Wörterbuch u.a. für in meinem Unterricht verwendete Fachausdrücke mit dem Anfangsbuchstaben A

Roland Heynkes, 13.11.2018

Abgeschlossenes System nennt man ein System, das mit seiner Umgebung nicht wechselwirkt und weder Energie, noch Informationen oder Stoffe austauscht.

abiotisch = nichtbiotisch

Abiotische Umweltfaktoren sind in Ökosystemen auf darin lebende Lebewesen wirkende Umweltfaktoren, die nichts mit anderen Lebewesen zu tun haben.

absorbieren = aufsaugen, verschlucken (siehe Absorption)

Absorption nennt man

Achromatopsie, Achromasie oder Farbenblindheit heißt eine seltene Farbsinnesstörung, bei der gar keine Farben, sondern nur Hell-Dunkel-Kontraste wahrgenommen werden können. Gemeint ist mit dem Begriff Farbenblindheit allerdings oft die Rot-Grün-Sehschwäche, die in Wirklichkeit keine Farbenblindheit ist, sondern nur eine besonders unter Männern relativ häufige (ca. 5 %), auf dem X-Chromosom vererbte Sehschwäche oder Farbenfehlsichtigkeit (Farbwahrnehmungs-Anomalie).

Acker oder Feld heißt eine landwirtschaftlich genutzte Fläche, auf welcher Menschen die gesamte natürliche Vegetation entfernt haben, um darauf Kulturpflanzen (Nutzpflanzen) anzubauen.

Ackerbau heißt die Produktion von Kulturpflanzen (Nutzpflanzen) auf einem Acker.

Ackerboden nennt man die durch jahrelange Bearbeitung und Nutzung als Acker entstehende spezielle Art von Boden. Ackerboden ist längst nicht so locker und reich an Humus wie Waldboden. Es gibt im Ackerboden auch nicht so viele Bodenlebewesen. Ackerboden ist üblicherweise besonders stark der Erosion ausgesetzt, weil er in der konventionellen Landwirtschaft oft längere Zeit frei von Vegetation ist.

Acylgruppe
Acylgruppe Acylgruppe heißt eine funktionelle Gruppe, deren zentrales Kohlenstoff-Atom mit einem organisch-chemischen Rest und über eine Doppelbindung mit einem Sauerstoff-Atom verbunden ist.

Adaptation bedeutet Anpassung. In der Ökologie meint man damit die Anpassung der Spezies an ihre Umwelten. Als Adaptation bezeichnet man aber auch die Anpassung unserer Augen an unterschiedliche Helligkeit in unserem Gesichtsfeld. Diese Anpassung geschieht einerseits blitzschnell durch den Pupillenreflex und zusätzlich deutlich langsamer, aber um Größenordnungen stärker durch Veränderungen in den Lichtsinneszellen (Photorezeptoren) und Reaktionen der darüber liegenden Nervenzellen in der Netzhaut (retinale Adaptation).

adaptiert = angepaßt

adäquat = passend, geeignet, angemessen

Ein adäquater Reiz ist ein Reiz, auf den eine Sinneszelle sinnvoll reagieren kann. Kein Reiz ist adäquat an sich, sondern immer nur im Bezug auf einen bestimmten Typ von Sinneszelle.

Adenin (abgekürzt A) nennt man die Purin-Base 6-Aminopurin, die mit D-Ribose bzw. D-Desoxyribose die Nukleoside Adenosin bzw. Desoxyadenosin bildet.

Adenosin (abgekürzt A) nennt man ein aus der Purin-Base Adenin und der Pentose (Zucker mit 5 Kohlenstoff-Atomen) D-Ribose gebildetes Nukleosid. Durch Veresterung von Adenosin-Nukleosiden mit Phosphorsäure entstehen die Nukleotide Adenosinmonophosphat (AMP), Adenosindiphosphat (ADP) und Adenosintriphosphat (ATP). AMP ist einer der 4 normalen Bausteine der RNA, ATP ist ein wichtiger Energieträger.

Die meisten Adenoviren sind Schnupfenviren. Wir können sie mit keiner Medizin, sondern nur durch Stärkung unseres Immunsystems mit ausreichend Schlaf, wenig Stress, abwechslungsreiche Ernährung und Sport in Schach halten.

Ader heißt in der Medizin ein Blutgefäß, in dem das Blut durch den Körper fließt. In der Botanik bezeichnet man Wasserleitungen in den Blättern als Blattadern. In beiden Fällen ist im Grunde ein Rohr für den Transport einer Flüssigkeit gemeint.

Aderhaut = Choroidea

Adipositas = krankhaftes Übergewicht

ADP
ADP aus Wikimedia Commons ADP steht in der Molekularbiologie für Adenosindiphosphat. ADP ist ein Nukleotid der Ribonukleinsäure RNA, nämlich das Diphosphat des Nukleosids Adenosin.
Diese Zeichnung wurde anonym der Wikimedia Commons zur Verfügung gestellt.
Adrenalin oder Epinephrin heißt ein im Nebennierenmark gebildetes Hormon, das durch den Blutkreislauf binnen Sekunden fast jede Zelle des Körpers erreicht und unerschiedlichste Reaktionen wie Pulserhöhung, Blutgefäßverengung, Bronchiolenerweiterung, Fettabbau, Produktion und Freisetzung von Glucose oder eine Reduktion der Verdauungsaktivitäten anstößt. In Synapsen adrenerger Nervenzellen des Zentralnervensystems ist Adrenalin ein Neurotransmitter. Adrenalin bindet an und aktiviert G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, die sogenannten Adrenozeptoren. Adrenalin kann das Ablesen (Transkription) verschiedener Gense epigenetisch blockieren.
Adrenalin
anonymer Neurowissenschaftler, Public domain

afferent = vom Zentrum nach außen fortführend

Affinität ist in der Biochemie ein Maß für die Neigung von Molekülen, mit anderen Molekülen eine Bindung einzugehen, z. B. zwischen den Bindungspartnern bei Protein-Ligand-Wechselwirkungen.

Agens nennt man einen medizinisch wirksamen (z.B. krankmachenden) Stoff.

Aggregat nennt man in der TSE-Forschung einen Klumpen von Prionproteinen.

Aggregatzustand nennt man den von der Temperatur und Druck abhängigen Zustand eines Stoffes, der normalerweise entweder fest, flüssig oder gasförmig ist. Die Physiker unterscheiden noch einige nichtklassische Aggregatzustände, von denen der Normalbürger aber höchstens das Plasma kennt.

Aggregieren bedeutet eigentlich nur anhäufen oder zusammen ballen. In der TSE-Forschung meint man damit aber meistens kein einfaches Anhäufen unter einander nicht interagierender Moleküle, sondern die Verklumpung fest aneinander gebundener Prionproteine, die sich dadurch gegenseitig stabilisieren und gegen äußere Einflüsse abschirmen.

Agonist = Agierender, Wirkender, Wirkstoff, mit abnehmender Anspannung seines Antagonisten (Gegenspielers) sich zunehmend anspannender Muskel

Akkommodation (von lateinisch accommodare: "anpassen, anlegen") nennt man die Einstellung des Auges auf unterschiedliche Entfernungen durch Anpassung der Brechkraft der Linse.

