakaryopoese. Stimuliert durch das Hormon Thrombopoetin entstehen im Verlauf mehrerer mitotischer Zellteilungen aus pluripotenten Stammzellen zunächst Megakaryoblasten mit Durchmessern von 20-30 µm, einem basophilen Zytoplasma und zahlreichen Nucleoli im Zellkern, aber noch ohne Granula im Zytoplasma. Megakaryoblasten können sich nicht mehr teilen, aber in ihren Zellkernen können sich die Chromosomen noch sechsmal teilen (Endomitose), während sich aus den Megakaryoblasten die riesigen Megakaryozyten entwickeln. Daher besitzen Megakaryozyten bis zu 64 vollständige Chromosomensätze. Als Zwischenstufe entstehen aus den Megakaryoblasten noch die Promegakaryozyten. Ihr Zytoplasma wird immer weniger basophil, enthält aber immer mehr Azurgranula. Relativ zum Volumen des Zellkerns nimmt das Volumen des Zytoplasmas zu und die DNA-Synthese endet beim reifen Megakaryozyt. Megakaryozyten enthalten viel azurophiles Zytoplasma. Mit Durchmessern von 35-150 µm zählen Megakaryozyten zu den größten Zellen im menschlichen Organismus. Voll ausgereift sind sie die größten Zellen im Knochenmark. Dann ist der Zellkern unregelmäßig gelappt, enthält grobkörniges Chromatin, aber keine sichtbaren Nucleoli. Zahlreiche Mitochondrien, ein gut ausgebildetes endoplasmatisches Retikulum, ein ausgedehnter Golgi-Apparat und eine große Anzahl von Ribosomen lassen große Synthese-Aktivität im Zytoplasma erkennen. Das Zytoplasma enthält außerdem Granula, die später in die Thrombozyten (Blutplättchen) übergehen. Von einem einzigen Megakaryozyten schnüren sich Hunderte bis Tausende Thrombozyten ab. Man nennt diesen Prozess Thrombopoese. Nachdem das Zytoplasma des Megakaryozyten herangereift ist, wandelt es sich in sogenannte Proplatelets um. Es werden mehrere dicke Ausläufer, die Pseudopodien gebildet, die in die Sinusoide des Knochenmarks eindringen. Dort schnüren sich die Thrombozyten ab.
Megakaryozyten im Knochenmark
Ausschnitt eines Photos von einem anonymen Photographen, CC BY 3.0

Megasporangium nennen Botaniker bei Blütenpflanzen ein Sporangium für die Bildung weiblicher Megasporen (Gametophyten mit Eizellen).

Megasporophyll nennt man ein großes weibliches Sporophyll.

Meibom-Drüse (nach Heinrich Meibom) oder Tarsaldrüse (lateinisch Glandula tarsales) nennt man eine verzweigt angelegte Talgdrüse, von denen es am Rand jedes menschlichen Augenlides 20-30 gibt. Zusammen mit den Zeis-Drüsen und Moll-Drüsen (im Augenlid), den Krause-Drüsen und Wolfring-Drüsen (in der Wand der Bindehaut, Glandulae conjunctivales) sowie den Harderschen Drüsen (in der Nickhaut, Glandulae palpebrae tertiae) gehören sie zu den zusätzlichen (akzessorischen) Tränendrüsen (Glandulae lacrimales accessoriae). Im Gegensatz zu den Zeis-Drüsen und Moll-Drüsen enden die Tarsaldrüsen am Knorpelrand (Tarsalplatte) des Augenlids (daher der Name). Die Meibom-Drüsen geben eine ölige Flüssigkeit ab, die aber auch wachsartig fest sein kann und in dieser Form umgamgssprachlich Augenbutter genannt wird. In dieser Form kennen wir das Produkt (Sekret) der Meibom-Drüsen als harmlosen Augendreck, aber es kann auch die Drüsenausführungsgänge verstopfen. Dann können sich in den Drüsen Bakterien (oft Staphylokokken) vermehren und es bilden sich in akuten Fällen schmerzhafte Gerstenkörner (Hordeolum internum) oder chronisch sogenannte Hagelkörner, die nicht schmerzhaft sind. Ein Mangel an Meibum (dem Meiboom-Sekret) ist häufig die Ursache der lästigen Krankheit: "trockenes Auge", weil die Tränenflüssigkeit ohne schützende äußere Lipid-Schicht zu schnell verdunstet. Deshalb kann Wärme auf den Augenlidern manchmal gegen trockene Augen helfen, indem sie das Sekret verflüssigt. Dann vermischt es sich ordnungsgemäß mit der von den großen Tränendrüsen abgegebenen Tränenflüssigkeit. Der Talg aus Meibom- und Zeis-Drüsen verhindert auch ein Überlaufen der Tränenflüssigkeit über die Lidkante

Meiose oder Reduktionsteilung nennt man eine besondere Form der Zellteilung, bei der in zwei Teilungsschritten aus einer diploiden Zelle vier haploide Geschlechtszellen entstehen. Im ersten Schritt werden die Chromosomenpaare getrennt und im zweiten die Schwesterchromatiden. Diese Reduktionsteilung ist bei der Entstehung von Gameten notwendig, weil sich sonst bei jeder Befruchtung die Zahl der Chromosomen verdoppeln würde. Die Verteilung der ursprünglich mütterlichen und väterlichen Chromosomen erfolgt zufällig und zusätzlich kommt es noch zum Austausch von Chromosomenteilen, sodaß jede Geschlechtszellen eine einzigartige Mischung der elterlichen Gene enthält. Die meisten Quellen gehen überhaupt nicht auf diese Frage ein, aber der BioCoach des Pearson Verlages erklärt, dass die 2-Chromatiden-Chromosomen in vielen, aber nicht in allen Zellen nach der ersten meiotischen Kernteilung dekondensieren.

Animation der meiotischen Kern- und Zellteilungen ohne crossing over Definition des Schrifttyps und der Umrandung von Rechtecken Die meiotischen Kern- und Zellteilungen ohne crossing over. Roland Heynkes, CC BY-NC-SA 4.0 Mutterzelle 1-Chromatiden-Chromosomen verdoppeln sich (Replikation). Die 2-Chromatiden-Chromosomen kondensieren. Die Chromosomenpaare vereinigen sich in der Zellmitte. Die Chromosomenpaare trennen sich. Es entsteht zwei neue Zellkerne. Nach dem Zellkern teilt sich auch die Zelle (Cytokinese). Zum zweiten Mal lösen sich die Zellkerne auf. Danach trennen sich die Schwesterchromatiden. Vier neue Zellkerne entstehen. Zwei letzte Zellteilungen bilden vier Geschlechtszellen. Starten Die Animation funktioniert unter MS-Windows mit den Browsern Firefox, Opera und Google Chrome, während der Internet Explorer von Microsoft die SMIL-Anweisungen immer noch nicht versteht. Auf dem iPad muss die Seite vor jeder Wiederholung neu aufgebaut werden.