Aktionspotential nennt man eine elektrische Erregung, die sich entlang einer Zellmembran ausbreitet, weil vorübergehend geöffnete Ionenkanäle eine plötzliche Änderungen der Verteilung von Ionen innerhalb und außerhalb der Membran bewirken, die in ihrer näheren Umgebung wiederum die vorübergehende Öffnung spannungsgesteuerter Ionenkanäle bewirken. Typisch für Aktionspotentiale ist, dass die Änderung der Ladungsverteilung einen Schwellenwert überschreiten muß. Ist die Änderung zu klein, öffnen sich die Ionenkanäle nicht. Typisch ist auch, dass Aktionspotentiale immer gleich stark sind und sich entlang einer bestimmten Membran immer gleich schnell ausbreiten. Zwischen zwei Aktionspotentialen liegt eine kurze Erholungspause (Refraktärzeit), in welcher die ursprüngliche Verteilung der Ionen wiederhergestellt wird. Vor und nach dem Aktionspotential existiert ein Ruhepotential, welches durch negativ geladene Proteine im Zellinneren sowie durch eine Natrium-Kalium-Ionenpumpe erzeugt wird. Die Ionenpumpe spaltet ein ATP-Molekül und nutzt die dabei frei werdende Energie, um jeweils ein Kalium-Ion in die Zelle hinein und zwei Natrium-Ionen aus ihr heraus zu pumpen. Dadurch entsteht außerhalb der Zelle ein Überschuss positiver Ladung. Es baut sich eine elektrische Spannung auf zwischen dem negativ geladenen Zellinneren und der positiv geladenen Zellaußenseite. Außerdem entstehen Konzentrationsgefälle mit mehr Natrium-Ionen außen und mehr Kalium-Ionen in der Zelle. Diese Ladungsdifferenz kann dadurch reduziert werden, dass in Synapsen bestimmte Neurotransmitter an Rezeptoren binden nd diese darauf mit der Öffnung bestimmter Ionenkanäle reagieren. Diese Ladungsdifferenz kann aber auch dadurch reduzier werden, dass ein elektrisches Aktionspotential in seiner Nachbarschaft einige spannungsabhängige Natrium-Ionenkanäle öffnet. Dann fließen nämlich positiv geladene Natrium-Ionen in die Zelle und reduzieren die Ladungsdifferenz. Unterschreitet diese Ladungsdifferenz einen bestimmten Schwellenwert, dann öffnen sich plötzlich alle spannungsgesteuerten Natrium-Ionenkanäle und es fließen soviele positive Natrium-Ionen in die Zelle, dass kurzfristig sogar zu einem Überschuss positiver Ladung in der Zelle kommt. Dann aber beginnen sich die Natrium-Ionenkanäle wieder zu schließen und es öffnen sich die etwas verzögert reagierenden spannungsgesteuerten Kalium-Ionenkanäle. Angetrieben durch den Überschuss positiver Ladung und zusätzlich angetrieben durch den Überschuss von Kalium-Ionen in der Zelle, strömen nun soviele Kalium-Ionen aus der Zelle hinaus, dass die Zellaußenseite wieder positiver als die Zellinnenseite wird. Meistens wird dadurch die Ladungsdifferenz sogar größer als beim Ruhepotential. Man nennt das Hyperpolarisierung und sie erschwert die erneute Auslösung eines Aktionspotentials. Diese Phase reduzierter Erregbarkeit nennt man Refraktärzeit. Dann schließen sich auch die spannungsgesteuerten Kalium-Ionenkanäle und die Natrium-Kalium-Ionenpumpe erzeugt wieder das normale Ruhepotential.

Aktivator nennt man in der Biochemie einen Effektor, der die Reaktionsgeschwindigkeit einer Enzym-katalysierten chemischen Reaktion erhöht.

Aktive Impfung heißt die Verabreichung chemisch, durch Wärme oder durch Strahlungsenergie geschwächter oder toter Krankheitserreger oder gentechnisch hergestellter Antigene besonders gefährlicher Krankheitserreger. Die unschädlich gemachten ehemaligen Krankheitserreger oder deren Antigene werden im geimpften Organismus von manchen B-Lymphozyten (B-Zellen), von einigen dendritischen Zellen und von Makrophagen gefressen und zerlegt. Peptide der Krankheitserreger werden auf MHC-2-Präsentiertellern präsentiert. Während dessen wandern die dendritischen Zellen zu nahegelegenen Lymphknoten. Dort werden ihre Präsentierteller von T-Zell-Rezeptoren zahlreicher T-Helferzellen abgetastet. Passt ein T-Zell-Rezeptor sowohl auf einen MHC-2-Präsentierteller als auch zu dem darauf liegenden Peptid, dann wird die T-Helferzelle aktiviert. Daraufhin teilt sie sich und ihre Nachkommen suchen mit vereinten Kräften nach einer B-Zelle, auf deren MHC-2-Präsentierteller das gleiche (nicht das selbe) Peptid liegt, welches die T-Helferzelle schon auf dem MHC-2-Präsentierteller der dendritischen Zelle "erkannt" hatte. Passen der T-Zell-Rezeptor und das Peptid auf dem MHC-2-Präsentierteller der B-Zelle wie Schloss und Schlüssel zusammen, dann wird die B-Zelle aktiviert. Dann vermehrt auch sie sich durch mehrfache Zellteilung und die meisten ihrer Tochterzellen differenzieren dabei langsam zu total auf die Massenproduktion von Antikörpern spezialisierten Plasmazellen. Manche der Tochterzellen werden aber auch zu Gedächtniszellen, die noch viele Jahre in Bereitschaft bleiben, um uns vor dem Krankheitserreger zu schützen, gegen den wir geimpft wurden.

Aktives Zentrum nennt man in der Biochemie den Teil eines Enzyms, der ein Substrat bindet und in eine chemische Reaktion drängt.

Aktivierungsenergie nennt man ganz allgemein die Energie, die erforderlich ist, um die Energie eines Teilchens auf ein höheres Niveau zu heben, auf dem das Teilchen dann zu ihm vorher nicht möglichen Aktivitäten fähig ist. Im Zusammenhang mit chemischen Reaktionen meint man mit Aktivierungsenergie die Energiemenge, welche die Ausgangsstoffe (Edukte) mindestens besitzen müssen, damit eine bestimmte chemische Reaktion überhaupt beginnen kann. Normalerweise besitzen die einzelnen Teilchen eines Stoffes ein breites Spektrum unterschiedlich großer kinetischer Energien, sodaß ein je nach der Höhe der Aktivierungsenergie größerer oder kleinerer Teil der Teilchen über die notwendige Aktivierungsenergie verfügt und tatsächlich reagiert. Diesen Anteil reagierender Teilchen und damit auch die Reaktionsgeschwindigkeit kann man steigern oder reduzieren, indem man einem Stoffgemisch Licht oder kinetische Energie in Form von Wärmeenergie zuführt oder entzieht. Die chemische Reaktion selber kann dann insgesamt Energie verbrauchen (endotherm) (genauer gesagt in chemischen Bindungen speichern) oder auch Energie freisetzen (exotherm). Verbraucht eine chemische Reaktion Energie, dann reduziert sie den Anteil der Teilchen mit ausreichender Aktivierungsenergie und bremst sich dadurch selber ab. Setzt aber eine chemische Reaktion Energie frei, dann erhöht sie dadurch den Anteil der Teilchen der Ausgangsstoffe, die über die notwendige Aktivierungsenergie verfügen und reagieren können. Dadurch beschleunigen sich solche Reaktionen selber und man muss ihnen nur anfangs etwas Aktivierungsenergie zuführen. Mit Katalysatoren kann man die für chemische Reaktionen erforderlichen Aktivierungsenergien reduzieren. Die Aktivierungsenergie wird meist in Joule/mol angegeben. Dies zeigt, dass natürlich die benötigte Aktivierungsenergie mit der Menge der Stoffe zunimmt, die man aktivieren möchte. Andererseits muss man oft nur einen winzigen Teil eines Stoffes aktivieren, weil sich die einmal in Gang gesetzte chemische Reaktion danach selbst erhält. Man braucht für einen großen Heuballen genau wie für einen kleinen nur ein Streichholz, um ihn anzuzünden.