Meissner Plexus = (Plexus submucosus oder Plexus nervorum submucosus)

Melanocyt oder Melanozyt nennen Biologen Pigmentzellen, die z.B. in der Keimschicht der Oberhaut direkt auf der Basalmembran wachsen. Sie sind mit der Basalmembran verwachsen und verbinden sich locker über Ausstülpungen mit etwa 5-8 Keratinozyten. Melanozyten gibt es unter anderem auch in Aderhaut und Regenbogenhaut des Auges und der Mundschleimhaut. Aktiviert durch UV-Licht synthetisieren sie aus der Aminosäure Tyrosin verschiedene Varianten des Farbstoffes Melanin und geben dieses in Form von so genannten Melanosomen an die umgebenden Keratinozyten ab. Melanin stellt einen wichtigen Schutz der Haut gegenüber der UV-Strahlung dar. Melanin-produzierende Zellen bilden mit den umgebenden Keratinozyten eine so genannte Melanozyteneinheit.

Membran nennt man eine dünne Schicht aus einem wenigstens teilweise undurchlässigen Material. Biomembran nennen Biologen eine Trennschicht, die in Lebewesen hauptsächlich aus Lipiden und Proteinen besteht. Die wichtigsten Biomembranen sind die Zellmembran und die Membranen, welche die meisten Organellen vom Zytoplasma trennen.

Membrana vitrea, Membrana hyaloidea oder Glaskörpermembran heißt im Auge der verdichtete Rand des Glaskörpers (Corpus vitreum).

Membranpotential oder Transmembranpotential nennen Biologen die Potentialdifferenz zwischen den elektrischen Potentialen auf den beiden Seiten einer Membran. Transmembranpotentiale kommen an den Membranen von Lebewesen dadurch zustande, dass winzig kleine Pumpen selektiv bestimmte Ionen von der einen auf die andere Seite einer Membran pumpen, sodass Ladungsunterschiede aufgebaut werden. Und wo ein Ladungsunterschied ist, da entsteht eine elektrische Spannung, die man in diesem Fall Transmembranpotential nennt.

Membranprotein nennt man ein in oder auf einer Membran befindliches Protein.

Merkmal = erkennbare Eigenschaft, Eigenart, Erkennungszeichen, Kennzeichen, Attribut, Charakteristikum, Spezifikum

Mesencephalon, Mesenzephalon oder Mittelhirn nennt man einen zwischen Zwischenhirn (Diencephalon) und der Brücke (Pons) im Hinterhirn (Metencephalon) gelegenen Teil des Hirnstamms.

mesenterial = zum Darmgekröse (Mesenterium) gehörend

Mesenterium = Darmgekröse

Mesomerie nennen Chemiker das Phänomen, wenn sich die tatsächliche Verteilung der Elektronen in einem Molekül nicht durch eine einzelne Lewis-Struktur darstellen lässt, sondern eher eine Überlagerung aller denkbaren Lewis-Strukturen (Grenzstrukturen) mit entsprechend delokalisierten Elektronenpaaren und Ladungen ist.

Metabolismus = Stoffwechsel

Metabolit = Stoffwechselprodukt

MetaHit (Metagenomics of the Human Intestinal Tract) hieß ein von der EU mit 11,4 Millionen Euro unterstütztes Projekt, in dem 13 akademische und industrielle Partner aus 8 Ländern ein Konsortium bildeten und von 2008 bis 2012 versuchten, möglichst alle Gene zu erfassen, die in einem menschlichen Darm existieren. Nur 1% der von ihnen gefundenen Gene waen menschlich.

Metall nennen Chemiker ein Element oder ein Material mit metallischen Eigenschaften. Diese typisch metallischen Eigenschaften sind eine hohe und mit steigender Temperatur abnehmende elektrische Leitfähigkeit, eine hohe Wärmeleitfähigkeit, eine relativ leichte Verformbarkeit sowie metallischer Glanz. Alle diese Eigenschaften sind Folgen der metallischen Bindung. Diese wiederum beruht darauf, dass frei zwischen den positiv geladenen Metall-Ionen fließende Elektronen aufgrund ihrer negativen Ladung die Metall-Ionen zusammen halten. Die Grenzen zwischen Metallen und Nichtmetallen sind aber fließend.

metallisch = aus Metall bestehend oder ähnliche Eigenschaften besitzend (Im übertragenen Sinne nennt man Stimmen oder allgemein Klänge metallisch, wenn sie hell und klar oder hart, laut und durchdringend klingen.)

Metallische Bindung nennt man die chemische Bindung, welche die Atome in einem Metall zusammen hält.

Metamorphose ist einer der Begriffe, die zeigen, dass eine biologische Fachsprache außerhalb der Schulbücher nicht wirklich existiert, weil die verschiedenen Teildisziplin der Biologie nicht über ihre Tellerränder hinausblicken und die selben Begriffe sehr unterschiedlich definieren. Wegen der Schludrigkeit der Professoren müssen alle Biologiestudenten lernen, dass Metamorphose in der Zoologie die Umwandlung des Körpers einer individuellen Larve eine völlig anders aussehende Körperform erwachsener Tiere bedeutet, während die Botaniker darunter die evolutionäre Anpassung einer Pflanzen-Spezies verstehen. Um sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen, können die drei Grundorgane Wurzel, Sprossachse und Blatt und bei Blütenpflanzen auch die Blüten im Laufe der Zeit neue Funktionen entwickeln. Darum unterscheidet man in der Botanik auch noch zwischen Wurzel-, Blatt-, Spross- und Blütenmetamorphosen. Bei Tieren kann die Metamorphose wie bei Lurchen mit einer kontinuierlichen Umwandlung über einen längeren Zeitraum erfolgen. Bekannter sind aber die Metamorphosen von Insekten mit einer drastischen Umwandlung von einer Made, Raupe oder jahrelang im Wasser lebenden Larve zu einer Fliege, einem Schmetterling oder einer Libelle während eines Puppenstadiums.

Metaphase nennen Zellbiologen die Phase im Zellzyklus, in der die kondensierten (zur kompakten Transportform verdichteten) Chromosomen vom Spindelapparat alle in eine Ebene in der Mitte der Zelle bugsiert werden, die man Äquatorialebene nennt.

Metencephalon = Hinterhirn, der vordere Teil des Rautenhirns (Rhombencephalon).

mg = Milligramm, 1 Tausendstel Gramm

MHC wird in der Molekularbiologie als Abkürzung für Myosin heavy chain oder für major histocompatibility complex bzw. auf deutsch Haupthistokompatibilitätskomplex benutzt. MHC-Moleküle im Sinne des Haupthistokompatibilitätskomplexes werden in zwei Klassen eingeteilt. MHC-I-Moleküle befinden sich auf allen Körperzellen außer Erythrozyten und präsentieren vor allem "Selbstpeptide". Klasse II-Moleküle (MHC II) werden nur von Antigen präsentierenden Zellen exprimiert.

MHC-1-Präsentierteller oder MHC-Klasse-I-Komplex heißt in der Molekularbiologie der Typ von MHC-Präsentierteller, von dem alle teilungsfähigen menschlichen Zellen ständig neue Exemplare auf ihre Zelloberflächen bringen. Auf diesen MHC-1-Präsentierteller präsentieren die Zellen Bruchstücke (Peptide) aller Proteine, die gerade in ihnen produziert werden. Von Viren befallene Zellen und Krebszellen präsentieren auch Peptide, die keine gesunde Körperzelle produziert. Dadurch können T-Killerzellen nicht körpereigene Peptide auf einer Zelle erkennen und diese zur Selbsttötung auffordern.

MHC-2-Präsentierteller oder MHC-Klasse-II-Komplex heißt in der Molekularbiologie der Typ von MHC-Präsentierteller, auf dem Antigen präsentierende Zellen Peptide der von ihnen gefressenen Krankheitserreger präsentieren, um damit passende T-Helferzellen zu aktivieren.

Mikrobe ist ein anderer Name für Mikroorganismen. Zu diesen zählt übrigens der erste Abschnitt des 24. Kapitels in der 6. Auflage des Standardwerks: "Molecular Biology of the Cell" von Bruce Alberts, Alexander Johnson, Julian Lewis, David Morgan, Martin Raff, Keith Roberts und Peter Walter auch die Viren.

Mikrobiologie heißt der Teil der Biologie, der sich mit den Mikroorganismen beschäftigt.

Mikrobiom nennt man die Gesamtheit aller Bakterien in einem vielzelligen Lebewesen. Mikrobiom-Forscher sprechen von einem äußerst wichtigen zusätzlichen Organ, vielleicht sind es aber auch mehrere Organe, die das Mikrobiom eines höheren Lebewesens bildet. Die Mikrobiom-Forschung hat gezeigt, dass auch der Mensch nicht ein Lebewesen ist, sondern eine Biozönose.

Mikrofilamente sind fadenförmige Protein-Strukturen mit nur 6 Nanometern Durchmesser in eukaryotischen Zellen. Sie bestehen hauptsächlich aus dem Protein Aktin und werden daher auch als Aktinfilamente bezeichnet. Zusammen mit den Mikrotubuli und Intermediärfilamenten bilden sie die Hauptmasse des Zytoskelett.

Die Mikroglia besteht aus Gehirn-Makrophagen und bildet gemeinsam mit der Makroglia die Neuroglia.

µl = Mikroliter, 1 Millionstel Liter, 10-6 Liter

Mikroorganismus oder Mikrobe nennt man einen Organismus, der so klein ist, dass man ihn nur mittels Mikroskop erkennen kann. Dies gilt für Viren, Archaeen, Bakterien, Protozoen sowie viele ein- oder wenigzellige Algen und Pilze. Allerdings werden Viren oft nicht als Organismen oder Lebewesen anerkannt, weil sie statt eines eigenen den Stoffwechsel einer Wirtszelle benutzen.

Ein Mikrometer oder µm ist ein Millionstel Meter (10-6 m).

Ein Mikronährstoff nennt man einen Nährstoff, dessen Moleküle oder Ionen sehr klein sind.

Ein Mikroskop nennt man ein Gerät zur Untersuchung mikroskopisch kleiner Objekte, die für das menschliche Auge zu klein sind. Heute vergrößern Lichtmikroskop erheblich stärker als Lupen. Zur Zeit der ersten Lichtmikroskope gab es diesen Unterschied aber noch nicht und bis heute gibt es im Sprachgebrauch keine scharfe Grenze zwischen Lupen und Mikroskopen. Lichtmikroskop unterscheiden sich aber von Lupen dadurch, dass ein Lichtmikroskop aus 2 Linsen oder Linsengruppen besteht, nämlich dem Objektiv und dem Okular. Bei den Mikroskopen unterscheidet man zwischen Lichtmikroskopen, Elektronenmikroskopen und Rastersondenmikroskopen, die das Objekt mit einer extrem feinen Spitze abtasten. Lichtmikroskope eignen sich gut zur Beobachtung lebender Bakterien, aber erst mit einem Elektronenmikroskop kann man das Innere eines Bakteriums untersuchen. Mit einem Rastersondenmikroskop, z.B. mit einem Rastertunnelmikroskop oder einem Rasterkraftmikroskop kann man sogar einzelne Atome sehen.

Mikroskopieren nennt man die Untersuchung eines mikroskopisch kleinen Objekts mit einem Mikroskop.

mikroskopisch = mittels Mikroskop, Mikroskopie betreffend, so klein, dass man es nur mit einem Mikroskop richtig sehen kann.

Mikroskoptisch ist ein anderes Wort für Objekttisch.

Mikrosporophyll nennt man ein winziges männliches Sporophyll.

Mikrotubulus nennen Biologen ein röhrenförmiges, 20-30 nm dickes Filament aus den Proteinen α-Tubulin und β-Tubulin. Zusammen mit Mikrofilamenten und Intermediärfilament bilden Mikrotubuli in Eukaryoten das Zytoskelett im Zytoplasma der Zelle.