Akut bedeutet bezogen auf Krankheiten, dass diese plötzlich mit heftigen Beschwerden auftreten und entweder zum Tode führen oder vollständig wieder verschwinden. Es kommt aber auch vor, dass akute Krankheiten beispielsweise aufgrund von Behandlungsfehlern chronisch werden, also nicht aufhören. (Seite 10 in Bernd Biermann und Doris Kaiser: Gesund leben. Lehrbuch. Biologie - Gesundheitslehre - Hygiene für Berufs- und Berufsfachschulen. Bildungsverlag Eins; 1. Auflage, korrigierter Nachdruck, 2003, ISBN-10: 3-427-91375-9 http://www.bildungsverlag1.de)

Aldehyde sind Moleküle mit mindestens einer Aldehydgruppe.

Aldehydgruppe nennt man eine funktionelle Gruppe, in der an ein Kohlenstoff-Atom ein Wasserstoffatom und über eine Elektronenpaar-Doppelbindung ein Sauerstoff-Atom gebunden ist (-CH=O). Im Grunde enthält eine Aldehydgruppe ihrerseits wiederum eine funktionelle Gruppe, nämlich eineCarbonylgruppe. Die Carbonylgruppe bestimmt wesentlich die Eigenschaften der Aldehydgruppe und macht sie polar, reaktionsfreudig und schwach sauer. In dieser zieht das Sauerstoff-Atom die beiden Elektronenpaare stark zu sich hin und sorgt so für einen Elektronenmangel, also eine positive Teilladung am Kohlenstoff-Atom. Dieses positiv polarisierte Kohlenstoff-Atom zieht negative Ladungen und Teilladungen an und wird dadurch zum Ziel nukleophiler Angriffe. Wegen seiner positiven Polarisierung zieht dieses Kohlenstoff-Atom seinerseits verstärkt an dem Elektronenpaar, welches es sich mit dem Wasserstoffatom teilt. Dadurch kann dieses leichter als Proton abgespalten werden. Außerdem zieht eine Aldehydgruppe meistens das gemeinsame Elektonenpaar zu sich, wenn sie an ein Kohlenstoff-Atom gebunden ist.

Alge ist, wie üblich in der Biologie, ein unklarer Begriff. Als Algen bezeichnet man grundverschiedene, nicht näher mit einander verwandte Arten von Lebewesen, die aber alle ihre Energie durch Fotosynthese gewinnen. Da wären die sogenannten Blaualgen, die eigentlich Cyanobakterien und keine Algen sind. Echte Algen sind die Grünalgen, die Chloroplasten besitzen und zu den Pflanzen zählen. Als Algen im engeren Sinne bezeichnet man aber gerade keine Vielzeller, sondern nur grüne Protisten. Als Algen im weiteren Sinne bezeichnet man im Wasser lebende, eukaryotische, aber nur pflanzenähnliche Lebewesen.

Alkalisch nennt man alles, was einen pH-Wert über 7 besitzt bzw. verursacht.

Alkan nennt man unverzweigte und nicht ringförmige Kohlenwasserstoffe mit der allgemeinen Formel (CH2)nH2. Sie besitzen nur einfache Atombindungen.

Alken (früher Olefin) nennen Chemiker einen Kohlenwasserstoff mit mindestens einer Doppelbindung zwischen zwei Kohlenstoff-Atomen.

Alkin nennen Chemiker einen Kohlenwasserstoff mit mindestens einer Dreifachbindung zwischen zwei Kohlenstoff-Atomen.

Alkohol nennen Chemiker einen nicht aromatischen (aliphatischen) Kohlenwasserstoff mit mindestens einer Hydroxygruppe (Hydroxylgruppe). Umgangssprachlich meint man mit Alkohol meistens Ethanol oder Getränke mit Ethylalkohol (Ethanol).

Alkylgruppe heißt ein aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen bestehender Teil eines Moleküls.

Allantois heißt bei Reptilien, Vögeln und Säugetieren die embryonale Harnblase. Sie ist eine Ausstülpung des embryonalen Enddarms und dient unter anderem zur Aufbewahrung des Oxidationswassers und anderer Stoffwechselendprodukte. Die Allantois ist häufig mit Blutgefäßen durchzogen.

Allel nennt man eine von mehreren Varianten eines Gens.

Allergen nennt man einen Stoff, eine Substanz oder eine größere Strukturen, die eine Allergie auslösen kann.

Allergie nennt man eine Überreaktion des Immunsystems.

allosterisch = an anderer Stelle, an einem anderen Ort, eine andere räumliche Anordnung (Gestalt) oder die Existenz mehrerer räumlicher Anordnungen

Allosterische Hemmung nennt man die Inhibition eines Enzyms (genauer allosterischen Enzyms) durch die Bindung eines Inhibitors an einem allosterisches Zentrum.

Allosterische Regulation nennen Biologen die Regulation einer Enzym-Aktivität durch die Bindung eines meist kleinen Effektor-Moleküls an einer anderen Stelle (dem allosterischen oder regulativen Zentrum) als dem aktiven Zentrum eines allosterischen Enzyms.

Allosterisches Enzym nennen Biologen ein Enzym mit 2 Bindungsstellen und mehr als einer stabilen räumlichen Struktur. An einem regulativen (allosterischen) Zentrum kann ein Effektor-Molekül binden und dabei die Form des Enzyms so verändern, dass das aktive Zentrum entweder von einem aktiven in einen inaktiven (inhibierten) oder von einem inaktiven in einen aktiven (aktivierten) Zustand wechselt. Die meisten allosterischen Enzyme sind aus mehreren Untereinheiten zusammengesetzt und die räumlichen Anordnungen der Untereinheiten beeinflussen sich gegenseitig.

Allosterisches Protein nennen Biologen ein Protein mit mehreren stabilen Tertiärstrukturen.

Allosterisches Zentrum nennen Biologen eine der allosterischen Regulation dienende Bindungsstelle eines allosterischen Enzyms abseits des aktiven Zentrums. Durch die Bindung eines Effektors am allosterischen Zentrum ändert sich die Tertiärstruktur des Enzyms, sodass das aktive Zentrum entweder von einem aktiven in einen inaktiven (inhibierten) oder von einem inaktiven in einen aktiven (aktivierten) Zustand wechselt.

Alterspyramide = Eigentlich ist eine Alterspyramide ein Balken-Diagramm, in dem der Anteil jeder Altersgruppe an einer Population durch einen Balken dargestellt wird. In stabilen Populationen gibt es viele Zugänge in den jüngsten Altersgruppen und Abgänge in allen älteren Altersgruppen. Darum werden die Altersgruppen wie bei einer Pyramide mit zunehmendem Alter immer kleiner. Schrumpft beispielsweise eine Bevölkerung aufgrund zu geringer Geburtenzahlen, dann kann sich die Pyramide auch umkehren. Neben dieser Diagrammform nennt man auch das Phänomen selbst Alterspyramide, um entsprechende Alterstrukturen von Populationen anschaulich zu beschreiben.