Milben sind die artenreichste Gruppe der Spinnentiere, gehören aber nicht zu den Spinnen. Es gibt sehr unterschiedliche Milben. Die kleinsten (etwa 0,1 Millimeter) kann man mit bloßen Augen kaum sehen, die größten (bis zu drei Zentimeter) sind Zecken. Viele Milben sind Parasiten, aber es gibt auch Raubmilben und solche, die sich von Pflanzen, Pilzen oder Aas oder abgestorbenem Gewebe ernähren.

Milchaustauscher nennt man einen Milchersatz für Milchkuhkälber, die zugunsten der Milchgewinnung nicht von ihren Müttern oder Ammen gesäugt werden. Im Gegensatz zur etwa 1 Jahr dauernden natürlichen Ernährung mit Muttermilch, sollen intensiv aufgezogene Kälber für ein optimales Wachstum nur maximal 50 Tage lang oder wohl eher bis zum Ende der 6. Woche täglich 10% ihres Geburtsgewichtes, also täglich rund 4 Liter Milchaustauscher erhalten. Die Angaben über die insgesamt von Kälbern aufgenommenen Mengen variieren sehr stark von 38 über 60 bis zu 108 Litern Milchaustauscher. Er enthält in Wasser gelöst Proteine aus Magermilch- und/oder Molkepulver, Bierhefe, sowie Pflanzen wie Soja und Leinsamen. Das dem Magermilch- bzw. Molkepulver im Vergleich zur Vollmilch fehlende Fett wurde früher auch durch tierische Fette, heute zumindest in Deutschland nur noch durch pflanzliche Fette wie Palmkern- und Kokosfett ersetzt, um eine Fett-Konzentration von 10-15% zu erreichen. Dazu werden Vitamine gemischt, welche von einigen Herstellern durch Gelatine gebunden werden. Außerdem können Milchaustauscher Milchsäure-Bakterien enthalten. In anderen Ländern dürfen und bis zum Gesetz über das Verbot des Verfütterns, des innergemeinschaftlichen Verbringens und der Ausfuhr bestimmter Futtermittel vom 2.12.2000 durften Milchaustauscher auch in Deutschland aus Knochen gewonnenes Dicalciumphosphat, Gelatine, grob gespaltene Eiweiße aus Tierhäuten und Fellen, Tierfett und sogar Blut und Blutprodukte enthalten. Weitere Informationen zu Milchaustauschern stellen beispielsweise einige Hersteller wie Sano und Josera im Internet zur Verfügung.

Ein Millimeter ist ein Tausendstel Meter (10-3 m).

Die Milz liegt hinter und über der linken Niere und ist Teil des Lymphsystems. Ihr schwammförmiges Gewebe wird besiedelt von Makrophagen, Lymphozyten und vor allem Plasmazellen. Makrophagen in der Milz fressen nicht mehr intakte Erythrozyten und Mikroorganismen. Auf Infektionen reagieren in der Milz Vorläuferzellen mit Vermehrung und Reifung zu Lymphozyten. Bei Kindern und in besonderen Situationen auch bei Erwachsenen bildet die Milz auch Erythrozyten.

Minerale oder Mineralien sind normalerweise durch geologische Prozesse gebildete Kristalle mit einheitlicher Kristall-Struktur aus nur einem chemischen Element oder einer normalerweise anorganisch-chemischen Verbindung. Beispiele für Minerale sind Eisen- oder Goldklumpen, Diamanten oder Quarzsand und Eis (aus Wasser), aber keine Flüssigkeiten und keine darin gelösten Ionen.

Mineralstoff (nicht Mineralsalze und schon gar nicht Mineralien) nennt man einen lebensnotwendigen anorganischen Nährstoff, den der Organismus" essen muss, weil er ihn nicht selbst herstellen kann. Weil nicht jedes Lebewesen die gleichen anorganischen Nährstoffe braucht, können diese für bestimmte Lebewesen Mineralstoffe sein und für andere nicht. Und weil es sich bei Mineralstoffen um Ionen oder anorganische, chemische Verbindungen handelt, sind sie im Gegensatz zu Vitaminen unempfindlich gegen Kochen und Sauerstoff.

Mischling nennt man ein Lebewesen, dessen Eltern selbst schon Mischlinge waren oder zwei verschiedenen Rassen der selben Spezies angehörten. Durch Zucht, natürliche (Survival of the Fittest) oder sexuelle Selektion können sich aus den Nachkommen von Mischlingen wieder neue Rassen entwickeln. So sind beispielsweise die meisten Menschen Mischlinge aus Homo sapiens und Neandertaler und haben dennoch im Laufe Dutzender Jahrtausende verschiedene Rassen entwickelt.

Mischwald nennt man einen Wald mit verschiedenen Baumarten.

Mitochondrium aus der Wikipedia

Mariana Ruiz Villarreal, public domain

Mitochondrium, Mitochondrion oder Kraftwerk der Zelle nennt man ein wichtiges Organell der Eukaryoten-Zelle. Nach der weitestgehend akzeptierten Endosymbiontentheorie handelt es sich bei den Mitochondrien um Nachfahren von Bakterien, die sich vor Milliarden Jahren von Beute oder Krankheitserreger einer Archäen-Spezies zu deren Endosymbiont entwickelten. Sie besitzen einen eigenen Bauplan, vermehren sich durch Zellteilung und werden nicht vom Vater, sondern nur von der Mutter auf ihre Kinder übertragen. Die heute anscheinend nur noch innerhalb eukaryotischer Zellen lebensfähigen Mitochondrien bekommen vom Archäen-Partner Nährstoffe und Schutz vor Fressfeinden und liefern dafür so große Mengen des universell verwendbaren Trägers chemische Energie namens ATP, dass verglichen Archäen und Bakterien riesige eukaryotische Zellen entstehen konnten. Das Bakterium war nämlich in der Lage, Sauerstoff für eine besonders effektive Verdauung von Nahrung zu nutzen. Inzwischen hat das Bakterium einen Teil seiner nicht mehr benötigten Gene verloren, weil es von der Zelle versorgt wird.
Mitochondrien sind 1-10 µm kleine, runde oder längliche Körperchen. Je nach Größe und Energiebedarf findet man in Zellen 1.000 - 100.000 Mitochondrien. Typisch für Mitochondrien ist die massiv gefaltete innere Membran innerhalb der äußeren. Mitochondrien haben eine äußere und eine röhren- (Tubuli) oder kamm- bzw. lamellenförmig (Christae = kammförmige) zwecks Oberflächenvergrößerung stark gefaltete innere Membran. Beide Membranen sind 7,5 nm dick und mindestens 10 nm von einander entfernt. Zwischen den Membranen gibt es eine feinkörnige Grundsubstanz namens Matrix. Enzyme in ihrer Matrix katalysieren den Zitronensäurezyklus, den Abbau von Fettsäuren und den Umbau von Aminosäuren. ATP ist die chemische Speicherform für Energie in der Zellen und wird in Mitochondrien im Verlauf der Atmungskette an den ATP-Synthase-Komplexen gebildet. Proteine werden im Cytoplasma synthetisiert und dann durch die Membranen in die Mitochondrien transportiert.