Alterung kann bedeuten, dass etwas (z.B. eine Gesellschaft) einfach älter wird. Man spricht aber nicht von Alterung, wenn ein Kind älter wird. Gemeint sind mit Alterung meistens die mit höherem Alter einhergehenden gesundheitlichen Probleme und die allgemein nachlassende Leistungsfähigkeit.

Amblyopie oder Schwachsichtigkeit nennt man eine während der frühen Kindheit durch unzureichende Entwicklung des Sehsystems entstandene Sehschwäche eines oder seltener beider Augen. Dabei ist oft ein Problem mit den Augen die Ursache und die Folge ist eine mangelhafte Entwicklung im Gehirn. Deshalb lässt sich eine Amblyopie später nicht mehr wesentlich verbessern, wenn man das Problem der Augen behebt.

Amid
Amid Amid heißt eine chemische Verbindung, die sich formal von Ammoniak (NH3) ableitet. Es kann statt Ammoniak auch die Aminogruppe einer Aminosäure sein. Jedenfalls ist in einem Amid ein mit dem Stickstoff-Atom verbundenes Wasserstoffatom durch einen Säurerest (meist eine Acylgruppe) ersetzt.

Amin nennt man einen organisch-chemischen Abkömmling (Derivat) des Ammoniaks (NH3), bei dem ein oder mehrere Wasserstoffatome durch Alkyl- oder Arylgruppen ersetzt sind.

Aminogruppe nennt man eine funktionelle Gruppe, in der zwei Wasserstoffatome über einfache Elektronenpaar-Bindungen an ein Stickstoffatom (-NH2) gebunden sind. Das Stickstoffatom zieht die gemeinsamen Elektronenpaare etwas zu sich hin, aber nicht stark genug, um eine Abspaltung von Protonen wahrscheinlich zu machen. Der partiell negativ geladene Stickstoff kann aber als Base fungieren und an seinem freien Elektronenpaar beispielsweise ein Proton binden. Auerdem kann das Stickstoffatom einer Aminogruppe sein freies Elektronenpaar zu dem Kohlenstoff-Atom herüber klappen, über das sie an den Rest des Moleküls gebunden ist.

Aminosäuren sind die Bausteine oder Monomere der Proteine und besitzen ein Kohlenstoffatom, an dem gleichzeitig eine alkalische (basische) Aminogruppe (-NH2), eine saure Carboxylgruppe (COOH), ein Wasserstoffatom und ein bei verschiedenen Aminosäuren unterschiedlicher Molekülrest hängen.

Aminosäurekette nennt man eine Kette aus Aminosäuren, die man je nach ihrer Länge auch Peptid oder Protein nennen kann.

Aminosäuresequenz nennt man die Sequenz der Aminosäuren in einem Peptid oder Protein.

aminoterminal = am Aminoterminus

Aminoterminus = zuerst synthetisiertes Ende eines Proteins mit einer freien Aminogruppe (-NH2 oder -NH3+)

Amnion = innerste, das Fruchtwasser bildende und haltende Embryonalhaut

Amöbe oder Wechseltierchen nennt man einen Einzeller ohne feste Körperform und der Fähigkeit zur Ausstülpung sogenannter Scheinfüßchen. Man findet Amöben in See- und Süßwasser, überall auf der Erde in feuchten Böden und als Dauerstadien sogar in der Luft herum fliegend.

AMP
AMP aus Wikimedia Commons AMP steht in der Molekularbiologie für Adenosinmonophosphat. AMP ist ein Nukleotid der Ribonukleinsäure RNA, nämlich das Monophosphat des Nukleosids Adenosin. Andererseits ist AMP aber auch ein wichtiges Regulatormolekül der Zelle.
Diese Zeichnung wurde anonym der Wikimedia Commons zur Verfügung gestellt.

Amphibien oder Lurche (Froschlurche, Schwanzlurche und Schleichenlurche) sind Landwirbeltiere (im Gegensatz zu Meereswirbeltieren), die sich nur in Gewässern fortpflanzen können. Üblicherweise legen Amphibien ihre Eier in stehendem Süßwasser ab, wo sie anschließend von den Männchen befruchtet werden. Aus den befruchteten Eiern (Zygoten) schlüpfen Kaulquappen genannte Larven aus, die mit Kiemen im Wasser atmen können. Wenn sie groß genug sind, durchlaufen sie normalerweise eine Metamorphose. Ihnen wachsen Arme und Beine, bei den Froschlurchen schrumpft der Schwanz. Wenn sich auch ihre Lungen entwickelt haben, können sie das Wasser verlassen und auch an Land leben. Von diesen beiden Lebensphasen vor der Metamorphose im Wasser und nach der Metamorphose an Land kommt auch der wissenschaftliche Name Amphibia vom altgriechischen Adjektiv amphíbios (doppellebig). Amphibien haben eine empfindliche Haut, die sich nicht für ein Leben in trockenen Lebensräumen eignet.

amphoter (vom griechischen amphóteros = zu beiden Seiten gehörig) nennt man Moleküle, die saure und basische funktionelle Gruppen besitzen und sich daher stärkeren Säuren gegenüber wie Basen, stärkeren Basen gegenüber wie Säure verhalten.

Amygdala, Mandelkern oder Angstzentrum heißt in jeder Großhirnhälfte das vordere Ende des limbischen Systems. Die Amygdala scheint an der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen sowie an der Analyse möglicher Gefahren, vielleicht auch am Sexualtrieb beteiligt zu sein.
Auch wenn einem Menschen die Vergrößerung der Pupillen eines anderen Menschen nicht bewusst ist, reagieren seine Mandelkerne im Gehirn darauf mit gesteigerter Aktivität [1]. Die Mandelkerne sind unter anderem zuständig für die emotionale Bewertung einer Situation und sie leiten dazu passende Reaktionen des vegetativen Nervensystems ein [2]. Zum Beispiel reagiert die Amygdala, wenn ein Mensch bei einem Gegenüber eine Erregung beobachtet [1]. Aktivierte Mandelkerne können unter anderem das sympathische Nervensystem aktivieren. Impulse des sympathischen Nervensystems können eine Verkürzung (Kontraktion) der strahlenförmig nach außen ziehenden Muskeln (Iris-Öffner, Musculus dilatator pupillae) der Iris bewirken [1]. Dadurch vergrößert sich die Pupille bei gesteigerter Aufmerksamkeit oder Erregung [3]. Kleiner wird die Pupille, wenn Nerven-Impulse des parasympathischen Nervensystems den Iris-Ringmuskel (Musculus sphincter pupillae) aktivieren [1].

  1. K. E. Demos, W. M. Kelley, S. L. Ryan, F. C. Davis und P. J. Whalen - Human amygdala sensitivity to the pupil size of others - Cerebral Cortex 2008 Dec; 18(12): 2729-34 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2583162/)
  2. Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Amygdala)
  3. Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Mydriasis)

amyloid = stärkeähnlich (Speziell meint man damit Ablagerungen, die beispielsweise bei Alzheimer oder der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit von verklumpenden Proteinen mit hohem ß-Faltblatt-Anteil gebildet werden.)

Amyloid = stärkeähnlicher Eiweißkörper

Amyloidose = Gewebeschädigung durch krankhafte Ablagerung von Amyloiden

Anabolismus heißt der Teil des Stoffwechsels, der aus einfacheren komplexere Biomoleküle aufbaut. Man sollte das Gegensatzpaar Anabolismus - Katabolismus nicht verwechseln mit dem Gegensatzpaar Baustoffwechsel - Energiestoffwechsel.

anal = den Anus betreffend

Analbeutel ist wie so oft in der Biologie ein Wort, dass sich im Grunde selbst erklärt. Gemeint ist eine beutelförmige Struktur mit analem Bezug, also den Anus betreffend bzw. in dessen Nähe liegend. Tatsächlich ist ein Analbeutel (Sinus paranalis) eine mit Ausnahme der Bären bei allen Raubtieren vorkommende Variante der Analdrüsen. Die beiden Analbeutel befinden sich nebeneinander unterhalb des Anus. Jeder Analbeutel ist ein Drüsensammelraum, in den mehrere Drüsen ihre Sekrete abgeben. Diese Sekrete werden von Bakterien zersetzt. Dadurch entstehen Stoffe, die man als Duft, Geruch oder Gestank bezeichnen kann.

Analyse nennt man die systematische Untersuchung Sache durch deren Zerlegung in ihre Einzelteile oder zumindest durch den Nachweis der Bestandteile. Die Analyse kann auch die Untersuchung der Beziehungen zwischen den Einzelteilen umfassen.

Anaphase nennen Zellbiologen die Phase im Zellzyklus, in welcher der Spindelapparat die Schwesterchromatiden der 2-Chromatiden-Chromosom auseinander bis an die gegenüber liegenden Pole der Zelle ziehen. Weit von einander entfernt liegt nun in beiden Hälften einer Zelle von jedem Chromosom jeweils ein Chromatid Deshalb bezeichnet man die Chromosomen von nun an bis zur nächsten S-Phase als 1-Chromatid-Chromosomen.

Anästhesie = Ausschaltung der Schmerzempfindlichkeit durch eine Narkose oder lokale Betäubung

Anatom nennt man einen Mediziner oder Naturwissenschaftler, der sich auf die Teildisziplin der Anatomie spezialisiert hat.

Anatomie = mit dem speziesspezifischen Aufbau von Körpern und ihren Organen beschäftigte Wissenschaft, oder die Kunst des Zergliederns

anatomisch = die Strukturen (den Bau) eines Körpers oder Körperteils bzw. die Wissenschaft der Anatomie betreffend

Androgen ist ein Sammelbegriff für alle männlichen Sexualhormone. Das wichtigste Androgen ist Testosteron, welches stimuliert durch das luteinisierende Hormon (LH aus der Hypophyse) hauptsächlich in den Hoden gebildet wird.

Angström oder Å heißt nach dem schwedischen Physiker Anders Jonas Ångström eine Maßeinheit für sehr kleine Längen. Ein Ångström entspricht dem zehnmillionstel Teil eines Millimeters. Ein Angström entspricht 100.000 Femtometern, 100 Pikometer, 0,1 nm, 10-7 Millimeter und 10-10 Meter.

Angulus iridocornealis = Kammerwinkel

Anion nennt man ein negativ geladenes Ion.

Anode = positiv geladene Elektrode, zu der die Elektronen wandern

Anomalie nennt man etwas nicht normales, etwas vom Üblichen abweichendes.

Anorganisch bedeutet in der Chemie das Gegenteil von organisch. Biologisch wichtige anorganische Moleküle sind z.B. Wasser (H2O), Sauerstoff (O2) und Kohlenstoffdioxyd (CO2). Ebenfalls anorganisch sind Ionen wie Na+ (Natrium), K+ (Kalium), Mg2+ (Magnesium), Ca2+ (Calcium) oder Cl- (Chlor).

Antagonismus oder Gegenspielerprinzip nennen wir das Prinzip, dass in bestimmten Systemen zwei Elemente einander entgegenwirken wirken müssen, damit das Gesamtsystem funktioniert. Zum Beispiel braucht die indirekte Demokratie Regierung und Opposition. Um das Ellbogen-Gelenk beugen und strecken zu können, brauchen wir als Agonisten und Antagonisten Bizeps (Beuger) und Trizeps (Strecker). Allerdings funktionieren Antagonismen nicht wie früher angenommen so, dass der eine völlig entspannt oder inaktiv ist, wenn der andere angespannt oder aktiv ist.

Antagonist = Gegenspieler des Agonisten

Antheridium nennen Botaniker ein männliches Fortpflanzungsorgan eines mehrzelligen männlichen Gametophyten einer Landpflanze. Im Antheridium entstehen die männlichen Gameten.

anterior = vorderer, nach vorne gelegen, erster

Antibiotikum heißt ein Medikament oder Wirkstoff, wenn er Mikroorganismen tötet (z.B. bakterizide Antibiotika) oder zumindest ihre Vermehrung verhindert (z.B. bakteriostatische Antibiotika). Ärzte verwenden den Begriff meistens in einem engeren Sinne als Medikament gegen Bakterien.

Anticodon nennen Biologen ein Triplett aus 3 Nukleotiden an einem Ende einer tRNA, mit dem diese an ein Triplett aus 3 komplenentären (passenden) Nukleotiden einer mRNA binden kann. Binden das Codon in der mRNA und das dazu passende Anticodon in der tRNA an einem Ribosom, dann wird diese Bindung ausreichend lange stabilisiert, um eine am anderen Ende der tRNA gebundene Aminosäure auf ein wachsendes Peptid zu übertragen. Im Grunde ist also die tRNA mit dem Anticodon auf der einen und der Aminosäure auf der anderen Seite die Übersetzungstabelle der Translation.

Antigen nennt man eine Substanz, die vom Immunsystem eines Organismus als fremd erkannt wird und eine spezifische Immunantwort in Form passender Antikörper hervorruft. Meistens besitzt ein Antigen mehrere Epitope genannte Antikörper-Bindungsstellen und ermöglicht so eine Verklumpung vieler Antigene mit gleichartigen Epitopen. Als Antigene wirken fast ausschließlich Makromoleküle oder an größere Partikel gebundene Moleküle.

Antigen präsentierende Zellen (APZ) sind B-Zellen, Monozytn, Makrophagen und vor allem die verschiedenen Typen von dendritischen Zellen, die sich hinsichtlich ihrer Fähigkeit zur Aufnahme von Antigenen und bezüglich ihrer Produktion aktivierender Kofaktoren unterscheiden. APZ müssen Peptidfragmente auf beiden Klassen von MHC-Molekülen den T-Zellen und B-Zellen präsentieren können und gleichzeitig ein kostimulatorisches Signal überbringen.