Mitogen nennt man eine Substanz, die Zellen zur Teilungen anregt.

Animation einer mitotischen Zellteilung Definition des Schrifttyps und der Umrandung von Rechtecken Eine normale Zellteilung (mit Mitose) Roland Heynkes, CC BY-NC-SA 4.0 Mutterzelle 1-Chromatiden-Chromosomen verdoppeln sich (Replikation). Die Chromatiden werden kürzer und dicker (Kondensation). Schwesterchromatiden wandern in verschiedene Zellhälften. Die Chromatiden werden wieder länger und dünner. Nach dem Zellkern teilt sich auch die Zelle (Cytokinese). Start Die Animation funktioniert unter MS-Windows mit den Browsern Firefox, Opera und Google Chrome, während der Internet Explorer von Microsoft die SMIL-Anweisungen immer noch nicht versteht. Auf dem iPad muss die Seite vor jeder Wiederholung neu aufgebaut werden.

Mitose oder Kernteilung nennen Biologen den Teil des Zellzyklusses, der von der Prophase bis zur vollendeten Telophase reicht. In der Prophase kondensieren (ballen sich zusammen) die Chromosomen zu dicken, aber kurzen und damit transportfähigen Einheiten. In dieser Phase sieht man, dass jedes Chromosom aus zwei Schwesterchromatiden besteht. Das sind zwei nahezu identische Kopien des selben Chromosoms, die noch am Centromer aneinander gebunden sind und deshalb beide als Bestandteile eine 2-Chromatiden-Chromosoms bezeichnet werden. In der Prometaphase wird die Kernhülle aufgelöst und die Mikrotubuli des Spindelapparates wachsen bis zu den Centromeren der Chromosomen. In der Metaphase werden die Chromosomen vom Spindelapparat alle in eine Ebene in der Mitte der Zelle bugsiert, die man Äquatorialebene nennt. In der Anaphase zieht der Spindelapparat die Chromatiden der Chromosomen auseinander bis an die gegenüber liegenden Pole der Zelle. Weit von einander entfernt liegt nun in beiden Hälften einer Zelle von jedem Chromosom jeweils ein Chromatid und man bezeichnet deshalb die Chromosomen von nun an bis zur nächsten S-Phase als 1-Chromatid-Chromosomen. In der Telophase löst sich der Spindelapparat auf, an den beiden Zellpolen bilden sich um die 1-Chromatid-Chromosomen herum neue Kernhüllen und in diesen dekondensieren die Chromosomen wieder. Das bedeutet, dass sie wieder ganz lang und dünn werden, sodass man keine einzelnen Chromosomen mehr erkennen kann. Man sieht nur noch eine einzige Masse, die man aufgrund ihrer Färbkarkeit Chromatin nennt.

mitotisch = die Mitose betreffend, durch Mitose

Mittelwert = Mit Mittelwert meint man in Biologie und Medizin in der Regel den empirisch ermittelten arithmetischen Mittelwert M = Summe aller Beobachtungs- oder Meßwerte dividiert durch die Anzahl der Meßwerte.

µM = mikromolar, 1 Millionstel Mol pro Liter

ml = Milliliter, 1 Tausendstel Liter

Modell heißt in den Naturwissenschaften nicht ein schöner Mensch, sondern eine Modellvorstellung ist ein Abbild der Wirklichkeit, dass so stark vereinfacht, dass Menschen es verstehen oder damit wenigstens die Phänomene der Natur erklären und korrekt vorhersagen können. Außerdem wird der Begriff Modell auch im Sinne von Vorbild benutzt.

Modifikation = Veränderung

Ein Mol (mol) eines Stoffes ist die Stoffmenge bzw. Masse, die 6,022045 · 1023 (Avogadro-Konstante) Atomen oder Molekülen entspricht. Abgeleitet ist diese Größe von der Stoffmenge einer Substanz, die aus ebenso vielen Teilchen besteht, wie Atome in 12 Gramm des Kohlenstoffnuklids 12C enthalten sind.

molar = Mol pro Liter (abgekürzt: M oder mM für millimolar etc.)

Molarität ist eine Einheit für die Stoffkonzentration. 1 molar im Hinblick auf einen bestimmten Stoff ist eine Lösung, wenn sie in einem Liter genau ein mol (also 6,023 • 1023 Teilchen) dieses Stoffes enthält. Man schreibt diese Einheit als ein großes "M". Ein Schulchemiebuch des Klett-Verlages bevorzugt statt des Begriffes Molarität die etwas seltsamen Begriffe Teilchenanzahlkonzentration und Stoffmengenkonzentration.

Molekül heißt eine chemische Verbindung aus mindestens zwei Atomen über wenigstens eine kovalente Elektronenpaarbindung.

molekular = auf der Ebene der Moleküle oder Moleküle betreffend

Molekularbiologen sind Biologen, welche ein umfangreiches Repertoire von Methoden der Molekularbiologie beherrschen.

Molekularbiologie nennen Biologen die Teildisziplin der Biologie, die biologische Phänomene auf der Ebene interagierender Moleküle untersucht. Von der Biochemie unterscheidet sie sich dadurch, dass sie nicht so genau die räumlichen Strukturen und Reaktionsmechanismen untersucht. Die Molekularbiologie baut auf den Ergebnissen der Biochemie auf und dient selbst heute vielen anderen biologischen Teildisziplinen als vor allem methodische Grundlage.

Molekularmasse = Molekülmasse = in der Einheit Dalton angegebene relative Molekularmasse als Summe aller Atommassen eines Moleküls relativ zu einem 1/12 der Masse eines 12C-Kohlenstoff-Atoms

Moll-Drüse (nach dem Augenarzt Jakob Antonius Moll) oder Wimperndrüse (Glandula ciliares conjunctivales) nennt man eine spezielle Schweißdrüse, die in den Haarbalg einer Wimper am Lidrand eines Auges mündet. Sie produziert eine Lipid-reiche Flüssigkeit mit antibakteriell wirkenden Proteinen (Lysozym, Antikörper (IgA), beta-Defensin-1, beta-Defensin-2 and Cathelicidin). Kommt es trotzdem zu einer Entzündung einer Moll-Drüse, nennt man die Schwellung Gerstenkorn (Hordeolum externum).

Monensin ist der Trivialname des Natriumsalzes des Monocarboxylsäure-Polyethers (C36H61O11Na oder 2-[5-Ethyltetrahydro-5-[tetrahydro-3-methyl-5-[tetrahydro- 6-hydroxy-6-(hydroxymethyl)-3,5-dimethyl-2H-pyran-2-yl]-2- furyl-9-hydroxy-beta-methoxy-alpha,gamma,2,8-tetramethyl- 1,6-dioxaspiro[4.5]decan-7-Buttersäure), welches von Streptomyces cinnamonensis gebildet wird. Monensin ist ein Natrium-Ionophor, fördert dem entsprechend den Austausch von Natrium gegen Protonen durch Zellmembranen hindurch und wirkt antibiotisch. Innerhalb von Zellen blockiert Monensin den Transport neu synthetisierter Proteine vom endoplasmatischen Retikulum in den Golgi-Apparat.

monochromatisch = einfarbig bzw. Licht oder allgemein elektromagnetische Wellen mit weitgehend einheitlicher Frequenz und Wellenlänge

monoglykosiliert = glykosiliert an einer Aminosäure-Signalsequenz für die Glykosilierung

monoklonal = von einem Klon, einheitlicher Herkunft und daher mit identischen Eigenschaften

Monokultur nennen Botaniker eine Anpflanzung vieler Pflanzen der selben Spezies.

Monomer heißt eine Grundeinheit eines polymeren Makromoleküls. Biologische Beispiele sind Aminosäuren als Monomere von Proteinen, Nukleotide als Monomere von Nukleinsäuren und Monosaccharide als Monomere von Polysacchariden. Leider sorgen auch bei diesem Fachbegriff manche für Verwirrung, indem sie auch einzelne Proteine in größeren Eiweiß-Aggregaten wie beipielsweise Prionen

Monosaccharid oder Einfachzucker nennt man ein Saccharid, das nur aus einer Grundeinheit mit 3-9 Kohlenstoff-Atomen besteht. An den Kohlenstoff-Atomen hängen außer einer Aldehydgruppe oder einer Ketogruppe noch mehrere Hydroxylgruppen. Viele Monosaccharide können auch ringförmig sein. Wichtige Monosaccharide sind die Triosen D- und L-Glycerinaldehyd, die Tetrosen D-Erythrose, D-Threose und D-Erythrulose, die Pentosen D-Ribose, D- und L-Arabinose, D-Xylose, D-Desoxyribose, D-Ribulose sowie D- und L-Xylulose sowie die Hexosen D-Glucose (Traubenzucker), D-Mannose, D-Galaktose (Schleimzucker), L-Rhamnose,6-Desoxy-D-glucose und D-Fructose (Fruchtzucker). Diese und einige andere Monosaccharide sind die Monomere der Disaccharide, Oligosaccharide und Polysaccharide.

Monozyten sind mit Durchmessern von 12-20 µm die größten Leukozyten. Sie haben meist nierenförmige oder gelappte Zellkerne und viel basophiles Zytoplasma mit zahlreichen Lysosomen und feinen azurophilen Granula. Monozyten entwickeln sich im Knochenmark aus blutbildenden Stammzellen, zirkulieren danach 1-3 Tage im Blut und differenzieren schließlich nach ihrem Eindringen in feste Gewebe zu relativ ortstreuen dendritischen Zellen oder Makrophagen, wenn sie durch Krankheitserreger aktiviert werden. In geringerem Maße als Makrophagen können auch Monozyten durch Phagozytose Fremdkörper aufnehmen, zerlegen und ihre Bestandteile als Antigene präsentieren.

Moose waren die ersten Landpflanzen, soweit wir wissen. Sie sind einfach aufgebaut, ohne Wurzeln und Blüten. Antheridien genannte männliche Geschlechtsorgane auf den obersten Blättchen entlassen Schwärmer genannte männliche Geschlechtszellen, die durch Regentropfen zu Archegonien genannten weiblichen Geschlechtsorganen schwimmen und darin mit weiblichen Eizellen verschmelzen. Dadurch entsteht auf einem Blatt eine neue Moos-Pflanzen mit doppeltem Bauplan. Diese wächst zu einer Minipflanze heran, die nur aus einem Stiel und einer Sporenkapsel besteht, in der Sporen gebildet werden. Dabei wird in den Sporen der doppelte (diploide) Bauplan wieder zu einem einfachen (haploiden) reduziert. Die Sporen verlassen die Sporenkapsel und fliegen weit weg. An geeigneten Orten wachsen aus den Sporen wieder neue Moos-Pflanzen heran. Geeignet für manche Moose sind sogar extreme Standorte wie Mauern und Hausdächer, auf denen es keinen Humus gibt, wo sich extrem kalte und heiße Temperaturen abwechseln und lange Trockenzeiten überstanden werden müssen.

Frauenhaarmoos mit der grünen geschlechtlichen und der braunen ungeschlechtlichen Generation
Frauenhaarmoos
Dieses Moospolster habe ich am Boden eines Laubmischwaldes photographiert.

Moospolster nennen Botaniker große Gruppen, dicht nebeneinander stehender Moos-Pflanzen.

Moosschicht nennen Biologen das flache Stockwerk ganz unten auf dem Waldboden, in dem Moose und Pilze leben. Die Moosschicht und insbesondere die darin lebenden Moose sind sehr wichtig für den Wald sowie ein wichtiger Schutz für uns Menschen vor Hochwasser und Erosion, weil sie sehr viel Wasser speichern und festhalten und dadurch das Regenwasser im Wald halten.

MPP ist eine gebräuchliche Abkürzung für multipotent progenitor oder multipotente Vorläuferzelle. So nennt man die Nachkommen der zweiten Stammzell-Tochterzellen, die keinen Platz in einer Stammzell-Nische gefunden und deshalb ihre Stammzellfähigkeit verloren haben.

Morbus ist das lateinische Wort für Krankheit. In Deutschland ist es üblich, Krankheiten Morbus in Kombination mit dem Namen des Entdeckers zu nennen.