Antikörper oder Immunoglobuline nennt man Y-förmige Proteine, die Immunsysteme von Wirbeltieren zur Bekämpfung von Krankheitserregern (pathogene Keime) produzieren. Antikörper bestehen aus zwei schweren und zwei leichten Aminosäureketten. Während der Stiel typisch für jeweils eine bestimmte Antikörperklasse ist, gibt es an den Armen Bereiche, die jeder Antikörper produzierende B-Lymphozyt (B-Zelle) und jede sich daraus entwickelnde Plasmazelle ganz individuell gestaltet, sodass unzählige unterschiedliche Antikörper ebenso viele verschiedene Antigene auf allen möglichen Krankheitserregern binden können. Antikörper können Krankheitserreger für deren gezielte Vernichtung markieren, auf ihnen wichtige Strukturen blockieren oder viele gleichartige Krankheitserreger miteinander verklumpen, indem sie jeweils zwei von ihnen binden. Die spezifische Antigen-Bindungsstelle des Antikörpers bezeichnet man als Paratop. Paratop und Epitop binden einander ohne kovalente Atombindungen.

antimikrobiell = Mikroben abtötend

Antiserum heißt aus dem Blut von Menschen oder Tieren gewonnenes Serum, das Antikörper enthält.

Anus (lateinisch Ring) oder After (vom mittelhochdeutschen after für hinter oder nachfolgend) heißt die Austrittsöffnung des tierischen Darmkanals.

Aorta = Hauptschlagader des Körpers

Apoenzym heißt der nur aus Protein bestehende Anteil eines Holoenzyms ohne Coenzym.

Apoptose = Selbstmord einer Zelle

Ar heißt eine früher in der Land- und Forstwirtschaft gebräuchliche Maßeinheit für eine relativ kleine Fläche. 1 Ar = 100 Quadratmeter. Da derat kleine Flächen heute bei uns unwirtschaftlich sind, benutzt man praktisch nur noch die davon abgeleitete Maßeinheit Hektar für eine 100 mal so große Fläche.

Arbeitshypothese nennt man eine Hypothese nur für den internen Gebrauch, mit der man noch nicht an die wissenschaftliche Öffentlichkeit gehen möchte.

Archäen oder Archaebakterien nennt man einzellige Lebewesen, die keine Organellen und auch kein Zytoskelett besitzen und deshalb wie die Bakterien zu den Prokaryoten gehören. Aufgrund etlicher Besonderheiten stehen sie aber den Bakterien kaum näher als den Eukaryot. Oft leben sie in extremen Umwelten.

Archegonium nennen Botaniker ein weibliches Fortpflanzungsorgan eines mehrzelligen weiblichen Gametophyten einer Landpflanze. Im Archegonium entsteht eine Eizelle.

arithmetisch = rechnerisch

Aromaten oder aromatische chemische Verbindungen heißen Moleküle mit mindestens einem Kohlenwasserstoffring, in welchem sich in zwei gleichwertigen Strukturformeln Einfach- und Doppelbindungen abwechseln. Tatsächlich sind dabei alle chemischen Bindungen gleichwertig und bilden eine sogenannte Mesomerie.

Aromatisch oder Aromaten heißen Moleküle mit mindestens einem Kohlenwasserstoffring, in welchem sich in zwei gleichwertigen Strukturformeln Einfach- und Doppelbindungen abwechseln. Tatsächlich sind dabei alle chemischen Bindungen gleichwertig und bilden eine sogenannte Mesomerie.

Art nennen deutsche Biologen eine Spezies. Eindeutig ist dieser Begriff aber natürlich nicht, denn es gibt auch für Biologen verschiedene Arten von Energie, Mikroskopen, Wald oder zu denken und auf keinen Fall können sich Biologen jemals auf klare und eindeutige Fachbegriffe einigen. Deshalb wird es nicht wirklich besser, wenn man statt Art den etwas spezifischeren Begriff Spezies benutzt. Es gibt nämlich auch keine scharfe Grenze zwischen den Begriffen Art und Rasse.

Artenschutz nennt man den Versuch engagierter Menschen, durch geeignete Maßnahmen das Aussterben wildlebender Spezies zu verhindern. Artenschutz dient gleichzeitig der Erhaltung der Artenvielfalt, die wichtig ist für die Stabilität von Ökosystemen.

Artenvielfalt nennt man die Vielfalt der Spezies in einem Ökosystem.

Arteriae ciliares anteriores
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Henry Gray, 20th U.S. edition of Gray's Anatomy of the Human Body, 1918 (Copyright abgelaufen)
Die Arteriae ciliares anteriores (Arteriae = Arterien, ciliares = am Corpus ciliare, anteriores = vorderen) sind 7 kleine Äste der Arteria ophthalmica, die den vorderen Teil des menschlichen Augapfels mit Bindehaut, Iris, Ziliarkörpern sowie an der Sclera ziehenden Muskeln versorgen und in der Nähe des Corpus ciliare die Sclera durchqueren.

Arterie nennt man eine Puls- oder Schlagader, die das Blut vom Herzen weg führt.

Arylgruppe nennt man einen organisch-chemischen Molekülteil mit einem aromatischen Grundgerüst.

Aspargin (Abkürzung: Asn oder N) ist eine für Menschen nicht essentielle Aminosäure, deren spezifischer Rest eine leicht basische Aminogruppe sowie eine saure Carboxylgruppe enthält.

Assimilation bedeutet Aufbau energiereicher Stoffe, wobei Energie zugeführt werden muss. Benötigt wird die Assimilation für Produktion von Biomolekülen in lebenden Zellen.

Astigmatismus oder Stabsichtigkeit nennt man einen Sehfehler, bei dem die Betroffenen bestimmte Bereiche eines Bildes unscharf sehen, weil sie dort statt scharfer Punkte längliche Lichtflecken sehen. Das sagt auch der aus dem griechischen abgeleitete Name Astigmatismus (keine scharfen Punkte), denn das A steht für nicht und Stigma bedeutet Punkt. Die Ursache ist meistens eine ungleichmäßige Krümmung der durchsichtigen Augenhornhaut (Cornea) vor der Pupille. Die Hornhautverkrümmung bewirkt, dass nicht alle von einem Punkt ausgehenden und durch die Pupille ins Auge gelangende Lichtstrahlen genau an einem Punkt auf der Netzhaut gebündelt werden. Die meisten Menschen haben einen leichten Astigmatismus, den sie gar nicht bemerken. Wer einen starken Astigmatismus hat, kann das beim Anschauen regelmäßiger Muster selbst erkennen. Astigmatismus kann zu Augenbrennen und Kopfschmerzen führen. Wird bei kleinen Kindern ein starker Astigmatismus nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, dann kann er das kindliche Gehirn so sehr verwirren, dass es zu einer Sehschwäche (Amblyopie) oder sogar zu ständigem Augenzittern (kongenitaler Nystagmus) kommt.