Morphologie = Gestalt und Aufbau eines Körpers oder eines Organes

morphologisch = die Gestalt und den Aufbau eines Körpers oder eines Organes betreffend

Mortalität = Verhältnis der während eines bestimmten Zeitraumes vorgekommenen Todesfälle (bezogen auf eine bestimmte Krankheit) zur Gesamtzahl der statistisch erfaßten Individuen (tot oder lebendig).

Morula nach oben
Morula nennen Biologen einen durch 4-5 Zellteilungen aus einer Zygote hervorgegangenen Zellhaufen aus 16-32 embryonalen Stammzellen, der einer Brombeere, Himbeere oder Maulbeere (lateinisch: Morula) ähnelt. Manchmal werden auch Zellhaufen mit 8 oder 64 Zellen als Morula bezeichnet. Äußerlich sehen die inneren und äußeren Zellen der Morula noch gleich aus, aber die äußeren Zellen an der Oberfläche haben sich untereinander fest verbunden (durch Gap Junctions und Tight Junctions). Sie bilden zunächst eine Nährhöhle und später Eihäute sowie die embryonalen Teile des Mutterkuchens (Plazenta), während die lockerer verbundenen (nur durch Gap Junctions) inneren Zellen später den eigentlichen Embryo im engeren, biologischen Sinne bilden.
Beginn der Embryogenese bis zur Morula
Beginn der Embryogenese bis zur Morula
Henry Gray, Anatomy of the Human Body. Philadelphia: Lea & Febiger, 1918; Bartleby.com, 2000.
a) Zweizellstadium, b) Vierzellstadium, c) Achtzellstadium, d) frühe Morula, e) späte Morula, z.P.: Zona Pellucida, p.gl. Polkörperchen

mRNA ist die international übliche Abkürzung für Boten-RNA, wobei das "m" für messenger steht (messenger ribonucleic acid = Botenribonukleinsäure). Jede mRNA ist eine von einem Gen abgelesene Kopie, welche die Erbinformation aus dem Zellkern in der Zelle zu den Orten der Eiweiß-Produktion transportiert.

MRT = Magnetresonanztomographie oder Kernspintomographie, englisch auch MRI für Magnetic Resonance Imaging oder NMR für Nuclear Magnetic Resonance, die aber eigentlich nur die physikalische Grundlage für das Magnetic Resonance Imaging ist

Mukosa, Tunica mucosa oder Schleimhaut (Schleim heißt lateinisch mucus.) heißen in Körpern Hohlräume auskleidende, normalerweise von selbst produziertem Schleim überzogene Epithele.

motorisch = Bewegung betreffend (z.B. Bewegung steuernd oder Skelettmuskeln aktivierend)

motorische Platten heißen die flachen Endknöpfchen an den Enden motorischer Nerven. Sie vergrößern die Kontaktfläche zum Muskel.

Müller-Muskel oder Musculus compressor lentis heißt im Ziliarkörper der Ringmuskel, der im Auge die Hauptarbeit bei der Akkommodation leisten.

Multipotent nennt man Stammzellen, die anders als totipotente Stammzellen nicht mehr alle Zellen der frühen embryonalen und extraembryonalen Gewebe und im Gegensatz zu den pluripotenten Stammzellen auch nicht mehr alle Zellen des Körpers bilden können. Multipotente Stammzellen können aber noch mehrere Zelltypen bilden.

Musculus compressor lentis oder Müller-Muskel heißt im Ziliarkörper der Ringmuskel, der im Auge die Hauptarbeit bei der Akkommodation leisten.

Musculus ciliaris = Ziliarmuskel

Musculus dilatator pupillae heißt die Summe aller glatten Muskelzellen, die im mittleren Bereich der Iris von innen nach außen ziehen. Ziehen sich diese Muskelzellen zusammen, dann wird die Iris schmaler und die Pupille größer, sodass mehr Licht ins Auge dringt. Gegenspieler ist der Musculus sphincter pupillae

Musculus levator palpebrae superioris oder Oberlidheber heißt ein dünner Muskel, der von hinten knapp unter dem Knochen über das menschliche Auge hinweg bis zum Lidknorpel reicht und diesen nach hinten oben zieht, um das obere Augenlid zu öffnen.

Musculus longissimus = langer Rückenmuskel, beim Tier Musculus longissimus dorsi

Musculus masseter = Kaumuskel zwischen dem unteren Rand des Jochbeins und dem Kieferwinkel

Musculus rectus medialis oder innerer gerader Augenmuskel heißt ein auf der Nasenseite neben dem Augapfel liegender Muskel, der den Augapfel nach innen dreht.

Musculus rectus superior oder oberer gerader Muskel heißt ein auf dem Augapfel liegender Muskel, der den Augapfel nach oben dreht.

Musculus semitendinosus = Halbsehnenmuskel (vom Sitzbeinhöcker zum Schienbein ziehender Oberschenkel- und Unterschenkelbeuger)

Musculus sphincter pupillae heißt der Ringmuskel, der in der Iris die Pupille umgibt. Zieht er sich zusammen, dann wird die Iris in Richtung Pupille gestreckt, sodass die Pupille kleiner wird und weniger Licht ins Auge dringt. Gegenspieler ist der Musculus dilatator pupillae

Muskelspindel nennt man ein winziges Sinnesorgan, das in einem Muskel steckt. Es meldet an das Zentralnervensystem den Dehnungszustand der 5-10, beim Menschen 1-3 Millimeter langen und von einer gemeinsamen Bindegewebshülle (Faszie) umgebenen quergestreiften Muskelfasern, aus denen es besteht. Muskelspindeln sind bis zu 10 Millimeter lang und größere Muskeln enthalten davon mehrere Hundert. Je mehr Muskelspindeln ein Muskel besitzt, desto feiner können seine Bewegungen gesteuert werden. Muskelspindeln gehören zur Gruppe der Propriozeptoren. Bei plötzlicher Dehnung des Muskels lösen sie den so genannten Dehnungsreflex aus, wodurch sich der Muskel wieder zusammenzieht.

Muskelspindelreflex
Muskelspindelreflexe (Dehnungsreflexe) verhindern die Überdehnung von Muskeln und stabilisieren ihre Spannungszustände. Das wohl bekannteste Beispiel für einen Muskelspindelreflex ist der Kniesehnenreflex.
Klopft man mit einem Hämmerchen auf das Kniescheibenband, dann wird dieses dadurch nach innen verschoben und verbogen. Infolgedessen werden die Kniescheibe und der obere Teil der Sehne nach unten gezogen. Dabei dehnt die kaum dehnbare Sehne ein wenig den Muskel (Schenkelstrecker). Gleichzeitig werden auch die in diesem Muskel steckenden Muskelspindeln (Dehnungs-Sinneszellen) gestreckt und melden das durch elektrische Signale an das Rückenmark. Darin verzweigt sich das den Reiz meldende Axon und aktiviert zwei Nervenzellen - eine motorische und eine kleine Zwischennervenzelle (Zwischenneuron). Der Axonhügel der motorischen Nervenzelle erzeugt daraufhin einen elektrischen Impuls (Aktionspotential) und leitet diesen durch sein Axon zurück in den gedehnten Muskel. Dort verzweigt sich das Axon und seine wegen ihrer besonders großen Fläche motorische Platten genannten Endknöpfchen übertragen das Aktionspotential auf mehrere Muskelfasern. Diese werden dadurch veranlasst, sich zusammenzuziehen und so die passive Dehnung des Muskels auszugleichen. Gleichzeitig hemmt das kurze Zwischenneuron die motorische Nervenzelle, die ansonsten vielleicht gleichzeitig den Gegenspieler des gestreckten Muskels aktivieren würde. Das folgende Schema soll diesen Vorgang veranschaulichen.
Kniesehnenreflex
Meine Zeichnung zeigt nur die Strukturen um das Knie und im Rückenmark, die für das Verständnis des Kniesehnenreflexes nötig sind. Der Oberschenkel enthält vor und hinter dem Oberschenkelknochen noch etliche nicht gezeigte Muskeln.

Mutation nennt man in der Biologie eine Änderung im Bauplan eines Lebewesens oder einer Spezies in der Sequenz eines begrenzten Bereich einer Nukleinsäure.

Mutterkuhherde = eine Rinderherde, in der die Kälber bei den Müttern bleiben und von diesen gesäugt werden (Diese besonders natürliche Haltungsform eignet sich schlecht zur Milchgewinnung und kommt daher praktisch nur bei Fleischrassen vor.)

Myelencephalon = Nachhirn, bestehend aus dem verlängerten Rückenmark (Medulla oblongata)

myeloid = (knochen)markähnlich (vom griechischen myelos, das Mark oder auch Knochenmark), das Knochenmark betreffend, von ihm ausgehend. Bezogen auf die Leukozyten nennt man diejenigen myeloid, die nicht zu den Lymphozyten gehören, also die verschiedenen Granulozyten, Mastzellen, Monozyten und Makrophagen, aber auch Erythrozyt und Megakaryozyt sowie deren Vorläuferzellen. Der Begriff myeloid wird synonym zum Begriff myeloisch gebraucht.

myeloisch = (knochen)markähnlich (vom griechischen myelos, das Mark oder auch Knochenmark), das Knochenmark betreffend, von ihm ausgehend. Bezogen auf die Leukozyten nennt man diejenigen myeloisch, die nicht zu den Lymphozyten gehören, also die verschiedenen Granulozyten, Mastzellen, Monozyten und Makrophagen, aber auch Erythrozyt und Megakaryozyt sowie deren Vorläuferzellen. Der Begriff myeloisch wird synonym zum Begriff myeloid gebraucht.

Myelomzelle = neoplastische Plasmazelle = Zellen eines Plasmozytoms oder eines multiplen Myeloms = krebsartig entartete Plasmazelle. Man kann Myelomzellen deshalb praktisch unbegrenzt in Kulturmedium vermehren. Besondere Bedeutung besitzen Myelomzelllienien, die aufgrund eines die Purinsysnthese betreffenden genetischen Defekts im sogenannten HAT-Medium nicht wachsen können. Fusioniert man immunisierten Tieren frisch entnommene B-Lymphozyten mit diesen genetisch defekten Myelomzellen, dann entstehen sogenannte Hybridomzellen, welche die potentielle Unsterblichkeit der Myelomzelle mit den Fähigkeiten des Lymphozyten kombinieren, in HAT-Medium zu wachsen und einen bestimmten Antikörper zu produzieren.

Mykorrhiza nennt man heute die Symbiose zwischen einer Pflanze und einem Pilz oder die Symbiose zwischen einer Pflanzenwurzel und einem Pilz oder auch nur den Teil einer Pflanzenwurzel, in welchem sich feine Wurzelteile mit einem kleinen Teil eines Pilzes zu einem besonderen Organ zum Austausch wichtiger Stoffe zwischen den beiden Symbionten verbunden haben. Zu diesem Zweck öffnen sich die Wurzelspitzen junger Pflanzen für besonders an ihre Spezies angepasste Pilzarten und lässt zu, dass Hyphen zwischen und teilweise sogar in ihre Zellen hinein wachsen. So entsteht eine riesige Kontaktfläche zwischen Pflanze und Pilz, über die der Pilz Wasser und Mineralstoffe an die Pflanze liefert und umgekehrt von dieser mit dem Traubenzucker und anderen wichtigen Stoffen versorgt wird, welche nur die Pflanze produziern kann.

Myoglobin ist ein Sauerstoff bindender roter Muskelfarbstoff analog zum roten Blutfarbstoff Hämoglobin, aber mit nur einer das Häm bindenden Peptidkette.

Myokine (Myo von griechisch Mys für Muskel und kinos für Bewegung) sind rund 400 verschiedene hormonähnliche Botenstoffe, die zumindest in Säugetieren von arbeitenden Muskeln ausgeschüttet werden. Sie sollen Peptid-Hormone sein und gelten seit 2007 als Unterart der Interleukine (IL-x), die wiederum zu den Zytokinen zählen. Den Namen gab ihnen ihre Entdeckerin Bente Klarlund Pedersen. Vermittelt durch die Myokine hat offenbar die Muskelaktivität positive Wirkungen auf Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und Krebs.

Myozyt = Muskelzelle

Myzel
Pleurotus_ostreatus
Ausschnitt eines Photos von Tobi Kellner, das er unter der Lizenz CC BY-SA 3.0 zur Verfügung stellte
Myzel nennt man das aus vielen Hyphen bestehende Fadengeflecht, das den Körper eines mehrzelligen Pilzes bildet.

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Roland Heynkes, CC BY-SA-4.0