Muster für grobe, einfache Sehtests
Raster
Sieht man alle Linien scharf, dann hat man keinen schlimmen Sehfehler. Bei einer Netzhautablösung würde man dunkle Flecken im Gittermuster sehen.
Astigmatismus-Sonnenrad
Man beachte auch die optischen Täuschungen. Das Astigmatismus-Sonnenrad wirkt räumlich und in der Mitte scheint es einen hellen Kreis zu geben. Es gibt da aber gar keinen Kreis und der Hintergrund hat in Wirklichkeit überall die selbe Farbe.
Einen ausführlichen Sehtest findet man im World Wide Web und natürlich professionell beim Augenarzt.
Ursache einer Hornhautverkrümmung ist meistens ein vererbter (Erbkrankheit) Fehler (Mutation) im Bauplan. Hornhautverkrümmungen können aber auch Folge von Verletzungen oder Krankheiten sein. Manchmal ist nicht eine ungleichmäßig geformte Hornhaut die Ursache eines Astigmatismus, sondern eine verformte Augenlinse. Man kann den Astigmatismus mit einer Brille, Kontaktlinse, einer LASER-Operation der Hornhaut oder durch das Einsetzen einer zusätzlichen Augenlinse ausgleichen. Das erfordert allerdings genaue Messungen und Berechnungen, die viel komplizierter als bei Kurz- oder Weitsichtigkeit sind.

astrein = frei von Ästen, von Spuren eines Astwachstums freies Holz oder umgangssprachlich einwandfrei, unbedenklich, erstklassig, ausgezeichnet, sauber

Astroglia = aus Astrozyten bestehende Makroglia, die wiederum Teil der Neuroglia

Astrogliose = krankhafte Vermehrung der zur Neuroglia des Gehirnes gehörenden Astrozyten

Astrozyt = große, zur Phagozytose fähige Neuroglia-Zellen mit vielen verzweigten Fortsätzen

Astrozytose = krankhafte Vermehrung der zur Neuroglia des Gehirnes gehörenden Astrozyten

asymmetrisch oder unsymmetrisch = keine Form von Symmetrie besitzend

Atemfrequenz heißt die Anzahl der Atemzüge pro Minute.

Atemmuskulatur nennt den Teil der Muskulatur, der für die Atmung notwendig ist.

Atmosphäre oder Lufthülle nennt man eine Gashülle, die einen Planeten wie die Erde umgibt.

Atmung bedeutet für die meisten Menschen einfach das Ein- und Ausatmen von Landtieren. Aber auch im Wasser lebende Tiere und Pflanzen atmen und eigentlich gilt das für alle Lebewesen. Allgemein umfasst daher Atmung den Austausch von Gasen zwischen einem Lebewesen und seiner Umwelt, den Transport der Gase im Organismus sowie die Nutzung eines aufgenommenen Gases (z.B.: Sauerstoff) zur effizienten Gewinnung chemischer Energie aus energiereichen Stoffen, die dabei durch das aufgenommene Gas oxidiert werden.

Atmungskette
Atmungskette Atmungskette nennen Biologen mehrere Protein-Komplexe in der inneren Membran von Mitochondrien sowie die von diesen Protein-Komplexen bewerkstelligten chemischen Reaktionen, die den meisten Lebewesen zur Energiegewinnung dienen. Die Atmungskette nutzt die chemische Energie verschiedener Produkte des Zitratzyklus zur Herstellung von ATP aus ADP und Phosphorsäure. Die Mitochondrien tun das, indem sie die vom Zitronensäurezyklus gelieferten Protonen durch die innere Membran aus dem Innenraum in den Zwischenraum zwischen den Membranen pumpen. Wenn diese Protonen durch die tunnelförmige ATP-Synthase zurück in den Innenraum strömen, wird dieser Protonen-Strom zur Produktion von ATP zu nutzen.
Diese Darstellung der Atmungskette in Mitochondrien wurde von Klaus Hoffmeier dankenswerterweise der Wikimedia Commons zur Verfügung gestellt.

Atom nannte etwa 450 Jahre vor Christus der griechische Philosoph Demokrit die unteilbaren kleinsten Teilchen, die man finden müsste, wenn man Materie in immer kleinere Teile zerlegen würde. Er hatte diese Idee von seinem Lehrer Leukip, aber in Indien wurde diese Idee schon um 600 vor Christus bekannt. 1803 griff der englische Lehrer John Dalton diesen uralten Begriff wieder auf, um das Wissen der damals noch jungen Chemie zu erklären. Seitdem bezeichnen wir als Atome die "kleinsten Teilchen der Materie, die sich mit mechanischen und chemischen Mitteln nicht weiter zerlegen lassen. Seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts wissen wir, dass vor Physikern nicht einmal die Atome sicher sind. Sie zerlegten die Atome zunächst in Protonen, Neutronen und Elektronen und später in einen ganzen Zoo noch kleinerer Teilchen mit sehr seltsamen Eigenschaften. Biologen und Chemiker dürfen den Elementarteilchenzoo ignorieren und müssen nur verstehen, wie Protonen, Neutronen und vor allem Elektronen die Eigenschaften der Atome beeinflussen.

Atombindung, Elektronenpaarbindung, homöopolare oder kovalente Bindung nennt man chemische Bindungen zwischen Nichtmetallen, bei denen das Bindungselektronenpaar beiden gebundenen Atomen gemeinsam angehört. Meistens steuern beide an einer Atombindung beteiligten Atome je ein Elektron zum gemeinsamen Elektronenpaar bei. Es gibt aber auch Fälle, in denen beide Bindungselektronen von nur einem der beiden Reaktionspartner stammen. Dann spricht man häufig auch von einer koordinativen Atombindung und das Elektronen spendende Atom trägt in solchen Fällen eine positive Formalladung, sofern es nicht vorher negativ geladen war. Koordinative Atombindungen unterscheiden sich aber nicht von anderen Atombindungen und die Formalladungen verteilen sich in Wirklichkeit auf das Molekül. So trägt beispielsweise im Ammoniumion NH4+ das Stickstoffatom eine positive Formalladung, aber tatsächlich zieht das Stickstoffatom die mit den 4 Wasserstoffatomen geteilten Bindungselektronenpaare so stark zu sich hin, daß sich die positive Ladung des Moleküls eher gleichmäßig auf die Wasserstoffatome verteilt. Man kann allerdings Atombindungen zwischen verschiedenen chemischen Elementen auch als Mischungen der beiden Extreme rein kovalenter Bindungen und rein ionischer Bindungen betrachten.

Atomhülle nennt man den nur aus Elektronen und leerem Raum bestehenden äußeren Bereich eines Atoms, der den Atomkern umgibt.

Atomkern nennt man den aus Protonen und Neutronen bestehenden Kern eines Atoms, der fast die gesamte Masse eines Atoms enthält.

autoklavieren = sterilisieren in mehr als 100 Grad Celsius heißem und entsprechend unter Druck stehendem Wasserdampf

ATP oder Adenosintriphosphat
ATP aus Wikimedia Commons ATP steht in der Molekularbiologie für Adenosintriphosphat. ATP ist einerseits ein Nukleotid der Ribonukleinsäure RNA, nämlich das Triphosphat des Nukleosids Adenosin. Andererseits ist ATP aber auch das Standardenergiepaket und ein wichtiges Regulatormolekül der Zelle.
Diese Zeichnung wurde anonym der Wikimedia Commons zur Verfügung gestellt.

attraktiv = anziehend, lohnend, verlockend, begehrenswert, erstrebenswert, einen starken Anreiz bietend z.B. aufgrund finanzieller Vorteile oder eines ansprechenden Äußeren

Auge nennt man in Zoologie und Medizin bei Menschen und anderen Tieren ein Sinnesorgan mit Sinneszellen zur Wahrnehmung von Umwelt-Reizen in Form von Licht. Zum Thema Auge habe ich einen Lerntext Auge.

Augenhornhaut = Cornea

Augenlederhaut = Sclera

Augenlid (lateinisch Palpebra) nennt man ein kompliziert aufgebautes Organ, das von oben oder unten ein Auge schließt, schützt, pflegt, seine optischen Eigenschaften optimiert und auch einen kleinen Anteil an der Ernährung der Augenhornhaut hat. Der von außen sichtbare Teil eines Augenlides besteht aus ganz normaler Haut. Unter deren Fettgewebe befinden sich zahlreiche Muskelfasern des Augenlid-Ringmuskel, der durch das obere und das untere Augenlid des Menschen zieht und die Augen schließt, wenn er sich anspannt. Hinter den Muskelbündeln liegt ein teils weiches, teils knorpeliges Bindegewebe, das Tarsus oder Lidknorpel genannt wird. Im hinteren Teil, also augenwärts, befinden sich eingebettet in den Tarsus die Meibom-Drüsen, Sie produzieren genau wie die viel kleineren an bzw. zwischen den Haarbälgen der Wimpern gelegenen Zeiss- und Moll-Drüsen einen Talg, der sich als oberste Schicht auf den Tränenfilm legt und dessen Verdunstung behindert. Die Rückseite eines Augenlids besteht aus einer Schleimhaut mit Schleim produzierenden Becherzellen und als Tränenflüssigkeit fungierenden Schweiß produzierenden Krause- sowie Wolfring-Drüsen. Man nennt sie Bindehaut und sie liegt auf der Augenhornhaut auf, reicht aber noch ein gutes Stück weiter nach oben bzw. unten über die Tenon-Kapsel. Schließlich wendet die Bindehaut und verläuft in Gegenrichtung über die Tenonkapsel bis zur Hornhautgrenze des Auges. In den Oberlidern befinden sich außerdem an den Außenseiten unter den Schädelknochen die großen Tränendrüsen, die den Hauptteil der wässrigen Tränenflüssigkeit produzieren. Nasenseitig in den Augenwinkeln sieht man in Ober- und Unterlidern jeweils einen kleinen schwarzen Punkt, bei dem es sich um ein Loch bzw. den Eingang zu einem Tränenabfluss zur Nase handelt. Von hinten über das Auge hinweg reicht ein Oberlidheber genannter Muskel bis zum Bindegewebe des Oberlides und zieht bei Bedarf das Oberlid nach oben. Etwa alle 5-6 Sekunden müssen sich unsere Augenlider schließen (Lidschlag oder Blinzeln), um den Tränenfilm neu aufzubauen.

Augenlinse nennt man eine aus speziellen Zellen bestehende Sammellinse im vorderen Teil eines tierischen Auges. In unseren Augen befindet sich die Linse zwischen Iris und Glaskörper. Die besondere Bedeutung unserer Augenlinse liegt in der Veränderbarkeit ihrer Brechkraft. Diese kann mit Hilfe der Muskeln des Strahlenkörpers stufenlos eingestellt werden. Die Brechkraft besträgt nur etwa 18 Dioptrien, wenn die Augenlinse bei maximalem Zug der Linsenbänder ganz flach gezogen wird. Bei völlig entspannten Linsenbändern kehrt die Augenlinse wieder in ihre kugeligere normale Form zurück und kann dadurch ihre Brechkraft in jungen Menschen noch auf bis zu rund 33 Dioptrien steigern. Damit ist ihr Anteil an der Brechung des Lichts erheblich geringer als der Anteil des Tränenfilms mit ungefähr 43 Dioptrien. Je stärker das Licht gebrochen wird und je geringer die Tiefenschärfe ist, umso größer wird das Problem der Dispersion. Anstatt alle von einem Punkt ausgehenden Lichtstrahlen genau auf einem Punkt der Netzhaut zu sammeln, brechen die Oberflächen des Auges Photonen in Abhängigkeit von deren Farbe unterschiedlich stark. Solange wir bei hellem Licht mit kleinen Pupillen geradeaus sehen, ist der Effekt klein, weil bei kleinen Pupillen die Tiefenschärfe groß genug ist und weil nahe der optischen Achse die Brechung nicht so stark wie in den Randbereichen ist. Menschen und andere tagaktive Tiere müssen den Effekt der Dispersion deshalb nicht korrigieren. Viele auch nachts oder in der Dämmerung auf scharfes Farbensehen angewiesene Tierarten wie Füchse, Katzen, Schafe oder Ziegen müssen im Dunkeln mit weit geöffneten Pupillen sehen, um möglichst viel Licht einzufangen. Das Licht fällt daher auf eine relativ große Fläche der Augenlinse. Und diese große Fläche macht es möglich, kreisförmig um den Mittelpunkt (die optische Achse) ringförmige Flächen mit unterschiedlichen Durchmessern und unterschiedlichen Brechkräften anzuordnen. Mit solchen multifokalen Augenlinsen können sie trotz der Dispersion zumindest die Photonen mit den Farben in einem Punkt bündeln, für die diese Spezies über Lichtsinneszellen verfügen. Mit entsprechenden Übertreibungen sollen die folgenden beiden Zeichnungen das nachvollziehbar machen.

Dispersion an mono- und multifokalen Linsen
Dispersion an mono- und multifokalen Linsen

Augenlinsenkern = Nucleus lentis

Augenlinsen-Rindenschicht = Cortex lentis

Augenringmuskel (Musculus orbicularis oculi) heißt ein Ringmuskel, der durch das obere und das untere Augenlid verläuft. Spannt er sich an, schließt er die Augenlider.

Autoimmunkrankheit heßt jede Krankheit, bei der ein Immunsystem Teile seines eigenen Organismus angreift.

Autolyse = Selbstauflösung von Zellen durch Enzyme, die nach dem Tod einer Zelle frei gesetzt werden

autolysiert = im Zustand der mehr oder weniger fortgeschrittenen Autolyse begriffen

autonom = unabhängig, eigenständig

Autosom nennt man in der Genetik jedes Chromosom, das kein Geschlechtschromosom (Gonosom) ist.

Autoprotolyse heißt die Abgabe eines Protons an ein Molekül des selben Stoffes.

Die Autopsie = (Synonym für Sektion, Obduktion, innere Leichenschau, Nekropsie) dient der Feststellung unklarer Todesursachen, insbesondere bei anders nicht eindeutig zu diagnostizierenden Krankheiten, unklaren Unfallabläufen und Verdacht auf Mord, Selbstmord oder Behandlungsfehler. Sie darf nur durchgeführt werden, wenn die/der Tote zu Lebzeiten Einverständnis bekundet hat, wenn die nächsten Angehörigen zustimmen, oder wenn sie richterlich angeordnet wird.

autotroph = unabhängig von organischen Stoffen als Energiequellen

Auwald wächst entlang von Flüssen und Bächen und ist gekennzeichnet von häufigen Überschwemmungen, die nur bestimmte Baumarten wie Weiden, Erlen und Pappeln aushalten.

Axon (vom griechischen Wort für Wagenachse) nennt man den efferenten Neurit einer Nervenzelle, wenn er von Gliazellen umhüllt ist. Das Axon transportiert Signale schnell und über weite Strecken von der Nervenzelle weg.

Axonhügel heißt die Ursprungsstelle des Neuriten bzw. Axons am Zellkörper (Perikaryon) einer Nervenzelle. Hier entstehen durch Verrechnung erregender und hemmender Einflüsse die Aktionspotentiale, die dann vom Neuriten weitergeleitet werden.

Azeotrop oder azeotropes Gemisch heißt eine aus zwei oder mehr verschiedenen Stoffen bestehende Flüssigkeit, die man durch Destillation nicht trennen kann, weil die prozentuale (Massenprozent) Zusammensetzung in der Flüssigkeit und in der darüber liegenden Atmosphäre gleich ist. Die Gehalte in der Lösung entsprechen den Partialdrücken über der Lösung.

Glossar
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Roland Heynkes, CC BY-SA-4.0